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AirPod-Alternativen: 5 kabellose In-Ear-Kopfhörer im Test

Kabellose In-Ears im Test
Hübsch verstaut: Alle In-Ears im Test haben ein praktisches Etui, das gleichzeitig zum Aufladen dient
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Apple hat mit den komplett kabellosen Airpods einen Verkaufsschlager gelandet. Doch das spezielle Design ist nicht jedermanns Sache – deswegen haben wir fünf True-Wireless-Alternativen von 129–349 Euro getestet.

Der 3,5mm-Klinkenanschluss gehört bei Smartphones der Vergangenheit an. Seit Apple 2016 mit dem iPhone 7 den analogen Kopfhöreranschluss begraben hat, verzichten immer mehr andere Smartphone-Hersteller wie beispielsweise Google mit dem Pixel 2 auch darauf.

Mittlerweile ist der Markt für Bluetooth-Kopfhörer sehr groß und bietet in allen Preisklassen das passende Angebot. In-Ear-Kopfhörer hatten in der Vergangenheit oft noch ein lästiges Verbindungsstück zwischen den Ohrstöpseln, inzwischen erobern komplett kabellose (sogenannte TrueWireless – also „wirklich kabellose“) Modelle den Markt. Apple schaffte mit den Airpods den Durchbruch auf dem Massenmarkt: Die In-Ears werden in einem kleinen Etui verstaut, das gleichzeitig als Ladeschale dient. So müssen keine großen Akkus in die In-Ears integriert werden, da sie beim Verstauen im Schutz-Case immer nachgeladen werden.

Allerdings gefällt das Design der Airpods nicht jedem. Manche erinnern sie an Aufsätze für elektrische Zahnbürsten. Und da sie keine auswechselbaren Gummiaufsätze haben, können sie weder individuell angepasst werden, noch dichten sie besonders gut vor Außengeräuschen ab. Dass es anders geht, beweisen mittlerweile andere Hersteller. Deswegen haben wir fünf aktuelle Modelle in einem Preisbereich von 129–349 Euro getestet.

Bragi Dash Pro In-Ear Kopfhörer

Die Bragi Dash Pro bieten den größten Funktionsumfang. Man kann sie sogar beim Schwimmen tragen
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Bragi The Dash Pro

Eines Vorweg: Die Bragi The Dash Pro haben den größten Coolness-Faktor in unserem Test. Die Verpackung und die Anleitung sind bis ins Detail durchgestylt ähnlich wie bei Apple oder Google. Das Lade-Case in Vollaluminium Hülle wirkt sehr hochwertig. Auch die Stöpsel haben eine schöne Anmutung sowohl optisch als auch haptisch. Und die Kontrollleuchten blinken nicht stupide, sondern pulsieren sanft.

Was die Funktionsvielfalt anbetrifft, sind die The Dash Pro einzigartig: Sie sind wasserdicht und eignen sich zum Schwimmen. Damit das Smartphone nicht mit ins Wasser muss, haben sie einen eigenen Musikplayer mit 4 Gigabyte (GB) Speicher integriert. Das ist auch perfekt für andere Outdoor-Aktivitäten ohne Smartphone. Zudem verfügen sie über Bewegungssensoren, die automatisch Aktivitäten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen erkennen und aufzeichnen. Sie messen den Puls im Ohr, die zurückgelegte Distanz, die Dauer, die Geschwindigkeit sowie den Kalorienverbrauch. Die Aktivitäten lassen sich auch manuell starten.

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Die Steuerung der In-Ears kann per Wisch- und Tipp-Bewegungen direkt an den Hörern erfolgen oder in der Smartphone-App. Selbst mit Kopfgesten lassen sich sich steuern, da sie Bewegungen erkennen. Zudem gibt es einen Sperrmodus für die Touch-Funktionen durch gleichzeitiges drücken beider Hörer. Auch Telefonate können angenommen und geführt werden. Ein Transparenz-Modus verstärkt Außengeräusche für eine bessere Wahrnehmung im Verkehr. Selbst eine Verbindung zu der App iTranslate für Übersetzungen und zu Amazons Alexa ist möglich. Bragi schöpft bislang als einziger Hersteller die Möglichkeiten intelligenter In-Ears voll aus.

Bragi Dash Pro

Sehen gut aus und fassen sich hochwertig an: Man merkt, dass Bragi der Pionier unter den kabellosen In-Ears ist
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Doch gerade die Funktionsvielfalt mit den unzähligen Bewegungsgesten und Steuerungsmöglichkeiten per Kopfbewegungen kann überfordern. Vor allem Kopfbewegungen werden beispielsweise beim Sport versehentlich als Befehle gedeutet. Zum Glück lassen sich diese und viele weitere Optionen in der App deaktivieren und personalisieren.

Der Tragekomfort ist gut und die In-Ears liegen erstaunlich sicher im Ohr. Allerdings saugen sich die Gummiaufsätze manchmal zu sehr im Ohr fest. Dadurch verändert sich auch die Klangqualität zum Negativen. Sitzen die In-Ears optimal im Ohr ist auch der Klang ausgewogen mit guten Bässen und klaren Höhen. An die Klangqualität der Konkurrenz von Sony und Bang und Olufsen kommen sie aber nicht ran.

Das Lade-Case sieht zwar toll aus, ist aber das schwerste und größte im Vergleich. Dafür bietet es am meisten Saft und lädt die Bragis für bis zu 25 Stunden Musikgenuss auf. Die In-Ears selbst halten etwa 4,5 Stunden durch. Wer den intelligentesten und vielseitigsten In-Ear-Kopfhörer sucht, der kommt am The Dash Pro nicht vorbei. Vor allem die Tracking-Fähigkeit beim Schwimmen, Laufen und Radfahren ist einzigartig. Doch das hat seinen Preis: Mindestens 349 Euro.

Vorteile

+ extrem hohe Funktionsvielfalt

+ zum Schwimmen geeignet

+ integrierter Musikplayer mit 4GB-Speicher

+ hochwertig verarbeitet, schickes Design

+ ausgewogener Klang (bei optimalem Sitz im Ohr)

+ sehr umfangreiche Smartphone-App

+ halten bis zu 30 Stunden mit dem Lade-Case durch

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

+ eingebauter Pulsmesser

+ Fitnesstracking mit Aufzeichnung beim Schwimmen, Laufen und Radfahren

Nachteile

– Lade-Case vergleichsweise groß und schwer

– Touch-Felder der In-Ears reagieren sehr empfindlich (wenn die Sperre nicht aktiviert ist)

– die Funktions- und Bedienvielfalt will erlernt und verinnerlicht werden

– saugen sich manchmal im Ohr fest, dadurch schlechterer klang

– kein Update in der App möglich, sondern nur am Computer

Sony In-Ears WF-1000X

Die Sony WF-1000X bieten einen hervorragenden Klang und eine aktive Geräuschunterdrückung, die aber schwach ausgeprägt ist
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Sony WF-1000X

Die Sony-In-Ears sind derzeit die Einzigen in diesem Segment, die eine aktive Geräuschunterdrückung (Noise Cancelling) bieten. Diese funktioniert zwar nicht so gut wie bei den Bügelkopfhörern von Bose (QC 35) aber man merkt eine leichte Reduzierung der Außengeräusche, vor allem der tieferen Frequenzen. Zudem passt sich die Geräuschunterdrückung der Aktivität an. Beim Training im Fitnessstudio funktionierte das sehr gut und blendete die Außengeräusche ab. Man kann aber auch einen Transparenz-Modus aktivieren, um die Außenwelt wahrzunehmen oder die Funktion komplett ausschalten.

Praktisch sind auch die physischen Knöpfe, jeweils einer auf jeder Hörerseite. So lassen sich die Sony-In-Ears auch ausschalten, ohne sie ins Case legen zu müssen. Über die Knöpfe aktiviert man auch das Bluetooth-Pairing sowie die Geräuschunterdrückung. Leider lässt sich mit ihnen nicht die Lautstärke ändern, sondern nur am Smartphone. Zudem gibt es eine Smartphone-App für alle Funktionen.

Leider klappt nicht alles reibungslos: Das Software-Update hat erst nach vielen Versuchen geklappt. Die Verbindung zwischen den beiden Hörern lief nicht absolut stabil, Musik erklang manchmal nur auf einer Seite.

Sony WF-1000X

Nicht jedermanns Geschmack: die Sony-In-Ears ragen am stärksten aus dem Ohr heraus. Es gibt sie auch in Schwarz
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Obwohl die WF-1000X ziemlich weit aus dem Ohr herausragen ist der Sitz dennoch gut dank zahlreicher unterschiedlicher Gummiaufsätze. Das Lade-Case ist im Vergleich zur Konkurrenz relativ groß und wirkt nicht besonders hochwertig. Vor allem der Mechanismus zum Öffnen und Schließen des Deckels wirkt erstaunlich kompliziert und nicht besonders langlebig. Zudem liefert das Lade-Case nur Energie für 9 Stunden, die vollen In-Ears halten gerade mal 3 Stunden durch. Das kann die Konkurrenz besser.

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Auf ganzer Linie überzeugt haben uns die Sony-In-Ears beim Klang. Keiner unserer Kandidaten klang so ausgewogen, dynamisch und mitreißend. Bis in die höchsten Lautstärken klangen sie sehr sauber mit knackigen Bässen und feinen Höhen. Da merkt man Sonys jahrelange Erfahrung bei der Klangabstimmung. Wer den besten Sound bei kabellosen In-Ears sucht, der wird hier fündig. Und das, obwohl die WF-1000x ab 167 Euro bei Online-Anbietern erhältlich sind – und damit unser zweitgünstiges Modell im Vergleich.

Vorteile

+ herausragender Klang

+ guter Sitz im Ohr dank vieler Gummiaufsätze

+ physische Knöpfe schützen vor versehentlichem Bedienen

+ gute Smartphone-App

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

+ gegen Schweiß und Regen resistent

+ fairer Preis

Nachteile

– mittelmäßige Akkuleistung (vor allem bei aktiver Geräuschunterdrückung)

– Geräuschunterdrückung eher schwach

– Lade-Case wirkt sperrig und nicht besonders hochwertig

– gelegentlich bricht die Verbindung zwischen den beiden In-Ears ab

– kein Fitnesstracking

Bang and Olufsen In-Ears Beoplay E8

Die Bang and Olufsen In-Ears Beoplay E8 haben einen feinen Klang und ein hübsches Leder-Case
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Beoplay E8

Auch die dänische Edelmarke Bang & Olufsen hat kabellose In-Ears im Portfolio. Wer wert auf Stil und Klang legt, der ist hier richtig. Die beiden Stöpsel kommen in einem eleganten, leichten und kompakten Lederetui. Zugegeben, das Leder scheint dünn bespannt zu sein und fasst sich nicht wie Luxusleder an. Dennoch liegt es feiner in der Hand als die Kunststoffetuis der Konkurrenz. Der einfache magnetische Schließmechanismus wirkt schön simpel und langlebig.

Der Preis für das leichteste Etui im Feld wird mit der geringsten Akkukapazität erkauft. Diese beträgt nur zusätzliche 8 Stunden. Dafür sind die In-Ears selbst relativ energieeffizient und halten mit einer Ladung bis zu 4 Stunden durch.

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Auch saßen die In-Ears dank diverser Passstücke gut im Ohr, wenn auch nicht so bombenfest wie die Braghi Dash Pro oder die Gear Icon X. Dennoch muss man keine Angst haben, dass sie beim Joggen herausfallen. Die Bedienung der Bang & Olufsen überzeugte nicht komplett: Die Touch-Oberfläche ist zwar nicht so überempfindlich wie bei den Dash Pro und die Befehle sind einfacher zu erlernen. Doch mehrmaliges Tippen wird nicht immer erkannt. Anstatt einen Titel zu überspringen, stoppt dann einfach die Musik. Auch beim Aktivieren wird das Antippen nicht immer sofort erkannt. Ebenfalls ist die Lautstärkeregelung nicht optimal: Durch ein Tippen und Halten rechts (plus) und links (minus) während der Musikwiedergabe wird die Lautstärke angepasst. Das ist nicht besonders exakt und geht relativ langsam vonstatten.

Beoplay E8

Relativ bequem und schönes Design: die Beoplay E8

Sehr gut gefiel uns die Smartphone-App, die auch eine schöne Klangsteuerung bietet. So kann man die Modi „Warm“, „Excited“, „Relaxed“ und „Bright“ einstellen. Doch auch ohne diese Soundoptionen gehört der Klang zu den Stärken der Bang & Olufsen. Neben den Sony WF-1000X klingen die Beoplay E8 am besten, man könnte sogar sagen am audiophilsten. Die Höhen sind sehr fein aufgelöst und bieten eine hohe Transparenz. Dennoch wird auch ein tiefer und sauberer Bass wiedergegeben. Letztendlich ist es Geschmackssache, ob man den rund abgestimmten druckvollen Sony-Sound bevorzugt, oder den etwas feiner und eleganter abgestimmten Band-and-Olufsen-Sound. Mit 299 Euro sind die hochwertigen Beoplay E8 allerdings kein Schnäppchen.

Vorteile 

+ sehr hochaufgelöster und dennoch bassstarker Klang

+ gute Ausdauer der In-Ears

+ sitzen gut im Ohr

+ nicht übertrieben viele Funktionen

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

+ kleines, leichtes Leder-Lade-Case

Nachteile

– Lade-Case bietet nur 8 Stunden extra Ausdauer

– nicht gegen Schweiß und Regen resistent

– Touch-Bedienung nicht immer zuverlässig

– vergleichsweise teuer für den gebotenen Funktionsumfang

– kein Fitnesstracking

Samsung Gear Icon X 2018

Die Samsung Gear Icon X haben das schlichteste Design, das kleinste Lade-Case und sitzen am sichersten im Ohr
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Samsung Gear Icon X

Samsung gehörte mit den Gear Icon X zu den ersten Anbietern kabelloser In-Ears. Seit Kurzem ist die neueste Generation mit der Bezeichnung SM-R140 erhältlich. Der optische Eindruck überzeugt uns sofort: klein, leicht und mit geschmeidigem Softlack überzogen gefallen uns sowohl die In-Ears als auch das kompakteste Ladeetui.

Zudem sitzen die Icon X perfekt im Ohr und haben den angenehmsten Sitz im Vergleich mit der Konkurrenz. Mit ihnen traut man sich jede sportliche Aktivität zu – nur Schwimmen kann man mit ihnen nicht. Gegen Schweiß und Regen sind dennoch geschützt. Auch das Koppeln mit einem iPhone funktionierte sehr einfach und die Bluetooth-Verbindung gefiel uns gut. Die Touch-Bedienung ist zuverlässiger als bei Bang & Olufsen, nur die Lautstärkeregelung mit einer vertikalen Wischbewegung nach oben oder unten funktionierte nicht zuverlässig.

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Allerdings enttäuschten uns die Icon X in zweierlei Hinsicht. Der Klang wurde dem Preisniveau nicht gerecht  – vor allem die leicht verzerrten Höhen und Mitten konnten wir uns nicht erklären, auch als wir ein zweites Testexemplar zum Überprüfen bestellten. Beim Sport und in lauten Umgebungen fällt es etwas weniger auf. Aber in ruhigen Umgebungen merkt man den unklaren Klang. Auch fehlt es an Bass im Vergleich zur hier versammelten Konkurrenz.

Samsung Gear Icon X

Schön unauffällig und bequem: wer es knalliger mag, der kann die Samsung-In-Ears auch in Pink und Hellgrau kaufen
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Die zweite Enttäuschung: Eigentlich sind die Gear Icon X ideal für den Sport geeignet, können die Distanz aufzeichnen, das Lauftempo messen, die Kalorien zählen. Allerdings nicht in Verbindung mit einem iPhone, denn die dafür benötigte App gibt es nicht für iOS-, sondern nur für Android-Geräte.

Die Akkuleistung der In-Ears liegt im Mittelfeld mit etwa drei bis vier Stunden bei einer vollen Ladung. Mit dem Ladeetui lässt sich die Ausdauer verlängern. Leider gibt Samsung keine exakte Stundenanzahl an, für wie lange der Zusatzakku taugt.

Obwohl die Gear Icon X bei uns zunächst eine guten Eindruck weckten, finden wir den Klang und die fehlende iPhone-App für mindestens 199 Euro (UVP 229) enttäuschend. Wer aber ein Android-Handy nutzt, der kann von den Fitness-Funktionen profitieren.

Vorteile

+ schönes, schlichtes Design

+ liegen bequem und sicher im Ohr

+ kleines, leichtes Lade-Etui

+ gute Touch-Bedienung (bis auf die Lautstärke)

+ integrierter Musikplayer mit 4 GB Speicher

+ gegen Schweiß und Regen resistent

+ Fitnesstracking (nur Android-Smartphones)

Nachteile

– schwacher Klang

– keine iPhone-App und damit kein Fitnesstracking

– Pulsmesser fehlt bei den Fitness-Funktionen

– lohnt sich vor allem in Verbindung mit Android- und Samsung-Smartphones

Zolo Liberty +

Haben uns positiv überrascht: die günstigen Zolo Liberty+
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Zolo Liberty+

In letzter Minute erreichten uns noch die Zolo Liberty+ in der Redaktion. Im Vergleich zu den anderen Kandidaten wirken die Zolo für 129 Euro wie ein Schnäppchen. Dabei handelt es sich sogar und das teurere Modell dieser Serie. Für 99 Euro gibt es nämlich eine leicht abgespeckte Version. Hauptunterscheidungsmerkmal ist hier die Akkukapazität des Ladeetuis. Während schon die günstigere Version eindrucksvolle 24 Stunden Energie liefern soll, werden bei den Liberty + sensationelle 48 Stunden versprochen. Die In-Ears selbst halten etwa 3 Stunden durch.

Die Zolo-In-Ears sind zwar etwas einfacher konstruiert, was aber nicht unbedingt von Nachteil ist. Wo die Konkurrenz ein Touch-Bedienfeld anbietet handelt es sich bei den Liberty+ nur um ein Fläche zum Drücken. Doch dadurch erhält man immer ein klares Feedback. Langes halten rechts bewirkt einen Titelsprung von vorn. Langes Halten links bewirkt einen Titelsprung zurück. Ein Klick Stopt die Musik, ein weiterer setzt sie fort. Ein Doppelklick aktiviert Siri. Das alles ist einfach, aber effektiv.

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Bei diesem Preis waren wir besonders auf die Klangqualität gespannt. Und staunten nicht schlecht, wie druckvoll und unterhaltsam die Zolo Liberty+ unsere Musik wiedergegeben haben. Sie klangen zwar nicht so sauber und ausgewogen wie die Sony-In-Ears und auch nicht so fein wie die von Bang and Olufsen, doch für den Preis von 129 Euro fanden wir die Klangqualität erstaunlich gut. Vor allem wer saftigen Bass mag, der wird hier bedient.

Zolo Liberty +

Wer sich an dem etwas klobigen Design und dem großen Schriftzug nicht stört, der bekommt guten Klang fürs Geld
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Enttäuschend war leider der Sitz im Ohr. Mit keinem der gelieferten Ohrpassstücke gelang uns ein sicherer Sitz. Zwar hielten sich die Zolos selbst beim Joggen im Ohr, aber glitten mit der Zeit leicht heraus, was nicht vertrauenserweckend auf uns wirkte. Man kann hier aber auch mit Ohrpassstücken aus dem Zubehörhandel experimentieren.

Auch das Ladeetui wirkte im Vergleich zu der Konkurrenz etwas verspielter und kratzempfindlicher. Zudem ist es relativ schwer aufgrund der großen Akkukapazität. Dennoch: die Zolo Liberty+ boten in diesem Vergleich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man auf Fitnesstracking verzichten kann und sich an dem klobigen Design nicht stört.

Vorteile

+ sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

+ guter Klang mit kräftigen Bässen

+ Ladeetui mit höchster Kapazität

+ einfache, zuverlässige Bedienung

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

Nachteile

– sitzen mit den mitgelieferten Passstücken nicht optimal im Ohr

– klobiges Design der In-Ears

– schweres Lade-Etui

– magnetischer Schließmechanismus öffnet sich zu leicht

– kein Fitnesstracking