9. September 2026, 14:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Smart-TVs von LG gehören zu den Geräten, die weit mehr können als nur Fernsehprogramme wiederzugeben. Streaming-Dienste, Sprachbefehle und individuelle Empfehlungen sind für viele Nutzer längst selbstverständlich. Eine aktuelle Untersuchung von Sicherheitsforschern wirft nun jedoch Fragen zum Umgang mit Daten auf. Nach ihren Erkenntnissen erfassen die Fernseher deutlich mehr Informationen, als viele Nutzer erwarten würden.
Für die Analyse untersuchten Gamers Nexus, Wendell von Level1Techs sowie weitere Sicherheitsforscher die Smart-TVs des Herstellers. Nach ihren Angaben sammeln die Geräte nicht nur Informationen über die Nutzung des Fernsehers, sondern auch Daten aus dem heimischen Umfeld. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Datenerfassung weitreichender sein könnte als bislang angenommen.
Forscher sehen Probleme selbst im Stand-by-Modus
Während ihrer Untersuchung stellten die Experten fest, dass die Fernseher verbundene Geräte im Heimnetzwerk erkennen und analysieren können. Dazu zählen laut den Forschern unter anderem Smartphones, Laptops, Smartwatches und Thermostate. Darüber hinaus sollen die Geräte auch Informationen über private Gespräche erfassen können.
Nach Darstellung der Forscher ist dies nicht nur während des aktiven Betriebs möglich. Ihren Tests zufolge soll eine solche Erfassung teilweise auch im Stand-by-Modus erfolgen. Die gesammelten Informationen werden demnach genutzt, um personalisierte Werbung auszuspielen.
Sprachsteuerung und Inhaltserkennung im Fokus
Besonders kritisch bewerten die Forscher den Umgang mit Audiodaten. Die Sprachsteuerung dient zwar der einfacheren Bedienung des Fernsehers, könnte nach Ansicht der Tester aber ebenfalls einen Beitrag zur Datenerfassung leisten.
Zusätzlich verwenden die Geräte die automatische Inhaltserkennung, auch als „Automatic Content Recognition“ oder kurz ACR bezeichnet. Diese Funktion analysiert laut den Forschern die Sehgewohnheiten der Nutzer. Den Angaben zufolge kann das System sogar erkennen, welche Inhalte über HDMI auf dem Fernseher abgespielt werden.
Eine vorübergehende Trennung vom Internet reicht den Experten nach nicht aus, um die Übermittlung der Daten dauerhaft zu verhindern. Nach ihren Erkenntnissen speichert das Gerät die Informationen lokal und überträgt sie erst später, sobald wieder eine Internetverbindung besteht.
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Sicherheitslücken in webOS entdeckt
Neben der Datenerfassung stießen die Experten nach eigenen Angaben auf Schwachstellen in webOS. Dabei handelt es sich um das Betriebssystem der LG-Smart-TVs. Die Forscher warnen, dass Angreifer diese Sicherheitslücken möglicherweise ausnutzen könnten.
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Im schlimmsten Fall könnten Cyberkriminelle dadurch Zugriff auf die Mikrofone der Geräte erhalten. Die Untersuchung verweist damit nicht nur auf Datenschutzfragen, sondern auch auf mögliche Sicherheitsrisiken.
LG widerspricht den Vorwürfen
LG weist die Vorwürfe der Sicherheitsforscher zurück. Nach Angaben des Unternehmens sammeln oder speichern die Fernseher keine Gespräche aus ihrer Umgebung. Zudem betont LG, dass die Spracherkennung freiwillig genutzt werden kann und Daten nur verarbeitet werden, wenn die Funktion aktiv verwendet wird.
Wer die Datensammlung möglichst weitgehend einschränken möchte, kann den Fernseher dauerhaft vom Internet trennen. Als Alternative empfiehlt sich die Nutzung externer Streaming-Geräte.