17. Juli 2025, 8:33 Uhr | Lesezeit: 14 Minuten
Lange galt Netflix als uneinholbarer Platzhirsch beim Streaming. Doch die Konkurrenz schläft nicht und hat sich in den vergangenen Jahren mitunter stark positioniert. Und noch immer kündigen sich neue Plattformen an. Dieser Wettbewerb bedeutet zwar auf der einen Seite jede Menge neue Inhalte für Film- und Serien-Fans, gleichzeitig wird es aber auch immer zerstückelter und somit schwieriger, den Überblick über das wachsende Angebot zu behalten. Was kostet welches Abo, was gibt es dort zu sehen und passt das Angebot zu meinen Bedürfnissen? TECHBOOK hat die großen Streaming-Anbieter auf dem Markt in einem Vergleich gegenübergestellt.
Übersicht
- Streaming-Dienste im Vergleich
- Netflix – der Platzhirsch auf dem Streaming-Markt
- Amazon Prime Video – das Komplettpaket
- Sky und Wow – für Fans amerikanischer Produktionen
- Disney+ – der große Streaming-Konkurrent
- Paramount+ – auch ein Studio im Rücken
- Apple TV+ – klein aber oho!
- Joyn – das Freemium-Modell
- RTL+ – deutsche Streaming-Konkurrenz
- Welcher Streaming-Dienst lohnt sich im Vergleich?
Streaming-Dienste im Vergleich
In den vergangenen Jahren wurde das Angebot an namhaften Streaming-Anbietern in Deutschland stark ausgebaut. Netflix ist für viele Nutzer zwar immer noch der Platzhirsch, doch mit Amazon Prime Video, Disney+ und Wow von Sky gibt es weitere große Dienste. Und auch Plattformen wie Paramount+ und Apple TV+ sowie originär deutsche Angebote wie Joyn oder RTL+ sollte man nicht vergessen.
All diese Anbieter bieten meist mehrere Abomodelle für unterschiedliche Nutzeransprüche. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Streaming-Qualität, Anzahl der möglichen Streams und Accounts, sondern auch im Preis. Und noch ein Faktor ist mittlerweile kaum noch wegzudenken: die Werbe-Abos der Anbieter.
Netflix – der Platzhirsch auf dem Streaming-Markt
Bei Netflix können Nutzer eines von drei möglichen Abomodellen wählen, die sich in Streaming-Qualität und teilweise auch in den Inhalten unterscheiden. Generell kann man aber in die Abos ohne und das Abo mit Werbung unterteilen, das dafür am günstigsten ist.
Bei Netflix sind zudem die zahlreichen Eigenproduktionen des Anbieters zu nennen. Dazu gehören Serien wie „Stranger Things“, „Squid Game“, „Bridgerton“ oder „The Witcher“, aber auch Filme wie „Kissing Booth“, „Roma“ oder „Die Schneegesellschaft“. Netflix kauft aber auch im großen Stil Blockbuster ein, die dann zwar nach einiger Zeit wieder aus dem Angebot verschwinden, aber in der Summe doch immer in großer Bandbreite verfügbar sind.
Um auf die Inhalte von Netflix zugreifen zu können, ist ein Abo erforderlich. Der günstigste Einstieg gelingt über das Standard-Abo mit Werbung, das 4,99 Euro im Monat kostet. Hier sehen Nutzer nicht nur kurze Spots, auch einige Inhalte fallen aus Lizenzgründen weg. Wer keine Werbung sehen möchte, muss mindestens 13,99 Euro im Monat bezahlen. So viel kostet das Standard-Abo bei Netflix. Die übrigen Parameter unterscheiden sich nicht von denen des werbefinanzierten Angebotes. Qualitativ einen Sprung nach vorn macht das Premium-Abo, das mit 19,99 Euro im Monat allerdings auch deutlich teurer ist. Das Programm gibt es hier in Ultra-HD-Qualität und statt zwei parallelen Streams sind bis zu vier möglich.
Wichtig: Das Teilen eines Accounts mit Freunden hat Netflix unterbunden. Die parallelen Streams sind somit nur noch in einem Haushalt erlaubt. Allerdings lassen sich ins Standard- oder Premium-Abo haushaltsfremde Zusatzmitglieder aufnehmen. Dafür berechnet Netflix jeweils 4,99 Euro.
Seit dem Deutschlandstart 2014 wurde die Anwendung in viele Smart-TVs, Konsolen und Co. implementiert. Das sorgt in der Regel für einen reibungslosen und flüssigen Stream. Netflix hat inzwischen allerdings einen starken Fokus auf eigene Produktionen gesetzt. Auch stehen Online-Games mittlerweile stark im Fokus des Anbieters.
Der bisweilen recht eintönige Algorithmus, der Nutzern neue Streaming-Vorschläge macht, hat es inzwischen zu einem zweifelhaften Bekanntheitsgrad gebracht. Dafür eignet sich der Anbieter im Vergleich perfekt zum bingen diverser Serien. Nicht umsonst hat sich das Verb „netflixen“ inzwischen bei vielen etabliert.
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Amazon Prime Video – das Komplettpaket
Der zweite große Anbieter auf dem Streaming-Markt ist Amazon Prime Video. Im Gegensatz zu Netflix gibt es kein reines Streaming-Abo. Stattdessen ist das Video-Streaming-Portal im Preis der Amazon-Prime-Mitgliedschaft inbegriffen. Über das Prime-Abo können Nutzer mehrere tausend Filme und Serien streamen. Zusätzlich kann man außerdem fast 30.000 Titel über Amazon kaufen oder ausleihen. Diese Option haben im Übrigen auch Nicht-Prime-Kunden. Zudem produziert auch Amazon mittlerweile seine eigenen Streaming-Inhalte wie etwa die erfolgreichen Serien „The Man in the High Castle“, „The Marvelous Mrs. Maisel“, „Das Rad der Zeit“ oder „Carnival Row“. Auch das „Herr der Ringe“-Spin-off „Die Ringe der Macht“ stammt von Amazon.
Eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft kostet monatlich 8,99 Euro, das Jahresabo insgesamt 89,90 Euro (pro Monat circa 7,49 Euro). 50 Prozent Rabatt gibt es für Studenten und Haushalte mit schwachem Einkommen.
Auch Amazon hat Werbung bei Prime Video eingeführt. Um diese auszuschalten, ist seit 2024 ein Zusatzabo für 2,99 Euro pro Monat notwendig. Mit Freevee hatte das Unternehmen zudem einen kostenfreien, durch Werbung finanzierten Dienst im Angebot. Dieser wurde mittlerweile aber eingestellt und die Inhalte zu Prime Video übertragen.
Das Angebot ist wesentlich umfangreicher als bei Netflix und anderen Konkurrenten. Das gezielte Suchen nach Inhalten ist somit erfolgreicher, wobei einige Filme und Serien, wie bereits erwähnt, nicht im Abo enthalten sind. Auch im Bereich der Eigenproduktionen wird ordentlich nachgebessert. Vor allem was deren Menge angeht, kann Amazon im Streaming-Vergleich zwar nicht mit den Großproduzenten Netflix oder auch Disney+ mithalten, im Hinblick auf Bandbreite und Blockbuster-Potenzial wurde aber etwa mit Serien wie „Die Ringe der Macht“ ordentlich nachgebessert.
Sky und Wow – für Fans amerikanischer Produktionen
Der große Medienkonzern Sky bietet mit Wow auch ein eigenes Streaming-Portal für Filme und Serien. Dabei können Nutzer entscheiden, ob sie mit Wow das flexiblere Streaming-Angebot nutzen oder zusätzlich Zugriff auf das komplette TV-Angebot des Anbieters haben wollen. Dafür bietet Sky zwei Lösungen an: Sky Q über Kabel oder Satellit oder das seit Sommer 2024 in Deutschland verfügbare Sky Stream, das über das Internet realisiert wird.
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Bei Wow gibt es unterschiedliche Pakete, die wahlweise als Monats- oder Jahresabo buchbar sind: Filme & Serien ab 5,98 Euro (Jahr) bzw. 9,98 Euro (Monat), Live-Sport ab 29,99 Euro (Jahr) bzw. 35,99 Euro (Monat) oder das Komplettpaket aus Serien, Filmen und Sport ab 34,97 Euro. Letzteres nennt sich „Alles von Wow“ und ist nur im Monatsabo buchbar.
Das Angebot an Serien und Filmen umfasst vor allem viele bekannte Formate aus den USA – nicht umsonst lief mit dem Fantasy-Epos „Game of Thrones“ auch eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten bei Sky. Allerdings stammt die Serie wie viele andere Highlights auf Sky und Wow von HBO. Da das Studio in Deutschland bald einen eigenen Streaming-Dienst startet, könnte die Serien-Sparte von Sky deutlich reduziert werden. Im Sportbereich hält Sky bis 2029 die Rechte an der Fußball-Bundesliga. Außerdem strahlt die Plattform Rennen der Formel 1, Tennis, Eishockey und weitere Sportarten aus.
Zusätzlich gibt es eine Livestream-Funktion mit einem festen Programm. Sky Q oder Stream sind umfassender und beinhalten jeweils den entsprechenden Receiver, der Zugriff auf das komplette TV-Angebot von Sky gewährt. Dazu gibt es als Erweiterung die Sky Go App. Ein waschechtes Streaming-Angebot ist Sky Q somit allerdings eigentlich nicht.
Gerade für Fans großer amerikanischer Blockbuster eignet sich Sky gut. HBO-Fans kommen in Deutschland bisher kaum um den Anbieter herum – wenn sich das 2026 auch ändern könnte. Durch Wow kann man Filme und Serien unabhängig von den Sky-Sendern streamen, wenn man möchte. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das Sky-Angebot zwar weniger umfangreich, dafür wurde preislich mit Wow etwas nachgebessert und US-Inhalte landen oft nach ihrem Kinostart zuerst bei Sky, bevor sie auch anderswo online abrufbar sind.
Disney+ – der große Streaming-Konkurrent
Mit Disney+ gibt es seit 2019 (Anfang 2020 in Deutschland) einen weiteren namhaften Konkurrenten. Der Streaming-Dienst vereint die großen Marken Disney, Pixar, Star Wars, Marvel und National Geographic. Nachdem das Angebot anfänglich vor allem auf Familien ausgerichtet war, hat Disney+ 2021 mit dem Bereich „Star“ deutlich nachgebessert. Das führte insgesamt zu einer Verschiebung auf dem Streaming-Markt, nicht zuletzt, weil viele Blockbuster etwa von Netflix abwanderten.
Auch Disney+ bietet mittlerweile eine Auswahl verschiedener Abos an. Insgesamt drei stehen zur Wahl: Das Standard-Abo mit Werbung kostet monatlich 5,99 Euro, wer auf Werbung verzichten möchte, zahlt im Standard-Abo 9,99 Euro im Monat oder 99,90 Euro im Jahr. Beide Abos bieten zwei parallele Streams in Full-HD, das Standard-Abo erlaubt zudem Downloads. Das Premium-Abo für 13,99 Euro im Monat oder 139,90 Euro im Jahr ist das umfangreichste Paket. Hier enthalten sind die Downloadfunktion, vier parallele Streams, Dolby Atmos und 4K.
Wer sein Abo mit jemandem außerhalb des eigenen Haushalts teilen möchte, kann dies per Zusatzabo tun. Dieses kostet 4,99 Euro mit Werbung und 5,99 Euro ohne Werbung (Standard und Premium).
Mit Serien wie „The Mandalorian“ oder „WandaVision“ produziert Disney+ inzwischen gefragte Originals aus den studioeigenen Universen, die exklusiv auf dem Portal zu sehen sind. Neue Kinoblockbuster wie „Lilo & Stitch“ oder „Mufasa“ starten außerdem zeitnah auf dem Portal.
Disney+ hat sich zum großen Netflix-Rivalen auf dem Streaming-Markt gemausert. Nachdem es sich mit Star breiter aufgestellt hat, verlor die Plattform auch ihr rein auf Familien ausgerichtetes Image. Nachdem die Verfügbarkeit zum Start noch zu wünschen übrig ließ und in erster Linie im Browser beziehungsweise als mobile App funktionierte, ist Disney+ inzwischen auf nahezu allen aktuellen Geräten nutzbar.
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Paramount+ – auch ein Studio im Rücken
Ein weiterer Streaming-Dienst mit einem Plus im Namen – und auch sonst kann man Paramount+ in vielen Bereichen vor allem mit Disney+ vergleichen. Der Streaming-Dienst hängt ebenfalls an einem namhaften Studio, in diesem Fall Paramount Pictures. Somit landen bekannte Filmreihen wie „Mission: Impossible“ oder „Top Gun“ auf der Plattform.
Inhaltlich und technisch hat der Dienst seit seinem Deutschlandstart im Dezember 2022 etwas aufgeholt. Einige Originals erscheinen monatlich und der Dienst bietet viele Blockbuster exklusiv und auch zeitnah nach dem Erscheinen im Kino. Zu den Highlights gehören etwa die komplette „Yellowstone“-Saga sowie die „Sonic“-Reihe und „Indiana Jones“.
Zum Start gab es lediglich ein Abomodell, das hat sich mittlerweile aber geändert. Nun bietet Paramount+ folgende Abos an: Basis mit Werbung für 5,99 Euro pro Monat, das Standard-Abo für 9,99 Euro pro Monat (Bestandskunden zahlen teils noch 7,99 Euro) und Premium für 12,99 Euro pro Monat.
Paramount+ deckt mit Inhalten von Paramount Pictures, CBS, Showtime, Nickelodeon, MTV, Comedy Central und weiteren eine breite Zielgruppe von Familien bis Serienfans ab. Besonders stark ist die Plattform bei beliebten Franchises wie „Star Trek“, „SpongeBob“, „PAW Patrol“, „Dexter“ oder „Halo“. Viele aktuelle Kinohits landen bereits kurz nach Kinostart beim Streaming-Dienst.
Apple TV+ – klein aber oho!
Apple TV+ macht es Nutzern im Streaming-Vergleich sehr einfach, denn es gibt nur ein einziges Abo. Apples eigener Streaming-Dienst setzt fast ausschließlich auf selbstproduzierte Inhalte und verspricht jeden Monat neue, exklusive Originals. Für 9,99 Euro monatlich stehen gelobte Film- und Serienproduktionen wie „The Morning Show“, „See“ oder „Foundation“ zur Verfügung.
Auch oscarprämierte Produktionen wie „Coda“ kommen inzwischen von Apple. Bis zu sechs Personen können ein solches Abo nutzen; die Freigabe bekommen aber nur sogenannte „Family Sharing Groups“ nach Apples Familienfreigabe. Im Hinblick auf Verfügbarkeit hat Apple in den vergangenen Jahren ordentlich nachgebessert. Lief der Streaming-Dienst anfangs in erster Linie auf eigenen Geräten, so können Nutzer mittlerweile auch über neue Fernseher mit Android TV, den Fire-TV-Stick, Googles Chromecast, die PlayStation und viele andere aktuelle Geräte Apple TV+ streamen.
Apple TV+ hat inzwischen durch seine extrem hochwertigen und exklusiven Eigenproduktionen zumindest qualitativ den Anschluss an die Konkurrenz geschafft. Rein vom Umfang kann der Streaming-Anbieter zwar bisher nicht mithalten, dafür zahlen Kunden auch etwas weniger im Vergleich zu den meisten Streaming-Anbietern. Die meisten Inhalte gibt es außerdem in hochwertiger 4K HDR-Auflösung neben mindestens Dolby Vision-Sound.
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Joyn – das Freemium-Modell
Hinter Joyn steckt ein Freemium-Modell mehrerer deutscher Medienunternehmen, darunter ProSiebenSat.1 und Discovery. In der kostenlosen Variante können Nutzer auf alle Inhalte zugreifen, die auch im linearen Fernsehen laufen – entweder zeitgleich im Livestream oder im Nachhinein in der Mediathek. Das gilt auch für ältere Staffeln bekannter Formate wie etwa „Germany’s Next Topmodel“. Zusätzlich gibt es den Zugriff auf diverse exklusive Inhalte und Eigenproduktionen, die auch bei Joyn Originals heißen.
Mit dem kostenpflichtigen „Joyn PLUS+“-Abo für monatlich 6,99 Euro können Nutzer zudem große US-Serien wie etwa „Grey’s Anatomy“ oder auch deutsche Produktionen wie „Jerks“ streamen. Zudem fällt die moderate Werbung aus der kostenlosen Version bei Joyn PLUS+ weg. Eine Joyn-App gibt es auch, die allerdings zuweilen etwas holprig läuft.
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RTL+ – deutsche Streaming-Konkurrenz
RTL+, vormals TV Now, gehört zur RTL-Gruppe. Somit beinhaltet er die Sender RTL, Vox, NITRO und Co. Viele Inhalte stehen im Free-Account kostenlos und mit wenigen Werbeunterbrechungen entweder zeitgleich zum Fernsehprogramm oder danach in der Mediathek zur Verfügung. Einige exklusive Inhalte gibt es allerdings nur für die zahlende Kundschaft: RTL+ Basic gibt es für 5,99 Euro im Monat, wobei vor und nach einem Video Werbung ausgestrahlt wird. Auf Downloads oder Live-TV müssen Abonnenten jedoch verzichten. Diese Funktionen gibt es mit RTL+ Premium für 8,99 Euro. Hier ist die Werbung nur vor einem Video zu sehen.
Das umfangreichste Paket ist Max für 12,99 Euro im Monat. Es kommt ohne Werbung aus, erlaubt zwei gleichzeitige Streams, Downloads und Live-Inhalte. Neben den Videoinhalten ist auch ein inzwischen recht umfangreiches Musik- und Podcast-Angebot inklusive.
Erfolgreiche Formate des deutschen Fernsehens wie etwa „Der Bachelor“ können mit dem Premium-Abo übrigens bereits im Vorfeld angeschaut werden. Mit RTL+ gibt es außerdem die Eigenproduktionen des Anbieters und auch namhafte Filme und Serien wie „O.C., California“.
Im Vergleich zu Joyn gibt es umfangsmäßig bei RTL+ nur wenige Abstriche, die Inhalte richten sich aber an eine etwas andere Zielgruppe, wie die Sender selbst. Bei der Entscheidung kommt es dementsprechend auf die Sehgewohnheiten der Nutzer an: Schaut man lieber „Let’s Dance“ oder „Germany’s Next Topmodel“? Im Bereich Eigenproduktionen hat RTL+ mächtig aufgeholt. Verfügbar ist RTL+ in erster Linie als App auf aktuellen Geräten, über Fire TV, Chromecast und natürlich im Browser oder als mobile App.
Welcher Streaming-Dienst lohnt sich im Vergleich?
Streaming-Portale gibt es inzwischen viele. Zwar haben die meisten mittlerweile eine recht ähnliche Abo- und Preisstruktur, inhaltlich gibt es jedoch mitunter deutliche Unterschiede. Wie so oft kommt es darauf an, was die Nutzer genau streamen möchten.
| Anbieter | Abo-Preis | gratis Probeabo | Inhalte | Qualität |
|---|---|---|---|---|
| Netflix | Werbung: 4,99 Euro Standard: 13,99 Euro Premium: 19,99 Euro Zusatzabo: 4,99 Euro | nein | eigene Filme und Serien, wechselnde internationale Blockbuster, viele Serien | Werbung: Full-HD, 2 Streams, Downloadfunktion Standard: Full-HD, 2 Streams, Downloadfunktion Premium: 4K, 4 Streams, erweiterte Downloads |
| Amazon Prime Video | 8,99 Euro (Monat) bzw. 89,90 Euro (Jahr) Student: 4,49 Euro (Monat) bzw. 44,90 Euro (Jahr) | ja (30 Tage) | eigene Filme und Serien, großes internationales Angebot, viele Inhalte können zusätzlich geliehen oder gekauft werden | bis zu 4K und Dolby Digital Plus 5.1, Downloadfunktion |
| Sky/Wow | Serien & Filme: ab 5,98 Euro (Jahr) bzw. 9,98 Euro (Monat) Live-Sport: ab 29,99 Euro (Jahr) bzw. 35,99 Euro (Monat) Alles von Wow: ab 34,97 Euro (Monat) | nein | Fokus auf US-amerikanische Großproduktionen wie HBO-Serien, Blockbuster, ggf. auch Sport | Full-HD und Dolby Digital 5.1, Downloadfunktion |
| Disney+ | Werbung: 5,99 Euro Standard: 9,99 Euro (Monat) bzw. 99,90 Euro (Jahr) Premium: 13,99 Euro (Monat) bzw. 139,90 Euro (Jahr) Zusatzabo: 4,99 Euro (Werbung) bzw. 5,99 Euro (Standard, Premium) | nein | Disney, Pixar, Marvel, Star Wars, Fox, National Geographic, Hulu uvm. | Werbung: Full-HD und bis Dolby Digital 5.1, 2 Streams, keine Downloads Standard: Full-HD und bis Dolby Digital 5.1, 2 Streams, Downloadfunktion Premium: bis 4K und Dolby Atmos, 4 Streams, Downloadfunktion |
| Paramount+ | Basis: 5,99 Euro Standard: 9,99 Euro Premium: 12,99 Euro | ja (7 Tage) | Paramount Pictures, Originals | Basis: bis Full-HD, 1 Stream, keine Downloads Standard: bis Full-HD, 2 Streams, Downloadfunktion Premium: bis zu 4K UHD, HDR10 oder Dolby Vision, 4 Streams, Downloadfunktion |
| Apple TV+ | 9,99 Euro | ja (7 Tage) | hochwertige Eigenproduktionen, Filme und Serien | bis zu 4K, HDR und Dolby Vision |
| Joyn | PLUS+: 6,99 Euro | ja (7 Tage) | Inhalte der Sender Pro7, Sat1 etc., eingekaufte Filme und Serien, viele deutsche Produktionen | Free: SD, keine Downloads PLUS+: HD, keine Downloads |
| RTL+ | Basic: 5,99 Euro Premium: 8,99 Euro Max: 12,99 Euro (+Musik) | ja (30 Tage) | Inhalte der Sender RTL, Vox und Co., eingekaufte Filme und Serien | Basic: Full-HD, keine Downloads Premium: Full-HD, Downloadfunktion Max: Full-HD, Downloadfunktion, Musik, Podcast, Hörbücher |
Während Netflix vor allem im Serienbereich und bei Eigenproduktionen Spitzenreiter ist, bietet Amazon Prime Video das größte Angebot insgesamt. Nutzer finden hier beinahe alles, allerdings nicht immer im Abonnement enthalten. Die großen amerikanischen Produktionen gibt es vor allem bei Sky, wo man mit Wow auch recht flexibel, aber für das insgesamt geringere Angebot vergleichsweise teuer unterwegs ist. Disney+ ist für viele inzwischen der größte Netflix-Konkurrent. Hier bekommen Nutzer alle Inhalte von Disney, Marvel, ehemals Fox und Co. größtenteils exklusiv.
Paramount+ hingegen muss sich auf dem Markt nach wie vor etablieren. Dabei helfen sicherlich die studioeigenen Inhalte. Allerdings muss man sagen, dass der Dienst inhaltlich und technisch aufgeholt hat. Auch Apple muss sein Angebot noch deutlich ausbauen, ist aber vor allem wegen der (bereits erschienenen und noch geplanten) hochkarätigen Eigenproduktionen interessant. Joyn und RTL+ sind auf dem deutschen Markt direkte Konkurrenten: Beide funktionieren als Freemium-Modell zu einem ähnlichen Preis. Hier kommt es einfach darauf an, welche Inhalte beziehungsweise Sender eher interessieren.
Je nach Sehgewohnheit kann bereits einer dieser Dienste ausreichen. Da aber Streaming-Anbieter zunehmend Eigenproduktionen auf den Markt werfen, muss man als Film- und Serien-Junkie schon mehrere Abonnements abschließen, um wirklich alles sehen zu können. Bisher laufen die allermeisten Originals nämlich lediglich auf der Heimplattform.