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Studie zu digitalen Trends

Warum viele Deutsche weniger Zeit online verbringen

Person vor einem Laptop mit einem Smartphone in der Hand.
Das Smartphone bleibt laut Studie für die meisten Menschen der wichtigste Zugang zum Internet im Alltag Foto: Getty Images
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Die Zeit, die Menschen in Deutschland online verbringen, ist nach Jahren des Wachstums wieder spürbar gesunken. Das zeigt die Postbank Digitalstudie 2026. Während die durchschnittliche Internetnutzung seit 2015 von etwas mehr als 40 Stunden auf über 70 Stunden pro Woche gestiegen war, weist die aktuelle Erhebung nun einen Rückgang aus. Demnach verbringen die Deutschen im Durchschnitt 67,4 Stunden pro Woche im Internet. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 71,8 Stunden.

Anwendungen werden unterschiedlich genutzt

Der Rückgang macht sich auch bei mehreren regelmäßig genutzten Online-Angeboten bemerkbar. Messenger-Dienste bleiben zwar die am häufigsten verwendeten Anwendungen, ihr Anteil ging jedoch von 81 auf 77 Prozent zurück. Noch deutlicher fiel das Minus bei YouTube aus. Während die Videoplattform im Vorjahr für 53 Prozent zum wöchentlichen Internetalltag gehörte, sind es nur noch 45 Prozent.

Auch soziale Netzwerke verloren an Bedeutung. Der Anteil sank von 71 auf 64 Prozent. Anders entwickelte sich die gezielte Suche nach Informationen. Hier stieg der Wert von 71 auf 74 Prozent. Nahezu unverändert blieb dagegen die Nutzung von Online-Banking. 51 Prozent der Befragten prüfen regelmäßig ihre Kontobewegungen im Internet.

So wurde die Studie durchgeführt

Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 3050 Personen in Deutschland. Die Befragung fand im April und Mai 2026 statt. Um die Bevölkerungsstruktur möglichst realistisch abzubilden, wurden die Daten nach Bundesland, Alter und Geschlecht gewichtet.

Als Grundlage diente der Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes. Dadurch sollen Unterschiede zwischen der Zusammensetzung der Befragten und der tatsächlichen Bevölkerung ausgeglichen werden. So wird verhindert, dass einzelne Altersgruppen, Geschlechter oder Regionen das Gesamtergebnis stärker beeinflussen, als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht.

Die Studie zeigt zudem klare Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Menschen unter 40 Jahren verbringen durchschnittlich 80,3 Stunden pro Woche im Internet. Bei den über 40-Jährigen liegt der Wert bei 61,7 Stunden.

Neben der längeren Nutzungsdauer greifen jüngere Menschen auch auf mehr digitale Angebote zurück. Streaming-Dienste, YouTube, soziale Netzwerke und KI-Anwendungen sind in dieser Altersgruppe deutlich stärker verbreitet. Auch Wearables, Spielekonsolen und Sprachassistenten werden häufiger genutzt, um auf das Internet zuzugreifen.

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Das Smartphone bleibt das wichtigste Gerät

Unabhängig vom Alter ist das Smartphone weiterhin der wichtigste Zugang zum Internet. Insgesamt 86 Prozent der Befragten nutzen dafür ihr Handy. Laptops und Notebooks folgen mit 66 Prozent deutlich dahinter. Tablets erreichen 46 Prozent, Desktop-PCs 45 Prozent.

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Auch bei der Nutzungsdauer liegt das Smartphone klar vorn. Durchschnittlich verbringen die Befragten 23,9 Stunden pro Woche mobil im Internet. Auf Laptops und Notebooks entfallen 11,1 Stunden, auf Desktop-PCs 9,8 Stunden. Damit prägt das Smartphone den privaten digitalen Alltag besonders stark.

Viele wollen ihre Nutzung reduzieren

Obwohl drei Viertel der Deutschen mit ihrer privaten Internetnutzung zufrieden sind, möchten 17 Prozent diese innerhalb der kommenden zwölf Monate einschränken. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei den 18- bis 39-Jährigen. In dieser Altersgruppe möchte fast jede dritte befragte Person weniger Zeit online verbringen. Bei den Menschen ab 40 Jahren trifft das lediglich auf 11 Prozent zu.

Als Gründe nennen die Befragten vor allem den Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigene Zeit. 41 Prozent möchten die frei werdende Zeit für andere Aktivitäten nutzen. 38 Prozent wollen sich weniger ablenken lassen. Für 36 Prozent spielen mögliche gesundheitliche Auswirkungen eine Rolle. Genannt werden außerdem mehr Konzentration, eine höhere Produktivität und persönliche Treffen.

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Gleichzeitig bleibt das Interesse an neuen digitalen Angeboten hoch. Wer die eigene Internetnutzung ausbauen möchte, nennt vor allem künstliche Intelligenz als Grund. 51 Prozent dieser Gruppe möchten KI-Angebote wie ChatGPT von OpenAI, Perplexity oder Gemini von Google häufiger verwenden.

Die Nutzung solcher Dienste ist bereits weit verbreitet. 38 Prozent der Befragten setzen KI-Anwendungen für die gezielte Suche nach Informationen täglich oder mehrmals pro Woche ein. Bei den unter 40-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 58 Prozent.

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