Welches ist das Richtige?

Samsung Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra – der große Vergleich

Samsung Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra
Das neue Samsung Galaxy S20, das S20+ und das S20 Ultra
Foto: Samsung

Samsung hat das Galaxy S20, Galaxy S20+ und Galaxy S20 Ultra im Rahmen eines Unpacked offiziell vorgestellt. Besonderen Fokus legt der Hersteller bei den neuen Smartphones auf die Kamera. Und hier sticht vor allem das Galaxy S20 Ultra ins Auge. TECHBOOK verrät, was die neuen Geräte können.

Nach Monaten voller Gerüchte und vorab geleakten Bildern hatte Samsung während der Vorstellung der Galaxy-S20-Modelle nur noch wenige Überraschungen parat. Die meisten Details zu den neuen Smartphones waren bereits vorab bekannt und wurden während des Unpacked-Events nur noch bestätigt. Das Galaxy S20, das Galaxy S20+ und Galaxy S20 Ultra ergänzen ab sofort das Produktportfolio der Südkoreaner. Und die Smartphones sind nicht nur optisch hübsch anzusehen, sie bieten auch einiges an aktueller Technik. Im Detail unterscheiden sich die Geräte allerdings. TECHBOOK fasst in dieser Meldung alle wichtigen Infos zur Galaxy-S20-Familie zusammen und vergleicht deren Ausstattung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Display und Design
  2. Technische Ausstattung
  3. Vergleichs-Tabelle aller Daten
  4. Kamera
  5. System
  6. Termine und Preise

Galaxy-S20-Modelle mit größeren Displays und 120 Hz

Auf den ersten Blick ähnelt die S20-Familie ihren Vorgängern der Galaxy-S10-Reihe recht stark. Bei beiden Generationen setzt Samsung auf ein leicht gebogenes Infinity-O-Display mit Loch-Notch, das sich über nahezu die gesamte Front erstreckt. Wirft man allerdings einen Blick auf die Rückseite, so zeigen sich hier entscheidende Unterschiede. Denn die Kamera-Anordnung der Galaxy-S20-Modelle ist grundlegend verschieden zu der des Galaxy S10. Die Sensoren sind in einem rechteckigen Verbund unter- und nebeneinander angeordnet. Beim Galaxy S10 prangen sie hingegen in einer horizontalen Linie auf der Rückseite.

Zudem sind die neuen Smartphones etwas größer als bisherige Generationen. Zwischen 6,2 Zoll misst die Displaydiagonale des Galaxy S20, 6,7 Zoll die des Galaxy S20+ und beim Galaxy S20 Ultra sind es sogar ganze 6,9 Zoll. Bei allen Dreien setzt Samsung auf ein farbstarkes DynamicAMOLED und eine Auflösung von 1440 x 3200 Pixel. Aufgrund der unterschiedlichen Displaydiagonalen haben die Geräte allerdings eine unterschiedliche Pixeldichte, die beim größten Modell, dem Galaxy S20 Ultra, am geringsten ausfällt. Dennoch – mit kontraststarken 511 ppi (Pixel per Inch) kommen Nutzer auch hier voll auf ihre Kosten

Neu ist die hohe Bildwiederholungsrate von 120 Hz, die Samsung allen drei neuen Smartphones spendiert hat. Hier wird ein Bild 120 Mal pro Sekunde dargestellt, wodurch Bewegungen besonders flüssig erscheinen. Auch die Abtastrate der Touch-Eingaben wurde auf 240 Hz verdoppelt, sodass die Bildschirme besonders schnell auf Berührungen reagieren. Davon profitieren vor allem Gamer, allerdings nur, wenn die Auflösung auf Full-HD reduziert wird. Die maximale Auflösung der Panels kann nur mit 60 Hz dargestellt werden. Displays mit einer derart hohen Bildwiederholungsrate verbrauchen zudem mehr Strom, weshalb Samsung die Kapazität der Akkus der neuen Modelle angehoben hat.

Samsung Galaxy S20

Das Samsung Galaxy S20 (links) und S20+ (rechts)
Foto: Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Die Ausstattung der Galaxy-S20-Smartphones im Detail

Samsung stockt die Akku-Kapazität auf

4000 mAh (Milliamperstunden) bietet die Batterie des Galaxy S20, 4500 mAh die des Plus-Modells und beim Galaxy S20 Ultra sind es sogar 5000 mAh. Aufgrund seines größeren Displays dürfte das Ultra-Modell aber in etwa die Laufzeit erreichen, die auch das Basismodell Galaxy S20 schafft. Der Akku des Galaxy S20 Ultra bietet neben der hohen Kapazität aber noch eine Besonderheit. Denn anders als die Batterien der beiden anderen Smartphones lässt er sich nicht nur mit bis zu 25 Watt, sondern mit bis zu 45 Watt rasant schnell laden.

Wer sein Smartphone nicht ans Kabel stöpseln möchte, kann dies bei allen drei Geräten auch kabellos tun. Das geschieht mit 15 Watt allerdings etwas langsamer als kabelgebunden. Zu guter Letzt unterstützen die Akkus der drei Smartphones auch das bekannte Reverse Wireless Charging. Das bedeutet, sie können als Ladematte für andere Geräte wie die Kopfhörer Galaxy Buds herhalten, indem sie von ihrer eigenen Akkuladung etwas abgeben.

Eine andere Neuerung dürfte bei vielen Nutzern hingegen für wenig Begeisterung sorgen. Denn Samsung verzichtet bei seinen neuen Smartphones auf einen Klinkenanschluss. Kopfhörer lassen sich beim Galaxy S20 demnach nur noch über USB C oder aber per Bluetooth verbinden.

Neuer Prozessor und 5G-Support

In den Frühjahrs-Modellen von Samsung feiert auch ein neuer Prozessor Premiere. In der Galaxy-S20-Reihe setzt der Hersteller erstmals den hauseigenen Exynos 990 ein (Snapdragon 865 in Nordamerika), der nicht nur bis zu 20 Prozent schneller arbeitet, sondern – je nach Anwendung – auch bis zu 50 Prozent weniger Strom verbraucht als der im Galaxy S10 eingesetzte Exynos 9820. Der neue Chip besitzt acht hochgetaktete Kerne und ist im kompakten 7-Nanometer-Verfahren gefertigt. Er unterstützt nativ 5G, was es für Samsung recht einfach macht, den neuen Mobilfunkstandard zur Verfügung zu stellen. Das Galaxy S20 und Galaxy S20+ sind dementsprechend nicht nur als LTE-Version, sondern auch in einer 5G-Variante erhältlich. Anders das Galaxy S20 Ultra, das ausschließlich mit 5G angeboten wird.

Auch interessant: Das sind die Unterschiede zwischen 5G, LTE und 4G

Für die Grafik ist in den Galaxy-S20-Modellen die Mali-G77 zuständig. Sie bietet Grafikleistung auf oberem Niveau. Passend dazu bietet der Arbeitsspeicher genügend Reserven, um auch für anspruchsvolle Anwendungen gerüstet zu sein. Je nach Modell gibt es zwischen 8 GB und 16 GB RAM. Der interne Speicher fasst beim Galaxy S20 128 GB, beim S20+ und beim Ultra-Modell stehen auch 512 GB zur Auswahl. Braucht es mehr, lässt er sich bei allen drei Modellen per MicroSD-Karte erweitern. Trotz des unterschiedlichen Arbeitsspeichern ist die Leistung des Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra auf einem sehr ähnlichen Niveau. Das Ultra-Modell bietet hingegen mehr Reserven für wirklich anspruchsvolle Anwendungen wie beispielsweise 3D-Gaming. Im Alltag werden Nutzer diese Reserve aber kaum bemerken und benötigen.

Die Daten der Galaxy-S20-Modelle im Vergleich

Daten der Galaxy-S20-Modelle im Vergleich

 

108-Megapixel-Kamera und besserer Zoom – aber nur beim Galaxy S20 Ultra

Samsung baut bereits Kamera-Sensoren mit 108 Megapixel. Das erste Smartphone, das eine solche Kamera besitzt stammt aber nicht aus eigener Herstellung, sondern vom Konkurrenten Xiaomi, mit dem Samsung das Modul entwickelt hat. Er hat die 108-Megapixel-Kamera erstmals im Xiaomi Mi Note 10 eingesetzt. Mit dem Galaxy S20 Ultra reicht Samsung nun aber ein Modell nach, das dem Mi Note 10 Konkurrenz macht. Das größte Modell der Reihe bietet eine Kameraausstattung, die es so bei einem Smartphone von Samsung noch nicht gegeben hat. Das Galaxy S20 Ultra besitzt nicht nur eine 108-Megapixel-Kamera, auch ein Teleobjektiv mit 48 Megapixel und eine Ultra-Weitwinkelkamera mit 12 Megapixel sind an Bord. Komplettiert wird das Quad-Kamera-Konstrukt von einem ToF-Tiefensensor.

Das Vorzeigemodell der Familie besitzt zudem einen Zoom, der besondere Aufmerksamkeit verdient. Eine bis zu 10-fache optische Vergrößerung ist dank des Teleobjektivs verlustfrei möglich. Der digitale Zoom erlaubt es sogar, Objekte mit bis zu 100-facher Vergrößerung heranzuholen. Dann allerdings benötigen Nutzer eine Stabilisierung, da der OIS es nicht schafft, Verwacklungen bei einem solch hohen Zoom auszugleichen.

Samsung Galaxy S20

Drei neue Samsung-Modelle: Das Galaxy S20 (links), S20+ (Mitte) und S20 Ultra (rechts)
Foto: Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Im Vergleich dazu wirkt die Kameraausstattung des Galaxy S20 und S20+ fast schon zurückhaltend, obwohl Samsung im Vergleich zur S10-Familie auch hier aufgestockt hat. Am bescheidensten zeigt sich das Galaxy S20 mit seiner Triple-Kamera. Neben zwei 12-Megapixel-Sensoren (Weitwinkel und Ultra-Weitwinkel) gibt es hier auch ein Teleobjektiv mit 64 Megapixel. Beim Galaxy S20+ kommt zusätzlich noch der ToF-Sensor hinzu, den auch das Ultra-Modell bietet. Sowohl das Galaxy S20 als auch das S20+ erlauben eine 3-fach optische und bis zu 30-fach digitale Vergrößerung. Zudem verfügen sie beide über eine Frontkamera, die Bilder mit bis zu 10 Megapixel aufnimmt. Auch hier gibt es also einen Unterschied zum Galaxy S20 Ultra. Denn dieses Modell bringt eine 40-Megapixel-Frontkamera mit, ist also deutlich pixelstärker.

Zum Weiterlesen: Samsung Galaxy S10+ im Test

Mit allen drei Modellen sind Videoaufnahmen in 8K und mit bis zu 24 fps (Frames per Second) möglich. Diese extrem hohe Auflösung – viermal höher als 4K – ist bislang nur mit mehrere tausend Euro teuren, professionellen Kameras möglich. Mit der Galaxy-S20-Reihe schafft sie es erstmals in Smartphones. Aus den hochauflösenden Aufnahmen kann im Nachgang ein Einzelbild mit bis zu 33 Megapixel errechnet werden. Auch einige neue Modi führt Samsung mit seinen aktuellen Smartphones ein, bzw. verbessert bereits bekannte. Neu ist beispielsweise der Nacht-Hyperlapse-Modus (Zeitraffer) sowie die Möglichkeit, vertikale Panoramen aufzunehmen.

Fazit in Sachen Kamera: Wollen Nutzer die aktuelle Kameratechnik, die auch in der Nachbearbeitung und im Bildzuschnitt viele, nahezu verlustfreie Möglichkeiten bietet, ist das Galaxy S20 Ultra von allen drei Neulingen die beste Wahl.

Samsung Galaxy S20: Android 10 bereits installiert

Wie es sich für Flaggschiffe gehört, hat Samsung ein aktuelles System installiert. Auf allen drei Smartphones läuft Android 10 sowie Samsungs Oberfläche One UI. Hier finden sich somit keine nennenswerten Unterschiede. Im System hat der Hersteller eine künstlich Intelligenz (KI) integriert, die sich an verschiedenen Stellen bemerkbar macht: Zum einen lernen die Galaxy-S20-Modelle das Nutzungsverhalten ihrer Besitzer, wodurch sie Apps schneller starten und sogar vorhersagen können, wann Nutzer welche Apps verwenden möchten. Zum anderen erleichtert die KI laut Samsung einige Fotofunktionen und schlägt Bildoptimierungen für bessere Ergebnisse bei verschiedenen Lichtbedingungen vor.

Zur Entsperrung des Systems haben Nutzer verschiedene Möglichkeiten wie den klassischen PIN oder das Muster. Samsung wirbt aber besonders mit dem Fingerabdrucksensor unterm Display. Er arbeitet auf Ultraschallbasis und soll Fingerabdrücke nicht nur zügiger als bisher, sondern auch besonders zuverlässig erkennen. Den In-Display-Sensor bringen alle drei neuen Galaxy-Modelle mit.

 

Verkaufsstart und Preise

Am 11. Februar vorgestellt bringt Samsung die Modelle der Galaxy S20-Familie am 13. März auf den Markt. Die Preise richten sich nach der Ausstattung. Am günstigsten ist das Galaxy S20 in der LTE-Version mit 128 GB Speicher. 899 Euro verlangt der Hersteller für dieses Modell. Wer zur 5G-Version greift, muss 100 Euro mehr zahlen. Ebenfalls 999 Euro kostet das Galaxy S20+ mit LTE. Die 1000-Euro-Grenze knacken hingegen die Versionen mit 5G, die sowohl mit 128 GB als auch mit 512 GB Speicher zu haben sind. Am teuersten ist jedoch das Samsung Galaxy S20 Ultra, das nur in einer 5G-Version verfügbar ist und das vor allem in Sachen Kamera deutlich mehr zu bieten hat als seine Brüder. Für das Modell mit 128 GB Speicher und 12 GB RAM verlangt Samsung 1349 Euro. Wer die große Speicherversion mit 512 GB und 16 GB RAM wählt, bekommt diese für 1549 Euro.

Fazit des Handy-Vergleichs

Samsung Galaxy S20, S20+ oder S20 Ultra – welches ist das Richtige für mich?

Wer ein Samsung-Smartphone mit aktueller Technik, guter Leistung und guter Kamera haben möchte, kann getrost zum Galaxy S20 greifen. Die Leistung wird den meisten Nutzern mehr als ausreichen und in Sachen System und Softwareneuerungen bietet es die gleiche gute Ausstattung wie die größeren Modelle. Das Galaxy S20+ ist vor allem für diejenigen Käufer interessant, die sich etwas mehr Arbeitsspeicher wünschen und Lust auf ein großes Smartphone haben. Das Modell verfügt auch über einen Kamerasensor mehr, der sich auf die alltägliche Fotografie aber nicht stark auswirken dürfte. Wer hier auf eine Top-Ausstattung wert legt und wer es sich leisten kann, greift zum Galaxy S20 Ultra mit seiner 108-Megapixel-Quad-Kamera. Nicht nur die Auflösung übertrifft die beiden anderen Smartphones in diesem Bereich, vor allem der Zoom dürfte für Handyfotografen interessant sein. Für diese bietet Samsung dann auch gleich eine Version mit größerem Speicher an.