7. September 2026, 14:31 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Millionen Dateien aus der Berliner Verwaltung sind nach einem Hackerangriff im Darknet veröffentlicht worden. Die Behörden prüfen noch immer, welche Personen, Beschäftigten und Unternehmen betroffen sind. Für Bürger besteht nun vor allem das Risiko, dass die erbeuteten Informationen für Betrug, Phishing oder Identitätsdiebstahl genutzt werden.
Weitere Daten veröffentlicht
Die Erpressergruppe „Rhysida“ hat mehrere Terabyte Daten aus der Berliner Verwaltung erbeutet und veröffentlicht. Dadurch wurde bereits am Wochenende deutlich, welches Ausmaß der Vorfall angenommen hat. Erste Einblicke zeigten bereits am Wochenende das Ausmaß des Vorfalls. Am Sonntagabend teilte die Berliner Senatskanzlei zudem mit, dass die Angreifer ein weiteres Datenpaket ins Netz gestellt haben. Darin sollen sich unter anderem Zugangsdaten von Mitarbeitern befinden.
Weiterhin wird untersucht, welche Daten tatsächlich abgeflossen sind. Nach bisherigen Angaben geht es dabei unter anderem um Kontaktdaten, Verträge, E-Mail-Adressen sowie weitere sensible Informationen.
Warum die veröffentlichten Daten ein Risiko darstellen
Auch wenn der Datendiebstahl bereits schwerwiegende Folgen haben kann, entsteht das größte Risiko für Betroffene oft erst durch die weitere Nutzung der Daten. Entscheidend ist vielmehr, wie Kriminelle die Informationen anschließend nutzen. Gestohlene Daten können für Betrugsversuche, Phishing-Mails, Identitätsdiebstahl oder gezielte Angriffe eingesetzt werden.
Wer davon ausgeht, dass persönliche Informationen wie Name oder Anschrift in den Datensätzen enthalten sein könnten, sollte daher besonders aufmerksam sein. TECHBOOK zeigt sieben Maßnahmen, mit denen Betroffene ihre Konten und persönlichen Daten jetzt besser schützen können.
1. E-Mails und SMS genau prüfen
Kriminelle könnten die veröffentlichten Informationen nutzen, um glaubwürdig wirkende Nachrichten zu verschicken. Deshalb sollten Nutzer eingehende E-Mails und SMS besonders aufmerksam prüfen und vor allem auf folgende Merkmale achten:
- angebliche Nachrichten von Behörden
- E-Mails mit Zahlungsaufforderungen
- Nachrichten mit Links zu Log-in-Seiten
- SMS mit dringenden Warnungen oder Fristen
Zusätzlich sollten Nutzer weder unüberlegt auf Links klicken noch unbekannte Anhänge öffnen.
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2. Passwörter umgehend ändern
Wer identische Passwörter bei mehreren Diensten verwendet, sollte diese schnellstmöglich austauschen. Besonders wichtig ist das, wenn dieselben Zugangsdaten für folgende Konten genutzt werden:
- E-Mail-Konten
- Online-Banking
- Kundenkonten bei Shops
- Gesundheits- und Versicherungsportale
Für jeden Dienst sollte ein eigenes Passwort genutzt werden. Ein Passwort-Manager kann dabei helfen, komplexe Passwörter zu speichern und vor Datenlecks zu warnen.
3. Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten
Selbst wenn Kriminelle an Zugangsdaten gelangen, verhindert eine zusätzliche Sicherheitsabfrage häufig den Zugriff auf das Konto.
Wo verfügbar, sollte deshalb eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden, beispielsweise per Authenticator-App. Ebenfalls möglich sind Passkeys. Diese können nicht von Internetservern gestohlen werden und funktionieren nur mit der eigenen Hardware.
4. Kontobewegungen kontrollieren
In den kommenden Wochen sollten Betroffene deshalb insbesondere folgende Konten regelmäßig kontrollieren:
- Girokonten
- Kreditkarten
- PayPal-Konten
- Online-Bezahldienste
Betroffene sollten unbekannte Abbuchungen sofort bei der Bank melden.
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5. Vorsicht bei Telefonanrufen
Cyberkriminelle versuchen häufig, ihre Opfer per Telefon zu täuschen. Dabei handelt es sich um sogenanntes Social Engineering, bei dem Cyberkriminelle gezielt das Vertrauen ihrer Opfer ausnutzen. Werden persönliche Daten, TANs, Passwörter oder Identitätsnachweise abgefragt, gilt:
- Keine sensiblen Informationen herausgeben.
- Behörden, Banken und seriöse Unternehmen verlangen am Telefon normalerweise keine Passwörter.
6. Bonitätsdaten im Blick behalten
Betrüger nutzen gestohlene personenbezogene Daten mitunter, um Verträge abzuschließen oder Konten zu eröffnen. Wer sich Sorgen macht, sollte daher seine Bonitätsdaten regelmäßig kontrollieren und dabei auch auf ungewöhnliche Einträge achten.
7. Offizielle Mitteilungen verfolgen
Die Ermittlungen sind weiterhin im Gange. Nach Angaben der Berliner Behörden werten die Ermittler derzeit aus, welche Daten abgeflossen sind und welche Personen betroffen sein könnten.
Betroffene sollten deshalb Mitteilungen der Behörden aufmerksam verfolgen und auf offizielle Benachrichtigungen achten.