12. Januar 2026, 17:21 Uhr | Lesezeit: 10 Minuten
Filme und Serien leben von den gezeigten Bildern. Doch so manche Szene brennt sich in die Köpfe der Zuschauer, weil die einsetzende Musik im Hintergrund die durch die Bilder vermittelten Emotionen um ein Vielfaches verstärkt. TECHBOOK hat in der Film- und Serienhistorie einmal geschaut, welche Songs besonders in Erinnerung geblieben sind. Dabei stellen wir sowohl eigens für Filme geschriebene Lieder vor als auch solche, die bereits vorher existierten, dann aber durch einen Film noch bekannter wurden.
„Always Look on the Bright Side of Life“ – „Das Leben des Brian“ (1979)
Es ist vermutlich die verrückteste und absurdeste Verfilmung der Jesus-Geschichte in der Film-Historie. Niemand anderes als die legendäre britische Komiker-Truppe Monty Python wäre zu so einem anarchistischen Klamauk wie „Das Leben des Brian“ in der Lage gewesen. Der Song „Always Look on the Bright Side of Life“ taucht am Ende des Films auf. Gesungen wird er von den Beteiligten einer Massen-Kreuzigung. Das Lied wird Anfang der 1990er sogar noch zu einem Single-Hit und erreicht Platz 3 in den britischen Charts. Ein Radio-DJ der BBC spielte den Song regelmäßig in seiner Sendung. Dadurch kam es zu einer Neuveröffentlichung durch die Plattenfirma.
„Eye of the Tiger“ – „Rocky III“ (1982)
Die Boxer-Geschichte „Rocky“ machte den bis dahin erfolglosen Schauspieler Sylvester Stallone über Nacht zum Weltstar. Echte Boxer lachen vermutlich müde über die filmische Darstellung eines Boxkampfes. An seiner Deckung sollte Rocky auf jeden Fall noch einmal arbeiten. Nun gut, die Zuschauer liebten es, wenn sich das Gesicht der Boxer nach und nach in eine blutige Masse verwandelte. Im Zuge des Filmerfolgs feierte auch die Band Survivor einen weltweiten Hit. „Eye of the Tiger“ ist der wichtige Song, der mit seinem prägnanten Gitarren-Riff über die gesamte Länge des Films immer wieder auftaucht. Dieser eine Song hält die Band Survivor bis heute lebendig, die es dem Publikum dankt und „Eye of the Tiger“ als Höhepunkt eines jeden Konzerts live spielt.
„Ghostbusters“ – „Ghostbusters“ (1984)
„He slimed me!“ oder in der deutschen Synchronisation, „Er hat mich angeschleimt!“, ist der zentrale Satz in der Sci-Fi-Komödie „Ghostbusters“. Wie drei (später vier) unerschrockene Geisterjäger im Laufe der Geschichte auf einen überdimensionierten Marshmallow treffen, ist bis heute ein Riesenspaß für die gesamte Familie.
Für Ray Parker jr., dem Interpreten des Titelsongs „Ghostbusters“, ist der Film vor allem ein bis heute lukratives Geschäft. Weitere Erfolge sind zumindest einem größeren Publikum nicht bekannt. So bleibt er in der Musik-Historie als One-Hit-Wonder in Erinnerung, zu dem es ohne den Film nicht gekommen wäre.
„The Power of Love“ – „Zurück in die Zukunft“ (1985)
Zeitreisen dienen in Filmen immer wieder als zentrales Thema. Doch selten ist eine Zeitreise so turbulent verfilmt worden wie in Robert Zemeckis’ „Zurück in die Zukunft“. Das liegt vor allem an der herausragenden Darstellung des Marty McFly durch Schauspieler Michael J. Fox. Seine Energie durchzieht den Film von vorn bis hinten. Dazu passend lieferte Huey Lewis mit „The Power of Love“ einen dynamischen und sehr typischen 1980er-Jahre-Song, auf dem der Künstler später seine musikalische Karriere erfolgreich aufbauen kann. Michael J. Fox zog sich Ende der 1990er Jahre aus dem Filmbusiness zurück, nachdem bei ihm eine Parkinson-Erkrankung diagnostiziert worden war.
„I’ll Be There For You“ – „Friends“ (1994)
Die Rembrandts waren zu Beginn der 1990er-Jahre eine halbwegs erfolgreiche Pop-Rock-Band. Mit der Single „Just the way it is, Baby“ hatten Sie bereits einen frühen Hit. Weltweit bekannt werden sie allerdings mit dem Start der Serie „Friends“ im Jahr 1994. Ihre Single „I’ll Be There For You“ dient als Intro für die bei den Serienfans beliebten Geschichten und lustigen Verwicklungen der sechs Freunde Monica, Rachel, Phoebe, Ross, Joey und Chandler aus New York.
„My Heart Will Go On“ – „Titanic“ (1997)
Was wäre das für eine langweilige Geschichte gewesen, wenn James Cameron 1997 einfach nur einen Katastrophenfilm über den Untergang der Titanic gedreht hätte. Schließlich ist das Ende des einst größten Passagierschiffes wohlbekannt. Also hat er seine „Titanic“ in eine romantische und emotionale Rahmenhandlung gepackt und sein Publikum damit über drei Stunden vor der Kinoleinwand gefesselt und zu Tränen gerührt. Den passenden Song dazu schmettert Celine Dion mit „My Heart Will Go On“. Da bleibt kein Auge trocken.
„I don’t want to miss a thing“ – „Armageddon“ (1998)
Die Altrocker Aerosmith steuerten mit „I don’t want to miss a thing“ den zentralen Song zum Katastrophenfilm „Armageddon“ bei. Der Plot des Films ist schnell erzählt. Ein riesiger Asteroid steuert mit rasender Geschwindigkeit auf die Erde zu und bedroht die gesamte Menschheit. Da braucht es Helden, die sich in den Dienst der guten Sache stellen. Wie immer in solchen Filmen, wird es am Ende zumindest etwas emotional. Doch die Stimme von Rock-Röhre Steven Tyler, seines Zeichens Sänger von Aerosmith, lässt die Tränen im Auge der Zuschauer direkt zu Salz erstarren.
„Mad World“ – „Donnie Darko“ (2001)
„Mad World“ ist schon im Original von Tears for Fears kein lebensbejahender Song. Doch die Version von Gary Jules und Michael Andrews für den Film „Donnie Darko“ ist noch eine Spur trübseliger. Allerdings könnte kaum ein Song passender die im Film erzählte Geschichte über Donald J. Darko beschreiben als diese Version von „Mad World”. Denn der 16-jährige Schüler befindet sich in psychiatrischer Behandlung und wird von bizarren, furchterregenden, teilweise halluzinösen Erscheinungen geplagt. Diese dunkle Interpretation von „Mad World“ liefert zu den düsteren Bildern die Musik.
„Teardrop“ – „Dr. House“ (2004)
„Teardrop“ von Massive Attack diente als Intro für die Serie „Dr. House“ über den verschrobenen Arzt Gregory House, überzeugend dargestellt durch Schauspieler Hugh Laurie. Jetzt werden die Serienfans aufschreien: „Moment, im Intro läuft doch eine ganz andere Musik.“ Stimmt, zumindest in der deutschen Fassung. Das für Deutschland verwendete Intro klingt zwar ähnlich, stammt aber in der ersten Staffel von Scott Donaldson und Richard Nolan. Ab der 2. Staffel hören die deutschen Fans von „Dr. House“ eine Intro-Musik von Jon Ehrlich und Leigh Roberts. Warum? Weil die Serienproduzenten nicht die Rechte an dem Song „Teardrop“ für Europa bekommen haben. Dabei verströmt das Lied von Massive Attack deutlich mehr Atmosphäre, war aber nur im Original in der US-Version als Eröffnungsmusik zu genießen.
„Chasing Cars“ – „Grey’s Anatomy” (2006)
Die Band Snow Patrol kannten Mitte der 2000er-Jahre zunächst nur echte Musikenthusiasten. Die emotionale Schlussszene in der finalen Folge der zweiten Staffel von „Grey’s Anatomy“ machte die britische Band auf einen Schlag auch in den USA bekannt. Denn dort setzen am Ende der Episode die Gitarre und der zerbrechliche Gesang von Gary Lightbody ein. In der Arzt-Serie drehen sich alle Geschichten um Leben und Tod. Dazu passend handelt „Chasing Cars“ von der bedingungslosen Liebe zweier Menschen, die über den Tod hinausreichen möge.
„Don’t Stop Believin‘“ – „Glee“ (2009)
Die Band Journey feierte ihre großen Erfolge Ende der 1970er und zu Beginn der 1980er-Jahre. In der Pilotfolge zur Musical-Comedy-Serie „Glee“ bildet der Song „Don’t Stop Believin‘“ ein zentrales Element. Die sechs Staffeln sind vollgepackt mit bekannten Songs. Doch „Don’t Stop Believin‘“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten. Deswegen taucht der Song auch noch einmal ganz am Ende im Staffelfinale auf und schließt den Serienkreis.
„Red Right Hand“ – „Peaky Blinders“ (2013)
Nick Cave und seine Bad Seeds stehen für düstere Lieder und Poesie rund um Religion, Gewalt und Tod. In der britischen Serie „Peaky Blinders“ dreht sich alles um Gewalt, Bandenkriminalität und den Kampf um die Vorherrschaft in den düsteren Slums von Birmingham. Der Song „Red Right Hand“ von Nick Cave and The Bad Seeds schafft also den passenden Rahmen als Intro-Musik für „Peaky Blinders“. Definitiv ein „perfect match“.
„Bella Ciao“ – „Haus des Geldes“ (2017)
Das Lied „Bella Ciao“ hat seine Ursprünge im Zweiten Weltkrieg. Damals diente es den italienischen Partisanen als eine Art Hymne. In der spanischen Serie „Haus des Geldes“ gibt „Bella Ciao“ den passenden Ton für den genialen Professor, der den perfekten Geldraub plant und auch in die Tat umsetzt. In entscheidenden Szenen der fünf Staffeln taucht der Song als Untermalung immer wieder auf und machte damit ein ursprünglich traditionelles italienisches Volkslied zu einem Hit in einer verrückten spanischen Räubergeschichte.
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„The Night We Met“ – „Tote Mädchen lügen nicht“ (2017)
In der Serie „13 Reasons why“ oder auf Deutsch „Tote Mädchen lügen nicht“ ist der Song „The Night We Met“ von Lord Huron nur einer von ganz vielen Liedern. Doch spielt er im Verlauf der Geschichte um den Selbstmord einer Schülerin eine bedeutende Rolle. Durch die Verwendung in der Serie steigt das Interesse unter den Zuschauern an dem Lied enorm. Deswegen entscheiden sich Lord Huron den Song im Jahr 2017, zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung, neu herauszubringen. So entwickelt sich „The Night We Met“ auf den üblichen Streaming-Kanälen nachträglich zu einem kleinen Hit.
„Running Up That Hill“ – „Stranger Things“ (2022)
Kate Bush gilt bis heute mit ihren poetisch-verträumten Liedern als musikalische Ikone, auch wenn sie sich in den vergangenen Jahren mehr aus dem Musikbusiness zurückgezogen hat. Nun erfährt die britische Künstlerin durch die beliebte Serie „Stranger Things“ eine späte Huldigung. Die mysteriösen Dinge in der fiktiven Stadt Hawkins spielen alle in den 1980er-Jahren. Die gesamte Serie ist eine Verneigung vor der Popkultur dieses Jahrzehnts.
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So darf mit „Running Up That Hill“ einer der ungewöhnlichsten Hits der Dekade selbstverständlich im „Stranger Things“-Kosmos nicht fehlen. Das Lied ist von entscheidender Bedeutung in der gesamten vierten Staffel. Allein der Song ist ein einziges Mysterium. Er handelt von der Unmöglichkeit zweier Liebender, sich wirklich verstehen zu können. Der im Refrain immer wieder besungene „Deal mit Gott“ wäre, für eine kurze Zeit die Körper zu tauschen, um in die Seele des Gegenübers einzutauchen. Durch die wuchtigen Drums, gepaart mit der einzigartigen Stimme von Kate Bush, hat der Song auch die jüngeren Fans von „Stranger Things“ emotional gepackt.