Neue Studie belegt

Wie das Smartphone unsere Beziehung verändert

Frau liegt auf der Couch mit dem Handy in der Hand, hinten sitzt ihr Freund
Eine amerikanische Studie belegt jetzt, dass das Smartphone Auswirkungen auf unsere Beziehung hat
Foto: Getty Images

Das Handy beeinflusst unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Forscher aus den USA sind sicher: Die Ursachen dafür sind das Ergebnis unserer Evolutionsgeschichte.

Ob im Wartezimmer beim Arzt, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt, beim Essen oder sogar im Bett – das Smartphone ist inzwischen zu unserem ständigen Begleiter geworden, nur selten sind wir überhaupt ohne anzutreffen. Oftmals können wir einfach nicht widerstehen, doch noch eine Nachricht via WhatsApp zu schreiben oder durch den Feed der sozialen Netzwerke zu scrollen. Man könnte sagen, wir führen eine Art Beziehung mit diesem Gerät.

Genau dieses Verhalten hat allerdings Auswirkungen auf unsere im Beziehungen vor dem Display. Wann immer wir unser Handy in der Gegenwart von Freunden, Familie oder dem eigenen Partner nutzen, hat diese Person sich womöglich in diesem Augenblick alleine gelassen oder genervt gefühlt.

Immer mehr Menschen leiden unter Technoference

Forschungen belegen, dass immer mehr Menschen unter „interference of technology“, also der Störung durch Technologie – kurz „Technoference“ – leiden. Die Forscher befassen sich damit, wie Smartphone und andere Technologien unser Sozialleben negativ beeinflussen können. Unsere sozialen Kontakte im echten Leben verkümmern durch unseren ständigen Griff zum Handy. Bis zu 56 mal am Tag greifen wir zu unserem Smartphone.

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In einer neuen Studie haben der Psychologie-Professor David Sbarra von der Universität von Arizona sowie sein Forscher-Team von der Wayne State University in Detroit herausgefunden, warum Menschen von Smartphones angezogen werden und das obwohl unsere Handys uns in diesem Moment von unseren Beziehungen im echten Leben abhalten.

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Evolution schuld an ständiger Smartphone-Nutzung

Grund dafür ist die Evolution. Menschen sind eng miteinander verbunden, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, erklären die Wissenschaftler. Im Laufe unserer Evolutionsgeschichte haben wir uns auf enge Beziehungen in kleinen Netzwerken wie im Kreise der Familie und Freunden verlassen, um als Individuum und Spezies überleben zu können. Solche Beziehungen basieren auf Vertrauen und Zusammenarbeit. Diese entstehen, wenn Menschen persönliche und private Informationen über sich preisgeben.

Das Smartphones und die Möglichkeit, Nachrichten zu verschicken, sowie die sozialen Medien machen es dem Menschen leichter als jemals zuvor, persönliche Informationen auszutauschen. Das Handy fungiert als unser Werkzeug, um private Dinge mit anderen Menschen zu teilen. Diese neuen Netzwerke sind allerdings deutlich größer als die unserer Vorfahren.

„Die Evolution hat die Selbstoffenbarung und Reaktionsfähigkeit im Zusammenhang mit kleinen Verwandtschaftsnetzen geprägt, und wir sehen jetzt, dass diese Verhaltensweisen mehr oder weniger konstant von sozialen Netzwerken und über unsere Telefone bestimmt werden“, sagt Sbarra. Diese virtuellen Verbindungen könnten aber unerwünschte Konsequenzen auf unsere aktuellen Beziehungen haben, meinen die Wissenschaftler. Denn wenn wir von unserem Smartphone abgelenkt werden, ist unsere Aufmerksamkeit geteilt. Für den Aufbau von Intimität sei es aber notwendig, dass wir auf unseren Partner reagieren und dies würde aber Aufmerksamkeit in der Gegenwart benötigen.

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Die Forscher warnen allerdings, denn genau diese geteilte Aufmerksamkeit könne zu Konflikten in der Beziehung führen. Sbarra und seine Kollegen zitieren eine Studie mit 143 verheirateten Frauen, von denen mehr als 70 Prozent angeben, das Handy würde häufig in ihre Beziehung eingreifen. Trotzdem verteufeln die Wissenschaftler das Smartphone nicht generell. Das Gerät würde nämlich auch viele Vorteile mit sich bringen, auch in Beziehungen. So erleichtert das Handy die Kommunikation zwischen einem Paar. Um noch mehr Erkenntnisse über die Nutzung von Smartphones und die Auswirkungen auf Beziehungen zu gewinnen, sind weitere Untersuchungen nötig, da sind sich die Forscher sicher. Erst dadurch könnten mögliche Konflikte, die durch das Handy verursacht wurden, verringert werden.

Paarberater: „Handy kann Beziehung untergraben“

Nicht nur die Wissenschaft warnt vor dem Einfluss des Handys auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Hamburger Paarberater Eric Hegmann sieht im „Phubbing“-Verhalten, also wenn wir lieber auf unser Handy schauen anstatt mit unserem Partner zu sprechen, eine große Gefahr, wie er gegenüber TECHBOOK sagt: „Der Partner fühlt sich dadurch unwichtig und sieht sich in Konkurrenz mit einer Sache.“

Zweite Wahl möchte wohl niemand sein. Das ist eine Frage des gegenseitigen Respekts, sich die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

„Die Lösung ist wie immer das gemeinsame Gespräch und eine Verhandlung der Bedürfnisse und Wünsche“, rät Beziehungsexperte Eric Hegmann. Konzentrieren Sie sich in Gesprächen auf Ihren Partner und legen Sie das Handy zur Seite. Das zeigt Respekt.

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