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Nutzung eingeschränkt

Wer die neuen WhatsApp-AGB nicht akzeptiert, wird stummgeschaltet

Nutzer*innen müssen neue WhatsApp-AGB akzeptieren
WhatsApp sieht sich mit rasant wachsenden Nutzungzahlen bei der Konkurrenz konfrontiertFoto: Getty Images

Ganz oder gar nicht: WhatsApp fordert zur Zustimmung der neuen Nutzungsbestimmungen auf, sonst droht Stummschaltung und sogar Kontosperrung.

Am 15. März treten neue Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen bei WhatsApp in Kraft. Wie TECHBOOK bereits berichtet hat, weist das Unternehmen über einen Banner in der App auf den neuen Termin hin. Ursprünglich sollten die Bestimmungen bereits Anfang Februar gelten. Aufgrund der missverständlichen Formulierungen, die zu einem massiven User-Wechsel zu anderen Messengern führten, setzte WhatsApp die Änderungen vorerst allerdings aus.

WhatsApp fordert zum Akzeptieren der neuen AGB auf

Über das Banner in der App gelangen Nutzer*innen zu einer zweiseitigen Informationsübersicht. Darin erklärt das Unternehmen, welche Änderungen auf sie zukommen – und welche nicht. Generell ändert sich bei den Chats unter normalen Nutzenden nichts. Nachrichten bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt, das bedeutet, WhatsApp und Facebook können den Inhalt nicht lesen.

Was sich ändert, ist die Kommunikation zwischen privaten Nutzenden und Unternehmen. WhatsApp bietet mit WhatsApp Business schon seit Längerem eine Plattform, um direkt mit Kund*innen in Kontakt zu treten. Etwa um über den Status einer Lieferung oder Änderungen eines Flugplans zu informieren. Durch die neuen Datenschutzbestimmungen sind die Kommunikationen jedoch nicht verschlüsselt. Die Inhalte können somit mit Facebook-Tools zu Werbezwecken ausgewertet werden. Die Kommunikation mit Unternehmen ist jedoch deutlich als solche gekennzeichnet und komplett optional.

Die neuen WhatsApp-AGB müssen Nutzende bis Mitte März akzeptieren. Falls sie das nicht tun, schränkt das Unternehmen die Funktionalität des Messengers stark ein. Darauf weist es in den WhatsApp-FAQ hin:

„Dir wird dann allerdings nicht mehr die volle Funktionalität von WhatsApp zur Verfügung stehen, bis du zugestimmt hast. Du wirst zwar für kurze Zeit Anrufe und Benachrichtigungen erhalten, aber in der App weder Nachrichten lesen noch welche senden können.“

WhatsApp-FAQ, Stand: 22. Februar 2021

Was passiert, wenn man die AGB dauerhaft nicht akzeptiert?

Aus den FAQ geht leider nicht genau hervor, was die Angabe „für kurze Zeit“ bedeutet. TECHBOOK hat bei WhatsApp nachgefragt, welche Folgen das Verweigern der neuen Bestimmungen genau hat. Eine genaue Antwort konnte man uns jedoch nicht geben. Wir haben jedoch in Erfahrung gebracht, dass der WhatsApp-Account noch eine Zeit lang zugänglich bleibt, damit Nutzer*innen auch nach dem 15. März noch den Bedingungen zustimmen können. Wie lange diese Option zur Verfügung steht, konnte man uns ebenfalls nicht sagen.

Klar ist, dass Nutzer*innen die die WhatsApp-AGB nicht akzeptieren, als inaktiv gelten. In diesem Fall greift die Löschungsrichtlinie des Unternehmens, die ebenfalls in den FAQ festgehalten ist. Inaktive Accounts fallen nach 120 Tagen der Löschung zum Opfer. Danach bleiben WhatsApp-Daten zwar noch auf dem Smartphone gespeichert, allerdings hat man keinen Zugriff mehr darauf – es sei denn, man loggt sich wieder ein und stimmt den Nutzungsbedingungen zu.

Wer die WhatsApp-AGB partout nicht akzeptieren möchte und an den Daten hängt, sollte die Chatverläufe exportieren, sowie Bilder und Videos speichern. Denn nach Ablauf der 120-Tage-Frist, verliert man den Zugang zur App und damit auch zu den Daten.

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