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Warntag

Hier klingeln heute alle Handys gleichzeitig

Der Warntag 2024 steht unmittelbar bevor
Der Warntag 2025 steht unmittelbar bevor Foto: Getty Images
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Marlene Polywka Techbook
, Marlene Polywka

12. März 2026, 9:24 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Auch in diesem Jahr steht wieder ein Warntag an. Dabei handelt sich um ein gemeinsames Bund-Länder-Projekt, um ein effizientes Alarmsystem zu integrieren.

Am 10. September 2020 fand der erste bundesweite Warntag in Deutschland statt. Der Grund: Länderübergreifend sollen seitdem regelmäßig sämtliche sogenannte Warnmittel für den Ernstfall getestet werden. Angesichts von Katastrophen wie etwa dem Hochwasser im Jahr 2021 oder dem großen Sturm durch Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007 scheint das durchaus sinnvoll. An der Umsetzung haperte es zunächst allerdings etwas. Nach einigermaßen reibungslosen Abläufen in den vergangenen Jahren heißt es nun: auf ein Neues mit dem Warntag 2026.

Erster Warntag 2026 schon im März

In diesem Jahr findet der Warntag nicht nur bundesweit im September statt, sondern in einigen Bundesländern bereits am 12. März. In Rheinland-Pfalz und Hessen klingeln die Handys bereits um 10 Uhr, in Bayern und Nordrhein-Westfalen um 11 Uhr.

Mit dem Vorgehen testen die Bundesländer das Warnsystem in Deutschland. Sinn und Zweck ist es, auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen organisierte Warnmeldungen an die Bevölkerung herauszugeben, um diese auf den Ernstfall vorzubereiten. Es werden also zeitgleich die Sirenen heulen und es wird per SMS und Katastrophen-App ein entsprechender Hinweis herausgehen. Dafür wird das sogenannte Cell-Broadcast-System verwendet. Auch Rundfunkanstalten unterbrechen ihr Programm und geben eine entsprechende Nachricht heraus.

„Neue Systeme müssen wir testen, um sie später präzise einsetzen zu können“, sagte etwa die ehemalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Der Test findet eigentlich immer im September statt. 2022 musste der Warntag allerdings aufgrund technischer Probleme in den Dezember verschoben werden. Neben dem Testen der Systeme selbst soll der Vorgang auch dazu dienen, dass sich alle in Deutschland lebenden Personen daran gewöhnen können und auf den Ernstfall vorbereitet sind.

Wie läuft ein Warntag ab?

Zu den angegebenen Zeiten werden in den vier Bundesländern von allen beteiligten Einsatzkräften und Behörden sämtliche zur Verfügung stehenden Warnmittel aktiviert. Das sind unter anderem Radio- und Fernsehsender, Anzeigetafeln, Sirenen sowie entsprechende Warn-Apps. Die offizielle Warn-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) etwa heißt NINA. Um 10:45 Uhr bzw. 11:45 Uhr erfolgt planmäßig noch eine offizielle Entwarnung.

Seit 2021 gibt es zudem das bereits erwähnte sogenannte Cell Broadcast. Mithilfe dieses Systems soll zusätzlich an alle Bürger eine Handy-Nachricht verschickt werden, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe eines Funkmastes befinden. Anders als etwa bei NINA sind so nicht nur Smartphone-Nutzer erreichbar, sondern alle Personen mit einem Mobiltelefon. Während die Warnung in diesem Fall schon funktioniert, ist über Cell Broadcast derzeit noch keine Entwarnung möglich.

Neben Sirenen und Warn-Apps spielt auch der digitale Radiostandard DAB+ eine zentrale Rolle beim Warntag. Seit 2023 werden über DAB+ Test- und Gefahrenmeldungen ausgespielt, vorausgesetzt, die entsprechende Funktion ist am Gerät aktiviert, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mitteilt.

Neu hinzugekommen ist 2025 ein interner Test des Automatic Safety Alert (ASA), eines Warnsystems, das künftig automatisch Warnmeldungen auf geeignete Endgeräte senden soll. Da ASA-fähige Radios bislang erst vereinzelt auf dem deutschen Markt erhältlich sind, werde der Test von der breiten Bevölkerung wohl kaum bemerkt, so das BBK zum MDR. Perspektivisch soll die Technologie jedoch in das bestehende Warnsystem integriert und bei künftigen Warntagen auch über DAB+ umfassend erprobt werden.

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Warnung kommt auf älteren Smartphones oft nicht an

Nicht jedes Handy ist allerdings in der Lage, Warnmeldungen per Cell Broadcast zu empfangen. Besonders ältere iPhones – etwa Modelle bis einschließlich iPhone 6/6 Plus – sowie viele Android-Geräte mit Versionen unter Android 11 sind betroffen. Auch Smartphones, deren Hersteller keine Updates mehr bereitstellen, bleiben beim Empfang außen vor. Damit gilt: Wer ein älteres oder nicht aktualisiertes Gerät nutzt, erhält im Ernstfall keine automatische Warnung. Um dennoch informiert zu bleiben, empfehlen Behörden den zusätzlichen Einsatz von Warn-Apps wie NINA oder KATWARN.

Auch interessant: Welche Apps warnen vor Hochwasser, Starkregen und Co.?

Erster Warntag 2020 war ein Fehlschlag

Der erste Warntag fand 2020 statt und war im Nachhinein ein Fehlschlag. Unter anderem kamen die Meldungen der Warn-Apps erst mit einer halben Stunde Verspätung. In Bundesländern wie Berlin fiel auch der geplante Sirenen-Alarm aus, weil das Gebiet für Zivilschutzsirenen zu dicht besiedelt ist.

2021 musste das Bundesinnenministerium den Warntag sogar ganz absagen. Als Grund nannte der damals für das Projekt verantwortliche Horst Seehofer (CSU), dass das BBK noch an einer „umfassenden Testlandschaft“ arbeite. Dabei ging es unter anderem um den Aufbau neuer sowie die Instandsetzung alter Sirenen.

Dass der Warntag 2022 erst am 8. Dezember stattfand und nicht, wie eigentlich angesetzt, Anfang September, lag ebenfalls an der System-Planung. Die Verschiebung sollte dem Cell-Broadcast-System noch mehr Zeit geben. 2023 und 2024 lief dann alles reibungslos. 2026 findet der Warntag partiell nun auch im Frühjahr statt, zusätzlich zur bundesweiten Warnung im September.

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