Nokia, Sennheiser & Co.

Airpods-Alternativen: Die besten kabellosen In-Ear-Kopfhörer im Test

Apple AirPods-Alternativen
Viele Konzepte ein Ziel: Alle wollen ein Stück von dem Apple-AirPods-Hype abhaben und entwickeln eigene True Wireless In-Ears wie Zolo (oben links), Sennheiser (oben rechts) und Nokia (unten)
Foto: Techbook

Obwohl schon seit zwei Jahren auf dem Markt, sind Apples kabellose Airpods immer noch ein Verkaufsschlager. Doch das spezielle Design ist nicht jedermanns Sache – deswegen haben wir sechs True-Wireless-Alternativen von 86–296 Euro getestet mit einer Überraschung von Nokia.

Mittlerweile ist der Markt für Bluetooth-Kopfhörer sehr groß und bietet in allen Preisklassen das passende Angebot. In-Ear-Kopfhörer hatten in der Vergangenheit oft noch ein lästiges Verbindungsstück zwischen den Ohrstöpseln, inzwischen erobern komplett kabellose (sogenannte True Wireless – also „wirklich kabellose“) Modelle den Markt.

Apple schaffte mit den Airpods den Durchbruch auf dem Massenmarkt: Die In-Ears werden in einem kleinen Etui verstaut, das gleichzeitig als Ladeschale dient. So müssen keine großen Akkus in die In-Ears integriert werden, da sie beim Verstauen im Schutz-Case immer nachgeladen werden.

Jetzt kommt Samsungs Alternative zu Apples AirPods

Allerdings gefällt das Design der Airpods nicht jedem. Manche erinnern sie an Aufsätze für elektrische Zahnbürsten. Und da sie keine auswechselbaren Silikon-Ohrstöpsel haben, können sie weder individuell angepasst werden, noch dichten sie besonders gut vor Außengeräuschen ab. Dass es anders geht, beweisen mittlerweile andere Hersteller. Deswegen haben wir sechs Modelle in einem Preisbereich von 86–296 Euro getestet.

Nokia True Wireless Earbuds mit Laderöhrchen

Einfach, praktisch, gut: Im Gegensatz zur True-Wireless-Konkurrenz hebt sich Nokia mit eigenem sehr minimalistischen Design ab
Foto: Techbook

Nokia True Wireless Earbuds

Nokia, das war die finnische Handy-Kultmarke der Nullerjahre. Doch dann kam das iPhone und zerstörte das Geschäft mit nicht-smarten Handys. Mittlerweile ist Nokia zurück und verkauft sowohl simple oldschool Handys als auch Smartphones. Doch die große Überraschung: Die Finnen haben auch True-Wireless-In-Ears im Angebot.

Anders als die Konkurrenz geht Nokia eigene Wege beim Design: Das Lade-Case kommt nicht im Etui-Design, sondern als kleines Alu-Röhrchen. Auf der einen Seite des Röhrchens sind Kontrollleuchten und ein USB-C-Anschluss zum Laden. Auf der anderen Seite lässt sich das Ende drücken, wodurch die beiden In-Ears wie in einer Schublade herausgleiten.

ANZEIGE

Nokia True Wireless Bluetooth-Stereo-Kopfhörer

✔️ Optimale Passform durch verschiedene Ohrstöpsel
✔️ Inklusive Ladebehälter
✔️ Original Nokia Zubehör

Die zylindrische Form des Etuis hat Vor- und Nachteile: Sie ist weniger klobig in Jacken und Hosentaschen und somit ideal für unterwegs, was ein wichtiges Kriterium ist. Schließlich hat man das Lade-Case immer dabei. Allerdings kann es auf schrägen Flächen leicht wegrollen, im Gegensatz zu einem Etui.

Nokia True Wireless Earbuds

Kleiner geht es kaum: Die Nokia True Wireless sind sehr kompakt und sitzen dadurch vergleichsweise unauffällig im Ohr
Foto: Techbook

Ultrakompaktes In-Ear-Design

Eine weitere Überraschung: die In-Ears selbst. Bislang sind die meisten True Wireless eine ziemlich klobige Angelegenheit. Je nach Hersteller gelingt es mehr oder weniger gut die komplexe Technik samt Akku in den Hörern unterzubringen. Doch nicht so bei Nokia. Solch ein kompaktes Design haben wir bislang nicht erlebt. Sie sehen nahezu aus wie normale kabelgebundene In-Ears, denen einfach das Kabel abgeschnitten wurde. Genial! So haben wir uns schon immer True-Wireless-In-Ears gewünscht.

Erstaunlich, dass keiner der großen Kopfhörer-Spezialisten es bislang geschafft hat, ein derart minimalistisches Design zu kreieren wie Nokia.

Bei dieser kompakten Bauweise waren wir skeptisch, was den Klang betrifft. Dann der erste Eindruck: ganz schön klarer Sound – und sehr transparent, ohne übertrieben nervige Höhen. Tatsächlich hört man Details besser heraus, als bei einigen der Konkurrenten. Das ist schon mal beeindruckend. Und der Bass? Erstaunlich gut. Zumindest mit den mittleren Ohrpassstücken. Als wir auf die großen Silikon-Stöpsel wechselten gewann der Bass deutlich an Volumen und konnte locker mit den besten In-Ears im Vergleich mithalten.

Auch interessant: Ist Sony jetzt besser beim Noise Cancelling als Bose?

Insgesamt ist der Sound für einen Kopfhörer unter 90 Euro und bei dieser Größe sensationell gut. Das Einzige, was man bemängeln kann, ist manchmal eine gewisse Kühle im Klang durch den analytischen Charakter. Wer aber klaren, detailreichen und druckvollen Sound mag, der wird die Nokia-In-Ears mögen.

Jeder der In-Ears verfügt über einen Druckknopf: Damit werden alle wichtigen Funktionen bedient, vom Ein-und-Ausschalten, bis hin zur Anrufannahme, Lautstärkeregelung und zum Titelwechsel. Das ist zwar etwas fummelig, weil die In-Ears sehr klein sind. Aber wir finden Druckknöpfe immer noch besser, als Touch-Oberflächen, die aus Versehen Funktionen auslösen.

True Wireless In-Ears im Vergleich

Erstaunlich, wie kompakt Nokia seinen True Wireless im Vergleich zur Konkurrenz gestalten konnte: Nokia, Sennheiser und Zolo (von links nach rechts)
Foto: Techbook

Keine Spielereien, dafür kleine Macken

Eine Smartphone-App mit Spielereien bietet Nokia nicht an, vermisst haben wir sie aber nicht. Der Akku hält laut Hersteller nach einer Aufladung 3,5 Stunden durch. In Verbindung mit dem Lade-Case sind es 14 Stunden bei reinem Musikhören. Das ist nicht außergewöhnlich, liegt aber im guten Mittelfeld und reicht im Alltag aus. Zudem ist das Laderöhrchen sehr leicht und nervt nicht beim Transport.

Doch auch die Nokia True Wireless Earbuds sind nicht perfekt: Wenn man sie ausschaltet und ins Laderöhrchen packt, verbinden sie sich trotzdem mit dem Smartphone. Auch wenn man Anrufe annimmt, wird das Telefonat an die In-Ears geleitet, obwohl sie nicht im Ohr stecken, sondern im Lade-Case. Und leider schaltet sich die Musik nicht von alleine aus, wenn man sie aus dem Ohr nimmt, sondern läuft einfach weiter. Man muss also manuell eingreifen.

Außerdem: Das kleine Format ist zwar genial und unauffällig im Ohr, aber man muss sehr vorsichtig beim Hantieren sein, da sie sonst leicht aus der Hand fallen – also nichts für Grobmotoriker.

Dennoch: Für rund 86 Euro bieten die Nokia In-Ears ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und bekommen deswegen unsere Kaufempfehlung.

Vorteile

+ sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

+ angenehm transparenter Klang mit kräftigen Bässen

+ ultrakompaktes Design der In-Ears

+ sehr leichtes und kleines Laderöhrchen

+ einfache, zuverlässige Bedienung

+ guter Sitz im Ohr

Nachteile

– keine Smartphone-App

– kein Transparenz-Modus für Außengeräusche

– verbinden sich gelegentlich unerwünscht mit dem Smartphone

Sennheiser Momentum True Wireless mit Ladeetui

Schön praktisch: Das Ladeetui der Sennheiser Momentum True Wireless hält mit starken Magneten die In-Ears bombenfest und damit sicher in ihrer Lade-Position
Foto: Techbook

Sennheiser Momentum True Wireless

Der deutsche Kopfhörer-Hersteller Sennheiser hat erstaunlich lange gebraucht, um seine ersten komplett kabellosen In-Ears auf den Markt zu bringen. Nun sind sie also da und die große Frage lautet: Wird die lange Wartezeit mit besserer Technik als bei der Konkurrenz belohnt?

Zunächst das Design: Im Gegensatz zu Nokia zeigt man sich bei Sennheiser wenig experimentierfreudig und verstaut die Technik der In-Ears im relativ klobige Gehäuse. Immerhin haben sie ein schönes Design mit glänzenden Alu-Elementen, die gleichzeitig als Oberflächen für die Touch-Bedienung dienen. Zudem sitzen sie bequem und sicher im Ohr, was nicht auf jeden der Konkurrenten im Vergleich zutrifft. Insgesamt also ein gelungenes Design.

Auch interessant: Das taugen Aldis kabellose Kampfpreis-Kopfhörer wirklich

Das trifft auch auf das Lade-Etui zu. Vom Formfaktor her zwar konventionell, macht es aber mit einer schönen Stoffbespannung einen hochwertigen Eindruck. Besonders gut gefällt uns die starke magnetische Aufnahme der In-Ears. Anders als beispielsweise bei den Nokia oder Zolo In-Ears sitzen sie wirklich bombenfest, womit das Aufladen immer garantiert ist.

Fein abgestimmter und räumlicher Klang

Nun aber zum wichtigsten Aspekt: dem Klang. Schließlich gehört Sennheiser zu den Audio-Spezialisten. Und tatsächlich hört man heraus, dass der deutsche Hersteller dem Momentum True Wireless eine eigene Note verpasst hat. Er klingt nicht nur transparent und klar wie der Nokia, sondern offenbart auch eine weiträumige Bühne. So bekommt jeder Song eine leichte Live-Atmosphäre spendiert. Man fühlt sich vom Klang regelrecht umhüllt auf eine natürliche Art und Weise.

ANZEIGE

Sennheiser MOMENTUM True Wireless Bluetooth-Ohrhörer

✔️ intuitive Touchpad-Technologie
✔️ kompaktes Ladeetui für zwei komplette zusätzliche Aufladungen unterwegs
✔️ jede Note und jeder Beat in Studioqualität

Zudem ist der Sennheiser-Klang auch eher was für Feingeister, denn im Gegensatz zum Nokia oder Zolo ist der Tiefbass nicht so präsent. Somit klingt der Momentum sehr ausgeglichen – für echte Bass-Fans ist er aber nicht die erste Wahl. Auch hier hängt die Bassstärke von der Wahl der richtigen Silikon-Stöpsel ab.

Was uns nicht so gut gefallen hat, war hingegen die Touch-Bedienung. Man muss schon mit dem flachen Finger tippen, weil Fingerspitzen nicht erkannt werden. Mit ein wenig Eingewöhnung kriegt man den Dreh raus und erlernt auch die unterschiedlichen Funktionen, die dem linken und rechten Hörer zugeordnet werden. Praktisch: Die Musikwiedergabe stoppt automatisch, sobald man sie aus dem Ohr nimmt.

Sennheiser Momentum True Wireless

Schönes Design, aber recht groß: die Sennheiser Momentum True Wireless
Foto: Techbook

Eine Kontrollleuchte ist zu wenig

Das Lade-Case hat nur eine Kontrollanzeige, die durch unterschiedliche Farben und Blink-Modi den Ladestand sowohl des Etuis als auch der In-Ears anzeigt. Das fanden wir sehr verwirrend und kompliziert zum Merken. Vier Stunden Musikhören mit einer Ladung und zwölf zusätzliche Stunden Kapazität im Lade-Case liegen dafür im guten Mittelfeld.

Zudem gibt es eine Sennheiser-App speziell für die Momentum True Wireless. Damit lässt sich der Transparenz-Modus einstellen, um Außengeräusche besser wahrzunehmen. Auch der Klang lässt sich verändern, wobei uns die Standardeinstellung am besten gefiel.

Insgesamt ist der Sennheiser Momentum True Wireless ein gelungener und ausgewogener In-Ear, ohne sich durch besondere Features wie ein aktives Noise Cancelling abzuheben. Daher empfinden wir die 296 Euro, die man derzeit für diesen True Wireless ausgeben muss, als zu viel.

Vorteile

+ räumlicher, detailreicher und ausgewogener Klang

+ schönes und leichtes Design beim In-Ear und Ladecase

+ sehr guter und bequemer Sitz im Ohr

+ Musik stoppt automatisch, wenn man die In-Ears aus dem Ohr nimmt

+ Smartphone-App

+ Transparenz-Modus für Außengeräusche

Nachteile

– sehr teuer

– keine besonderen Features für den Preis

– Touch-Bedienung gewöhnungsbedürftig

Sony In-Ears WF-1000X

Die Sony WF-1000X bieten einen hervorragenden Klang und eine aktive Geräuschunterdrückung, die aber schwach ausgeprägt ist
Foto: TECHBOOK

Sony WF-1000X

Die Sony-In-Ears sind derzeit die Einzigen in diesem Segment, die eine aktive Geräuschunterdrückung (Noise Cancelling) bieten. Diese funktioniert zwar nicht so gut wie bei den Bügelkopfhörern von Bose (QC 35) aber man merkt eine leichte Reduzierung der Außengeräusche, vor allem der tieferen Frequenzen. Zudem passt sich die Geräuschunterdrückung der Aktivität an. Beim Training im Fitnessstudio funktionierte das sehr gut und blendete die Außengeräusche ab. Man kann aber auch einen Transparenz-Modus aktivieren, um die Außenwelt wahrzunehmen oder die Funktion komplett ausschalten.

ANZEIGE

Sony WF-1000X True Wireless Kopfhörer inkl. Lade-Etui

✔️ erhältlich in gold oder schwarz
✔️ Bluetooth 4.1 und NFC Funktion
✔️ branchenführende Geräuschminimierung
✔️ Etui mit Ladefunktion

Praktisch sind auch die physischen Knöpfe, jeweils einer auf jeder Hörerseite. So lassen sich die Sony-In-Ears auch ausschalten, ohne sie ins Case legen zu müssen. Über die Knöpfe aktiviert man auch das Bluetooth-Pairing sowie die Geräuschunterdrückung. Leider lässt sich mit ihnen nicht die Lautstärke ändern, sondern nur am Smartphone. Zudem gibt es eine Smartphone-App für alle Funktionen.

Leider klappt nicht alles reibungslos: Das Software-Update hat erst nach vielen Versuchen geklappt. Die Verbindung zwischen den beiden Hörern lief nicht absolut stabil, Musik erklang manchmal nur auf einer Seite.

Sony WF-1000X

Nicht jedermanns Geschmack: die Sony-In-Ears ragen am stärksten aus dem Ohr heraus. Es gibt sie auch in Schwarz
Foto: TECHBOOK

Obwohl die WF-1000X ziemlich weit aus dem Ohr herausragen ist der Sitz dennoch gut dank zahlreicher unterschiedlicher Gummiaufsätze. Das Lade-Case ist im Vergleich zur Konkurrenz relativ groß und wirkt nicht besonders hochwertig. Vor allem der Mechanismus zum Öffnen und Schließen des Deckels wirkt erstaunlich kompliziert und nicht besonders langlebig. Zudem liefert das Lade-Case nur Energie für 9 Stunden, die vollen In-Ears halten gerade mal 3 Stunden durch. Das kann die Konkurrenz besser.

Auch interessant: Das sind die fast perfekten Sport-Kopfhörer

Auf ganzer Linie überzeugt haben uns die Sony-In-Ears beim Klang. Keiner unserer Kandidaten klang so ausgewogen, dynamisch und mitreißend. Bis in die höchsten Lautstärken klangen sie sehr sauber mit knackigen Bässen und feinen Höhen. Da merkt man Sonys jahrelange Erfahrung bei der Klangabstimmung. Wer den besten Sound bei kabellosen In-Ears sucht, der wird hier fündig. Und das, obwohl die WF-1000x ab 137 Euro bei Online-Anbietern erhältlich sind – und damit unser zweitgünstiges Modell im Vergleich.

Vorteile

+ herausragender Klang

+ guter Sitz im Ohr dank vieler Gummiaufsätze

+ physische Knöpfe schützen vor versehentlichem Bedienen

+ gute Smartphone-App

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

+ gegen Schweiß und Regen resistent

+ fairer Preis

Nachteile

– mittelmäßige Akkuleistung (vor allem bei aktiver Geräuschunterdrückung)

– Geräuschunterdrückung eher schwach

– Lade-Case wirkt sperrig und nicht besonders hochwertig

– gelegentlich bricht die Verbindung zwischen den beiden In-Ears ab

Bang and Olufsen In-Ears Beoplay E8

Die Bang and Olufsen In-Ears Beoplay E8 haben einen feinen Klang und ein hübsches Leder-Case
Foto: TECHBOOK

Beoplay E8

Auch die dänische Edelmarke Bang & Olufsen hat kabellose In-Ears im Portfolio. Wer wert auf Stil und Klang legt, der ist hier richtig. Die beiden Stöpsel kommen in einem eleganten, leichten und kompakten Lederetui. Zugegeben, das Leder scheint dünn bespannt zu sein und fasst sich nicht wie Luxusleder an. Dennoch liegt es feiner in der Hand als die Kunststoffetuis der Konkurrenz. Der einfache magnetische Schließmechanismus wirkt schön simpel und langlebig.

Der Preis für das leichteste Etui im Feld wird mit der geringsten Akkukapazität erkauft. Diese beträgt nur zusätzliche 8 Stunden. Dafür sind die In-Ears selbst relativ energieeffizient und halten mit einer Ladung bis zu 4 Stunden durch.

Auch interessant: Die vielleicht leisesten Kopfhörer der Welt

Auch saßen die In-Ears dank diverser Passstücke gut im Ohr, wenn auch nicht so bombenfest wie die Gear Icon X. Dennoch muss man keine Angst haben, dass sie beim Joggen herausfallen. Die Bedienung der Bang & Olufsen überzeugte nicht komplett: Mehrmaliges Tippen wird nicht immer erkannt. Anstatt einen Titel zu überspringen, stoppt dann einfach die Musik. Auch beim Aktivieren wird das Antippen nicht immer sofort erkannt. Ebenfalls ist die Lautstärkeregelung nicht optimal: Durch ein Tippen und Halten rechts (plus) und links (minus) während der Musikwiedergabe wird die Lautstärke angepasst. Das ist nicht besonders exakt und geht relativ langsam vonstatten.

Beoplay E8

Relativ bequem und schönes Design: die Beoplay E8

Sehr gut gefiel uns die Smartphone-App, die auch eine schöne Klangsteuerung bietet. So kann man die Modi „Warm“, „Excited“, „Relaxed“ und „Bright“ einstellen. Doch auch ohne diese Soundoptionen gehört der Klang zu den Stärken der Bang & Olufsen. Neben den Sennheiser Momentum True Wireless klingen die Beoplay E8 am audiophilsten. Die Höhen sind sehr fein aufgelöst und bieten eine hohe Transparenz. Dennoch wird auch ein tiefer und sauberer Bass wiedergegeben. Letztendlich ist es Geschmackssache, ob man den druckvollen Sound von Nokia, Sony und Zolo bevorzugt, oder den feiner und eleganter abgestimmten Sound von Bang and Olufsen sowie Sennheiser.

ANZEIGE

B&O PLAY by Bang & Olufsen 1644126

✔️ elegante Bluetooth-Kopfhörer in schwarz, charcoal oder pink
✔️ Mit Easy Touch Steuerung
✔️ Lade-Etui aus echtem Leder
✔️ Bang und Olufsen Signature Sound

Die beste Nachricht zum Schluss: Mittlerweile sank der Preis von 300 auf 173 Euro.

Vorteile 

+ hochaufgelöster und dennoch bassstarker Klang

+ gute Ausdauer der In-Ears

+ sitzen gut im Ohr

+ nicht übertrieben viele Funktionen

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

+ kleines, leichtes Leder-Lade-Case

Nachteile

– Lade-Case bietet nur 8 Stunden extra Ausdauer

– nicht gegen Schweiß und Regen resistent

– Touch-Bedienung nicht immer zuverlässig

JBL Free X

Mit den JBL Free X hat auch die amerikanische Marke einen True-Wireless-In-Ear im Angebot
Foto: TECHBOOK

JBL Free X

Wer einen preiswerten True-Wireless-In-Ear sucht, der kommt am JBL Free X nicht vorbei. Mit einem aktuellen Preis von rund 113 Euro kann keine der bekannten Audio-Marken wie Sony, Sennheiser oder Bang & Olufsen mithalten.

Obwohl die JBL In-Ears keine herausragenden Ausstattungsmerkmale haben, überzeugen sie mit ihren Handling-Qualitäten: Sie sind leicht und liegen sehr gut im Ohr, obwohl sie nicht so klein sind wie die Nokia Earbuds. Dennoch gehören sie zu den In-Ears mit dem besten Tragekomfort in unserem Test.

Das Ladecase macht einen robusten Eindruck. Allerdings wirkt das Gehäuse aus Plastik nicht besonders hochwertig. Und auch die Größe liegt über dem Durchschnitt. Dafür entschädigt das Ladecase mit guter Akkukapazität, die für 20 Stunden zusätzlicher Ausdauer bei den In-Ears sorgt. Diese halten mit einer Ladung bis zu vier Stunden durch und gehören so zu den besten in unserem Testfeld.

JBL Free X

Die JBL Free X bieten gute Alltagsqualitäten, nur der Klang hat uns nicht ganz überzeugt
Foto: TECHBOOK

Da Schweiß den JBL Free X nichts ausmacht, sind sie gut für sportliche Aktivitäten geeignet. Zudem machen sie einen robusten Eindruck. Gut gefallen hat uns die simple Bedienung: Mit jeweils einem großen Druckknopf rechts und links lassen sich einfache Funktionen wie das Ein- und Ausschalten, Titelüberspringen, Musikanhalten und Anrufannahme ausführen. Leider kann die Lautstärke nur am Smartphone reguliert werden.

Eine Smartphone-App wird zwar nicht angeboten, schmerzlich vermisst haben wir sie nicht. Sinnvoll wäre sie vor allem für zukünftige Software-Updates.

Etwas enttäuscht waren wir hingegen beim Sound. Generell klingen die JBL nicht schlecht. Für unseren Geschmack sind die Höhen aber zu überpräsent. Das wird besonders bei höheren Lautstärken deutlich, indem sie sehr spitz rüberkommen und so auch leichter zum Verzerren neigen. Schade, aber da hat es JBL mit der transparenten Abstimmung ein wenig übertrieben. Wer jedoch ein helles Klangbild ohne wuchtige Bässe mag, könnte sie durchaus mögen.

Insgesamt sind die JBL für rund 113 Euro ein faires Angebot, mit sehr guter Ausdauer und robuster Anmutung.

Vorteile

+ robust

+ liegen bequem und sicher im Ohr

+ sehr gute Knopf-Bedienung (bis auf die Lautstärke)

+ gegen Schweiß und Regen resistent

+ sehr gute Ausdauer

Nachteile

– etwas zu helle Klangabstimmung

– keine Smartphone-App

– klobiges Ladecase

Zolo Liberty +

Haben uns positiv überrascht: die günstigen Zolo Liberty+
Foto: TECHBOOK

Zolo Liberty+

Im Vergleich zu den anderen Kandidaten wirken die Zolo Liberty+ für mittlerweile 110 Euro wie ein Schnäppchen. Nur die Nokia-In-Ears sind günstiger. Dafür bieten die Zolo eine sensationelle Akkukapazität im Ladeetui. Während schon die günstigere Zolo-Liberty-Version eindrucksvolle 24 Stunden Energie liefern, werden bei den Liberty + sensationelle 48 Stunden versprochen. Die In-Ears selbst halten etwa 3 Stunden durch.

Die Zolo-In-Ears sind zwar etwas einfacher konstruiert, was aber nicht unbedingt von Nachteil ist. Wo die Konkurrenz ein Touch-Bedienfeld anbietet handelt es sich bei den Liberty+ nur um ein Fläche zum Drücken. Doch dadurch erhält man immer ein klares Feedback. Langes halten rechts bewirkt einen Titelsprung von vorn. Langes Halten links bewirkt einen Titelsprung zurück. Ein Klick Stopt die Musik, ein weiterer setzt sie fort. Ein Doppelklick aktiviert Siri. Das alles ist einfach, aber effektiv.

Auch interessant: Das sind die besten Kopfhörer bis 100 Euro

Bei diesem Preis waren wir besonders auf die Klangqualität gespannt. Und staunten nicht schlecht, wie druckvoll und unterhaltsam die Zolo Liberty+ unsere Musik wiedergegeben haben. Sie klangen zwar nicht so sauber und ausgewogen wie die Sony-In-Ears und auch nicht so fein wie die von Bang and Olufsen, doch für den Preis von 110 Euro fanden wir die Klangqualität erstaunlich gut. Vor allem wer saftigen Bass mag, der wird hier bedient.

ANZEIGE

Zolo Liberty+ Bluetooth Kopfhörer True Wireless

✔️ Kopfhörer mit revolutionären Graphenmembranen
✔️ leichter Verbindungsaufbau mit Ihrem Gerät
✔️ Mikrofone sind für Stimmenerkennung optimiert

Enttäuschend war leider der Sitz im Ohr. Mit keinem der gelieferten Ohrpassstücke gelang uns ein sicherer Sitz. Zwar hielten sich die Zolos selbst beim Joggen im Ohr, aber glitten mit der Zeit leicht heraus, was nicht vertrauenserweckend auf uns wirkte. Man kann hier aber auch mit Ohrpassstücken aus dem Zubehörhandel experimentieren.

Auch das Ladeetui wirkte im Vergleich zu der Konkurrenz etwas verspielter und kratzempfindlicher. Zudem ist es relativ schwer aufgrund der großen Akkukapazität. Dennoch: die Zolo Liberty+ bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man sich an dem klobigen Design nicht stört.

Vorteile

+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

+ guter Klang mit kräftigen Bässen

+ Ladeetui mit höchster Kapazität

+ einfache, zuverlässige Bedienung

+ Transparenz-Modus zuschaltbar

Nachteile

– sitzen mit den mitgelieferten Passstücken nicht optimal im Ohr

– klobiges Design der In-Ears

– schweres Lade-Etui

– magnetischer Schließmechanismus öffnet sich zu leicht