Apple, Microsoft, Amazon & Co.

Die 9 größten Technik-Fails aller Zeiten

Sony Betamax
Der Sony Betamax zählt zu den bekanntesten Technik-Flops.
Foto: Science & Society Picture Library / Getty Image

Ob zur falschen Zeit erschienen, von der Konkurrenz verdrängt oder schlichtweg einfach zu schwach – einige technische Neuerungen wurden für ihr jeweiliges Unternehmen zum riesigen Flop. TECHBOOK stellt die 9 größten Technik-Fails von Microsoft, Apple oder Nintendo vor.

Eyetop Wearable DVD Player

Dieses Gadget dürfte wohl zu den unpraktischsten der Technikgeschichte zählen: Die hässliche Plastikbrille ist mit einem niedrig aufgelösten Display ausgestattet und soll im Jahr 2004 den Genuss von DVDs auch unterwegs ermöglichen. Dafür müssen der DVD-Player und ein Akku selbstverständlich auch noch mitgeschleppt werden. Das kennen die Nutzer damals zwar schon vom Discman, was sie aber wahrscheinlich nicht kennen ist das Übelkeitsgefühl, das der Eyetop Wearable DVD Player verursachen soll.
Brille, Player und Tasche


Foto: Eyeneo

Sony Betamax und Video 2000

Die Videoformate Sony Betamax Video 2000 müssen sich in den 70ern im Formatkrieg der Videorekorder dem Video Home System (VHS) von Hersteller JVC geschlagen geben. Während Sony Betamax genau wie VHS bereits 1975 (in den USA und Japan) auf den Markt kommt, gibt es Video 2000 erst ab 1979 in den Läden. Obwohl beide Systeme VHS technisch überlegen sind, schafft JVC es mit seinem Format den Markt zu beherrschen. Konkurrent Betamax wird der Rang abgelaufen, da JVC im Gegensatz zu Sony seine Technologie auch anderen Herstellern zugängig macht. Als Video 2000 auf den Markt kommt, hat VHS schon einen uneinholbaren Vorsprung. Nichtsdestotrotz hält sich Betamax noch über 10 Jahre auf dem Markt.

Apple Newton

Der Newton stammt aus einer Zeit, in der Tablets noch PDAs heißen und kleine Mini-Computer waren, mit denen man unterwegs auf Kalender, Adressen und Notizen zugreifen konnte – und in der Apple weit davon entfernt war, das wertvollste Unternehmen der Welt zu sein. Der 700 Dollar teure Newton erscheint ab 1993 fünf Jahre lang in verschiedenen Ausführungen, bis Steve Jobs das Gerät im Zuge seiner Umstrukturierung von Apple im Jahr 1998 einstampft. Hauptgrund für das Scheitern des Newtons ist neben seinem hohen Preis die miserable Handschriftenerkennung der ersten Modelle.

Apple Newton


Foto: Apple

Nintendo Virtual Boy

Ach Nintendo, wie hast du die Videospiel-Gemeinde mit deinen Konsolen geprägt. Ob NES, Super Nintendo oder N64, du hast die Gamer in den 90er-Jahren verwöhnt und ihnen die Mario-DNA eingepflanzt. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten – ein kleiner Schatten, aber trotzdem ein Schatten. Mit dem Virtual Boy liefert Nintendo im Jahr 1995 seinen größten Konsolenflop in Form einer VR-Brille ab. Nur in Japan und den USA erschienen, bringt es die „Tauchmaske“ gerade einmal auf 22 Spiele. Der angestrebte 3D-Effekt ist wenig spektakulär und die zweifarbigen Games mit grellem Rotstich sorgen höchstens für Kopfschmerzen, aber nicht für Spielspaß. Heutzutage ist der Virtual Boy zumindest bei Sammlern gefragt.

Nintendo Virtual Boy


Foto: Nintendo

Microsoft Zune

Mit dem Zune lieferte Hersteller Microsoft zwar ein technisch einwandfreies Gerät ab – das aber keine Neuheiten bot. Der Zune ist 2006 Microsofts vergeblicher Versuch, Apples etablierten Verkaufsschlager iPod Konkurrenz zu machen. Zum Bedauern der Windows-Macher hat das Gerät aber kaum Argumente, die den Kauf rechtfertigen. Apple blieb im Mp3-Player-Geschäft König und Microsoft zog sich still und leise wieder zurück.

Microsoft Zune


Foto: Microsoft

HD-DVD

Das Schicksal des Sony Betamax ereilt gut 30 Jahre später auch die HD-DVD. Im zweiten großen Formatkrieg duellieren sich die Disks im Jahr 2006 mit der Blu-ray um die Nachfolge der DVD. Microsofts Spielekonsole Xbox 360 bietet damals ein externes HD-DVD-Laufwerk an, Sonys Playstation 3 verfügt über einen eingebauten Blu-ray-Player. Die Japaner behalten die Oberhand und verhelfen der Blu-ray zum Sieg. Spätestens als Warner Bros. der HD-DVD im Jahr 2008 den Rücken kehrt, gehört das Format der Vergangenheit an.

iSmell

Mit Apple hat diese schräge Erfindung nichts gemeinsam: Der iSmell stammt definitiv aus dem Kuriositäten-Kabinett der Technikerfindungen. Über die Prototypenphase nie hinaus gekommen, will der iSmell kurz nach der Jahrtausendwende Gerüche an die Rechner bringen. Das USB-Gadget besitzt eine Kartusche mit über 200 Gerüchsstoffen, die in verschiedensten Kombinationen freigesetzt werden sollen, um Düfte zu imitieren. So sollte einer Email beispielsweise ein Parfümsample beigelegt werden können. Das System funktioniert überraschenderweise sogar! Das Problem: Der iSmell löste kein wirkliches Problem und interessierte deshalb kaum jemanden.

DigiScents iSmell


Foto: DigiScents

Amazon Fire Phone

Auch Versandriese Amazon findet seinen Platz auf dieser Liste: Im Jahr 2014 scheiterte das Unternehmen von Jeff Bezos am Versuch, sich am Smartphone-Markt zu etablieren. Nur 13 Monate dauert die Vertriebszeit des Smartphones, das keiner will. Die integrierte Foto-Software, die Gegenstände erkennt und direkt zum Kauf bei Amazon anbietet, kommt einfach zu früh, um wirklich als Feature ernst genommen zu werden.  Außerdem war Amazons Kalkül, dass Nutzer mit dem Smartphone noch mehr beim Online-Riesen einkaufen sollen, zu offensichtlich. Amazon konzentriert sich hardwareseitig seitdem auf das Fire TV, das Tablet Fire HD und Amazon Echo.

Amazon Fire Phone


Foto: Amazon

Disneys „The Lion King“-CD-ROM

Die Geschichte um das Computerspiel „König der Löwen“ aus dem Jahr 1994 ist mehr als kurios. Ausgerechnet zur beschaulichen Zeit im Jahr 1994 liegt das virtuelle Abenteuer um den jungen Löwen Simba unter den Weihnachtsbäumen der Amerikaner. Kurz zuvor veröffentlicht Computerhersteller Compaq seinen PC namens Presario. Das Spiel benötigt die damals neue Windows-Grafikengine WinG – die Treiber des Presario sind aber noch nicht dafür ausgelegt. Das Ergebnis ist katastrophal: Wer die „Der König der Löwen“-CD-ROM in den PC einlegt und startet, sieht nur noch einen blauen Bildschirm und hat sich erst mal den Rechner ruiniert.