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Auch Premium-Kunden

Bei Disney+ bekommen künftig alle Werbung

Fernseher mit Disney+-Logo auf blauem Hintergrund, davor eine Hand mit Fernbedienung vor dem Bildschirm.
Die neuen Nutzungsbedingungen erlauben Werbung in sämtlichen Disney+-Abovarianten Foto: Getty Images
Przemyslaw Szymanski

16. September 2026, 15:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer sich bei einem Streamingdienst bewusst für einen Tarif ohne Werbung entscheidet, erwartet Filme und Serien ohne Unterbrechungen. Genau das war bisher auch bei den Disney+-Paketen Standard und Premium vorgesehen. Künftig gilt das jedoch nicht mehr uneingeschränkt.

Disney informiert seine Abonnenten derzeit per E-Mail über neue Nutzungsbedingungen. Dadurch erhält das Unternehmen die Möglichkeit, auch in den bislang als werbefrei beworbenen Abos Werbung und Sponsoring einzublenden. Damit verschwinden praktisch die letzten vollständig werbefreien Tarifoptionen des Dienstes.

Disney erweitert Werbung auf weitere Tarife

Auslöser ist eine Anpassung der Nutzungsbedingungen. In einem Schreiben an Kunden kündigt Disney an, Werbung und Sponsoring künftig in allen verfügbaren Abo-Varianten einsetzen zu dürfen. Darüber berichtete unter anderem „Golem“.

Bislang war Reklame vor allem mit dem Tarif „Standard mit Werbung“ verbunden. Nach der Änderung können jedoch auch Nutzer der Pakete „Standard“ und „Premium“ entsprechende Einblendungen sehen. Disney spricht dabei von Werbung „in begrenztem Umfang“. Ein vollständig werbefreies Abo bietet der Streamingdienst damit faktisch nicht mehr an.

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Diese Werbung ist künftig möglich

Welche Werbeinhalte erscheinen dürfen, hängt weiterhin vom gebuchten Tarif ab. Nutzer von „Standard mit Werbung“ sehen Anzeigen bei vielen Filmen und Serien. Bei den teureren Paketen soll der Umfang geringer ausfallen.

Laut Disney können dort beispielsweise Werbespots vor oder nach einer Wiedergabe erscheinen. Auch eigene Trailer oder Hinweise auf Produkte und Dienste des Unternehmens sind möglich. Zusätzlich behält sich Disney Markenhinweise und Sponsoring-Einblendungen vor. Die neuen Regelungen gelten nicht nur für klassische Serien und Filme. Werbung kann laut Disney auch bei Live-Inhalten, Sonderereignissen und deren Wiederholungen eingeblendet werden.

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Unklar bleibt dabei, was der Anbieter genau als Sonderereignis definiert. Fest steht jedoch, dass sich diese Werbeeinblendungen nicht vorspulen lassen. Das betrifft auch Kunden des Premium-Abos. Noch offen ist außerdem, wie lang einzelne Werbeblöcke sein werden und wie häufig sie auftauchen. Eine Ausnahme nennt Disney aber: Kinderprofile im Juniormodus bleiben weiterhin frei von Werbung.

Neue Bedingungen müssen bestätigt werden

In den kommenden Tagen sollen Nutzer beim Einloggen aufgefordert werden, den aktualisierten Nutzungsvertrag zu akzeptieren. In der E-Mail verweist Disney auf die Version der Nutzungsbedingungen vom 18. Juni 2026.

Welche Folgen eine Ablehnung hat, erklärt das Unternehmen nicht. Gleichzeitig bleibt offen, ob ein bezahltes Abonnement ohne Zustimmung zu den neuen Bedingungen weiterhin genutzt werden kann.

Besonders auffällig ist ein weiterer Punkt in der Tarifübersicht von Disney+. Dort werden die Pakete Standard und Premium weiterhin mit dem Hinweis „werbefreie Filme und Serien“ beworben. Dass bestimmte Werbeformen trotzdem zulässig sind, erfahren Interessenten erst in einer Fußnote. Während die Tarifübersicht also weiterhin Werbefreiheit hervorhebt, verweisen die neuen Nutzungsbedingungen auf Ausnahmen, die künftig auch Standard- und Premium-Kunden betreffen können.

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