Apple gibt zu

Diese iPhones orten ihre Besitzer – ob sie wollen oder nicht

Nutzer halten verschiedene iPhones in der Hand
Das iPhone 11 Pro kommt als erstes iPhone ab Werk mit einem optionalen Dark Mode
Foto: Getty Image

Viele iPhone-Nutzer kaufen sich ein Apple-Gerät in der Hoffnung, ihre Daten wären von fremden Blicken besser geschützt. Doch nun tauchte ein Bericht auf, der das Gegenteil beweist.

Apple stellt sich immer wieder gerne – und in Abgrenzung zur Konkurrenz von Google – als das Unternehmen dar, das Privatsphäre wirklich ernst nimmt. Ein neuer Report stellt dieses Selbstbild jedoch erneut in Frage.

Apple versprach komplette Privatsphäre

Apple verwendet Nutzerdaten nicht zu Werbezwecken, wie etwa Google, das fast alles, was es über seine Nutzer weiß, gegen Bezahlung an werbetreibende Unternehmen weitergibt. Dennoch sammelt auch Apple Daten über seine Nutzer, schließlich will es wissen, was ihnen gefällt oder nicht – und wie sich das gewinnbringend verwenden lässt.

Das Unternehmen gibt bei jeder Gelegenheit zu verstehen, dass iPhone-Nutzer die Möglichkeit haben, ihre Daten rein auf dem iPhone zu behalten und nirgends hochzuladen, wenn sie das möchten. Das gilt für Fotos und Videos sowie Nachrichten – aber eben auch für die Orte, an denen man sich aufhält. Laut Apples eigenen AGB sollte es möglich sein, die Ortungsdienste komplett zu deaktivieren. Doch das ist anscheinend bei neueren iPhones nicht mehr möglich.

Sicherheitsexperte deckte Dauerortung auf

Der neue Bericht, der sich damit befasst, kommt von Brian Krebs von Krebsonsecurity, eine Seite rund um Computersicherheit. Krebs hat herausgefunden, dass Apple den Standort von Nutzern weiter verfolgen kann, selbst wenn alle Einstellungen und Anwendungen zur Ortung ausgeschaltet wurden. Das Ganze wurde auf dem iPhone 11 Pro mit der aktuellen und offiziellen iOS-Version 13.2.3 getestet. Auf einem iPhone 8 hat der gleiche Test laut Krebs nicht funktioniert. Es wird deshalb vermutet, dass es sich um eine Hardware-Limitierung handelt. Das iPhone 11 Pro unterstützt den neuen WiFi-6-Standard, während ältere Geräte nur WiFi-ac haben. Auch andere Nutzer berichten laut Krebs in Apple-Diskussionsforen, dass sie permanent von Apple getrackt würden, selbst mit ausgeschalteten Ortungsdiensten.

Krebs hat den Vorgang in einem Video festgehalten. Darin schließt er Apple Karten, Siri und alle Systemdienste vom Zugriff auf Standortdaten aus – aktiviert aber den kleinen Navigationspfeil, der in der Statusleiste erscheint, wenn ein Dienst oder eine App auf den Standort zugreift. Er schaltet dann kurz den Flugmodus an und wieder aus. Während sich das iPhone wieder ins Netz einwählt, zeigt jedoch schon der Navigationspfeil an, dass irgendetwas auf dem Smartphone den Standort abfragt – obwohl alle Systemdienste und Apps keinen Zugriff mehr darauf haben.

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Auf Nachfrage erhielt Krebs eine Erklärung eines Apple-Technikers, dass das Ortungsdienste-Icon für Systemdienste erscheint, die nicht in den Einstellungen deaktiviert werden können.

So genau kennt Apple Sie

Nun wissen wir also, dass wir nie ganz alleine sind, wenn wir ein neues iPhone in der Tasche haben. Wie genau Apple und andere Unternehmen ihre Nutzer tracken dürfte aber vielen unklar sein. TECHBOOK stellte bereits eine geheime Karte innerhalb der iPhones vor, die fast jeden Ihrer Schritte erfasst und speichert.:

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