Intelligent Heizen

Wie viel Sie mit smarten Thermostaten wirklich sparen

Netatmo Thermostat
Mit smarten Thermostaten können Sie im Jahr bis zu 180 Euro sparen.
Foto: Netatmo

Die Heizung lässt sich mittlerweile von unterwegs steuern. Möglich machen dies smarte Thermostate, die über eine App mit dem Handy bedient werden können. Nutzer sind dadurch viel flexibler und können nebenbei auch noch eine Menge Geld sparen.

Der Blick auf die Jahresabrechnung eines Haushalts zeigt deutlich: Die Heizkosten, obwohl sie in letzter Zeit eher gesunken sind, nehmen den größten Posten ein! Verbraucher sind daher stets auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Kosten für Öl oder Gas zu senken. Durch den Einsatz von intelligenten Thermostaten, die bequem per Handy gesteuert werden, lässt sich der Verbrauch dauerhaft reduzieren und somit bares Geld einsparen. TECHBOOK erklärt Ihnen alles, was sie über die smarten Heizungsregler wissen müssen.

Was können smarte Thermostate?

Neben der Einstellung der Temperatur haben Thermostate zahlreiche weitere Funktionen: Die wichtigsten Informationen finden Sie, im Gegensatz zu den standardisierten Drehreglern, auf einem Digitaldisplay. Einige Modelle lassen sich mit anderen Produkten im smarten Haushalt vernetzen, manche unterstützten auch Sprachsteuerung mit Apples Siri oder Amazons Alexa. Auch eine „Selbstlernfunktion“ ist oft mit an Bord, durch die das Thermostat automatisch die Heizgewohnheiten des Nutzers erkennt und die Raumtemperatur anpasst.

Mit Geofencing – eher bei höherpreisigen Ausführungen dabei – wird ein Areal abgegrenzt, in dem die Temperatur automatisiert geregelt werden soll. Somit erkennt die smarte Heizung automatisch, ob sich jemand im Haus aufhält und wann wieder geheizt werden muss – Sie selber müssen die Heizung dann gar nicht mehr regeln.

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Laura Wagener

Laura Wagener von co2online: „Intelligente Thermostate helfen dabei, effizient und kostensparend zu heizen.“

Welche Vorteile haben smarte Thermostate?

TECHBOOK hat mit Laura Wagener von der Beratungsgesellschaft für Klimaschutz co2online über die Vorteile solcher Thermostate gesprochen. „Intelligente Thermostate helfen dabei, effizient und kostensparend zu heizen. Also die Heizung herunterzudrehen, wenn niemand in der Wohnung ist oder wenn das Fenster geöffnet ist – und die einzelnen Zimmer je nach Nutzung sinnvoll zu beheizen.

Gerade bei unregelmäßigen Tagesabläufen sind sie besser als klassische programmierbare Thermostate. Statt zu festgelegten Heizzyklen lässt sich die Heizung per App flexibel aus dem Büro oder auf dem Weg nach Hause an- oder ausschalten. Besonders intelligente Systeme lernen außerdem aus den Verhaltensmustern ihrer Benutzer und passen die Einstellungen der Thermostate automatisch an – oder sie reagieren abhängig vom Aufenthaltsort, zum Beispiel wenn sich jemand auf den Weg nach Hause macht.“

Wie viel Geld kann ich sparen?

Anbieter werben mit einem Sparpotential intelligenter Thermostate von rund 30 Prozent. Für einfachere programmierbare Thermostate geht die Stiftung Warentest von 10 Prozent aus. Wie viel einzelne Nutzer tatsächlich sparen können, hängt vor allem davon ab, wie viel sie bereits vorher für ein effizientes Heizverhalten getan haben. Wer seine Heizung zuverlässig beim Verlassen der Wohnung herunterregelt und auch Räume wie das Schlafzimmer nicht überheizt, kann eher nicht mit 30 Prozent weniger Energieverbrauch rechnen, aber dafür mit mehr Wohnkomfort.“

Beispiel-Rechnung: Ein durchschnittliches mit Gas beheiztes Einfamilienhaus mit einer Größe von ca. 150 Quadratmetern kann durch den Austausch aller Thermostate jährlich mit einer geschätzten Einsparung von etwa 120 bis 180 Euro Heizkosten rechnen.

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Mit smarten Thermostaten können Nutzer die Heizung auch von unterwegs regeln. Damit lässt sich viel Geld sparen – und vielleicht freut sich auch so manche Katze, wenn das Heim wohlig warm ist.

Mit smarten Thermostaten können Nutzer die Heizung auch von unterwegs regeln. Damit lässt sich viel Geld sparen – und vielleicht freut sich auch so manche Katze, wenn das Heim wohlig warm ist.
Foto: Getty Images

Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

„Smarte Thermostate gibt es mittlerweile in allen Preissegmenten. Das geht von ca. 30 Euro für ein einfaches Funk-Thermostat bis hin zu ca. 150 EuroBei der Wahl des Thermostats sollte darauf geachtet werden, ob das Modell zur eigenen Heizung beziehungsweise zum Heizkörper passt oder passende Adapter im Lieferumfang enthalten sind. Außerdem bieten viele Modelle praktische Zusatzfunktionen, wie beispielsweise einen Frostschutz oder eine Kindersicherung.

Besonders technikaffine Hausbesitzer sollten beim Kauf beachten, ob sich das Modell auch in ein Smart Home-System integrieren lässt, wenn sie sich beispielsweise zusätzliche Funktionen wie das Steuern der Rollläden wünschen. Denn leider sind nicht alle Smart-Home-Systeme miteinander kombinierbar. Lassen Sie sich vor dem Kauf am besten von einem Fachmann beraten.“

Wie baue ich ein smartes Thermostat an meine Heizung?

Wer sich für ein intelligentes Thermostat entschieden hat, benötigt für die Installation an den Heizkörpern nicht unbedingt einen Heizungsmonteur. Vielmehr verläuft die Inbetriebnahme mit wenigen Handgriffen. Zunächst wird der alte Thermostat vom Ventil ab- und das neu zu installierende Modell aufgeschraubt. Wie das genau funktioniert, zeigt dieses Video am Beispiel eines Netatmo-Thermostats:

Die Programmierung, um die Temperatur zu regulieren, lässt sich entweder direkt am Thermostat vornehmen oder via App, in die sich oft gleich mehrere Nutzer einloggen können.

Gibt es weitere Möglichkeiten, die Heizkosten zu senken?

„Smarte Thermostate sind nur eine Möglichkeit für weniger Heizkosten. Auch mit ein paar einfachen Tricks und kleinen Verhaltensänderungen können viel Heizenergie und Heizkosten gespart und die CO2-Emissionen reduziert werden. Zum Beispiel, indem man richtig lüftet. Im Winter ist es besonders wichtig, mehrmals am Tag für einige Minuten stoßzulüften, statt die Fenster lange zu kippen. Nachts sollten Rollos, Vorhänge und Jalousien geschlossen bleiben. So entweicht weniger Wärme nach außen. Bei undichten Fenstern hilft Isolierband aus dem Baumarkt. Allein mit diesen drei Tipps lassen sich in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus rund 250 Euro pro Jahr sparen, in einer durchschnittlichen Mietwohnung etwa 130 Euro.“

Mehr Tipps gibt es bei co2online: http://www.co2online.de/energie-sparen/heizenergie-sparen/heizkosten-sparen/.