Sprachassistenten

Diese Lautsprecher kommen mit Amazon Alexa und Google Assistant

Der Allure von Harman Kardon soll mit einem Downfire-Subwoofer für druckvollen Klang sorgen.
Foto: Harman Kardon

Als Amazon vor gut zwei Jahren mit dem Echo den ersten intelligenten Lautsprecher auf den Markt brachte, war das Staunen groß – aber auch die Datenschutzbedenken. Trotzdem wurde ein Smart-Home-Trend ausgelöst, dem auch Google und Apple folgten. Nun kommen viele weitere Hersteller mit eigenen Lautsprechern dazu.

Amazons Lautsprecher Echo (129,99 Euro) nutzt die digitale Assistentin Alexa, um den Alltag zu erleichtern. Mit dem Codewort „Alexa“ oder „Echo“ wird die Assistentin aktiviert und beantwortet Fragen nach dem Wetter, Spielergebnissen und zu anderen Themengebieten aus dem Internet. Es werden auch Befehle wie „Alexa, setze Brot auf die Einkaufsliste oder „Alexa, spiele mein Lieblingslied ab“ ausgeführt.

Mit zusätzlichen sogenannten Skills anderer Anbieter lässt sich der Funktionsumfang von Alexa stetig erweitern. In Deutschland werden über 500 Skills angeboten, die Alexa mit anderen Online-Diensten wie beispielsweise der Deutschen Bahn oder Geräten zu Hause wie Lampen, Thermostaten und Jalousien vernetzen. Sogar Pizza lässt sich mit einem einfachen Sprachbefehl bestellen, etwa dank Kooperationen mit Unternehmen wie Lieferando.

bluetooth-speaker

Neben Alexa gibt es inzwischen aber noch zahlreiche andere digitale Assistenten auf dem Markt. Am populärsten sind Apples Siri, das seit Jahren auf iPhones verbreitet ist, und der Google Assistant auf Smartphones mit dem Android-Betriebssystem. Es blieb also nur eine Frage der Zeit, bis Google und Apple mit eigenen Lautsprecher-Lösungen Amazon folgen sollten.

Hübsche Säulen: Der Lenovo Smart Assistant sieht sehr stilvoll aus.
Foto: Lenovo

Alexa bekommt Konkurrenz von Google und Apple

Der Google-Home-Lautsprecher (149 Euro) ist erst seit wenigen Wochen auf dem deutschen Markt erhältlich. Apple bringt seinen deutlich teureren HomePod (350 Euro) Ende 2017 auf den US-Markt und wohl erst 2018 auf den deutschen Markt.

Doch die IFA in Berlin hat gezeigt: Es kommt künftig noch mehr Dynamik in den Markt mit smarten Speakern, denn Alexa und Google Assistent lassen sich auch von anderen Herstellern implementieren. Die ersten Ergebnisse lassen bereits erahnen, wie groß und vielfältig das Angebot in Zukunft sein wird. Es macht aber auch deutlich, dass es mal wieder einen Systemkampf geben wird – ähnlich wie bei den Smartphone-Betriebssystemen. Während jedoch Alexa und Google ihre Systeme geöffnet haben und so eine sehr große Vielfalt an Lautsprechern diverser Hersteller ermöglichen, wird Apples Siri wahrscheinlich nur dem HomePod vorbehalten sein.

Eine interessante Lösung für Tablets bietet Lenovo mit dem Home Assistant Pack an.
Foto: Lenovo

Erstaunlicherweise hebt Apple beim HomePod nicht die smarten Funktionen des Lautsprechers hervor, sondern den überdurchschnittlich guten Klang, der sich an die Raumbedingungen anpasst. Da jetzt auch Audio-Hersteller wie Sony, Onkyo und Harman Kardon in den Markt einsteigen, könnte dieser Klang-Vorteil bald keiner mehr sein.

Lenovo mit mehreren Lautsprechern

Lenovo bietet gleich mehrere Lösungen an: Der Smart Assistant (130 Euro) ist eine kleine schlanke Säule, die von der Form her Amazons Echo ähnelt, aber deutlich wertiger wirkt und in verschiedenen Farben erhältlich ist. Davon gibt es eine größere Infinity genannte Variante, die mehr kostet (180 Euro), dafür aber ein deutlich besseres Audio-System von Harman Kardon bieten soll. Der Home Assistant Pack (80 Euro) ist eine etwas kreativere Lösung und dient nicht nur als intelligenter Lautsprecher, sondern auch als Dockingstation für Lenovo-Tablets. Alle Lautsprecher nutzen Alexa.

 

Auch Medion steigt ein

Auch Aldi-Zulieferer Medion stellte auf der IFA seinen ersten Alexa-Lautsprecher vor. Das Besondere am P61110 (100 Euro) ist sein eingebauter Akku. Damit lässt sich der Speaker flexibel überall zu Hause aufstellen. Der Akku reicht für bis zu 5 Stunden Musikhören. Wer nur Alexa nutzt, kommt auf eine längere Betriebsdauer. Neben Bluetooth ist auch ein analoger Klinke-Anschluss für externe Geräte vorhanden.

Harman Kardon setzt auf Cortana

Dank eingebautem Akku ist Medions P61110 flexibel einsetzbar.
Foto: Medion

Harman Kardon zeigt, wie Komplex der Markt mit smarten Lautsprechern in Zukunft wird, denn der Hersteller hat Modelle mit mehreren verschiedenen Betriebssystemen vorgestellt. Der Allure (280 Euro) läuft mit Alexa, hat ein auffälliges Design mit eingebautem LED-Licht und soll besonders kraftvollen Klang dank eingebautem Downfire-Subwoofer liefern. Der Invoke arbeitet sogar mit Microsofts Cortana Software, die auf dem deutschen Markt noch nicht erhältlich ist. Deswegen wird er auch hierzulande zunächst nicht angeboten.

JBL, eine Untermarke von Harman Kardon, setzt wiederum auf den Google Assistant und stellt drei Geräte vor. Der Link 10 (170 Euro) und Link 20 (200 Euro) kommen in Säulenform, haben jeweils einen eingebauten Akku und bieten Spritzwasserschutz nach IPX7-Standard. Das kleinere Modell hat 8 Watt Leistung und hält bis zu 5 Stunden mit einer Akkuladung durch. Das Größere bietet 10 Watt Leistung und bis zu 10 Stunden Ausdauer. Das dritte Modell heißt Link 300 (300 Euro), ist deutlich voluminöser mit einem großen Durchmesser und liefert 50 Watt Musikleistung – dafür ohne integrierten Akku und Spritzwasserschutz.

Mit dem Link 10, 20 und 300 stellt JBL gleich eine ganze Smart-Speaker-Familie vor.
Foto: JBL

Panasonic zeigt Luxus-Lautsprecher

Auch Onkyo zeigt sich noch unentschlossen und bieten zwei smarte Lautsprecher mit unterschiedlichen Systemen an: Der G3 nutzt den Google Assistant, während der P3 mit Alexa läuft. Obwohl sie sich von der Bauform unterscheiden (der G3 ist viereckig, der P3 oval), soll die Lautsprecher-Technik bei beiden Geräten gleichwertig sein. Der P3 bietet jedoch mehr Anschlüsse und lässt sich auch in das „DTS Play-Fi“-Mult07iroom-System einfügen. Die Preise für die beiden Speaker sollen bei 230 bis 250 Euro liegen.

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Für besonders anspruchsvolle Musikhörer will Panasonic mit dem SC-GA 10 eine Alternative liefern. Die kantige Säule ist größer und eleganter als die Konkurrenzprodukte und soll mit hochwertigen Treibern für einen besonders guten Klang sorgen. Dafür wird der Google-Assistant-Speaker preislich vermutlich etwas über den anderen Produkten liegen.

Pansonics Google-Assistant-Speaker SC-GA 10 wirkt wie ein Designstück.
Foto: Panasonic

Und auch Sony bringt einen eigenen smarten Google-Speaker auf den Markt. Die Klangqualität soll beim LF-S50G besser ausfallen als beim Original von Google. Zudem will Sony eine besonders gute Vernetzung mit den eigenen Fernsehern bieten, die auf das Android-Betriebssystem von Google setzen. Neben Chromecast sind auch Bluetooth, NFC und sogar Gestensteuerung mit an Bord des spritzwassergeschützten Gehäuses.

Klein und dennoch klangstark soll Sonys LF-S50G sein.
Foto: Sony

Fazit

Der Markt der smarten Lautsprecher für zu Hause explodiert geradezu. Durch das Öffnen ihrer Sprachsoftware für andere Anbieter haben Amazon und Google das Angebot befeuert. In Zukunft wird wohl jeder namhafte Home-Entertainment-Hersteller eine eigene Lösung anbieten. Neben günstigen Produkten deutlich unter 100 Euro wird man aber auch schicke und hochwertige Lautsprecher sehen, wie Panasonic mit dem SC-GA10 auf der IFA in Berlin zeigte. Es zeichnet sich aber auch ein starker Wettkampf zwischen den Sprachassistenten Alexa und Google Assistant ab. Das treibt die Entwicklung an und nutzt am Ende dem Kunden. Spannend bleibt die Frage, ob Apple mit seinem HomePod ab 2018 erfolgreichen mitmischen wird, oder als einziges Siri-Produkt in der Masse untergeht.