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Platz 1 überrascht

Die schlechtesten zweiten Serien-Staffeln aller Zeiten

Drei Personen stehen nebeneinander in einem Innenraum. Links hält eine Person eine Kassette in der Hand. In der Mitte steht eine Person mit grauem Pullover und dunklem Mantel. Rechts hält eine Person mit langen blonden Haaren eine Schrotflinte. Der Hintergrund ist in grünlichen und bläulichen Farbtönen beleuchtet.
Diese Serien verloren mit ihrer zweiten Staffel mindestens 30 Prozent ihrer positiven Kritiken Foto: Getty Images, picture alliance Everett Collection: Beth Dubber,Netflix / ©Starz! Movie Channel, Collage: TECHBOOK
Charlotte Ziesing

26. September 2026, 16:22 Uhr | Lesezeit: 10 Minuten

Jeder Serienfan kennt den Effekt: Die erste Staffel begeistert, während die zweite die hohen Erwartungen oft nicht mehr erfüllen kann. Der sogenannte Second-Season-Fluch ist in der TV-Welt keine Seltenheit. Immer wieder starten Serien mit viel Lob, verlieren aber schon in der Fortsetzung deutlich an Zuspruch. Einige Serien büßten innerhalb nur einer Staffel mehr als die Hälfte ihrer positiven Kritiken ein. Wie groß die Abstürze teilweise ausfallen, hat sich TECHBOOK angeschaut.

Für die Auswahl und Reihenfolge wurden die Tomatometer-Wertungen von Rotten Tomatoes herangezogen. Diese basieren laut eigenen Angaben auf den „gesammelten Meinungen von Hunderten von Film- und Fernsehkritikern“. Der Prozentwert zeigt dabei, welcher Anteil der berücksichtigten Kritiken positiv ausgefallen ist.

Achtung: Der folgende Artikel enthält Spoiler.

Platz 9: „The Man in the High Castle“

  • Staffel 1: 95
  • Staffel 2: 64
  • Rückgang: 32,6 Prozent

Die alternative Geschichtsserie „The Man in the High Castle“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philip K. Dick und spielt in einer Welt, in der Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. In der ersten Staffel geraten mehrere Figuren durch geheimnisvolle Filmaufnahmen in den Mittelpunkt eines immer größer werdenden Widerstands gegen die Besatzungsmächte.

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In Staffel 2 wird die Geschichte um die verschiedenen Widerstandsgruppen, politische Machtkämpfe und alternative Realitäten weitergeführt. Gleichzeitig erweitert die Serie ihre Handlung deutlich und verteilt den Fokus auf mehrere Schauplätze und Figuren. Während viele Elemente aus der ersten Staffel ausgebaut wurden, konzentrierte sich die Fortsetzung stärker auf die Folgen der bisherigen Ereignisse und die Entwicklung der unterschiedlichen Fraktionen innerhalb der Welt. Durch die wachsende Komplexität und die Vielzahl parallel verlaufender Handlungsstränge wirkte die Erzählung stellenweise weniger fokussiert als noch in der hochgelobten ersten Staffel. „The Man in the High Castle“ ist sowohl bei Prime Video als auch bei Netflix verfügbar.

Platz 8: „American Gods“

  • Staffel 1: 92
  • Staffel 2: 61
  • Rückgang: 33,7 Prozent

Die Fantasy-Serie „American Gods“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gaiman und erzählt die Geschichte von Shadow Moon, der nach seiner Haftentlassung in einen Konflikt zwischen alten und neuen Göttern gerät. Die erste Staffel machte vor allem mit ihren aufwendigen Bildern, ungewöhnlichen Figuren und der Mischung aus Mythologie und Gegenwart auf sich aufmerksam. Kritiker lobten insbesondere die visuelle Gestaltung und die eigenwillige Atmosphäre der Serie.

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In Staffel 2 wird der Konflikt zwischen den alten und neuen Göttern weiter ausgebaut. Die Handlung folgt den bekannten Figuren auf ihrem Weg zu einem bevorstehenden Krieg, während gleichzeitig neue Charaktere und Schauplätze eingeführt werden. Im Vergleich zur ersten Staffel legt die Fortsetzung mehr Wert auf den Ausbau der Hintergrundgeschichte und die Entwicklung einzelner Figuren.

Dadurch rückte die eigentliche Haupthandlung zeitweise in den Hintergrund, während das Erzähltempo spürbar langsamer wurde. Gleichzeitig verlief die Produktion hinter den Kulissen turbulent, unter anderem durch personelle Veränderungen im Kreativteam, die vielfach mit der veränderten Ausrichtung der Serie in Verbindung gebracht wurden. In Deutschland ist die Serie derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten. Sie kann jedoch über Prime Video und Apple TV gekauft werden.

Platz 7: „Bloodline“

  • Staffel 1: 81
  • Staffel 2: 53
  • Rückgang: 34,6 Prozent

Die Drama/Mystery-Serie „Bloodline“ legte mit der ersten Staffel einen starken Start hin. Im Mittelpunkt der ersten Staffel steht die scheinbar perfekte Rayburn-Familie, deren dunkle Geheimnisse nach der Rückkehr des schwarzen Schafs Danny nach und nach ans Licht kommen.

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In Staffel 2 müssen die Rayburns mit den Folgen der Ereignisse aus dem Finale leben. Statt eines neuen großen Geheimnisses dreht sich die Handlung vor allem um Vertuschungen, Schuldgefühle und die zunehmenden Spannungen innerhalb der Familie. Dadurch fehlte vielen Folgen die zentrale Spannung, die die erste Staffel über weite Strecken getragen hatte. Die Serie ist im Netflix-Abo enthalten.

Platz 6: „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“

  • Staffel 1: 91
  • Staffel 2: 57
  • Rückgang: 37,4 Prozent

Die Science-Fiction-Serie „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ brachte das „Star Trek“-Universum Ende der 1980er-Jahre mit einer neuen Crew zurück auf die Bildschirme. Im Mittelpunkt der ersten Staffel steht die Besatzung der USS Enterprise-D unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard, die auf ihren Missionen neue Welten, Spezies und Phänomene erforscht. Die Serie knüpfte an viele bekannte Elemente des Franchise an und legte den Grundstein für zahlreiche Figuren und Handlungsstränge, die später weiterentwickelt wurden.

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In der zweiten Staffel setzt die Enterprise ihre Forschungsmissionen fort und begegnet erneut unbekannten Zivilisationen sowie komplexen moralischen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Gleichzeitig experimentierte die Serie weiterhin mit Tonfall, Figuren und Erzählstruktur. Die Staffel entstand während einer Phase, in der hinter den Kulissen mehrere Veränderungen stattfanden, was sich auch auf die Entwicklung einzelner Episoden auswirkte. „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ kann aktuell im Rahmen eines Probe-Abos bei Paramount+ gestreamt werden.

Platz 5: „Heroes“

  • Staffel 1: 82
  • Staffel 2: 50
  • Rückgang: 39 Prozent

Die Superheldenserie „Heroes“ wurde nach ihrem Start schnell zu einem der größten TV-Hits der 2000er-Jahre. In der ersten Staffel entdecken Menschen auf der ganzen Welt plötzlich übernatürliche Fähigkeiten und geraten in eine gemeinsame Geschichte, die auf eine globale Katastrophe zusteuert. Die Mischung aus miteinander verknüpften Handlungssträngen, neuen Figuren und dem übergeordneten Geheimnis um die drohende Zerstörung von New York kam bei Kritikern und Zuschauern gleichermaßen gut an.

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In Staffel 2 wird das Serienuniversum um neue Figuren, Bedrohungen und Verschwörungen erweitert. Im Mittelpunkt stehen diesmal ein tödlicher Virus, Konflikte innerhalb der Gruppe sowie weitere Geheimnisse rund um die Herkunft der Fähigkeiten. Gleichzeitig fiel die Staffel deutlich kürzer aus als geplant, nachdem der Autorenstreik in Hollywood die Produktion beeinträchtigte. Dadurch wurden mehrere Handlungsstränge verkürzt oder nicht wie ursprünglich vorgesehen weitergeführt. „Heroes“ ist im Netflix-Abo enthalten.

Platz 4: „Reaper“

  • Staffel 1: 100
  • Staffel 2: 60
  • Rückgang: 40 Prozent

Die Fantasy-Comedy-Serie „Reaper“ dreht sich um den jungen Sam Oliver, der an seinem 21. Geburtstag erfährt, dass seine Eltern seine Seele vor seiner Geburt an den Teufel verkauft haben. Von diesem Moment an muss er für den Teufel entkommene Seelen einfangen und zurück in die Hölle schicken. Die erste Staffel kombiniert übernatürliche Elemente mit Humor und begleitet Sam dabei, wie er versucht, sein normales Leben mit seiner ungewöhnlichen Aufgabe in Einklang zu bringen.

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In Staffel 2 steht Sams Beziehung zum Teufel mehr denn je im Mittelpunkt. Während er weiterhin entflohene Seelen jagen muss, erfährt er mehr über den Vertrag seiner Eltern und die Umstände, die ihn überhaupt in diese Lage gebracht haben. Gleichzeitig verschärfen sich die Konflikte um seine Zukunft, da mehrere Figuren versuchen, Einfluss auf sein Schicksal zu nehmen. Die zweite Staffel setzt damit stärker auf die übergreifende Handlung und rückt die Hintergründe von Sams Auftrag deutlicher in den Fokus. In Deutschland ist die Serie derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten. Sie kann jedoch über Prime Video und Apple TV gekauft werden.

Platz 3: „Wayward Pines“

  • Staffel 1: 78
  • Staffel 2: 43
  • Rückgang: 44,9 Prozent

Die Mystery-Serie „Wayward Pines“ beginnt mit einem Geheimnis: Secret-Service-Agent Ethan Burke wacht nach einem Unfall in der scheinbar idyllischen Kleinstadt Wayward Pines auf. Schnell stellt er fest, dass er die Stadt nicht verlassen kann und hinter der perfekten Fassade etwas nicht stimmt. Die erste Staffel lebt vor allem von ihren Rätseln und Enthüllungen, während Ethan versucht herauszufinden, was es mit Wayward Pines tatsächlich auf sich hat.

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In Staffel 2 verlagert sich der Fokus auf neue Figuren und die Zukunft der Gemeinschaft innerhalb von Wayward Pines. Nachdem die zentralen Geheimnisse der ersten Staffel weitgehend aufgelöst wurden, stehen nun Machtkämpfe, Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen und das Überleben der Bewohner im Vordergrund. Damit entwickelt sich die Serie stärker von einer Mystery-Geschichte zu einem Drama über eine isolierte Gesellschaft und deren innere Spannungen. Die Serie verlor durch den Wegfall vieler Rätsel und Überraschungen einen wesentlichen Teil der Spannung. Die erste Staffel von „Wayward Pines“ ist kostenlos auf Prime Video verfügbar, die zweite Staffel ist jedoch ein Kauftitel.

Platz 2: „True Detective“

  • Staffel 1: 91
  • Staffel 2: 47
  • Rückgang: 48,4 Prozent

Die Anthologie-Serie „True Detective“ startete 2014 mit einer viel gelobten ersten Staffel, in der die Detectives Rust Cohle und Marty Hart einen rätselhaften Mordfall in Louisiana untersuchen. Die Serie verband klassische Krimielemente mit psychologischen Themen und einer düsteren Atmosphäre. Vor allem die Leistungen von Matthew McConaughey und Woody Harrelson sowie die komplexe Erzählweise wurden vielfach hervorgehoben.

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In Staffel 2 wird plötzlich eine komplett neue Geschichte mit neuen Figuren erzählt. Diesmal stehen mehrere Ermittler und ein Krimineller im Mittelpunkt, die nach dem Mord an einem Politiker in ein Netz aus Korruption, Machtkämpfen und Verbrechen geraten. Statt ländlicher Schauplätze und eines über Jahre laufenden Falls verlagert die Serie den Fokus auf die kriminellen Strukturen in Kalifornien und die Verbindungen zwischen Politik, Wirtschaft und organisierter Kriminalität. Die mittlerweile fünfte Staffel läuft 2027 auf Prime Video. „True Detective“ ist komplett auf HBO Max verfügbar.

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Platz 1: „Tote Mädchen lügen nicht“

  • Staffel 1: 77
  • Staffel 2: 29
  • Rückgang: 62,3 Prozent

Die Dramaserie „Tote Mädchen lügen nicht“ (13 Reasons Why) basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Jay Asher. Im Mittelpunkt steht der Schüler Clay Jensen, der nach dem Suizid seiner Mitschülerin Hannah Baker mehrere Kassetten erhält. Darauf erklärt Hannah, welche Ereignisse und Personen aus ihrem Umfeld zu ihrer Entscheidung beigetragen haben. Die Serie löste weltweit Diskussionen über Mobbing, psychische Gesundheit und den Umgang mit sensiblen Themen aus.

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In Staffel 2 werden die Folgen von Hannahs Tod und die Auswirkungen auf ihre Mitschüler weiter beleuchtet. Im Zentrum stehen ein Gerichtsverfahren gegen die Schule, neue Enthüllungen über die Ereignisse vor Hannahs Tod sowie die Frage, wie die Betroffenen mit den Geschehnissen umgehen. Die zentrale Geschichte wurde allerdings in der ersten Staffel bereits weitgehend abgeschlossen, weshalb die Fortsetzung nicht mehr die gleiche erzählerische Wucht entfalten konnte. Alle vier Staffeln von „Tote Mädchen lügen nicht“ können auf Netflix geschaut werden.

Eine schlechte Fortsetzung ist kein Todesstoß

Der Vergleich zeigt, wie schwer es vielen Serien fällt, an einen erfolgreichen Auftakt anzuknüpfen. Besonders deutlich werden die Einbrüche, wenn die zentrale Geschichte bereits erzählt ist, wichtige Figuren fehlen oder sich Ton und Ausrichtung der Serie spürbar verändern.

Gleichzeitig zeigt die Liste, dass eine schwach bewertete zweite Staffel nicht zwangsläufig das Ende einer Serie bedeuten muss. Einige Titel konnten sich in den darauffolgenden Jahren sogar wieder deutlich steigern. So erreichte „True Detective“ mit Staffel 3 einen Tomatometer-Wert von 84 Prozent, während „Star Trek: The Next Generation“ für seine dritte Staffel sogar auf 100 Prozent kam.

Wichtig ist, dass die Tomatometer-Wertungen ausschließlich die Einschätzungen von Kritikern widerspiegeln. Die Bewertungen von Zuschauern fallen teilweise deutlich anders aus, weshalb sich Fans von einer schlecht bewerteten zweiten Staffel nicht zwangsläufig abschrecken lassen sollten.

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