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Xiaomi Mi Note 10 im Hands-On – 108 Megapixel und 5 Kameras

Xiaomi Mi Note 10 Vorderansicht
Xiaomi bringt das Mi Note 10 als neues Kamera-Smartphone nach Deutschland
Foto: TECHBOOK

Das Xiaomi Mi Note 10 hat in der Mittelklasse einiges zu bieten: ein gebogenes AMOLED-Display, eine Pentakamera mit satten 108 Megapixel und mehr. Doch welchen Eindruck macht das Gerät, wie fühlt es sich an – und wie ist es verarbeitet? TECHBOOK verrät, welchen ersten Eindruck das Smartphone im Test hinterlassen hat.

Xiaomi ist im Heimatland China bereits eine echte Smartphone-Größe. Seitdem die Produkte des Elektronik-Unternehmens aber zunehmend auch in Europa verkauft werden, ist der Hersteller hierzulande ebenfalls vielen ein Begriff. Denn Xiaomi überzeugt häufig durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die modern ausgestatteten Smartphones kosten oft weitaus weniger als ähnliche Modelle von anderen Marken wie Apple, Samsung oder Huawei.

In Madrid hat Xiaomi nun neue Geräte vorgestellt: Das Highlight war ohne Frage das Mi Note 10. Der Hersteller wurde während der Vorstellung nicht müde, auf Features wie die Pentakamera (fünf Kameras in einem Verbund), die hohe Auflösung sowie die neue Schnellladefunktion hinzuweisen. Doch auch abseits dieser – zugegeben beeindruckenden Merkmale – braucht sich das Xiaomi Mi Note 10 nicht verstecken, wie unser erster Test zeigt.

108-Megapixel-Kamera feiert im Xiaomi Mi Note 10 Premiere

Das Xiaomi Mi Note 10 überzeugt gleich mehrfach. Es verfügt nicht nur über ein leicht gebogenes Display und einen starken Akku, auch die Kamera ist bemerkenswert.

Eine Pentakamera kennen wir bereits von Nokia. Der Hersteller nutzt die Fünf-Kamera-Kombi im Nokia 9 PureView, setzt dabei allerdings auf 12-Megapixel-Sensoren.

Zum Weiterlesen: Nokia 9 PureView im ersten Test

Denn ein solch hochauflösender Sensor wurde bislang in keinem Smartphone verbaut.

Der Sensor wurde im Zusammenarbeit mit Samsung entwickelt und setzt auf das bereits bekannte „Pixel Bining“. Das heißt, Fotos werden nicht in den vollen 108 Megapixel gespeichert, sondern es werden jeweils vier nebeneinanderliegende Pixel zu einem zusammengeschlossen. Bei den bekannten 48-Megapixel-Sensoren bedeutet dies eine reelle Speichergröße von 12 Megapixel. Im Falle des neuen 108-Megapixel-Sensors bietet es somit eine Speichergröße von 27 Megapixel – auf Wunsch auch im RAW-Format, was ein weiteres Novum für Xiaomi ist.

Durch die vierfache Pixelzahl werden die Bilder deutlich schärfer, kontrastreicher und heller. Xiaomi hat auch einen speziellen Nachtmodus entwickelt, durch den die Kamera auch bei starker Dunkelheit viele Details einfangen soll. Wer möchte, kann auch Videos aufnehmen. Dabei sind Slow-Motion-Aufnahmen mit bis zu 960 fps (Bilder pro Sekunde) möglich.

Verarbeitung top, aber wackelig auf dem Tisch

Mit seinem Snapdragon 730G bewegt sich das Xiaomi Mi Note 10 in der gehobenen Mittelklasse.  Die Komponenten gehen nahtlos ineinander über, die Tasten haben einen guten Druckpunkt und Zugänge wie USB C und die Klinkenbuchse sind sauber in den Metallrahmen gefräst. Einzig auf der Rückseite gibt es Grund zur Kritik. Denn die Kamera ragt deutlich von der Oberfläche ab. Liegt das Xiaomi mit dem Rücken auf dem Tisch, wackelt es daher.

Beim Display hat sich Xiaomi für die AMOLED-Technologie entschieden. Dementsprechend knallig ist die Farbdarstellung. Gleichzeitig finden Nutzer aber auch die tiefen Schwarztöne und hohen Kontraste, für die OLED-Displays bekannt sind. Die gebogene Form zu den Seiten hin muss man aber mögen, denn hier kann es zum einen zu störenden Lichtreflexionen kommen, zum anderen bricht hier die Tastatur etwas um. Bei der Einrichtung des Smartphones bemerkten wir, dass die äußeren Tasten der Tastatur etwas in die Biegung reinragten. Das ist kein Drama, sollte aber erwähnt werden. Möglicherweise schafft eine alternative Tastatur hier Abhilfe.

6,47 Zoll misst das Display des Xiaomi Mi Note 10 in der Diagonale. Damit ist das Smartphone trotz des Fullview-Formats des Bildschirms nicht gerade kompakt. Wer kleine Hände hat, merkt das nach längerer Bedienung. Durch die abgerundeten Ränder liegt das Gerät dennoch bequem in der Hand. Nichts schneidet ein. Einhändig bedienen lässt es sich aber nicht.

Xiaomi Mi Note 10 in der Hand

Für Nutzer mit kleinen Händen ist das Xiaomi Mi Note 10 aufgrund seiner Größe weniger gut geeignet
Foto: TECHBOOK

Fingerabdrucksensor mit kleinen Eigenheiten

Zur Ersteinrichtung gehört auch die Einrichtung des Fingerabdrucksensors. Dieser befindet sich unter dem Display. Beim Entsperren mit dem Fingerabdruck kam es im ersten Test aber zu Verwirrung, da das Smartphone den Abdruck nicht erkannt hat. Mal ist das Auflegen der Fingerkuppe, mal die der unteren Fingerhälfte notwendig, damit der Sensor die Eingabe erkennt. Das nervt etwas. Denn immer wenn man denkt, man hat den Dreh heraus, verweigert das Smartphone die Entsperrung erneut.

Dafür hat der Hersteller mit MIUI 11 aber die aktuelle Version seiner Nutzeroberfläche aufgespielt. Die Oberfläche ist sauber und lässt sich intuitiv bedienen. Ein Wisch nach rechts auf dem Homescreen öffnet die wichtigsten Einstellungen und Übersichten zu wichtigen Systemtools. Wischen Nutzer hingegen von unten nach oben, öffnet sich die Google-Suche. Schade ist, dass bislang noch ein App Drawer fehlt, in dem alle installierten Apps übersichtlich gesammelt werden. Sie werden stattdessen direkt auf dem Homescreen abgelegt.

Display des Xiaomi Mi Note 10

Das knapp 6,5 Zoll große AMOLED-Display des Xiaomi Mi Note 10 kommt beinahe randlos daher
Foto: TECHBOOK

Flotte Performance trotz Mittelklasse-Prozessor

Obwohl Xiaomi im Mi Note 10 nur auf den bis zu 2,2 GHz getakteten Octa-Core-Prozessor Snapdragon 730G setzt, ist die Performance im ersten Test erstaunlich flott. Alle Eingaben setzt das Smartphone umgehend und ohne Verzögerung um. Auch das Scrollen durch Webseiten gelang flüssig. Abzuwarten bleibt, wie sich das Xiaomi Mi Note 10 beim Multitasking und anspruchsvolleren Anwendungen wie Gaming schlägt. Das muss ein genauerer Test zeigen. Die Voraussetzungen sind aufgrund der 6 GB RAM und 128 GB Speicher aber durchaus gegeben.

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Das leistet die 108-Megapixel-Kamera im Detail

Der Hauptsensor bietet die besagten 108 Megapixel und bringt zusätzlich eine lichtstarke f/1.69-Blende und einen optischen Bildstabilisator (OIS) mit. 108 Megapixel bedeuten in diesem Fall Aufnahmen mit satten 12.032 x 9024 Pixel. Beim zweiten Sensor handelt es sich um ein 12-Megapixel-Teleobjektiv mit zweifach optischem Zoom und f/2.0-Blende. Auch die dritte Kamera im Bunde ist ein Teleobjektiv, löst allerdings nur 5 Megapixel auf. Dafür hat Xiaomi hier den Zoom optimiert. Der Sensor erlaubt eine bis zu fünffach optische und bis zu 50-fach digitale Vergrößerung. Damit bei einem derart starken Zoom die Bilder nicht verwackeln, begleitet den Sensor ebenfalls ein optischer Bildstabilisator. Dem zweiten Teleobjektiv folgt ein vierter Sensor in Form einer 20-Megapixel-Kamera mit Ultra-Weitwinkel und f/2.0-Blende. Der fünfte und letzte Sensor der Pentakamera ist ein Makro-Objektiv mit 2 Megapixel, er ist also in der Lage, sehr nah an Objekte heranzuzoomen.

Ebenfalls spannend ist die Frage der Kamera-Performance. Immerhin bringt das Xiaomi Mi Note 10 gleich fünf Sensoren in einem Verbund mit, wobei der Hauptsensor mit satten 108 Megapixel auflöst. Das Xiaomi Mi Note 10 speichert also Bilder mit 27 Megapixel. Diese zeigen durch das genutzte Verfahren aber mehr Details, sind farbstark und kontrastreich.

Hier die Kamera-Ausstattung auf einen Blick:

  • Sensor 1: 108 Megapixel (12.032 x 9024 Pixel),f/1.69-Blende, Autofokus und OIS
  • Sensor 2: 12-Megapixel-Teleobjektiv mit 2-fach optischem Zoom und f/2.0-Blende
  • Sensor 3: 5-Megapixel-Teleobjektiv mit bis zu 5-fach optischem, bis zu 10-fach digitalem und bis zu 50-fach digitalem Zoom; OIS
  • Sensor 4: 20-Megapixel-Kamera mit Ultra-Weitwinkel und f/2.0-Blende
  • Sensor 5: Makro-Objektiv mit 2 Megapixel

Besonders beeindruckend war im ersten Kurtzest vor allem der 50-fache Zoom. Durch ihn lässt sich unglaublich nah an Objekte heranzoomen, wobei die Darstellung dann allerdings leicht pixelig wird. Auch der optische Bildstabilisator hat bei maximaler Zoom-Stärke so seine Mühe, Verwacklungen auszugleichen. Insgesamt gelingt es ihm aber recht gut. Die Kamera werden wir noch einem genauen Test unterziehen und dann auch einige Beispielbilder zur Ansicht einfügen.

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Kamera-App mit vielen Möglichkeiten

Was wir aber schon bewerten können, ist der Aufbau der Kamera-App. Die wichtigen Modi zeigt das Mi Note 10 direkt über dem virtuellen Auslösebutton an. Hier finden sich in der Reihenfolge links nach rechts: Zeitlupe (maximal 960 fps), Kurzvideo, Video (inklusive Vlog-Modus), Foto, 108 Megapixel, Porträt, Nacht Panorama und Pro. Dadurch lässt sich die App recht intuitiv bedienen, zumal weitere Einstellungen innerhalb des jeweiligen Modus jeweils am oberen Bildrand angezeigt werden. Wer möchte, kann übrigens auch über die seitlichen Lautstärketasten auslösen.

Rückansicht mit Kamera des Xiaomi Mi Note 10

Die 108-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist eines der Highlights des Xiaomi Mi Note 10
Foto: TECHBOOK

Eine KI (künstliche Intelligenz) lässt sich bei den Aufnahmen auf Wunsch hinzuschalten. Sie nimmt wichtige Einstellungen wie Belichtung, Farbanpassung und Kontrastoptimierungen vor, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Von Huawei kennen wir solche Optimierungen bereits, wenn sie das Bild hin und wieder auch zu stark angepasst haben, sodass dieses schon fast unnatürlich wirkt. Xiaomi scheint dies auf den ersten Blick etwas besser hinzubekommen.

Insgesamt bietet das Xiaomi Mi Note 10 viele Funktionen, die es zu entdecken gilt. Im ersten Hands-on-Test konnten wir daher erst die Wesentlichen abdecken. Die Frage nach der Kamera-Performance, der Akkulaufzeit und der Schnelllademöglichkeit muss zum jetzigen Zeitpunkt noch offen bleiben. Wir liefern weitere Testergebnisse aber schnellstmöglich nach.

Preislich ein Mittelklasse-Gerät

Xiaomi bietet das Mi Note 10 in den Farben Midnight Black, Aurora Green und Glacier White an. Zudem stehen zwei Speichervarianten zur Wahl. Das Basismodell besitzt 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB internen Speicher. Es startet mit einem Preis von 549 Euro auf dem Markt. Die Pro-Version bringt hingegen 8 GB RAM und 256 GB Speicher mit, kostet mit 649 Euro aber auch etwas mehr. Bestellen lassen sich beide Modelle ab dem 11. November, wobei sie unter anderem bei O2, der Telekom sowie Media Markt, Saturn und Amazon zu haben sind.

TECHBOOK meint

„Auch wenn es nur ein erster Eindruck ist, den wir uns vom Xiaomi Mi Note 10 machen konnten, so überzeugt er. Die Verarbeitung ist top, die verwendeten Materialien des Smartphones hochwertig. Die Vorderansicht erinnert durch die leichte Displaykrümmung etwas an das Huawei P30 Pro. Auch von der guten Performance und der guten Display-Darstellung konnten wir uns im Kurztest bereits überzeugen. Umso spannender ist aber die Frage, wie sich das Mi Note 10 im großen Test schlägt. Denn erst dann können wir das Highlight des Geräts – die Kamera – auf Herz und Nieren prüfen. Im ersten Hands-on zeigte sich der Smartphone-Neuling alles in allem als ein sehr vielversprechendes Gerät, dessen Schwächen aber der etwas zickige Fingerabdrucksensor, das leicht veraltete System und die nicht restlos geklärte Frage sind, wie es bei chinesischen Herstellern um den Datenschutz bestellt ist.“ – Rita Deutschbein, Redakteurin

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