Schnelle Reaktion erforderlich!

Das müssen Sie tun, wenn das Smartphone ins Wasser gefallen ist

Toilette mit Handy
Doofe Situation: Das Smartphone rutscht aus der Tasche und fällt in die Toilette.
Foto: Getty Images

Nur kurz nicht aufgepasst, eine unbedachte Bewegung und schon ist es passiert: Das Smartphone liegt im Wasser! In so einem Fall ist eine schnelle Reaktion wichtig, um den Wasserschaden zu minimieren.

Wasserschäden gehören zu den häufigsten Smartphone-Killern. Eine kleine Unachtsamkeit reicht oft aus, schon ist das Wasserglas oder die Kaffeetasse umgestoßen und die empfindliche Technik liegt in der Pfütze. Erstaunlich häufig ist auch der Sturz in die Toilette. Kurioserweise mussten sich beispielsweise schon mehr als zehn Prozent der Deutschen von ihrem Handy verabschieden, weil es ihnen in die Toilette gefallen ist. Häufige Folgen sind ein flackernder oder streifiger Bildschirm, wenn das Smartphone nicht direkt ganz ausbleibt.

Dann ist guter Rat teuer – im wahrsten Sinne des Wortes. Reparaturen von durch Wasser entstandenen Schäden gehen oft richtig ins Geld. Besonders iPhone-Besitzer können davon sicherlich ein Lied singen, ist der Apple-Reparatur-Service doch nicht für seine niedrigen Preise bekannt. Sie können die Schäden und damit eventuell anfallende Kosten für Reparatur oder Ersatzteile allerdings gering halten beziehungsweise ganz vermeiden, indem sie schnell reagieren!

Was bedeutet IP67 und IP68 bei wasserdichten Smartphones?

Hier ist unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sie Ihr Smartphone am besten Erste-Hilfe-mäßig versorgen:

Stromversorgung unterbrechen

Sollte das Smartphone bei Wasserkontakt noch beispielsweise über ein Ladegerät mit dem Stromnetz verbunden sein, unterbrechen Sie die Verbindung als aller erstes. Passen Sie dabei auf, weder mit dem Wasser noch mit stromentladenden Stellen am Kabel in Berührung zu kommen.
Durch das Trennen vom Stromnetz wird vor allem der Akku vor Kurzschlussschäden geschützt. Sollten Sie Rauchbildung, Anzeichen von Verformungen durch Hitze oder andere Veränderungen an Ihrem Smartphone bemerken, nachdem Sie den Stecker gezogen haben, fassen Sie es keinesfalls an.

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Ausschalten

Das Gerät sollte schnellstmöglich aus der Flüssigkeit entfernt und ausgeschaltet werden. Manche Smartphones – besonders die der jüngeren Generationen – verfügen über eine implementierte Schutzschaltung; diese Geräte schalten sich automatisch ab, wenn Wasser in das Gehäuse eindringt. Schalten Sie es in diesem Fall nicht wieder ein, sonst könnte der Akku Schaden nehmen.
Steckt Ihr Gerät in einer Hülle, sollten Sie es vorsichtig herausnehmen, damit das Wasser bestmöglich auslaufen kann.

Vorsichtig abtrocknen

Nehmen Sie das Gerät vorsichtig und soweit es möglich ist auseinander. Trocknen Sie die einzelnen Teile dann vorsichtig mit einem weichen Tuch ab. Dafür eignet sich beispielsweise Küchen- oder Toilettenpapier gut. Wenden Sie das Gehäuse behutsam hin und, sodass das Wasser aus den Ritzen, in die Sie mit dem Tuch nicht kommen, herauslaufen kann.

Trockenmittel


Versenken Sie das Smartphone anschließend so in der Tüte, dass es von allen Seiten mit dem Trockenmittel umgeben ist und verschließen Sie die Tüte. Lassen Sie das Gerät mehrere Tage auf diese Weise trocknen.

Total-Wasserschaden vs. Spritzwasser

Man unterscheidet bei der Behandlung von Wasserschäden allgemein nach Dauer und der Intensität, mit der das Smartphone mit Wasser in Berührung gekommen ist. Die oben genannte Methode sollte vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn Ihr Gerät vollständig untergetaucht ist. Kommt das Smartphone nur kurz und lediglich mit Spritzwasser in Berührung, sind in der Regel gar keine oder nur geringe Reaktionen nötig. Oftmals reicht es, das Gerät für einige Stunden auszuschalten und aufrecht auf eine saugfähige Unterlage zu stellen, sodass die Flüssigkeit bestmöglich auslaufen und das Innere trocknen kann.

Das sollte vermieden werden

Es gibt natürlich einige Maßnahmen, die Sie, egal wie lange Ihr Smartphone letztlich Wasserkontakt hatte, unbedingt vermeiden sollten.

  • Schließen Sie das Gerät nicht mehr an ein Netzteil an, bis Sie sicher sind, das keinerlei Flüssigkeit mehr im Gehäuse verblieben ist. Andernfalls droht ein Kurzschluss.
  • Vermeiden Sie Hitze! Das Ziel der Reanimierungsmaßnahmen ist zwar die möglichst schnelle Entfernung von Flüssigkeit, Hitze schadet der Elektronik allerdings mehr als sie beim Trocknen des Geräts nützt. Deswegen heißt es: Hände weg von Fön, Backofen, Heizung und Mikrowelle, wenn es um Wasserschaden am Smartphone geht.
  • Halten Sie auch eingeschaltete Staubsauger von Ihrem Gerät fern. Diese können Flüssigkeit ohnehin nicht ausreichend aus dem Gehäuse entfernen und beschädigen im Zweifelsfall eher die Elektronik, als hilfreich zu sein.

So rettet man seinen Laptop bei einem Wasserschaden

Sonderfall iPhone

Wenn Sie ein iPhone besitzen, können Sie einen Großteil dieses Artikels ignorieren – für Sie gelten dann nämlich die meisten zuvor genannten Rettungsmaßnahmen nicht. Neuere iPhones ab dem iPhone 7 sind zwar bedingt wasserdicht. Einem längeren Tauchgang im Meer oder Pool hält aber in der Regel auch ein iPhone nicht stand.

Sie sollten Ihr iPhone ebenfalls schnellstmöglich aus der Flüssigkeit entfernen und es ausschalten. Allerdings sollten Sie darauf verzichten, das Gehäuse zu öffnen und die Teile einzeln zu trocknen. Durch Feuchtigkeit entstandene Schäden werden von vielen Herstellern nicht abgedeckt. Apple weist auf seiner Homepage sogar ausdrücklich darauf hin, dass Wasserschäden von der Garantie ausgeschlossen sind – auch eine Zusatzversicherung hilft da in der Regel nicht.

Sobald Sie das Gehäuse eigenmächtig öffnen, erlischt allerdings darüber hinaus auch jede weitere Garantie für das Gerät. Wie die meisten Android-Smartphones verfügen übrigens auch die Geräte von Apple über einen Flüssigkeitssensor. Ab dem iPhone 5 befindet sich dieser im Gehäuseinneren verfärbt sich rot, wenn er mit Flüssigkeit in Berührung kommt. So können Sie überprüfen, ob beim Tauchgang Feuchtigkeit ins Innere Ihres iPhones eingedrungen ist. Ist dies der Fall, bleibt leider meist nur der Gang zum Reparatur-Service.

Smartphone-Garantie greift bei Wasserschaden nicht

Nicht nur Apple verweigert bei Kontakt mit Flüssigkeit die Garantie. Bei Samsung heißt es beispielsweise: „In folgenden Fällen werden von Samsung keine Garantieleistungen erbracht: (…) Das Produkt wurde Flüssigkeiten/Chemikalien jeglicher Art und/oder extremen Temperaturen, Nässe oder Feuchtigkeit ausgesetzt.“ Ähnliches findet sich in den Garantiebedingungen von Huawei, LG, Sony und Co. Warum können die Hersteller dann trotzdem ihre Geräte mit dem IP67- und IP68-Label versehen, das vermeintlich vor Wassereintritt schützen soll? Aus dem einfachen Grund, dass diese Zertifizierungen nur für absolut klares Frischwasser gelten, nicht jedoch vor gesalzenem Meer- und gechlortem Poolwasser schützen.

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Wasserschaden am Smartphone vermeiden

Am aller einfachsten ist es natürlich, Wasserschaden schon im Vorfeld – wenn möglich – zu vermeiden. So erspart man sich Ausschalten, Trockenmaßnahmen und den eventuell unvermeidbaren Gang zum Reparatur-Service. Viele neuere Modelle sämtlicher Hersteller halten inzwischen einiges aus. Regen oder Wasserspritzer am sommerlichen Pool sind meist überhaupt kein Problem mehr. Aber einen Durchgang in der Waschmaschine oder eben einen unfreiwilligen Tauchgang in der Toilette überleben auch die neuesten High-Tech-Geräte nur bedingt unbeschadet. Was in jedem Fall hilft, ist eine wasserdichte Hülle.

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Defekt auch Monate später möglich

Oft funktionieren Smartphones trotz eines Wasserschadens monatelang problemlos weiter, sodass sich der Besitzer schon wieder in Sicherheit wiegt. Wasser korrodiert jedoch Kontakte im Gehäuseinneren, wodurch auch noch nach längerer Zeit Defekte auftreten können. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Smartphones mit Wasserschaden sofort nach den oben beschrieben Schritten behandelt werden.

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