8. September 2026, 12:45 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Seit Jahren gibt es Berichte über ein faltbares iPhone. Anfangs experimentierte Apple noch mit unterschiedlichen Bauweisen, inzwischen deutet jedoch alles auf ein Modell im Reisepass-Format hin. Das Gerät kommt damit im iPhone-mini-Format und wird aufgeklappt fast zu einem iPad mini. Unklar ist noch, welchen Namen das neue Flaggschiff tragen soll – intern wird es jedoch als „iPhone Ultra“ gehandelt.
Kompaktes Gehäuse im Reisepass-Format
Im geschlossenen Zustand soll das Falt-iPhone an einen Reisepass erinnern und damit dem Samsung Galaxy Z Fold 8 ähneln. Mit einer Displaydiagonale von rund 5,5 Zoll wäre die Außenseite ungefähr in der Größenklasse des iPhone 12 mini und iPhone 13 mini angesiedelt, allerdings eher breit als hoch.
Erste Personen sollen das Gerät bereits ausprobiert haben. Demnach liegt es trotz seiner ungewöhnlichen Bauweise gut in der Hand und lässt sich einfach verstauen. Auch das Scharnier soll einen hochwertigen und stabilen Eindruck vermitteln.
Großes Innendisplay im iPad-Format
Beim Aufklappen kommt ein zweites Display zum Vorschein, das eine Diagonale von etwa 7,8 Zoll bieten soll. Damit liegt es nominell nur 0,9 Zoll über dem aktuellen iPhone 17 Pro Max. Aufgrund des anderen Seitenverhältnisses fällt die tatsächlich nutzbare Bildschirmfläche jedoch erheblich größer aus.
TECHBOOK geht nach den bislang bekannten Abmessungen von etwa 30 bis 40 Prozent mehr Displayfläche gegenüber dem iPhone 18 Pro Max aus. Das Innendisplay könnte ein Seitenverhältnis von 4:3 aufweisen und damit an ein iPad erinnern. Anwendungen hätten dadurch mehr Platz für zusätzliche Bedienelemente, Seitenleisten oder die gleichzeitige Darstellung mehrerer Inhalte.
Gleichzeitig eignet sich der breite Bildschirm besser für Videos als die fast quadratischen Innendisplays vieler anderer Foldables. Filme und Serien im Format 16:9 könnten mit vergleichsweise kleinen schwarzen Balken laufen.
Dünner als das iPhone Air
Besonders auffällig ist die geringe Dicke des Geräts. Aufgeklappt könnte das iPhone Ultra weniger als 5 Millimeter messen, in einigen Leaks heißt es sogar nur 4,5 Millimeter. Damit wäre es im geöffneten Zustand dünner als das iPhone Air und möglicherweise das dünnste Gerät von Apple überhaupt.
Im zusammengeklappten Zustand verdoppelt sich die Gehäusedicke allerdings annähernd. Das Falt-iPhone dürfte geschlossen deshalb deutlich dicker sein als ein normales iPhone.
Displayfalz – ja oder nein?
Ein bekanntes Problem faltbarer Smartphones ist die sicht- und fühlbare Falz in der Mitte des Innendisplays. Mittlerweile haben die Hersteller Wege gefunden, die Falz auf ein Minimum zu reduzieren. Auch Apple soll großen Aufwand betreiben, mit einem komplexen Faltmechanismus, der die Belastung durch das Falten möglichst gleichmäßig verteilt. Erste Tester haben sowohl die Verarbeitung als auch das Scharnier positiv bewertet.
Dual-Kamera ohne Teleobjektiv
Bei den Kameras müssen Nutzer Abstriche machen. Vorgesehen ist offenbar eine Dual-Kamera mit einem Hauptsensor mit 48 Megapixeln und einer Ultraweitwinkelkamera. Ein eigenes Teleobjektiv soll dagegen fehlen. Für vergrößerte Aufnahmen stünde damit lediglich ein digitaler Zoom beziehungsweise ein Ausschnitt aus dem Hauptsensor zur Verfügung. Ein echter optischer Zoom ist damit nicht möglich.
Der Verzicht dürfte vor allem mit dem begrenzten Platz im dünnen Gehäuse zusammenhängen. Telekameras, insbesondere Systeme mit gefalteter Periskop-Optik, beanspruchen vergleichsweise viel Raum. Bei einem Einstiegspreis von deutlich mehr als 2000 Euro könnte die reduzierte Kameraausstattung dennoch für Kritik sorgen.
Touch ID soll auf das iPhone zurückkehren
Auch bei der biometrischen Entsperrung könnte Apple einen ungewöhnlichen Weg gehen. Statt Face ID soll das faltbare iPhone einen Touch-ID-Sensor erhalten. Dieser dürfte im seitlichen Einschaltknopf sitzen, ähnlich wie bei bestimmten iPad-Modellen.
Der Fingerabdrucksensor benötigt weniger Platz als die für Face ID erforderlichen Komponenten. Apple könnte dadurch die Displayränder und vor allem die Dicke des Gehäuses reduzieren.
Das Falt-iPhone wäre damit das erste neue Apple-Spitzenmodell seit Jahren, das wieder auf Touch ID setzt. Ob Nutzer dies als Rückschritt oder als willkommene Rückkehr von Touch ID betrachten, dürfte von den persönlichen Vorlieben abhängen.
Leistung auf Pro-Niveau
Bei der Speicherausstattung soll Apple dagegen auf dem Niveau seiner Pro-Modelle bleiben. Das iPhone Fold ist Berichten zufolge mit 12 GB Arbeitsspeicher ausgestattet. Für den internen Speicher stehen voraussichtlich drei Varianten zur Wahl:
- 256 GB
- 512 GB
- 1 TB
Wie iPhone 18 Pro und 18 Pro Max soll auch das iPhone Ultra den neuen Highend-Chip A20 Pro erhalten. Es ist der erste Smartphone-Chip von Apple, der auf der 2-Nanometer-Architektur von TSMC basiert. Der Chip liefert dadurch nicht nur mehr Leistung, sondern ist zusätzlich auch noch deutlich energieeffizienter.
Apps passen sich dynamisch an
Apple bereitet Entwickler bereits seit einiger Zeit auf flexiblere Displaygrößen und Seitenverhältnisse vor. Anwendungen sollen künftig nicht mehr ausschließlich für feste Geräteklassen und starre Ausrichtungen gestaltet werden. Stattdessen müssen sich ihre Oberflächen an unterschiedliche Abmessungen anpassen.
Das ist für ein faltbares iPhone besonders wichtig. Eine App muss beim Aufklappen möglichst ohne Unterbrechung vom kleinen Außendisplay auf den großen Innenbildschirm wechseln. Inhalte dürfen dabei nicht lediglich vergrößert werden, sondern sollten den zusätzlichen Platz sinnvoll nutzen.
Erste Tester beschreiben die Anordnung der Apps auf dem Innendisplay als iPad-ähnlich. Apple dürfte also nicht nur bestehende iPhone-Oberflächen strecken, sondern eigene Layouts für den größeren Bildschirm vorsehen.
Produktion bereitet offenbar Probleme
Foxconn soll im Frühjahr 2026 mit einer Testproduktion des iPhone Fold begonnen haben. Ein solcher Schritt erfolgt gewöhnlich vor dem Übergang zur Serienfertigung und dient dazu, Herstellungsprozesse zu überprüfen und mögliche Fehler zu erkennen.
Die Massenproduktion sollte angeblich zunächst im Juni beginnen, wurde dann aber auf Ende Juli verschoben. Auch dieser Termin konnte wohl nicht vollständig eingehalten werden. Schwierigkeiten mit dem Scharnier und dem flexiblen Display, Engpässe bei Bauteilen sowie hohe Produktionskosten sollen den Zeitplan beeinträchtigt haben.
Aktuell berichtet „Nikkei Asia“, dass jeden Tag nur ein paar hundert Einheiten produziert werden.
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Vorstellung im September
Die Vorstellung des ersten faltbaren iPhones wird für den 9. September 2026 erwartet. Apple könnte das Gerät gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max präsentieren. Allerdings könnte das iPhone Ultra erst später in den Verkauf gehen und zunächst nur in den USA verfügbar sein.
Ein solches Vorgehen wäre nicht beispiellos. Das iPhone X wurde im September 2017 vorgestellt, erschien aufgrund seiner aufwendigeren Technik aber erst Anfang November. Auch Vision Pro war zunächst nur in den USA erhältlich und kam erst mehrere Monate später nach Deutschland.
Teuerstes iPhone aller Zeiten
Das faltbare iPhone dürfte das teuerste Smartphone werden, das Apple bislang angeboten hat. Frühere Schätzungen gingen von 2000 bis 2500 US-Dollar aus.
Ein späterer Leak nennt konkrete Preise für den chinesischen Markt. Nach einer Anpassung an Apples übliche Preisstruktur könnten sich daraus folgende US-Preise ergeben:
- 256 GB: 1999 US-Dollar
- 512 GB: 2199 US-Dollar
- 1 TB: 2399 US-Dollar
Für Deutschland haben wir auf Grundlage der bisherigen Preisgestaltung folgende Beträge errechnet:
- 256 GB: 2449 Euro
- 512 GB: 2649 Euro
- 1 TB: 2899 Euro
Andere Prognosen setzen bereits das Basismodell bei 2300 bis 2500 US-Dollar an. Der tatsächliche Einstiegspreis könnte daher noch höher ausfallen. Sämtliche Preisangaben sind bislang unbestätigt.