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Nicht Netflix!

Diese Streaming-Plattform nutzen Menschen hierzulande am meisten

Eine Hand hält eine schwarze Fernbedienung vor einem Fernseher mit einer unscharf dargestellten Streaming-Oberfläche und mehreren Video-Kacheln.
Streaming-Dienste konkurrieren um Aufmerksamkeit, während lineares Fernsehen weiterhin eine wichtige Rolle spielt Foto: Getty Images
Charlotte Ziesing

3. Oktober 2026, 8:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Netflix, Disney+ und Prime Video gehören seit Jahren zu den großen Namen im Streaming-Markt. Bei der Reichweite in Deutschland liegen die Dienste allerdings nicht an der Spitze. Andere Video-Plattformen erreichen deutlich mehr Menschen.

Eine aktuelle Untersuchung von ARD und ZDF zur Mediennutzung in Deutschland zeigt, wie sich die großen Video-Plattformen im Vergleich schlagen. Dabei überrascht vor allem der Spitzenreiter, den in dieser Form wohl die wenigsten auf dem Zettel hatten. Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, wie sich die Sehgewohnheiten je nach Alter unterscheiden und welche Rolle lineares Fernsehen neben Streaming-Angeboten weiterhin spielt.

YouTube lässt die Konkurrenz hinter sich

Die größte Reichweite unter den untersuchten Video-Plattformen erzielt YouTube. Die Plattform erreicht 71 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Damit liegt YouTube deutlich vor den übrigen Angeboten. Auf dem zweiten Platz folgt die ARD-Mediathek mit einer Gesamtreichweite von 56 Prozent. Danach kommen Netflix, Amazon Prime Video und ZDF-Streaming mit jeweils 51 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgen:

Bei vielen Diensten hat sich die Reichweite gegenüber 2025 kaum verändert oder ist gesunken. Besonders deutlich fällt allerdings der Rückgang bei Amazon Prime Video aus: Der Dienst verliert 10 Prozentpunkte. Die ARD-Mediathek liegt 5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert, Netflix verliert 3 Prozentpunkte. YouTube bleibt mit 71 Prozent stabil. Joyn gehört zu den wenigen Gewinnern und legt um 3 Prozentpunkte zu.

Warum Netflix und Co. deshalb nicht unbeliebter sind

Die Ergebnisse benötigen allerdings eine Einordnung. Denn die Studie zeigt nicht, welchen Streaming-Dienst die Menschen in Deutschland persönlich am liebsten mögen. Sie betrachtet vielmehr die Nutzung und Reichweite verschiedener Medienangebote. Deshalb lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten, dass die Menschen hierzulande die ARD-Mediathek lieber mögen als etwa Netflix.

Die Daten zeigen vielmehr, dass Netflix und Co. nicht die Video-Plattformen mit der höchsten Reichweite in Deutschland sind. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Art der Nutzung. Hinzu kommt, dass Gesamtreichweite und regelmäßige Nutzung unterschiedliche Größen sind. Bereits 2025 lagen die Streaming-Angebote von ARD und ZDF bei der Reichweite insgesamt vor den kommerziellen Anbietern. Bei der regelmäßigen Nutzung führte dagegen Netflix vor Amazon Prime Video. Für die Einordnung der Plattform-Reichweiten spielt zudem eine Rolle, dass Streaming nur einen Teil der Bewegtbildnutzung ausmacht und klassisches Fernsehen weiterhin viele Menschen erreicht.

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Das zeigt auch der Blick auf die aktuelle Mediennutzung insgesamt. 71 Prozent der Bevölkerung schauen heute mindestens einmal pro Woche lineares Fernsehen, während Streaming-Dienste von 46 Prozent mindestens wöchentlich genutzt werden. Allerdings entfällt immer noch mehr als die Hälfte der gesamten Sehdauer auf Live-TV.

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Jüngere schauen deutlich anders fern

Hinter den Durchschnittswerten verbergen sich allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Generationen. Bei den 14- bis 29-Jährigen schaut 2026 weniger als die Hälfte mindestens einmal pro Woche das laufende Fernsehprogramm. Konkret sind es 44 Prozent. Streaming-Dienste erreichen in derselben Altersgruppe 72 Prozent, andere YouTube-Videos 77 Prozent und Videos oder Stories auf Social Media sogar 80 Prozent.

Bei den 30- bis 49-Jährigen sieht die Verteilung ausgeglichener aus. 36 Prozent der Sehdauer entfallen 2026 auf laufendes oder aufgenommenes Fernsehen, 30 Prozent auf Streaming-Dienste. Im Vorjahr hatte der Anteil von Streaming in dieser Altersgruppe noch bei 26 Prozent gelegen.

Ab 50 Jahren verschiebt sich das Verhältnis deutlich in Richtung Fernsehen. Bei den 50- bis 69-Jährigen entfallen 74 Prozent der Bewegtbild-Nutzungsdauer auf das laufende oder aufgenommene Fernsehprogramm. Bei Menschen ab 70 Jahren beansprucht das laufende Fernsehprogramm allein 93 Prozent der Sehdauer.

Beim Audio-Streaming zeigen sich ähnliche Gefälle

Auch beim Hören unterscheiden sich die Altersgruppen deutlich. Insgesamt hören 76 Prozent der Bevölkerung 2026 mindestens einmal pro Woche Radio. Im vergangenen Jahr waren es noch 78 Prozent. Musik über Streaming-Dienste legt dagegen leicht von 45 auf 46 Prozent zu. Podcasts bleiben mit 25 Prozent gegenüber 2025 unverändert.

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Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt Musik-Streaming inzwischen klar vor dem Radio. 85 Prozent nutzen mindestens wöchentlich Musik über Streaming-Dienste, während 52 Prozent mindestens einmal pro Woche Radio hören. Bei den 30- bis 49-Jährigen dreht sich das Verhältnis: Dort erreicht das Radio 74 Prozent und Musik-Streaming 57 Prozent. Unter den 50- bis 69-Jährigen hören 89 Prozent mindestens wöchentlich Radio, während 34 Prozent entsprechende Streaming-Angebote nutzen.

Unter den einzelnen Audio-Plattformen führt Spotify. Der Dienst erreicht 44 Prozent der Bevölkerung. YouTube Music, das 2026 erstmals abgefragt wurde, kommt auf 30 Prozent. Danach folgen Amazon Music mit 21 Prozent und die ARD Audiothek mit 15 Prozent.

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