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Netflix, Amazon, Apple TV+, Sky, Disney+, ...

Video-Streaming-Dienste im großen Vergleich

Video Streaming Anbieter Vergleich: Fernseher mit Fernbedienung
Das Angebot auf dem Streaming-Markt wird immer vielfältiger – aber auch unübersichtlicherFoto: Getty Images

Der Markt für Streaming-Anbieter ist heiß umkämpft. Bisher gibt Netflix den Ton an, die Konkurrenz von Amazon, Disney und Co. legt aber auch kräftig zu und neue Streaming-Modelle wie etwa TV Now locken bestimmte Zielgruppen. Wer soll da noch den Überblick behalten?

Fernsehzeitungen, DVDs und selbst Blu-rays sind heute nicht mehr als nostalgische Erinnerungsstücke an längst vergessene Zeiten. Sie gelten als altmodisch, wenn es um aktuelle Serien und Filme geht – überholt und abgelöst von Online-Streaming und Video-on-Demand. Im Corona-Jahr 2020 erlebte die Industrie einen Boom, aber schon davor war der Aufwärtstrend deutlich. Marktführer Netflix etwa gab 2021 bekannt, die Marke von 200 Millionen Abonnierenden geknackt zu haben. Parallel konnte auch die Konkurrenz deutlich zulegen. Dabei ist es für Streaming-Fans so langsam schwierig, den Überblick über das wachsende Angebot zu behalten. Was kostet welches Abo, was gibt es dort zu sehen und passt das Angebot zu meinen Bedürfnissen? TECHBOOK hat die großen Video-Streaming-Anbieter auf dem Markt in einem großen Vergleich gegenübergestellt.

Netflix – der Platzhirsch auf dem Streaming-Markt

Der amerikanische Video-on-Demand-Anbieter Netflix ist sicherlich eines der bekanntesten Streaming-Portale. Über eines von drei möglichen Abo-Modellen können Nutzer*innen auf alle Inhalte zugreifen. Dabei sind in erster Linie die zahlreichen Eigenproduktionen des Anbieters zu nennen wie etwa „Stranger Things“, „The Crown“, „Kissing Booth“ oder „The Witcher“. Netflix kauft aber auch im großen Stil Blockbuster ein, die dann zwar nach einiger Zeit wieder aus dem Angebot verschwinden, aber in der Summe doch immer in großer Bandbreite verfügbar sind. Der Basis-Tarif liegt bei 7,99 im Monat, wer das volle Programm mit HD-Qualität und bis zu vier gleichzeitigen Streams möchte, muss allerdings inzwischen 17,99 Euro monatlich berappen.

Screenshot Streaming-Portal Netflix
Foto: TECHBOOK via Netflix

Ein großer Vorteil ist, dass die Netflix-App inzwischen auf nahezu jedem Gerät funktioniert, das auch Videos abspielen kann. Seit dem Deutschlandstart 2014 wurde die Anwendung in viele Smart-TVs, Konsolen und Co. implementiert. Das sorgt in der Regel für einen reibungslosen und flüssigen Stream. Netflix hat inzwischen allerdings einen starken Fokus auf eigene Produktionen gesetzt. Wer gezielt nach einem Blockbuster sucht, ist oft dann häufig mal enttäuscht. Dafür eignet sich der Streaming-Anbieter im Vergleich perfekt zum bingen diverser Serien und zum ziellosen treiben und inspirieren lassen.

Amazon Prime Video – das Komplettpaket

Der zweite große Anbieter auf dem Streaming-Markt ist Amazon Prime Video. Im Gegensatz zu Netflix gibt es kein reines Streaming-Abo. Stattdessen ist das Video-Streaming-Portal im Preis der Amazon Prime-Mitgliedschaft inbegriffen. Über das Prime-Abo können Nutzer*innen mehrere tausend Film- und Serien-Inhalte streamen. Zusätzlich kann man außerdem fast 30.000 Titel über Amazon kaufen oder ausleihen. Diese Option haben im Übrigen auch Nicht-Prime-Kund*innen. Inzwischen produziert außerdem auch Amazon seine eigenen Streaming-Inhalte wie etwa die erfolgreichen Serien „The Man in the High Castle“, „The Marvelous Mrs. Maisel“ oder „Carnival Row“. Eine Amazon Prime-Mitgliedschaft kostet monatlich 7,99 Euro, das Jahresabo insgesamt 69 Euro (pro Monat also 5,75 Euro) und Studierende zahlen im Jahr sogar nur 39 Euro (pro Monat sind das 3,25 Euro).

Das Angebot ist wesentlich umfangreicher als bei Netflix. Das gezielte Suchen nach Inhalten ist somit erfolgreicher und auch im Bereich der Eigenproduktionen wird ordentlich nachgebessert. Was Menge und Bandbreite diesbezüglich angeht, kann Amazon im Streaming-Vergleich aber noch lange nicht mit Netflix mithalten.

Sky – für Fans amerikanischer Produktionen

Mit seinen Paketen bietet der große Medienkonzern Sky inzwischen auch ein eigenes Streaming-Portal für Filme und Serien. Dabei können Nutzer entscheiden, ob sie mit Sky Ticket einzelne Pakete über den kurzen Zeitraum von einem Monat nutzen oder mit einem gezielt zusammengestellten Sky-Abo längerfristig auf die Video-Inhalte zugreifen wollen. Sky Entertainment richtet sich dabei speziell an Serien-Fans und enthält vor allem viele bekannte Formate aus den USA – nicht umsonst lief mit dem Fantasy-Epos „Game of Thrones“ auch eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten bei Sky. Der Cinema-Bereich ist dagegen vor allem für Filmliebhaber*innen gedacht. Wer möchte, kann zusätzlich das Sport-Paket buchen und etwa die Bundesliga streamen. Im Sky-Ticket können diese Pakete unterschiedlich kombiniert und monatlich gekündigt werden. Zusätzlich gibt es eine Livestream-Funktion mit einem festen Programm.

Generell funktioniert die Sky Go-App auf nahezu allen Geräten. Mit einem dauerhaften Abo bekommen Nutzer*innen außerdem den Sky Q-Receiver dazu, um die Fernsehsender des Unternehmens zu empfangen. Gerade für Fans großer amerikanischer Blockbuster eignet sich Sky gut. Durch die Sky-Ticket-Option kann man Filme und Serien außerdem unabhängig von den Sky-Sendern streamen, wenn man möchte.

Apple TV+ – klein aber oho!

Zugegebenermaßen gibt es bei Apple TV+ im Streaming-Vergleich nicht so viel zu sehen. Allerdings ist Apples eigener Flatrate-Streaming-Dienst auch vergleichsweise spät gestartet (November 2019) und setzt fast ausschließlich auf selbstproduzierte Inhalte. Apple verspricht Nutzern jeden Monat neue, exklusive Originals. Für 4,99 Euro im Monat stehen gelobte Film- und Serienproduktionen wie „The Morning Show“, „See“ oder „Dickinson“ zur Verfügung. Bis zu sechs Personen können ein solches Abo nutzen; die Freigabe bekommen aber nur sogenannte „Family Sharing Groups“ nach Apples Familienfreigabe. Käufer*innen eines aktuellen Apple-Geräts bekommen ein einjähriges Apple TV+-Abo gratis, gleiches gilt für Studierende, die bereits einen Apple Music-Account haben. Momentan läuft Apple TV+ als App auf allen Apple-Geräten, auf ausgesuchten Smart-TVs von Samsung, Roku-Geräten und dem Amazon Fire TV. Aber auch in Sache Verfügbarkeit wird Apple in Zukunft wohl nachbessern.

Insgesamt muss sich natürlich noch viel tun, damit Apple TV+ ein echter Konkurrent für die etablierten Streaming-Dienste wird. Aber mit seinen selbstproduzierten hochkarätigen Inhalten und der hochwertigen 4K HDR-Auflösung neben mindestens Dolby Vision-Sound für knapp 5 Euro im Monat geht das Unternehmen einen klaren Weg und bringt sich für die Zukunft auf dem hart umkämpften Markt gut in Position.

Disney+ – der große Streaming-Konkurrent

Mit Disney+ ist 2019 (Anfang 2020 in Deutschland) ein weiterer, inzwischen großer Konkurrent vergleichsweise spät gestartet. Der Streaming-Dienst vereint die großen Marken Disney, Pixar, Star Wars, Marvel und National Geographic. Nachdem das Angebot anfänglich vor allem auf Familien ausgerichtet war, hat Disney+ inzwischen mit dem Bereich „Star“ deutlich nachgebessert. Das führte insgesamt zu einer Verschiebung auf dem Streaming-Markt, nicht zuletzt, weil viele Blockbuster etwa von Netflix abwanderten. Mit 8,99 Euro im Monat hat Disney+ zwar etwas angezogen, im Vergleich ist der der Streaming-Dienst aber immer noch günstig. Mit Serien wie „Star Wars: The Mandalorian“ oder „WandaVision“ produziert das der Anbieter außerdem inzwischen gefragte Originals, die exklusiv auf dem Portal zu sehen sind.

Streaming-Anbieter Disney+ Screenshot
Foto: TECHBOOK via Disney+

Disney+ mausert sich langsam aber sicher zum ernsthaften Konkurrenten auf dem Streaming-Markt. Nachdem mit Star nun auch eine breitere Zielgruppe angesprochen wird, verliert die Plattform auch ihr rein auf Familien ausgerichtetes Image. Während der Corona-Pandemie liefen außerdem große Kino-Blockbuster wie „Mulan“ parallel auf dem Portal an – für einen satten Aufpreis. Man kann von dieser Praxis halten, was man will, angesichts des Erfolgs wird Disney das aber wohl auch in Zukunft mit ausgewählten Filmen so handhaben.

Passend zum Thema: Ersetzen Streaming-Dienste auch nach Corona die Kinos?

Joyn – neues Streaming-Modell

Hinter Joyn steckt ein Freemium-Modell mehrerer deutscher Medienunternehmen, darunter ProSiebenSat.1 und Discovery. In der kostenlosen Variante können Nutzer*innen auf alle Inhalte zugreifen, die auch im linearen Fernsehen laufen – entweder zeitgleich im Livestream oder im Nachhinein in der Mediathek. Zusätzlich gibt es den Zugriff auf diverse exklusive Inhalte und Eigenproduktionen, die auch bei Joyn Originals heißen. Mit dem kostenpflichtigen „Joyn PLUS+“-Abo für monatlich 6,99 Euro können Nutzer*innen außerdem große US-Serien wie etwa „Grey’s Anatomy“ streamen. Außerdem fällt die moderate Werbung aus der kostenlosen Version bei Joyn PLUS+ weg. Eine Joyn-App gibt es inzwischen auch, die allerdings noch etwas holprig läuft. Auf dem Fernseher muss aber (noch) per Screen Mirroring oder Cast gestreamt werden. Über PC oder Smartphone können Nutzer*innen dafür unkompliziert auf die Mediathek zugreifen.

Die Joyn-Plattform ist zwar momentan nur über mobile Endgeräte per App verfügbar, dafür kann sich schon das Angebot der kostenlosen werbegetragenen Version sehen lassen. Mit der Premium-Version für knapp 7 Euro bekommt man außerdem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit vielseitigen Inhalten.

TV NOW – deutsche Streaming-Kokurrenz

Der direkte Joyn-Konkurrent heißt TV Now (Eigenschreibweise TV NOW) und gehört zur RTL-Gruppe. Somit beinhaltet er die Sender RTL, Vox, NITRO und Co. Die meisten Inhalte stehen hier kostenlos und mit wenigen Werbeunterbrechungen entweder zeitgleich zum Fernsehprogramm oder danach in der Mediathek zur Verfügung. Einige exklusive Inhalte gibt es nur für die zahlende Kundschaft: TV Now Premium kostet monatlich 4,99 Euro, Premium+ 7,99, beide Modelle sind monatlich kündbar. Außerdem stehen Nutzer*innen des Abonnements die Videos in höherer Auflösung zur Verfügung. Somit handelt es sich auch bei TV NOW um ein sogenanntes Freemium-Modell, bei dem das Basisprodukt gratis und sämtliche Upgrades kostenpflichtig sind. Erfolgreiche Formate des deutschen Fernsehens wie etwa „Der Bachelor“ können mit dem Premium-Abo übrigens bereits im Vorfeld angeschaut werden.

Streaming-Anbieter TV Now Screenshot
Foto: TECHBOOK via TV NOW

Im Vergleich zu Joyn ist das Angebot bei TV Now weniger umfangreich, dafür aber auch günstiger. Bei der Entscheidung kommt es auf die Sehgewohnheiten der Nutzerin oder des Nutzers an: Schaut man lieber „Let’s Dance“ oder „Germany’s Next Topmodel“.

Auch interessant: Der große TECHBOOK-Vergleich der Online-Videotheken

Welcher Streaming-Dienst lohnt sich im Vergleich?

Streaming-Portale gibt es inzwischen viele. In Sachen Preismodell, Verfügbarkeit und Angebot unterscheiden sich die Plattformen dann aber doch mitunter deutlich. Wie so oft kommt es darauf an, was die Nutzer*innen genau möchten.

Während Netflix vor allem im Serienbereich und bei Eigenproduktionen Spitzenreiter ist, bietet Amazon das größte Angebot insgesamt. Nutzer*innen finden hier beinahe alles, allerdings nicht immer im Abonnement enthalten. Die großen amerikanischen Produktionen gibt es vor allem bei Sky, wo man mit dem Sky Ticket auch recht flexibel, aber vergleichsweise teuer unterwegs ist. Apple muss sein Angebot noch deutlich ausbauen, ist aber vor allem wegen der (bereits erschienenen und noch geplanten) hochkarätigen Eigenproduktionen interessant. Disney+ mausert sich mit dem erweiterten Angebot zum echten Netflix-Konkurrenten. Für einen vergleichsweise geringen Preis bekommen Nutzer*innen alle Inhalte von Disney, Marvel und Co. Joyn und TV Now sind auf dem deutschen Markt direkte Konkurrenten: Beide funktionieren als Freemium-Modell zu einem ähnlichen Preis. Hier kommt es einfach darauf an, welche Inhalte eher interessieren.

AnbieterPreis in EuroVerfügbarkeitUmfangInhalteInfo
NetflixBasis 7,99
Standard 12,99
Premium 17,99
sehr gut5 Profile
1–4 Streams
eigene Filme und Serien,
wechselnde internationale
Blockbuster, viele Serien
großes Angebot (gerade
für jüngeres Publikum),
eigene Produktionen,
auf vielen Geräten verfügbar,
nicht alle gewünschten
Inhalte
Amazon Prime VideoMonatlich 7,99
Jährlich 69,00
Student 39,00
sehr gut1 Profil
1–2 Streams
eigene Filme und Serien,
großes internationales
Angebot, viel kann auch
gekauft oder geliehen
werden
große Auswahl, X-Ray, gute
Verfügbarkeit, Eigenproduktionen,
zusätzliches Kauf- und Leih-
System, Werbung, etwas
unübersichtlich
SkyEntertainment 15,00
Cinema 27,50
Sport 25,00
gut1 Profil
1–2 Streams
Fokus auf US-Großproduktionen, ggf.
auch Sport
große Produktionen zeitweise
exklusiv, Schwerpunkt auf
amerikanischen Serien und Filme,
zubuchbare Optionen, hoher
Preis, eingeschränkte Auswahl
Apple TV+Basis 4,99sehr gut
(aber vor allem
auf Apple-Geräte
ausgerichtet)
6 Profile
1–6 Streams
in erster Linie hochwertige Eigenproduktionenexklusive Inhalte, intuitive
Oberfläche, Einbindung in
Apple-System, hohe Qualität,
niedriger Preis, geringe Auswahl
Disney+Monatlich 8,99
Jährlich 89,90
VIP 21,99
gut7 Profile
1–4 Streams
umfangreiche Inhalte
(Disney, Pixar, Marvel, Star
Wars, Fox, National
Geographic etc.),
familienfreundlich
große Auswahl vieler großer
Studios, zunehmend exklusive
Inhalte, schönes Angebot auch
für Kinder, App auf vielen Geräten (noch) nicht verfügbar
Joyn Plus+Monatlich 6,99gut1 StreamInhalte der Sender Pro7
und Sat1, eingekaufte
Serien und Filme
kostenlose Basisversion mit
eingeschränktem Zugriff,
Fernsehprogramm, Live TV,
Originals
TV NowPremium 4,99
Premium+ 7,99
gut1–2 StreamsInhalte der Sender RTL
und Vox, eingekaufte
Serien und Filme
kostenlose Basisversion mit
eingeschränktem Zugriff

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Je nach Sehgewohnheit kann bereits einer dieser Dienste ausreichen. Da aber Streaming-Anbieter zunehmend Eigenproduktionen auf den Markt werfen, muss man als Stream-Junkie schon mehrere Abonnements abschließen, um wirklich alles sehen zu können. Bisher laufen die allermeisten Originals nämlich lediglich auf der Heimplattform.