Aussortiert und vergessen

Das sind 9 der größten Flops von Amazon

Amazon Gründer und CEO Jeff Bezos bei der Präsentation des Fire Phone im Juni 2014. (Photo by David Ryder/Getty Images)
Foto: dr/pr/lwc

Aktuell steht Amazon für die heimliche Auswertung von Privatgesprächen öffentlich am Pranger. Ein Fehltritt, der sicher hätte vermieden werden können. Die Vorgänge jedoch sind ein zwingend erforderlicher Teil der Weiterentwicklung von Alexa, der Sprachassistenz des Unternehmens. Ein notwendiges Übel, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Amazon ist dafür bekannt, neue Ideen zu testen, bevor entschieden wird, ob sie weiter verfolgt oder eingestampft werden. Viele Ideen gehen gar nicht erst in die Entwicklungsphase, manche werden zum Ladenhüter und wieder andere verpassen es, mit den steigenden Anforderungen im Laufe der Zeit mitzuhalten.

Dieser Ansatz der Entwickler führte zu weltweit erfolgreichen Produkten wie etwa dem Kindle oder Amazon Web Services.

Amazon-Mitarbeiter werten Privatgespräche mit Alexa aus

Und der Boom des Konzerns bricht nicht ab: Im letzten Geschäftsjahr übertraf Amazon erneut die Erwartungen der Experten und erzielte mit drei Milliarden Dollar den größten Nettogewinn der Unternehmensgeschichte. So belief sich der Umsatz des wertvollste Unternehmens der Welt auf 72,4 Milliarden Dollar. Wobei 10 Milliarden Dollar allein mit Werbung umgesetzt wurden.

Beeindruckende Zahlen welche belegen, dass der Online-Riese sehr viel richtig macht. Das aber auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigen etliche, gescheiterte Projekte, wie auch das Marktforschungsunternehmen Marketplace Pulse feststellt. TECHBOOK zeigt einige Beispiele, die nicht so gut gelaufen sind:

Amazon Fire Phone

Das erste Smartphone des Unternehmens, das Fire Phone, wurde bislang zwar nicht vom Markt genommen, aber bisweilen ist es wohl einer der größten Flops. Zwar schon 2014 vorgestellt, doch bis dato schaffte es das Amazon-Handy nicht, sich auf dem Smartphone-Markt nachhaltig zu etablieren. Nur 13 Monate dauerte die Vertriebszeit des Smartphones, für das sich einfach keine Abnehmer finden lassen. Die integrierte Foto-Software, die Gegenstände erkennt und direkt zum Kauf bei Amazon anbietet, kommt einfach zu früh, um wirklich als Feature ernst genommen zu werden. Außerdem war Amazons Kalkül, dass Nutzer mit dem Smartphone noch mehr beim Online-Riesen einkaufen sollen, zu offensichtlich. Amazon konzentriert sich hardwareseitig seitdem auf Fire TV, das Tablet Fire HD und Amazon Echo.

Amazon Fire Phone
Foto: Amazon

Amazon Destinations

Bereits 2015 stellte Amazon den Betrieb der Service-Seite Amazon Destinations ein. Ein Hotelbuchungsportal welches nur wenige Monate zuvor gestartet wurde.

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Amazon Echo


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Amazon Webstore

Im Juli 2016 wurde der Amazon Webstore geschlossen, eine E-Commerce-Plattform, die mit Shopify und Bigcommerce konkurrierte.

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Amazon Haute Couture

Im Jahr 2012 schloss Amazon Endless.com, eine High-End-Mode-Site. Ihr Inhalt war fortan unter amazon.com/fashion zu finden.

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Amazon WebPay

2014 schloss Amazon seinen Peer-to-Peer-Zahlungsdienst namens WebPay, der es den Nutzern ermöglichte, einander Geld zu senden und zu empfangen. Der Service war ähnlich gestrickt wie bei Paypal, schaffte es aber nicht mal ansatzweise, dessen Beliebtheitsgrad zu erreichen.

Amazon PayPhrase

2009 führte Amazon auch einen Dienst namens PayPhrase ein, der jedoch drei Jahre später Schiffbruch erlitt. PayPhrase gab den Benutzern die Möglichkeit, bei Bestellungen „schnell zur Kasse zu gehen“, indem sie einfach eine vorab gespeicherte „Phrase“ und eine zugehörige PIN-Nummer als Ersatz für eine ID/Passwort-Kombination eingeben. Auch diese Idee erwies sich bei den Nutzern als Schlag ins Wasser.

Amazon Askville

Für das eigene Q&A-Portal „Askville“ war im Jahr 2013 Schluss, knappe sieben Jahre nachdem es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das Etikett „Blindgänger mit kurzer Lebensdauer“ passt hier nicht, doch blieb das Produkt dennoch weit hinter den Erwartungen zurück, da es bei den Nutzern nur sehr wenig Anklang fand.

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Amazon Auction

Mit Amazon Auction war der Konzern sogar mal unter den Online-Auktionshäusern vertreten und arbeitete damals direkt mit Ebay zusammen. Zwar wurde auch dieser Service längst dicht gemacht, doch bis dahin legte er den Grundstein für den hauseigenen Online-Marktplatz für Drittanbieter namens Amazon Marketplace, auf dem heute ein Großteil des gesamten Geschäfts aufbaut. Mit Amazon Liquidation Auctions startete Amazon In den Vereinigten Staaten 2018 ein ähnliches Angebot, dort werden speziell Lagerüberbestände in den Verkauf gebracht.

Amazon Elements Soft & Cozy Diapers

Für wenige Monate hatte Amazon 2015 seine eigene Serie an Premium-Windeln im Programm. Amazon teilte zur noch immer aussortierten Produktreihe mit, dass derzeit am „Design gearbeitet werde“, was bedeutet, dass die Windeln durchaus noch mal ein Comeback feiern könnten.