10. September 2026, 9:05 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Seit Jahren gab es Berichte über ein faltbares iPhone. Jetzt hat sich ein Modell im Reisepass-Format bestätigt. Das Gerät kommt damit im iPhone-mini-Format und wird aufgeklappt fast zu einem iPad mini. Auch der Name steht fest: „iPhone Duo“.
Heute Abend richtete sich der Blick der Tech-Welt nach Cupertino: Apple hat auf seinem September-Event die neue iPhone-18-Pro-Generation vorgestellt. iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max sind als sichere Kandidaten für die Präsentation in Erscheinung getreten. Außerdem hat Apple die Katze aus dem Sack gelassen und nach vielen Gerüchten endlich das erste eigene Foldable gezeigt – das iPhone Duo. Wir haben alle wichtigen Informationen zusammengetragen und TECHBOOK war live vor Ort in Cupertino.
Übersicht
- Kompaktes Gehäuse im Reisepass-Format
- Großes Innendisplay im iPad-Format
- Dünner als das iPhone Air
- Displayfalz – ja oder nein?
- Dual-Kamera ohne Teleobjektiv
- Touch ID kehrt auf das iPhone zurück
- Leistung auf Pro-Niveau
- Duales Batteriesystem für mehr Leistung
- Apps passen sich dynamisch an
- Farben des iphone Duo
- Produktion bereitet offenbar Probleme
- Termine und Preise für teuerstes iPhone aller Zeiten
„Ein starker Auftakt mit schmerzhaften Einschnitten“
„Apple wagt mit dem iPhone Duo den Einstieg in den Foldable-Markt und setzt dabei auf einige eigene Ideen. Besonders gelungen ist die Lösung für die sonst bei Falt-Handys deutlich sichtbare Displayfalte: Ein mattes Innendisplay reduziert Spiegelungen so stark, dass mir die Falte selbst im gut beleuchteten Steve Jobs Theater kaum aufgefallen ist. Zusätzlich sorgen Verstärkungen und Titanplatten für eine möglichst ebene Oberfläche. Das 7,6-Zoll-Innendisplay kann sowohl wie ein kleines Tablet als auch hochkant wie ein übergroßes iPhone genutzt werden.
Auch bei der Bedienung geht Apple neue Wege. Speziell für das Duo wurden wichtige Bedienelemente an den rechten Bildschirmrand verlegt, um mehr Platz für Inhalte zu schaffen. Apps passen sich flexibel an verschiedene Ausrichtungen an, und Multitasking mit zwei Anwendungen funktioniert komfortabel. Weniger gelungen ist allerdings, dass die Bedienung klar auf Rechtshänder ausgelegt ist.
Bei der Ausstattung müssen Käufer einige Kompromisse akzeptieren. Die Kamera bietet zwar zwei 48-Megapixel-Sensoren und eine unter dem Display versteckte Innenkamera, verzichtet aber auf eine eigene Telelinse für stärkeren Zoom. Auch Face ID fehlt zugunsten von Touch ID. Außerdem wurden die variable Blende des iPhone 18 Pro, der SIM-Kartenschacht und der Action Button eingespart.
Alles in allem ist das iPhone Duo für mich ein guter Start für Apple im Foldable-Segment. Allerdings sehe ich Abstriche wie die fehlende Telefotokamera in dieser Preisklasse äußerst kritisch. Hoffentlich kann Apple hier beim Duo 2 noch einmal nachlegen.“
Kompaktes Gehäuse im Reisepass-Format
Im geschlossenen Zustand erinnert das iPhone Duo an einen Reisepass und ähneln damit dem Samsung Galaxy Z Fold 8. Mit einer Displaydiagonale von 5,4 Zoll ist die Außenseite ungefähr in der Größenklasse des iPhone 12 mini und iPhone 13 mini angesiedelt, allerdings eher breit als hoch. Es passt trotz mehr Bildschirmgröße leicht in die Hosentasche.
Erste Personen sollen das Gerät bereits ausprobiert haben. Demnach liegt es trotz seiner ungewöhnlichen Bauweise gut in der Hand und lässt sich einfach verstauen. Auch das Scharnier soll einen hochwertigen und stabilen Eindruck vermitteln.
Großes Innendisplay im iPad-Format
Beim Aufklappen kommt ein zweites Display zum Vorschein, das eine Diagonale von 7,6 Zoll bieten soll. Der Screen ist damit 50 Prozent größer als beim iPhone 18 Pro Max und 90 Prozent größer als beim iPhone 18 Pro. Aufgrund des anderen Seitenverhältnisses fällt die tatsächlich nutzbare Bildschirmfläche jedoch erheblich größer aus.
Das Innendisplay weist ein Seitenverhältnis von 4:3 auf und erinnert damit an ein iPad. Anwendungen haben dadurch mehr Platz für zusätzliche Bedienelemente, Seitenleisten oder die gleichzeitige Darstellung mehrerer Inhalte.
Gleichzeitig eignet sich der breite Bildschirm besser für Videos als die fast quadratischen Innendisplays vieler anderer Foldables. Filme und Serien im Format 16:9 können mit vergleichsweise kleinen schwarzen Balken laufen.
Dünner als das iPhone Air
Besonders auffällig ist die geringe Dicke des Geräts. Im geöffneten Zustand ist es dünner als das iPhone Air und somit das dünnste Gerät von Apple überhaupt.
Im zusammengeklappten Zustand verdoppelt sich die Gehäusedicke. Das Falt-iPhone ist geschlossen deshalb deutlich dicker als ein normales iPhone.
Displayfalz – ja oder nein?
Ein bekanntes Problem faltbarer Smartphones ist die sicht- und fühlbare Falz in der Mitte des Innendisplays. Mittlerweile haben die Hersteller Wege gefunden, die Falz auf ein Minimum zu reduzieren. Auch Apple betrieb großen Aufwand mit einem komplexen Faltmechanismus, der die Belastung durch das Falten möglichst gleichmäßig verteilt. Erste Tester haben sowohl die Verarbeitung als auch das Scharnier positiv bewertet.
Dual-Kamera ohne Teleobjektiv
Bei den Kameras müssen Nutzer Abstriche machen. Eine Dual-Kamera mit einem Hauptsensor mit 48 Megapixeln und eine Ultraweitwinkelkamera ebenfalls mit 48 Megapixeln sind an Bord. Dazu gibt es noch eine Center Stage Frontkamera mit 12 Megapixeln (etwas schwächer als beim iPhone Pro und Pro Max), ultrastabilisiertem Video, doppelter Aufnahme und eine Facetime-Kamera erstmals unter dem Display.
Ein eigenes Teleobjektiv mit zweifachem Zoom gibt es jedoch nicht. Für vergrößerte Aufnahmen steht damit lediglich ein zweifacher digitaler Tele-Zoom beziehungsweise ein Ausschnitt aus dem Hauptsensor zur Verfügung. Ein echter optischer Zoom ist damit nicht möglich.
Der Verzicht dürfte vor allem mit dem begrenzten Platz im dünnen Gehäuse zusammenhängen. Telekameras, insbesondere Systeme mit gefalteter Periskop-Optik, beanspruchen vergleichsweise viel Raum. Bei einem Einstiegspreis von deutlich mehr als 2000 Euro könnte die reduzierte Kameraausstattung dennoch für Kritik sorgen.
Touch ID kehrt auf das iPhone zurück
Auch bei der biometrischen Entsperrung geht Apple einen ungewöhnlichen Weg. Statt Face ID erhält das faltbare iPhone einen Touch-ID-Sensor. Dieser sitzt im seitlichen Einschaltknopf, ähnlich wie bei bestimmten iPad-Modellen.
Der Fingerabdrucksensor benötigt weniger Platz als die für Face ID erforderlichen Komponenten. Apple reduziert dadurch die Displayränder und vor allem die Dicke des Gehäuses.
Das Falt-iPhone ist damit das erste neue Apple-Spitzenmodell seit Jahren, das wieder auf Touch ID setzt. Ob Nutzer dies als Rückschritt oder als willkommene Rückkehr von Touch ID betrachten, dürfte von den persönlichen Vorlieben abhängen.
Leistung auf Pro-Niveau
Bei der Speicherausstattung soll Apple dagegen auf dem Niveau seiner Pro-Modelle bleiben. Für den internen Speicher stehen vier Varianten zur Wahl:
- 256 GB
- 512 GB
- 1 TB
- 2 TB
Wie beim iPhone 18 Pro und 18 Pro Max erhält auch das iPhone Duo den neuen Highend-Chip A20 Pro mit der Dual 16-Core Neural Engine. Es ist der erste Smartphone-Chip von Apple, der auf der 2-Nanometer-Architektur von TSMC basiert. Der Chip liefert dadurch nicht nur mehr Leistung, sondern ist zusätzlich auch noch deutlich energieeffizienter. Er ist speziell dafür da, um mit den KI-Anforderungen von Apple Intelligence fertig zu werden.
Duales Batteriesystem für mehr Leistung
Für das iPhone Duo setzt Apple auf das erste duale Batteriesystem, das durch das platzsparende eSIM-Design begünstigt wird. Auf dem inneren Display soll das Duo bis zu 31 Stunden ununterbrochen Videos wiedergeben können, auf dem Außendisplay sogar bis zu 44 Stunden.
Apps passen sich dynamisch an
Apple bereitete Entwickler bereits seit einiger Zeit auf flexiblere Displaygrößen und Seitenverhältnisse vor. Anwendungen sollen künftig nicht mehr ausschließlich für feste Geräteklassen und starre Ausrichtungen gestaltet werden. Stattdessen müssen sich ihre Oberflächen an unterschiedliche Abmessungen anpassen.
Das ist für ein faltbares iPhone besonders wichtig. Eine App muss beim Aufklappen möglichst ohne Unterbrechung vom kleinen Außendisplay auf den großen Innenbildschirm wechseln. Inhalte dürfen dabei nicht lediglich vergrößert werden, sondern sollten den zusätzlichen Platz sinnvoll nutzen.
Apple streckt nicht nur bestehende iPhone-Oberflächen, sondern schafft eigene Layouts für den größeren Bildschirm. Auch clever: Sollte etwa ein Button durch das Aufklappen eigentlich in die Mitte rücken, erkennt das Display das sofort und rückt den Bereich leicht zur Seite, wodurch man ihn einfacher drücken kann.
Farben des iphone Duo
Das neue Foldable erscheint in zwei Farbvarianten, die offiziell „Sternenweiß“ und „Nachthimmel“ lauten, womit sie weiß und dunkelblau ausfallen:
So schlägt sich das erste Falt-iPhone in Vorab-Tests
Was Apples iPhone Duo besser macht als die Konkurrenz
Produktion bereitet offenbar Probleme
Foxconn soll im Frühjahr 2026 mit einer Testproduktion des iPhone Duo begonnen haben. Ein solcher Schritt erfolgt gewöhnlich vor dem Übergang zur Serienfertigung und dient dazu, Herstellungsprozesse zu überprüfen und mögliche Fehler zu erkennen.
Die Massenproduktion sollte angeblich zunächst im Juni beginnen, wurde dann aber auf Ende Juli verschoben. Auch dieser Termin konnte wohl nicht vollständig eingehalten werden. Schwierigkeiten mit dem Scharnier und dem flexiblen Display, Engpässe bei Bauteilen sowie hohe Produktionskosten sollen den Zeitplan beeinträchtigt haben.
Aktuell berichtet „Nikkei Asia“, dass jeden Tag nur ein paar hundert Einheiten produziert werden.
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Termine und Preise für teuerstes iPhone aller Zeiten
Frühere Schätzungen gingen von 2000 bis 2500 US-Dollar aus. Im Rahmen der Keynote 2026 hat Apple nun die Preise offiziell kommuniziert, auch für den europäischen Raum:
Für Deutschland gelten folgende Preise:
- 256 GB: ab 2299 Euro (95,79 Euro/Monat)
- 512 GB: ab 2549 Euro (106,21 Euro/Monat)
- 1 TB: ab 3049 Euro (127,04 Euro/Monat)
- 2 TB: ab 3799 Euro (158,29 Euro/Monat)
Das iPhone Duo ist damit das teuerste Smartphone, das Apple bislang angeboten hat. Interessenten können es ab dem 16. Oktober um 14 Uhr vorbestellen, ab dem 23. Oktober ist es dann erhältlich.