Im Schadensfall

Smartphone kaputt? Das müssen Sie jetzt tun!

iPhone mit gesprungenem Display-Glas
Sieht schön aus, ist es aber nicht. Ein gesprungener Bildschirm kann Kopfschmerzen bereiten.
Foto: Getty Images

Smartphones werden immer teurer und auch die Reparaturen lassen sich die Hersteller immer mehr kosten. Manchmal kann es sogar sinnvoll sein, selbst Hand anzulegen. Was Sie alles tun können, wenn Ihr Smartphone kaputt ist, verrät TECHBOOK.

Wenn das Smartphone kaputt geht, ist die Sorge groß. Lohnt sich die Reparatur oder ist ein Neukauf nötig? Eine Reparatur kann richtig teuer werden, weshalb es wichtig ist, erstmal einmal genau festzustellen, was eigentlich kaputt ist. Die häufigsten Defekte bei Smartphones sind der Akku, der Bildschirm, die Software und Wasserschäden. TECHBOOK erklärt, was Sie in jedem dieser Fälle tun müssen.

Wann lohnt sich eine Smartphone-Reparatur wirklich?

Akku hält nicht mehr

Um den Akku zu schonen, sollten Sie beim Laden ein paar Dinge beachten. So ist es zum Beispiel ratsam, den Akku nicht mehr als 80 Prozent aufzuladen und nicht unter 30 Prozent zu entladen. In den Extrembereichen ist die Belastung für den Stromspeicher am höchsten, weshalb er schneller degradiert. Wird der Akku häufig komplett ent- und wieder aufgeladen, sinkt die Kapazität in nur einem Jahr oft schon um mehr als 10 Prozent. Auch höhere Temperaturen belasten die Batteriechemie und führen zu einem schnelleren Leistungsverlust.

Mit diesen Fehlern machen Sie Ihren Akku kaputt

Ist der Akku bereits so geschwächt, dass das Smartphone nur noch ein paar Stunden durchhält oder sogar gar nicht mehr startet, muss eine neue Energiezelle her. Was früher mit ein paar Handgriffen erledigt war, ist heute durch fest verklebte Glasrückseiten sehr schwierig geworden. Akkuwechsel in einer Werkstatt durchführen zu lassen, ist leider sehr teuer. Wer es sich zutraut, kann diese Reparatur jedoch durchaus selbst vornehmen. Der Akku ist weiterhin eines der am einfachsten zu wechselnden Bauteile eines Smartphones, auch wenn dafür Geduld und viel Hitze nötig ist.

Anleitungen zum Öffnen eines bestimmten Geräts finden sich Zuhauf im Internet. In den meisten Fällen muss mit einem Fön der Kleber aufgeweicht werden, der die Glasrückseite oder das Display fixiert. Nach vorsichtigem Aufstemmen der Vorder- oder Rückseite ist oft die Batterie das Erste, was man sieht. Aber auch diese ist mit Kleber fixiert und nur ein paar wenige Hersteller wie Apple und Oneplus versehen die Klebestreifen mit Laschen zum einfachen Entfernen. Zum Zukleben wird zudem ein starkes doppelseitiges Klebeband benötigt, das gleich zusammen mit dem Ersatzakku im Internet bestellt werden sollte. Bester Anlaufpunkt für beide Artikel ist iFixit.com.

Bildschirm gesprungen

Wenn statt richtigen Sprüngen oder Rissen nur kleinere Kratzer auf dem Display-Glas sind, die nicht komplett durchgehen, können Sie selbst mit ein paar Tricks das Glas reparieren. Wenn der Schaden größer und das Glas tatsächlich gesplittert ist, sollte das Display ausgetauscht werden. Selbst wenn der Bildschirm und die Touch-Eingabe weiterhin funktionieren, besteht die Gefahr, sich an den scharfkantigen Splittern den Finger oder das Ohr zu verletzen. Ein kurzfristige Übergangslösung ist die Abdeckung des Schadens mit einem Display-Schutz aus Glas, der wie eine Folie auf den Bildschirm geklebt wird. Damit kann zumindest die weitere Zersplitterung verhindert und das Verletzungsrisiko gemindert werden.

So reparieren Sie mit Zahnpasta Display-Kratzer

Für die meisten ist die Reparatur durch eine Werkstatt oder den Hersteller selbst am sinnvollsten. Die Reparatur beim Hersteller kann jedoch sehr kostenspielig werden, denn ein defekter Bildschirm ist fast immer auf eigenes Verschulden zurückzuführen und fällt daher nicht unter die Gewährleistung. Ein bereits beim Kauf bestehender Defekt, der den Bruch verursacht, ist – obwohl technisch möglich – in der Praxis kaum nachweisbar. Auch müssen die Herstellerwerkstätten oft weitere Teile wie etwa die Glasrückseite austauschen, um eine Display-Reparatur durchführen zu können, und stellen diese natürlich ebenfalls in Rechnung.

Unabhängige Werkstätten sind daher oft der einzige Ausweg und für viele Geräte werden günstige Reparaturen angeboten. Eine weitere Alternative ist, die Reparatur mit einem Ersatzteil-Kit von seriösen Seiten wie iFixit und den sehr gut bebilderten Anleitungen durchzuführen. Hier ist jedoch etwas Erfahrung und ein ruhiges Händchen von Nöten, denn häufig gestalten sich die Reparaturen sehr schwierig. Daher am besten vorher im Internet nach der passenden Anleitung suchen und mit dem erlangten Wissen eine Entscheidung treffen.

Softwarefehler

Ein häufiges Problem mit Smartphones ist instabile Software, die dazu führen kann, dass manchmal gar nichts mehr geht. In diesem Fall ist die Reparatur jedoch meistens schnell gemacht, da oft einfach nur die Wiederherstellung der Werkseinstellungen das Problem löst. Es gibt zwar ein paar hochgefährliche Viren, die das Smartphone durch die Software auf der Hardware-Ebene zerstören können, jedoch sind diese extrem selten.

Darum können Reparaturen Ihr Handy unsicher machen

Wenn sich das Smartphone aufgrund von Software-Fehlern gar nicht mehr bedienen lässt, bietet die Verbindung mit dem PC oft einen Ausweg. Fast alle Hersteller bieten noch spezielle Programme an, mit denen das Gerät über die Verbindung mit dem Computer zurückgesetzt werden kann. Dabei werden jedoch alle Daten gelöscht, weshalb regelmäßige Backups von Fotos und Videos ratsam sind. Klappt das Zurücksetzen weder über die Telefoneinstellungen noch über den PC, liegt wahrscheinlich ein Hardware-Fehler vor und das Gerät muss repariert werden. Wenn keine äußeren Einflüsse wie etwa Fallenlassen für den Defekt in Frage kommen, greift in solchen Fällen die Herstellergewährleistung, da ein mangelhaftes Bauteil in dessen Verantwortung liegt.

Wasserschaden

Ein Wasserschaden ist eine schwierige Angelegenheit bei Smartphones. Zwar haben die meisten Flaggschiffmodelle mittlerweile eine IP-Zertifizierung, die den Schutzgrad gegen Wassereindringen angibt, allerdings fällt ein Wasserschaden trotzdem nicht unter die Herstellergewährleistung. Smartphones haben kleine chemische Indikatoren im Innern, die ihre Farbe verändern, wenn sie in Kontakt mit Wasser kommen. Somit kann bei der Reparatur des Geräts immer sofort festgestellt werden, ob ein Wasserschaden vorliegt.

Das muss man tun, wenn das Handy ins Wasser fällt

Wasserschäden müssen nicht immer sofort fatal sein. Oft funktionieren die Geräte nach dem Trocknen wieder eine Zeit lang einwandfrei. Das Restwasser im Gehäuseinnern zersetzt jedoch die zahlreichen Kontakte auf den Platinen, was über kurz oder lang zu einem Totalausfall führen kann. Um das Wasser aus dem Gehäuse zu bekommen gibt es etliche Hausmittel und Notfall-Kits, die jedoch nur bedingt funktionieren. Es kann jedoch nicht Schaden, das betroffene Smartphone über Nacht in etwas zu legen, das die Flüssigkeit aus dem Gehäuse zieht. In Frage kommt etwa Kieselgel oder Instant-Reis in großen Mengen, während klassischer Reis ein No-Go ist. Vor dem Einlegen sollten Sie zudem so viel Wasser wie möglich aus dem Gehäuse saugen, zum Beispiel mit einem Staubsauger.

Wer kommt für den Schaden auf?

Leider kommt keine normale Haftpflichtversicherung für die Reparatur auf, wenn der Schaden zum Beispiel durch Fallenlassen selbst verschuldet wurde. Ausgenommen davon sind Zusatzversicherungen, die speziell für Smartphones abgeschlossen werden können. Die Haftpflichtversicherung kommt nur auf, wenn der Schaden durch einen Dritten verursacht wurde, was natürlich nicht immer nachzuweisen ist. Oft müssen die Geräte daher für ein Versicherungsgutachten eingeschickt werden.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung für ein kaputtes Handy?

Die Gewährleistung durch den Hersteller greift dann, wenn nachgewiesen werden kann, dass ein Schaden durch einen Bauteildefekt verursacht wurde, der bereits zum Zeitpunkt des Kaufes vorhanden war. Das betrifft vor allem die seltenen Fälle, in denen zum Beispiel die Hauptplatine fehlerhaft ist. Äußerliche Schäden sind hingegen nur schwer auf bereits bei Kauf vorhandene Defekte zurückzuführen und werden in Gutachten oft als Selbstverschulden gewertet. Es gibt jedoch auch Ausnahmen wie die Bendgate-Affäre, in welcher Apple einen Konstruktionsfehler im iPhone 6 zugeben musste. Deshalb: immer erst im Internet nachlesen, ob vielleicht schon bei anderen Leuten ähnliche Schäden aufgetreten sind.

Was tun, wenn sich die Reparatur nicht lohnt

Wenn zum Beispiel nur die Glasrückseite, die Kamera, der Kopfhörerausgang oder die Lautsprecher kaputt sind und sich eine Reparatur nicht mehr lohnt, gibt es immer noch einige Verwendungsmöglichkeiten für das Altgerät. Vom Babyphon über den WLAN-Hotspot bis zum Navi gibt es zahlreiche Methoden, Smartphones mit Teildefekten weiter zu verwenden.

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