DAB+-Radios warnen künftig automatisch bei Gefahren
Mit einem Testcode lässt sich bereits vor dem Start prüfen, ob ein DAB+-Radio ASA unterstützt Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
22. August 2026, 8:36 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Bei Hochwasser, schweren Unwettern oder anderen Gefahrenlagen müssen Warnungen möglichst schnell bei den Menschen ankommen. Neben Warn-Apps und Benachrichtigungen auf dem Smartphone soll künftig auch das Digitalradio dabei helfen. Mit Automatic Safety Alert, kurz ASA, erhalten geeignete DAB+-Empfänger Warnmeldungen direkt über das Rundfunknetz. Der Regelbetrieb soll im ersten bundesweiten DAB+-Netz zum bundesweiten Warntag am 10. September 2026 starten.
ASA funktioniert ohne Mobilfunk und Internet
Das neue Warnsystem wird laut Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) an das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, angebunden. Über MoWaS versenden Behörden offizielle Warnungen.
Ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Warnwegen: Die Mitteilungen werden über DAB+ übertragen und benötigen weder Mobilfunk noch Internet. Kommt eine Warnung an, können dafür geeignete Radios sogar selbstständig aus dem Stand-by-Modus starten. Außerdem sorgt ein Standortcode dafür, dass nur Geräte in betroffenen Gebieten reagieren.
Für ASA ist ein spezielles Radio nötig
Nicht jedes DAB+-Radio kann die neue Funktion nutzen. Voraussetzung ist ein zertifiziertes Gerät mit ASA-Unterstützung. Erkennbar sind passende Modelle am ASA-Logo auf dem Gerät oder auf der Verpackung.
Ein gewöhnliches DAB+-Radio genügt nicht. Nach Angaben des Digitalradio Büros Deutschland lassen sich ältere Geräte außerdem nicht nachträglich mit der Funktion ausrüsten.
So lässt sich die ASA-Funktion bereits testen
Ob ein Radio ASA unterstützt, können Nutzer bereits vor dem offiziellen Start ausprobieren. Dafür muss zunächst die Funktion „ASA-Alarme“ aktiviert werden. Beim Punkt „Standortcode“ wird anschließend der Testcode 1253-3513-3668 eingetragen.
Danach wählen Nutzer unter „Überwachen“ den Kanal „DR Deutschland (5C)“ aus, schalten dort ein Programm wie „Dlf Kultur“ ein und versetzen das Gerät in den Stand-by-Modus.
Im Stand-by wartet das Radio auf ein Testsignal. Dieses wird alle fünf Minuten für jeweils 30 Sekunden ausgestrahlt. Verläuft der Test erfolgreich, schaltet sich das Gerät automatisch ein und wechselt auf das Programm „Dokumente und Debatten DokDeb“.
Anschließend spielt das Radio das Programm für 30 Sekunden laut ab und wechselt danach wieder in den Stand-by-Modus. Eine Warndurchsage wird dabei nicht gesendet. Geprüft werden ausschließlich das automatische Einschalten und das Wechseln des Programms.
Nach dem Test sollten Nutzer den hinterlegten Standortcode wieder ändern. Den passenden Code für den eigenen Wohnort können sie auf asa.radio anhand ihrer Adresse ermitteln und danach im ASA-Menü speichern.
Erst mit dem richtigen Standortcode kann das Radio später Warnungen ausgeben, die zum tatsächlichen Aufenthaltsort passen.
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