14. Mai 2026, 8:22 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Mit eYou ist ein neues soziales Netzwerk gestartet, das sich gezielt an europäischen Vorgaben orientiert. Die Plattform ist ab sofort frei zugänglich und soll eine Alternative zu etablierten Angeboten darstellen. Im Fokus stehen dabei Themen wie Datenschutz, Transparenz und der Umgang mit Inhalten im Feed.
Soziale Netzwerke sind für viele Menschen fester Bestandteil des Alltags. Sie dienen zum Austausch, zur Information und zur Unterhaltung. Gleichzeitig wächst die Diskussion darüber, welche Regeln dort gelten sollen. In Europa stehen vor allem Datenschutz, Jugendschutz und der Umgang mit Falschinformationen im Mittelpunkt. eYou setzt genau hier an und will diese Anforderungen stärker berücksichtigen als viele bekannte Plattformen.
Start nur als App verfügbar
Nach einer geschlossenen Testphase beginnt nun die öffentliche Nutzung von eYou. Nach Angaben der Plattform haben sich bereits rund 50.000 Nutzer registriert. Ein Großteil stammt aus Rumänien, weitere Nutzer kommen unter anderem aus den USA und Schweden. Aktuell ist eYou ausschließlich als App für iOS und Android verfügbar. Eine Version für den Browser gibt es derzeit nicht. Wer das Netzwerk ausprobieren möchte, muss also ein Smartphone nutzen.
Inhaltlich konzentriert sich eYou auf drei zentrale Bereiche: Algorithmen, Falschinformationen und Datenschutz. Die Plattform gibt an, Nutzerdaten innerhalb Europas zu speichern und nach den Vorgaben der DSGVO zu schützen. Ein weiterer Punkt ist die Transparenz im Feed. Nutzer sollen nachvollziehen können, warum bestimmte Inhalte angezeigt werden. Ziel ist es, mehr Kontrolle darüber zu geben, welche Beiträge sichtbar sind.
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Faktenchecks gegen Desinformation
Beim Umgang mit Falschinformationen setzt eYou auf zusätzliche Funktionen. Beiträge können nachträglich überprüft werden. Nutzer haben die Möglichkeit, Quellen hinzuzufügen, die Inhalte bestätigen oder infrage stellen.
Hintergrund ist eine Umfrage mit 370 Teilnehmern des Online-Magazins „Meedia“. Demnach begegnen 89 Prozent regelmäßig Fake News in sozialen Netzwerken. 77 Prozent fühlen sich durch Inhalte manipuliert und 63 Prozent nehmen eine sinkende Qualität wahr. eYou will darauf mit mehr Transparenz und Faktenchecks reagieren.
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Unternehmen mit Sitz in Kroatien
Die französischen Unternehmer Jasseem Allybokus und Grégoire Vigroux gründeten eYou. Beide leben seit mehreren Jahren in Rumänien. Den Start der Plattform feierten sie in Bukarest, wie das Online-Magazin „Romania Insider“ berichtet. Der offizielle Firmensitz liegt jedoch in der kroatischen Hauptstadt Zagreb.
Ob sich eYou langfristig gegen etablierte Netzwerke durchsetzen kann, bleibt offen. Große Plattformen profitieren davon, dass dort bereits viele Kontakte und Inhalte vorhanden sind. eYou muss deshalb neben seinen Ansätzen auch genügend Nutzer und Inhalte gewinnen.