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Was bedeutet IP67 und IP68 bei wasserdichten Smartphones?

Wasserspritzer machen modernen Smartphones nichts mehr aus
Foto: Getty Images

Sogenannte IP-Ratings sind immer häufiger bei Alltagsgeräten wie Smartphones und Lautsprechern anzutreffen. Doch was bedeuten kryptische Bezeichnungen wie IP67 oder IP68 eigentlich?

Samsung hat es mit dem Galaxy S7 vorgemacht und mittlerweile sind fast alle großen Smartphone-Hersteller nachgezogen: 2017 hatten viele der Flaggschiff-Geräte ein IP-Rating, das Schutz gegen Staub und Wasser garantieren soll. Und auch andere Geräte wie Kopfhörer und Lautsprecher werden immer häufiger mit diesem Label gekürt. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Zahlencode?

Wofür stehen die Zahlen beim IP-Rating?

Die Bezeichnung IP steht für „International Protection“ und gibt an, in welchem Maße elektronische Geräte gegen das Eindringen von Wasser und festen Fremdkörpern wie Staub oder Finger geschützt sind.

Der IP-Wert setzt sich dabei aus dem Schutz vor festen Objekten in der ersten Ziffer und dem Schutz vor Wasser in zweiter Ziffer zusammen. Die Stufe 0 wird etwa dann angegeben, wenn nur Schutz für eine der beiden angestrebt wird. So haben Lampen oft ein IP20-Rating, wodurch diese zwar vor Eindringen von fingerdicken Objekten geschützt sind, bei Kontakt mit Wasser aber ein sofortiger Defekt wahrscheinlich ist.

Geräte, bei welchen nur einer der beiden Schutzgrade gemessen wurde, ersetzen den nicht gemessenen Wert mit einem X. Hat ein Bluetooth-Lautsprecher also ein IPX5-Rating, heißt das, dass er zwar unter laufendes Wasser gehalten werden kann, aber nicht getestet wurde, wie staubresistent das Gerät ist.

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Wichtig: Der Schutzgrad wird nur mit Frischwasser getestet. .

Verwirrend ist außerdem, dass Schutz vor Wasser, der mit IPX7 oder IPX8 angegeben ist, nicht andere Schutzgrade wie IPX5 oder IPX6 einschließt. Geräte, die wasserdicht bei komplettem Untertauchen sind, müssen also nicht notwendigerweise gegen das Besprühen mit einem Wasserstrahl geschützt sein, sind es aber meistens trotzdem. In Fällen, in denen der Schutz gegen beide Arten von Wasserkontakt getestet wurde, werden Geräte daher auch mit beiden Bezeichnungen versehen (z.B. IPX5/IPX7).

Was bedeutet das IP-Rating für mein Smartphone?

Das IP-Rating hat den Vorteil, dass es eine international anerkannte Wertung ist, die dem Benutzer Sicherheit darüber gibt, mit welchen Verfahren der Schutz vor Fremdkörpern und Wasser getestet wurde. Ein IP-Rating ist verlässlicher als beispielsweise die bloße Angabe eines Herstellers, das Gerät sei „staub- und spritzwassergeschützt“.

Moderne Smartphones haben meistens ein IP67- oder IP68-Rating. Das heißt, dass sie den höchsten Schutzgrad gegen Staub bieten und auf jeden Fall nach Untertauchen in bis zu 1 Meter tiefem Wasser für 30 Minuten noch voll funktionsfähig bleiben. Der Unterschied ist, dass IP67, das z.B. von Apple für das iPhone X angegeben wird, auf 1 Meter Wassertiefe begrenzt ist. Geräte wie das Samsung Galaxy S8 und das LG V30 hingegen haben ein IP68-Rating, das sogar Untertauchen bis zu einer Wassertiefe von bis zu 1,5 Metern erlaubt.

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