True-Wireless-Kopfhörer im Test

Die 14 besten Alternativen zu Apples AirPods und AirPods Pro

AirPods-Alternativen im Test. Im Foto: die Huawei FreeBuds Lite
Gibt es die AirPods jetzt auch in Schwarz? Nein, das hier ist der Huawei Freebuds Lite
Foto: TECHBOOK

Apples kabellose AirPods und AirPods Pro sind Verkaufsschlager. Wer sich mit ihnen nicht anfreunden kann, hat Glück: Es gibt zahlreiche hochwertige und günstige AirPods-Alternativen. TECHBOOK hat die besten True-Wireless-Kopfhörer in verschiedenen Preisklassen für Sie getestet.

Die besten AirPods-Alternativen im Überblick

  1. Soundcore Liberty Air 2 (ca. 100 Euro)
  2. JBL Live 300TWS (ca. 150 Euro)
  3. Sennheiser Momentum True Wireless 2 (ca. 299 Euro)
  4. Samsung Galaxy Buds+ (ca. 118 Euro)
  5. Soundcore Liberty 2 Pro (ca. 100 Euro)
  6. Huawei FreeBuds 3 (ca. 140 Euro)
  7. Motorola VerveBuds 500 (ca. 55 Euro)
  8. Acokki G33 Pro (ca. 34 Euro)
  9. Sony WF-1000XM3 (ca. 200 Euro)
  10. Huawei FreeBuds Lite (ca. 65 Euro)
  11. Master & Dynamic MW07 (ca. 210 Euro)
  12. Nokia True Wireless Earbuds (ca. 85 Euro)
  13. Beoplay E8 (ca. 100 Euro)
  14. JBL Free X (ca. 69 Euro)

Bitte beachten Sie: Die Reihenfolge der Modelle ist keine Rangfolge. Die neuesten Testmodelle stehen immer oben.

Als Apple 2016 die ersten AirPods vorstellte, waren sich viele noch uneins, ob sich diese Art von In-Ear-Kopfhörern wirklich durchsetzen würde. Doch der Durchbruch auf dem Massenmarkt gelang. Mittlerweile ist das Angebot für diese Art von Bluetooth-Kopfhörern riesig, zahlreiche Unternehmen bieten teils wesentlich günstigere Alternativen. Denn ohnehin sind die AirPods (ca. 136 Euro) beziehungsweise AirPods Pro (ca. 219 Euro) nicht unbedingt die beste und schon gar nicht die einzige Wahl für Musik-Liebhaber.

TECHBOOK hat die wichtigsten kabellosen In-Ears hinsichtlich Akku, Tragekomfort, Bedienung und natürlich Sound getestet.

Die TECHBOOK-Favoriten im Schnellüberblick

Bei allen 14 Kopfhörern handelt es sich um Geräte, die in unseren Tests sehr gut abgeschnitten haben und daher von uns empfohlen werden. Zur besseren Orientierung haben wir zusätzlich unsere Favoriten in den Bereichen Noise Cancelling, Klang und Preis-Leistung herausgesucht:

Unsere Noise-Cancelling-Sieger


Unsere Klang-Sieger

Unsere Preis-Leistungs-Sieger

Soundcore Liberty Air 2 (ca. 100 Euro)

Vom chinesischen Unternehmen Anker kommen unter der Audiomarke Soundcore die Liberty Air 2. Es handelt sich dabei um eine günstigere Version der Liberty 2 Pro, die sich bereits in unserer Liste befinden.

Anker Soundcore Liberty Air 2

Schönes Design und USB-C-Ladebuchse sorgten für den ersten positiven Eindruck
Foto: TECHBOOK

Design und Tragekomfort

Die Liberty Air 2 sehen aus wie eine Mischung aus AirPods und AirPods Pro. Sie erinnern von der Form her an die klassischen AirPods nur eben mit zusätzlichen Silikonaufsätzen. Bei der Farbgebung (in Schwarz und Weiß erhältlich) und der Materialbeschaffenheit sind die Unterschiede aber deutlich. Ein Großteil der Hörer ist in mattem Plastik gehalten. In der weißen Variante ist die Außenseite grau mit einem roten Farbakzent. Testen konnten wir die schwarze Variante. Diese ist schön schlicht, sticht aber sicherlich nicht aus der Menge heraus. Im Ohr sehen die Liberty Air 2 mit dem Zahnbürstenkopf-Design aber für unser Empfinden schöner aus als die mittlerweile weitverbreitete, stöpselartige Buds-Bauweise.

Das Case kommt ebenfalls in matter Optik in einem sehr hellen Schwarz daher. Der silberne „Soundcore“-Aufdruck an der Oberseite ist Geschmackssache. Dafür ist es kompakt und fasst sich sehr schön an. Im Inneren des Cases gibt es einen kleinen Kritikpunkt. Die Hörer lassen sich nicht so spielend leicht in den Lade-Aushöhlungen versenken wie bei der Konkurrenz. Die Magnete sind außerdem sehr schwach, sodass das charakteristische und durchaus befriedigende Reinrutschen und „Einrasten“ der beiden Hörer sich nicht ganz so toll anfühlt.

Im Ohr muss man ganz klar sagen, dass die Liberty Air 2 nicht für jedermann sind. Das typische, isolierende In-Ear-Gefühl ist besonders stark. Die Stöpsel dichten so stark ab, dass es sich teilweise anfühlt, als hätte man wie im Flugzeug Druck auf den Ohren. Auch eigene Körpergeräusche sind dementsprechend sehr laut.

Einrichtung und Bedienung

Die Einrichtung funktioniert wie üblich über eine App. Neben Equalizer-Einstellungen und der Belegung der Touch-Flächen findet sich hier auch die sogenannte „HearID“. Diese Funktion will eventuelle Schwächen ihrer Ohren mithilfe eines Hörtests erkennen und dementsprechend Tiefen, Mitten oder Höhen von Grund auf erhöhen. Ob das wirklich so funktioniert, konnte ich nicht feststellen, da ich alle Testtöne hören konnte und somit keine Anpassung vorgenommen wurde.

Der Gedanke dahinter macht aber durchaus Sinn und sollte Betroffenen eine große Hilfe sein. Im Test der Liberty 2 Pro berichtete ein Kollege, dass HearID sein Hörerlebnis maßgeblich verbessert hat. Wir raten: Erst ohne reinhören, dann mit HearID.

Die Equalizer-Voreinstellungen sind sehr umfangreich. Insgesamt gibt es 22 unterschiedliche vorgefertigte Presets für verschiedene Musikrichtungen und Vorlieben. Ob diese wirklich den Geschmack treffen, ist aber, wie immer, individuell. Die manuelle Einstellung klappt besser und genauer als bei vielen Konkurrenten. Hier kann also noch einiges aus den Liberty Air 2 herausgeholt werden.

Bei der Belegung der Touch-Flächen hinken die Liberty Air 2 aber praktisch allen Konkurrenzmodellen aus unserer Liste hinterher. Hier lassen sich nämlich nur vier Aktionen (zwei pro Hörer) einspeichern. Dabei stört uns weniger die Anzahl, als die Art der Aktivierung. Es bleibt lediglich die Wahl zwischen Doppeltippen und Halten (2 Sekunden). Einfaches oder dreifaches Tippen sind nicht möglich. Das erweist sich im Test als äußerst unpraktisch. Die Halten-Steuerung fühlt sich einfach nicht gut an, da zwei Sekunden jedes Mal wie eine Ewigkeit wirken, bis etwas passiert.

Sound und Akku

Obwohl es sich „nur“ um einen kleinen Bruder der Soundcore Liberty 2 Pro handelt, macht sich das beim Sound nicht wirklich bemerkbar. Im Gegenteil, die Liberty Air 2 überraschen mit relativ sattem Sound. Und dieser ist sogar noch sehr ausgewogen. Vor allem das Verhältnis zwischen Höhen und Tiefen bleibt angenehm. Wer trotz des kräftigen Basses auch noch Stimmen gut verstehen möchte, wird hier erfreut sein. Aktives Noise Cancelling (ANC) bringen die Liberty Air 2 zu diesem Preis natürlich nicht mit. Bei der Wahl der richtigen Gummiaufsätze dichten sie aber dennoch sehr gut gegen Außengeräusche ab – wie wir beim Tragekomfort schon erwähnten, vielleicht etwas zu sehr.

Die angepriesenen vier Mikrofone konnten bei Sprachaufnahmen leider genauso wenig überzeugen wie die der Konkurrenten. Beim lauesten Lüftchen rauscht es sehr stark.

Bei der Akkuleistung stehen die Stöpsel mit sieben Stunden gut da. Wer schnell Saft braucht, kann dank Schnellladefunktion in wenigen Minuten Leistung für bis zu zwei Stunden in die Pods pumpen.

Fazit zu den Soundcore Liberty Air 2

Im mittelpreisigen Bereich behaupten sich die Soundcore Liberty Air 2 im Vergleich gut. Stärken liegen im Sound, dem Design und den Audioeinstellungen in der App. Bedienung und Tragekomfort sind nicht unbedingt schlecht, aber zumindest Geschmackssache. Tipp zum Kauf: Auf Amazon schaltet Anker immer wieder Aktionen, bei der es die Liberty Air 2 stark reduziert gibt.

Vorteile:

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • sehr guter Klang
  • Schutz-Case mit Schnellladefunktion
  • gute Smartphone-App mit Klangpersonalisierung
  • gute Akku-Laufzeit

Nachteile:

  • das starke Abdichten der Silikon-Aufsätze ist gewöhnungsbedürftig
  • kein Noise Cancelling
  • windempfindliche Mikrofone

JBL Live 300TWS  (ca. 150 Euro)

Frisch auf dem Markt sind die Live 300TWS. Die True-Wireless-Kopfhörer wurden vergangenes Jahr erstmalig auf der IFA 2019 gezeigt und sind nun seit März im Handel erhältlich. Das neue Flaggschiff von JBL im Bereich der kabellosen In-Ears kommt ohne Noise Cancelling. Der Preis ist dafür solide.

JBL Live 300TWS

Die JBL Live 300TWS mit Ladecase

Design und Tragekomfort

Die Buds sind zwar ordentlich groß, aber nicht größer als vergleichbare Modelle. Am besten lassen sie sich in diesem Bereich mit den Momentum True Wireless von Sennheiser vergleichen. Während die Hörer selbst schlicht und ok sind, kann das Case leider gar nicht überzeugen. Dieses ist nicht nur relativ groß, sondern kommt in unschöner Plastik-Optik daher. Klar, aus Plastik sind die meisten Cases. Aber dieses wirkt einfach nur minderwertig. Vor allem am Deckel ist es so dünn verarbeitet, dass man es beim Öffnen bereits leicht eindrückt und es so fast immer an den im Case befindlichen In-Ears hängenbleibt.

Wie bei den meisten anderen Herstellern, liegen auch hier Gummiaufsätze in unterschiedlichen Größen bei – für den Gehörgang selbst sowie für das Innere der Ohrmuschel. Letztere sollen zusätzlichen Halt bieten. Im Test wollte sich für meine linke Ohrmuschel aber kein passender Aufsatz finden. Auch wenn durch den In-Ear-Gummi bereits genug Halt da ist, dauerte es etwas, bis das unangenehme Gefühl des Rausfallens beim linken Bud verschwand.

Beim Einsetzen der JBL Live 300TWS bedarf es zudem etwas Übung, damit diese auf Anhieb richtig sitzen. Der JBL-Schriftzug sollte genau horizontal liegen. Nur so sind Halt und Funktionalität der Wischgesten gewährleistet. Wir empfehlen, das vor dem Spiegel ein wenig auszuprobieren. Einmal richtig im Ohr eingesetzt, lassen sich die Buds bequem auch eine längere Zeit tragen.

Einrichtung und Bedienung

Die Inbetriebnahme der In-Ears sollte wie bei fast allen Modellen über die „My JBL Headphones“-App am Smartphone funktionieren. Im Test mit einem iPhone 11 wollte diese unser Testgerät aber einfach nicht finden. Nachdem wir manuell über Bluetooth eine Verbindung herstellten, tauchten die Live 300TWS aber auch in der App auf.

Bei der Bedienung kommen die klassischen Wisch- und Tippgesten zum Einsatz. Diese lassen sich frei belegen, jeweils für jeden Bud einzeln. Dazu gibt es noch die mögliche Sprach-Unterstützung von Google Assistant bzw. Amazon Alexa. Die In-Ears lassen sich außerdem so aus dem Ohr nehmen, dass nicht gleich eine Geste ausgelöst wird.

Sound und Akku

Beim Sound müssen sich die Stöpsel von JBL fast hinter niemandem verstecken. Nur selten bringen In-Ears so ein fantastisches Klangbild – und das direkt aus der Box. Die Equalizer-Einstellungen sind bei diesem Gerät wirklich nur ein Extra und nicht notwendig, um überhaupt anständigen Sound aus den Live 300TWS zu bekommen.

Dementsprechend gibt es neben einer manuellen Einstellung für Höhen, Mitten und Tiefen lediglich drei weitere: Jazz, Bass und Akustik. Diese funktionieren Prima, sodass für jeden etwas dabei sein sollte, auch ohne umfangreiche Audio-Kenntnisse. Im hervorragenden Standard-Modus ergibt sich ein ausgewogenes Klangbild aus angenehmen, kräftigen Bässen und klaren Höhen.

Verzichten müssen Akustik-Fans aber auf aktives Noise Cancelling (ANC). Der Wegfall von ANC erklärt dann auch den relativ günstigeren Preis für ein Gerät mit solch einer Soundqualität. Da In-Ears von Natur aus aber bereits abdichten, gibt es noch zwei Optionen, um Hintergrundgeräusche lauter zu machen. So bekommt man entweder sogar Gespräche mit oder kann sich zumindest sicherer im Straßenverkehr bewegen.

Die versprochenen sechs Stunden Akkulaufzeit haben die Live 300TWS im Test gemeistert. Im Case, welches sich erfreulicherweise über USB-C laden lässt, warten circa zwei zusätzliche Ladungen. Die Schnellladefunktion erlaubt es, in 5 Minuten Akku für rund eine Stunde aufzuladen.

Fazit zu den JBL Live 300TWS

JBL landet mit seinen aktuellsten True-Wireless-Kopfhörern einen guten Treffer, der die Konkurrenz aufhorchen lassen sollte. Wer auf Noise Cancelling verzichten kann, bekommt Spitzensound zu einem noch annehmbaren Preis. Wem gut 130 Euro trotzdem zu viel sind, der findet günstigere Alternativen in unserer Liste. Alle anderen, die den Hauptfokus auf satten Sound legen, sollten die JBL Live 300TWS JBL Live 300TWS [Anzeige] in die engere Auswahl nehmen.

Vorteile:

  • erstaunlich guter Klang fürs Geld
  • halten lange mit einer Akku-Ladung durch
  • Smartphone-App mit vielen Einstellungen
  • gute und anpassbare Touch-Bedienung

Nachteile:

  • sitzen nicht immer optimal im Ohr
  • wurden Anfangs von der dazugehörigen App nicht erkannt
  • kein Noise Cancelling

Sennheiser Momentum True Wireless 2 (ca. 299 Euro)

Der deutsche Hersteller legt mit einem Update seiner Momentum True Wireless nach. Dabei handelt es sich um eine konsequente technische Weiterentwicklung, die ein beim Vorgänger schmerzlich vermisstes Feature enthält.

Sennheiser Momentum True Wireless 2

Das neue Modell erinnert äußerlich stark an den Vorgänger
Foto: TECHBOOK

Design und Tragekomfort

Das Design übernimmt Sennheiser praktisch 1 zu 1 vom Vorgängermodell. Die Buds selbst ragen beim Tragen deutlich aus dem Ohr heraus.  Im Lieferumfang befinden sich insgesamt vier Silikonaufsatz-Paare in unterschiedlichen Größen. Das Alu-Finish am anderen Ende der Buds wirkt sehr edel und hochwertig. Beim relativ großen Case, das sich über USB-C laden lässt, setzt Sennheiser wieder auf eine Stoffummantelung. Schöner als das nackte Plastik ist diese allemal. Alles in allem wird klar, warum das deutsche Unternehmen am Design nichts verändert hat: Es ist immer noch zeitgemäß.

Die Momentum 2 lassen sich bequem einsetzen und halten bombenfest. Auch bei längerem Tragen machen sie keine Probleme.

Einrichtung und Bedienung

Das Koppeln der In-Ears funktioniert besonders einfach. Man steckt sie einfach in die Ohren, hält die Alu-Flächen drei Sekunden lang gedrückt und sie befinden sich schon im Pairing-Mode. So würde es jeder tun, der bislang nur AirPods benutzte. Bei den Momentum 2 empfiehlt sich, wie bei vielen Geräten in unserer Liste, vorab die Installation der App. Über diese ist der Kopplungsmodus dann genauso möglich.

In der „Sennheiser Smart Control“-App lassen sich dann die Tipp-Gesten an den Buds einsehen und anpassen. Jeder der beiden Hörer kann dabei mit jeweils vier Funktionen belegt werden. Witzigerweise gibt es aber nur sieben Auswahlmöglichkeiten. Mindestens eine Funktion kann also getrost doppelt vergeben werden oder bestimmte Tipp-Gesten ausgelassen werden. Mit dabei sind neben Wiedergabe/Pause, Nächster Titel und Vorheriger Titel auch ANC, Transparent Hearing ANC und Sprachsteuerung.

Darüber hinaus können in der App die Höhen und Tiefen sehr individuell angepasst werden. Hierfür muss man kein Profi sein, sondern einfach herumprobieren, bis der Sound passt.

Aufgrund der Größe der Buds lässt sich der Sitz am Ohr jederzeit korrigieren, ohne dass die Touch-Flächen berührt und damit ausgelöst werden müssen.

Sound und Akku

Nun aber zum wichtigsten Aspekt: dem Klang. Schließlich gehört Sennheiser zu den Audio-Spezialisten. Und tatsächlich hört man heraus, dass der deutsche Hersteller dem Momentum True Wireless 2 eine eigene Note verpasst hat. Das weiche Sound unterscheidet sich von dem der AirPods. Satte Bässe, dafür weniger klare Stimmen. Mit den richtigen Einstellungen lässt sich Letzteres aber abfedern. Die Basskraft hängt primär von der Wahl der richtigen Silikon-Stöpsel ab. Alles in allem ein absolut toller Sound, ob für Musik, Podcasts oder Sprachnachrichten.

Abstriche muss man aber auch hier bei der Sprachaufnahme machen. Selbst in absoluter ruhiger Umgebung ist die Sprachqualität des Nutzers schlecht.

Das neu spendierte aktive Noise Cancelling (ANC) rundet das positive Bild beim Sound ab. Aktiviert man dieses, wird das Musikhören wirklich zum Genuss. Wer die In-Ears als Fußgänger im Straßenverkehr nutzen möchte, greift statt ANC auf den sogenannten Transparenz-Modus zu, um Außengeräusche besser wahrzunehmen.

Der Akku der Buds hielt im Test zwischen vier und fünf Stunden durch, wobei wir ANC eingeschaltet hatten. Ohne sollten die Momentum 2 bis zu sieben Stunden durchhalten. Im Case lassen sie sich dann wieder superschnell aufladen. Das Case selbst unterstützt leider kein kabelloses Laden und muss daher per USB-C-Kabel wieder mit Strom befüllt werden.

Fazit zu den Sennheiser Momentum True Wireless 2 – Noise-Cancelling-Tipp

Die Sennheiser Momentum True Wireless 2 setzen im Vergleich zum Vorgänger noch einen drauf. Während der Sound bei beiden spitze ist und ohnehin besser als bei den AirPods Pro, kommt nun endlich auch ANC hinzu. Die Schwächen des Geräts sind marginal, der Preis jedoch nicht. Wer jedoch gerne für hochwertige Technik bezahlt, macht mit den In-Ears von Sennheiser überhaupt nichts falsch.

Vorteile:

  • exzellenter Klang
  • gutes Noise Cancelling
  • vielseitige, anpassbare Touch-Bedienung
  • Smartphone-App mit vielen Einstellungen
  • bequemer und sicherer Sitz im Ohr
  • gute Akku-Laufzeit

Nachteile:

  • schwache Sprachqualität der Freisprechfunktion
  • gehören eher zu den größeren True Wireless In-Ears
  • vergleichsweise teuer

Günstigere Alternative: Vorgängermodell ohne ANC (ca. 185 Euro)

Wer auf ANC verzichten kann und nicht das neueste Modell haben muss, der bekommt beim Vorgänger ebenfalls einen exzellenten Sound zu einem deutlich günstigeren Preis.

Samsung Galaxy Buds+ (ca. 118 Euro)

Analog zum neuen Flaggschiff-Smartphone, dem Galaxy S20, veröffentlichte Samsung auch seine neuen In-Ear-Kopfhörer, die Galaxy Buds+.

Galaxy Buds+

Die Galaxy Buds+ aus dem Hause Samsung
Foto: TECHBOOK

Design und Tragekomfort

Äußerlich unterscheiden sich die Buds+ weder bei den Stöpseln selbst, noch beim Case gravierend vom Vorgängermodell. Vielleicht versehen die Südkoreaner ihre In-Ears deshalb auch mit einem „+“ statt einer „2“. Neben dem leichten Plastik-Case in der jeweiligen Farbe der Buds+ (Weiß, Schwarz oder Blau) befinden sich drei Silikonaufsatz-Paare in jeweils unterschiedlichen Größen im Lieferumfang. Zusätzlich zu den üblichen Aufsätzen für den Gehörgang liefert Samsung noch drei Paare für die Ohrmuscheln, damit die Buds+ in möglichst allen Ohren perfekt sitzen. Im Test mit einem normalen Männerohr passten die jeweils mittelgroßen Varianten am besten.

Das Case könnte einen Ticken schmaler ausfallen, um besser in die Taschen engerer Hosen zu passen. Ansonsten ist es aber äußerst handlich. Geladen wird es entweder über USB-C oder kabellos per Induktion – besser geht es derzeit nicht!

Was den Tragekomfort angeht, fallen die Galaxy Buds+ von Samsung positiv auf. Die kleinen Kopfhörer sitzen bombenfest in den Ohren und fühlen sich auch nach längerem Tragen nicht unangenehm an.

Einrichtung und Bedienung

Beim Verbinden der Buds+ sollte man sich strikt nach der Anweisung richten: App installieren, Case öffnen und über die App connecten. Danach verbinden sich die Galaxy Buds+ automatisch mit dem entsprechenden Gerät, wenn sie aus dem Case genommen werden.

Die Steuerung funktioniert nicht nur über das Smartphone, sondern auch durch Tippen auf den Stöpsel. Im Test reagierten die Buds+ aber viel zu empfindlich, sodass selbst bei einer leichten Korrektur der Hörer im Ohr oder beim Herausnehmen gleich mehrere Aktionen ausgelöst werden. Man kann diese Bedienungsoption in der App deaktivieren – das schränkt natürlich die Funktionen ein.

Sound und Akku

Die Galaxy Buds+ lieferten bei unterschiedlichen Musik-Genres sehr guten Sound. Wir raten dazu, in der App regelmäßig an den Equalizer-Einstellungen zu schrauben, um den Ton zu optimieren. Besonders positiv fiel uns bei den meisten Einstellungen der klare Sound auf. Nur bei Bässen haben die Kopfhörer Schwächen, die auch mit dem entsprechenden Bass-Equalizer nicht beseitigt werden können. Da es sich aber nicht um die Kernkompetenz der Hörer handelt, ist das zu verschmerzen.

Wichtig für Nutzer, die bislang mit AirPods hörten: Die App muss unbedingt installiert werden! Wer wie bei AirPods einfach über Bluetooth verbindet, bekommt nur Klapper-Sound.

Bei der Filterung der Umgebungsgeräusche gibt es einen kleinen Dämpfer für den Käufer. Denn trotz der klassischen In-Ear-Bauweise und einem Preis von derzeit rund 150 Euro bieten die Samsung Galaxy Buds+ kein aktives Noise Cancelling (ANC). Bei einem so aktuellen Modell in dieser Preisklasse ist das zu wenig. Ganz vernachlässigt wird das Thema aber nicht, denn über die App lässt sich eine Einstellung für normale oder laute Umgebungsgeräusche aktivieren. Mit ANC kann diese zwar nicht mithalten, ein Effekt ist aber hörbar.

Bei der Akkuleistung setzt Samsung mit 85 mAh pro Hörer statt 58 mAh beim Vorgänger noch einen drauf. Damit sind rund acht bis zehn Stunden Wiedergabe möglich. Ein starker Wert.

Fazit zu den Samsung Galaxy Buds+

Die Galaxy Buds+ von Samsung haben fast alles, was moderne In-Ears benötigen. Im Alltag ist selbst der Verzicht auf aktives Noise Cancelling absolut verschmerzbar. Nicht nur für Samsung-Nutzer, die alles aus einer Hand haben, sind sie eine gute Wahl. Auch alle anderen, die sich guten Sound und viele Funktionen wünschen, sollten sich die Buds+ näher ansehen.

Vorteile:

  • guter Klang (nach App-Installation)
  • sehr gute Akku-Leistung der In-Ears
  • Smartphone-App mit vielen Einstellungen
  • sehr bequemer und sicherer Sitz im Ohr

Nachteile:

  • Touch-Bedienung reagiert zu empfindlich (lässt sich deaktivieren)
  • schwacher Sound ohne vorherige App-Installation
  • kein Noise Cancelling

Soundcore Liberty 2 Pro (ca. 100 Euro)

Soundcore Liberty 2 Pro

Die Soundcore Liberty 2 Pro überzeugten uns auf nahezu ganzer Linie. Das dazugehörige Ladecase ist leicht und hat einen praktischen Schließmechanismus.
Foto: Techbook

Unter dem neuen Markennamen Soundcore (ehemals Zolo) wurde die gesamte Liberty-Kopfhörer-Serie von Anker erneuert. Als Testgerät haben wir uns das Topmodell, die Liberty 2 Pro, genauer angeschaut. 

Design und Tragekomfort

Als Erstes fällt das kleine und leichte Lade-Case aus samtartigem Kunststoff auf. Es lässt sich kabellos auf einer Qi-Ladematte aufladen. Geschmeidig gleitet die Öffnungsklappe nach hinten. Darin sitzen magnetisch festgehalten die beiden In-Ears.

Sie Soundcore-Designer haben einen guten Kompromiss gefunden und die komplexe Technik in einem nicht allzu großen Gehäuse verstaut. Es sieht gefällig aus und fasst sich gut an. Besonders gelungen ist jedoch der Tragekomfort. Dank sieben verschiedenen Stöpsel-Größen und drei Paar sogenannter Ear-Wings lassen sich die In-Ears hervorragend anpassen. Der Sitz ist selbst beim Joggen sehr sicher.

Soundcore Liberty 2 Pro

Dank der vielen Silikonaufsätze lassen sich die Soundcore Liberty 2 Pro sehr gut ans Ohr anpassen
Foto: Techbook

Einrichtung und Bedienung

Zum erstmaligen Koppeln muss man das Lade-Case öffnen und die In-Ears drin lassen. Auf der Rückseite des Gehäuses gibt es keinen kleinen Knopf. Wenn man ihn mehrere Sekunden gedrückt hält, werden die Liberty 2 Pro in dem Bluetooth-Menü des zu koppelnden Geräts angezeigt. Später werden die In-Ears automatisch erkannt, sobald man das Lade-Case öffnet und die In-Ears entnimmt.

Links und rechts haben die In-Ears jeweils einen physischen Knopf. Dieser lässt sich in der Soundcore-App konfigurieren. So kann man anschließend die Lautstärke regulieren, die Wiedergabe steuern und Anrufe annehmen. Insgesamt eine gelungene und einfache Lösung. Auch die dazugehörige App ist übersichtlich aufgebaut, hat viele individuelle Klangeinstellungen und versorgt die In-Ears mit Software-Updates.

Soundcore Liberty 2 Pro

Es gibt zwar kleinere In-Ears, aber wird fanden das Design der Liberty 2 Pro gelungen
Foto: Techbook

Sound und Akku

Herausragend in der Preisklasse bis 200 Euro ist jedoch der technische Aufwand beim Klang. Hier wird nämlich ein koaxiales System verbaut, das pro In-Ear aus einem sogenannten Balanced-Armature-Treiber für das mittlere bis obere sowie einem dynamischen Treiber für das untere Frequenzspektrum besteht.

Laut Soundcore haben zudem zehn mit dem Grammy-Award ausgezeichneten Toningenieure dabei geholfen, die Treiber perfekt aufeinander abzustimmen, damit man ein Hörerlebnis wie im Tonstudio habe. Beim ersten Hörtest kam die Ernüchterung. Hier sollen Musikexperten für die Abstimmung verantwortlich gewesen sein? Insbesondere bei hohen Lautstärken störte die Überbetonung der hohen Frequenzen.

Der Clou steckt jedoch in der Soundcore-App. Nach einem Software-Update haben wir die Funktion HearID ausprobiert. Dabei wird das eigene Hörempfinden mit verschiedenen Tönen getestet. Hinterher wird der Klang personalisiert. Das Ergebnis lässt sich mit drei Buchstaben beschreiben: WOW. Von den tiefsten Bässen bis zu den feinsten Tönen – selbst das dezenteste Atmen von Musikern – alles wird ungemein präzise wiedergegeben. Aber ohne die übertriebene Schärfe, die wir vor der Personalisierung verspürten.

Besonders eindrucksvoll ist die Dreidimensionalität und Differenzierung der einzelnen Töne. Teilweise hört man gleichzeitig verschiedene Effekte nicht nur im linken und rechten Ohr, sondern auch dazwischen. Dennoch kratzt Soundcore mit den Liberty Pro 2 haarscharf am perfekten Sound vorbei. Zum einen haben sie ein vergleichsweise starkes Grundrauschen – das jedoch im lauten Alltag nicht stört. Zum anderen klingen sie zwar großartig detailliert und ausgewogen, wir wünschten uns aber einen Hauch Wärme, also eine ganz leichte Mitten-Betonung.

Bei der Akku-Laufzeit gibt es hingegen nichts zu meckern: Bis zu acht Stunden Wiedergabe mit einer Ladung und bis zu 32 weitere in Verbindung mit dem Lade-Case – das ist hervorragend.

Fazit zu den Soundcore Liberty 2 Pro – Klang-Tipp

Wenn man den besten Klang fürs Geld sucht, gibt es nur eine Wahl: den Liberty 2 Pro. In Kombination mit der guten Ausstattung, der sehr langen Akkulaufzeit und dem bequemen Sitz im Ohr, ist Soundcore hier ein ganz großer Wurf gelungen. Nur aktives Noise Cancelling haben wir vermisst.

Vorteile:

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • exzellenter Klang fürs Geld
  • Schutz-Case mit hoher Ladekapazität, USB-C und kabelloser Ladefunktion
  • einfache, zuverlässige Knopf-Bedienung
  • Smartphone-App mit genialer Klangpersonalisierung
  • große Auswahl an Silikonaufsätzen sorgt für sehr guten Sitz im Ohr

Nachteile:

  • relativ starkes Grundrauschen
  • nicht gerade die kleinsten True-Wireless
  • kein Noise Cancelling

Huawei FreeBuds 3 (ca. 140 Euro)

Huawei FreeBuds 3

Kleiner Unterschied: In Schwarz heben sich die FreeBuds 3 von den AirPods wenigstens farblich ab
Foto: Techbook

Huawei liefert sich ein technologisches Kopf-an-Kopf-Rennen mit Apple – jetzt auch bei Kopfhörern. Schon auf der IFA 2019 in Berlin präsentierte Huawei seine FreeBuds 3, die seit Ende des gleichen Jahres auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Pünktlich zur Veröffentlichung der AirPods Pro.

Design und Tragekomfort

Wie die FreeBuds Lite (siehe weiter unten) sehen auch diese den AirPods von Apple zum Verwechseln ähnlich – wenn man sich für die weiße Farboption entscheidet. Mit der schwarzen oder roten Variante kann man wenigstens klarstellen, dass es kein Apple-Imitat sein soll.

Als Erstes fällt uns aber das runde Lade-Case auf. Es ist sehr kompakt und flach, liegt also nicht nur gut in der Hand, sondern auch in der Hosentasche. Außerdem verfügt es über einen USB-C-Ladeanschluss sowie eine kabellose Lademöglichkeit. Nur die hochglänzende Oberfläche zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an.

Da die FreeBuds 3 genauso wie die AirPods (ohne Pro-Zusatz) keine Silikonaufsätze haben, hängen sie quasi frei im Ohr. Man merkt sie nahezu kaum. Dafür schirmen sie aber auch nicht von Außengeräuschen ab. Gut für Menschen, die ihre Umgebung gerne wahrnehmen wollen – schlecht für jene, die Alltagsgeräusche ausblenden wollen.

Einrichtung und Bedienung

Die Huawei FreeBuds 3 bieten – ganz wie die AirPods Pro – ein aktives Noise Canceling (ANC). Dieses wird mit einem Doppeltipp auf den linken Hörer ein- und ausgeschaltet. Und der Effekt? Eher bescheiden. Als Erstes fällt das Rauschen auf, welches durch das ANC verursacht wird. Tiefere Töne werden leicht gedämpft. Aber da die FreeBuds schon physisch keine Geräuschdämmung bieten, kann das Noise Cancelling seine Wirkung nicht wirklich entfalten.

Besonders schade ist die Tatsache, dass es keine iPhone-App gibt und somit viele Funktionen mit einem iPhone nicht bedient werden können – wie beispielsweise die ANC-Einstellung. Auch das automatische Erkennen der Hörer funktioniert nicht einwandfrei mit iPhones. Ebenso die Start-Stopp-Automatik, wenn man die Hörer aus dem Ohr nimmt oder sie reinsteckt. Diese funktioniert übrigens nur mit den neuesten Huawei-Smartphones. Das heißt: Selbst Android-Nutzer mit beispielsweise einem Samsung-Smartphone kommen nicht in den Genuss des vollen Funktionsumfangs.

Huawei Freebuds 3

So stellen wir uns ein gutes Ladecase vor: klein, leicht, hübsch und mit viel Akku-Power
Foto: Techbook

Sound und Akku

Der Klang der FreeBuds hat uns nicht gerade umgehauen. Für sich genommen klingen sie nicht schlecht und können durchaus Menschen ohne besondere klangliche Ansprüche zufriedenstellen. Aufgrund der „offenen“ Bauweise ist kein tiefer Bass möglich. Aber auch sonst wirkt das Klangbild eindimensional und undifferenziert. Im Vergleich zu den AirPods auch etwas kühler und unsauberer in den Höhen.

Bei der Akkuleistung liegt die FreeBuds im Mittelfeld. Vier Stunden mit einer Ladung und bis zu 20 weitere Stunden Spielzeit nach dem Aufenthalt im Lade-Case sind gut, aber nicht herausragend.

Fazit zu den Huawei FreeBuds 3

Klar, Apple stimmt seine Geräte schon seit Jahren vorzugsweise auf die eigenen Software-Plattformen ab. Aber dass jetzt auch Huawei-Kopfhörer nicht optimal mit iPhones und sogar anderen Android-Geräten funktionieren, ist enttäuschend. Schließlich war das immer ein gutes Argument, um sich gegen ein Apple-Gerät zu entscheiden. Insofern können wir die FreeBuds 3 vor allem jenen empfehlen, die über eines der neuesten Huawei-Smartphones verfügen.

Vorteile:

  • sehr bequemer Sitz im Ohr
  • schotten nicht von der Umgebung ab
  • schönes, kleines Lade-Etui
  • Touch-Bedienung funktioniert gut
  • gute Akkulaufzeit mit dem Lade-Etui

Nachteile:

  • App nur für Android-Smartphones
  • alle Funktionen nur bei neuen Huawei-Smartphones verfügbar
  • Klang genügt nicht hohen Ansprüchen
  • schwaches Active Noise Cancelling

Motorola VerveBuds 500 (ca. 55 Euro)

Motorola VerveBuds 500

Das Design erinnert vor allem in Weiß an Apple-Produkte. Eigenständig ist hingegen das runde Ladecase.
Foto: Techbook

Motorola stand mal für kultige Klapp-Handys. Doch seitdem Smartphones sich wie ein Ei dem anderen gleichen, kann auch Motorola nicht mehr hervorstechen. Gelingt es dem Hersteller, wenigstens bei True-Wireless-In-Ears optisch eigene Akzente zu setzen?

Design und Tragekomfort

Seitdem das US-Unternehmen aufgespalten wurde und die Mobility-Sparte 2014 an den chinesischen Hersteller Lenovo ging, hat man sich, zumindest was das Design anbetrifft, dem Mainstream angeglichen. Man geht mit der Mode, anstatt eigene Trends zu setzen.

Insofern verwundert es nicht, dass die Motorola VerveBuds 500 optisch an die AirPods von Apple angelehnt sind – schließlich ist das ein Verkaufsschlager. Für etwas Eigenständigkeit sorgt das prominente Logo am Gehäuse. Angenehm finden wir die matte Soft-Touch-Lackierung der In-Ears.

Trotz der Silikon-Aufsätze sitzen sie nicht besonders sicher im Ohr. Dafür ist der Sitz bequem und eine leichte Geräuschisolierung ist ebenfalls gegeben.

Das Lade-Case kommt im runden Design daher. Es ist kompakt, leicht und liegt gut in der Hand.

Motorola VerveBuds 500

Uns gefiel die matte Soft-Touch-Lackierung der VerveBuds 500 von Motorola.
Foto: Techbook

Einrichtung und Bedienung

Die Funktionstasten an den In-Ears erlauben einfache Befehle: Wiedergabe anhalten und fortsetzen, Titel-Überspringen, Sprachassistenten aktivieren, Anrufe annehmen sowie das An- und Ausschalten.

Über die dazugehörige Hubble-Connect-App lassen sich die Sprachassistenten Alexa, Siri und Google Assistant aktivieren. Nervig ist nur, dass man ein Benutzerkonto anlegen muss, um die App nutzen zu können. Ansonsten ist aber die Handhabung im Alltag gut.

Sound und Akku

Der Klang geht völlig in Ordnung, macht sogar Spaß mit passablen Bässen und klaren Höhen, wobei letztere bei hohen Lautstärken zu präsent sind.

Nicht so optimal ist hingegen die Akkuleistung der In-Ears und der Ladeschale. Drei Stunden mit nur einer Aufladung und insgesamt neun Stunden in Verbindung mit dem Lade-Case sind nicht mehr up to date. Die Konkurrenz hält locker doppelt bis dreimal so lange durch.

Fazit zu den Motorola VerveBuds 500

Das beste Argument für die VerveBuds ist ihr Preis. Für rund 55 Euro lassen sich die Schwachpunkte durchaus verkraften. Der Klang ist angenehm und das Design gefällig.

Vorteile:

  • vergleichsweise günstig
  • angenehmer Klang
  • Sprachassistenten-Unterstützung
  • bequemer Sitz im Ohr

Nachteile:

  • Akkuleistung könnte besser sein
  • Nutzeranmeldung für Smartphone-App notwendig
  • kein sicherer Sitz im Ohr

Acokki G33 Pro (ca. 34 Euro)

Acokki G33 Pro Bluetooth

Ein No-Name-Produkt mit einer langen Akkulaufzeit: Die Acokki G33 Pro Bluetooth sollen bis zu 35 Stunden mit dem Ladecase durchhalten
Foto: TECHBOOK

Die meisten AirPods-Alternativen bewegen sich im Preisbereich von 100 bis 300 Euro. Doch was, wenn man nach einer möglichst günstigen Alternative sucht? Tatsächlich bietet der Markt auch hier viele Optionen. Zum Beispiel den Preishammer Acokki G33 Pro Bluetooth Kopfhörer, der schon ab 34 Euro zu haben ist.

Design und Tragekomfort

Das Lade-Case ist sehr klein und handlich und macht einen durchaus robusten und schlichten Eindruck. Allerdings ist anstelle eines USB-C nur ein Micro-USB-Anschluss verbaut.

Die In-Ears sind extrem leicht und der Sitz im Ohr sehr locker. Dadurch spürt man sie zwar kaum, was aber nicht gerade vertrauensvoll wirkt. Dennoch konnte ein Kollege mit ihnen Sport treiben, ohne dass sie aus den Ohren fielen. Im Gegensatz zu all den anderen von uns getesteten In-Ears haben diese keine Silikon-Aufsätze und sehen in ihrer Formgebung aus, wie eine schwarze Kopie der AirPods.

Dadurch ist auch keine Geräuschisolierung vorhanden. Man nimmt Außengeräusche immer wahr, selbst wenn man Musik hört. Wer jedoch nicht von der Außenwelt abgekapselt sein möchte, den wird es wohl kaum stören.

Einrichtung und Bedienung

Überrascht hat uns die Ausstattung. Bluetooth 5.0, automatische Verbindung mit dem Smartphone, sobald sie aus der Ladeschale entnommen werden, sowie integrierte Mikrofone zum Telefonieren.

Die Bedienung erfolgt übrigens über zwei physische Knöpfe, je einer pro Seite. Sie sind groß und erlauben eine einfache Steuerung von Lautstärke, Titel-Wechsel, Ein/Aus sowie Anrufen über das Smartphone.

Sound und Akku

Was uns am meisten interessiert hat: Wie klingen die günstigen True-Wireless-In-Ears? Gar nicht so übel. Bis zur mittleren Lautstärke wirken sie recht ausgewogen mit einer leichter Betonung im Hochton-Bereich. Dadurch klingen sie dann aber bei hohen Lautstärken schrill und verzerrt. Bass ist zwar auch ein wenig vorhanden, aber kein echter Tiefbass wie bei der Konkurrenz von Sony, Nokia oder Zolo – was teilweise an den fehlenden Silikon-Aufsätzen liegt.

Doch das Killer-Feature der günstigen AirPods-Alternative ist die lange Akkulaufzeit: Der Hersteller verspricht bis zu sieben Stunden mit einer Aufladung. Das ist schon deutlich über dem üblichen Durchschnitt von drei bis vier Stunden. Noch erstaunlicher ist die Akkuleistung der Ladeschale. Diese soll voll aufgeladen genug Energie für fünf weitere Ladevorgänge bieten – also insgesamt 35 Stunden Betrieb.

Fazit zu den Acokki G33 Pro

Wer keine audiophilen Ansprüche an seine In-Ears stellt und einfach nur seine Musik im Hintergrund hören möchte, der sollte die Acokki G33 Pro ausprobieren. Für diesen Preis und mit der überdurchschnittlich hohen Akku-Ausdauer sind sie ein echtes Schnäppchen.

Vorteile:

  • sehr leicht, kaum spürbar im Ohr
  • sehr gute Akku-Laufzeit
  • gute Wahrnehmung von Außengeräuschen
  • Klang bei mittleren Lautstärken nicht schlecht
  • gute Bedienung
  • kleines und leichtes Ladecase

Nachteile:

  • keine Silikon-Aufsätze
  • sitzen nicht besonders sicher im Ohr
  • keine Smartphone-App
  • Klang bei hohen Lautstärken verzerrt
  • kein Tiefbass
  • keine Geräuschisolierung

Sony WF-1000XM3 (ca. 200 Euro)

Sony WF-1000XM3

Die Sony WF-1000XM3 haben eine Schnellladefunktion und bekommen schon nach 10 Minuten im Lade-Case genug Leistung für 90 Minuten weiteres Hören
Foto: TECHBOOK

Wie kaum ein anderer Hersteller nimmt sich Sony die Kritik an ihren Produkten zu Herzen und merzt konsequent die Schwachpunkte beim Generationswechsel aus. Das trifft auch auf die True Wireless In-Ears WF-1000XM3 zu, die mit ihrem aktiven Noise Cancelling glänzen.

Design und Tragekomfort

Insgesamt wirken die In-Ears sehr hochwertig und sind in Schwarz oder in einem warmen Silberton erhältlich. Letzterer wirkt sogar dezenter im Ohr. Das ist auch wichtig, da sie relativ stark aus dem Ohr herausragen. Einige Konkurrenten wie die sehr kleinen Nokia True Wireless Earbuds sind zwar unauffälliger, bieten aber auch nicht die komplexe Technik der Sony-In-Ears.

Das Kunststoff-Lade-Case ist zwar kleiner und leichter als beim Vorgänger WF-1000X, aber schon nach einer Woche im Rucksack sah die matte Beschichtung ziemlich mitgenommen aus. Da ist noch Luft nach oben, was die Materialwahl betrifft.

Dafür sitzen die In-Ears gut im Ohr und lassen sich mit sieben verschiedenen Ohrpassstücken optimal anpassen.

Einrichtung und Bedienung

Mit das wichtigste Kaufargument für die WF-1000XM3 ist die aktive Geräuschunterdrückung. Und hier hat Sony ordentlich nachgebessert. Beim Vorgänger WF-1000X war der Unterschied zwischen an und aus kaum wahrnehmbar. Nun merkt man es deutlich. Besonders im Flugzeug werden Triebwerksgeräusche nahezu ausgeblendet. Selbst ein schreiendes Kind wird mit den Sony-In-Ears erträglicher. Von den uns bekannten In-Ears bietet Sony das beste Noise Cancelling.

Die Touch-Bedienung fanden wir hingegen nicht so optimal, da nicht jeder Finger-Tipp erkannt wurde. Dafür hat Sony eine hervorragende Smartphone-App in der sich die Geräuschunterdrückung sowie der Klang nach persönlichen Vorlieben justieren lassen. Praktisch: Die Akku-Leistung des Lade-Case wird ebenfalls angezeigt. Zudem lassen sich über die App Software-Updates vornehmen.

Sound und Akku

Beim Klang gibt es wenig zu sagen: besser geht es kaum. Egal welche Art von Musik wir mit den WF-1000XM3 hörten, es machte einfach nur Spaß. Sony hat es geschafft, einen Wohlfühl-Klang zu kreieren, der eine perfekte Mixtur aus tiefen Bässen, warmen Mitten und feinen Höhen darstellt. Nichts wird überbetont oder weggelassen – vor allem klingt es aber nicht technisch kühl, sondern angenehm natürlich.

Die Akku-Leistung konnte wesentlich verbessert werden: 3:45 Minuten hielten sie mit einer Ladung durch. Das ist zwar nicht spektakulär, bedenkt man aber, dass dabei die Geräuschunterdrückung aktiv war, geht das in Ordnung. Außerdem lassen sie sich schnell nachladen. Sony verspricht nach nur 10 Minuten im Lade-Case weitere 90 Minuten. Unsere In-Ears waren nach nicht mal einer Stunde von null auf 100 Prozent wieder komplett aufgeladen. Das Lade-Case soll genug Leistung für etwa drei volle Ladevorgänge bieten. In unserem Szenario wären es also insgesamt 15 Stunden. So überbrückt man auch Langstreckenflüge.

Fazit zu den Sony WF-1000XM3 – Noise-Cancelling-Tipp

Trotz einiger Kritikpunkte gehören die WF-1000XM3 für uns zu den besten AirPods-Alternativen – vor allem wegen dem hervorragenden Klang und der konkurrenzlos guten Geräuschunterdrückung.

Vorteile:

  • exzellenter Klang
  • effektives Noise Cancelling
  • guter Sitz im Ohr dank vieler Ohrpassstücke
  • gute Smartphone-App
  • Transparenz-Modus aktivierbar
  • gute Akkulaufzeit

Nachteile:

  • Kunststoff-Lade-Case zerkratzt schnell
  • In-Ears ragen deutlich aus dem Ohr heraus
  • Touch-Bedienung gewöhnungsbedürftig

Fazit zum Vorgängermodell Sony WF-1000X (ca. 120 Euro) 

TECHBOOK testete in der Vergangenheit bereits den Vorgänger. Hier unser Eindruck, kompakt zusammengefasst anhand der Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • herausragender Klang
  • guter Sitz im Ohr dank vieler Gummiaufsätze
  • physische Knöpfe schützen vor versehentlichem Bedienen
  • gute Smartphone-App
  • Transparenz-Modus zuschaltbar
  • gegen Schweiß und Regen resistent
  • fairer Preis

Nachteile:

  • mittelmäßige Akkuleistung (vor allem bei aktiver Geräuschunterdrückung)
  • Geräuschunterdrückung eher schwach
  • Lade-Case wirkt sperrig und nicht besonders hochwertig
  • gelegentlich bricht die Verbindung zwischen den beiden In-Ears ab

Huawei FreeBuds Lite (ca. 64 Euro)

Huawei FreeBuds Lite mit Lade-Etui

Das Lade-Etui der FreeBuds Lite von Hauwei ist zwar komplett aus Kunststoff, aber dafür ist es leicht und kompakt
Foto: TECHBOOK

Die chinesische Marke Huawei gilt als Überflieger bei Smartphones und mittlerweile auch bei anderen Gadgets. Im Zeitraffer-Tempo haben die Chinesen nicht nur zu den Premium-Marken Samsung und Apple aufgeschlossen, sondern sie auch teilweise überholt. Gelingt es auch den Huawei FreeBuds Lite?

Design und Tragekomfort

In China nimmt man es mit eigenständigem Design offensichtlich nicht so wichtig. Und so sehen die FreeBuds Lite den AirPods zum Verwechseln ähnlich. Als ein Arbeitskollege mit den FreeBuds das Büro betrat, war die erste Reaktion: „Cool, die AirPods gibt es jetzt endlich in Schwarz!“ Nein, nicht ganz. Abgesehen von der nahezu gleichen Optik, finden wir die dunkle Variante sehr schick.

Huawei scheint zudem einen Kritikpunkt von uns erhört zu haben und liefert die FreeBuds mit verschiedenen Silikon-Stöpseln mit. Das verbessert die Isolation von Außengeräuschen, sorgt für eine bessere Passgenauigkeit und für mehr Bass – aber dazu später mehr.

Das Lade-Etui aus Plastik ist zwar nicht das hochwertigste, aber dafür sehr leicht, kompakt und unauffällig. Bei einem solchen Preis ist das okay.

Huawei FreeBuds Lite mit Apple AirPods und Nokia True Wireless Buds

Optischer Vergleich: Wie eigenständiges Design aussieht beweist Nokia mit den True Wireless Earbuds. Huawei hat zwar im Vergleich zu den AirPods noch Silikon-Aufsätze, aber insgesamt wirkt es sehr nach Apple
Foto: TECHBOOK

Einrichtung und Bedienung

Sehr einfach und unkompliziert funktioniert das Verbinden. Ebenfalls wie bei Apple muss man hierzu nur am Etui einen Knopf drücken, um das Bluetooth-Pairing mit dem Smartphone zu starten.

Genial ist der eingebaute Sensor, der dafür sorgt, dass die Musik automatisch stoppt, wenn man die FreeBuds aus dem Ohr nimmt. Ansonsten lässt sich die Musik per Fingertipp am rechten In-Ear anhalten und fortsetzen. Telefonieren ist auch möglich und zwei Noise-Cancelling-Mikrofone sorgen dafür, dass Außengeräusche rausgefiltert werden.

Schade, dass es die dazugehörige App lediglich für Android-Smartphones gibt. Aber auch ohne diese funktionierten die In-Ears einwandfrei mit einem iPhone.

Huawei FreeBuds Lite

Gibt es die AirPods jetzt auch in Schwarz? Nein, das hier ist der Huawei Freebuds Lite
Foto: TECHBOOK

Sound und Akku

Ehrlich gesagt waren unsere Erwartungen an den Klang bescheiden, schließlich ist Huawei kein Audio-Spezialist. Doch wir wurden angenehm überrascht. „Die machen Spaß“ – so könnte man es kurz zusammenfassen. Verantwortlich dafür ist eine gute aber nicht zu übertriebene Portion Bass und ein insgesamt dynamisches, klares Klangbild.

Insbesondere bei elektronischer Musik scheinen sie in ihrem Element zu sein. Aber auch Stimmen kommen schön rüber. Sie reichen zwar nicht an unsere Referenz Master & Dynamic MW07 heran, dafür fehlt es in den Höhen ein wenig an Details. Und auch im Bass klingen sie nicht so abgrundtief wie die Nokia True Wireless Earbuds. Insgesamt fanden wir sie aber unterhaltsamer als die bassarmen AirPods.

Das Lade-Case liefert Energie für neun Stunden Musik, die In-Ears selbst sollen bis zu drei Stunden durchhalten. Macht also insgesamt maximal 12 Stunden Wiedergabe. Das ist nicht gerade üppig und zeigt, wo Huawei gespart hat. Apple verspricht bei der neueren Generation der AirPods bis zu 24 Stunden Durchhaltevermögen in Verbindung mit dem Lade-Etui.

Fazit zu den Huawei FreeBuds Lite – Preis-Leistungs-Tipp

Wen die vergleichbar geringe Akkuleistung sowie die fehlende Smartphone-App für iPhones nicht stört, der bekommt mit den FreeBuds Lite gut klingende und schöne AirPods-Alternativen zum halben Preis.

Vorteile:

  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • sangenehm dynamischer Klang mit „Spaß-Faktor“
  • leichtes und kleines Lade-Etui
  • Touch-Bedienung funktioniert gut
  • bequemer Sitz im Ohr

Nachteile:

  • Smartphone-App nur für Android-Smartphones
  • Lade-Etui komplett aus Kunststoff
  • kein USB-C-Anschluss, sondern Mini-USB
  • kein eigenständiges Design, sehr an AirPods angelehnt

Master & Dynamic MW07 (ca. 210 Euro)

Master & Dynamic MW07

Die Master & Dynamic MW07 kommen nicht nur mit einem sehr hochwertigen Edelstahl-Ladecase, sondern auch noch einem schönen Baumwoll-Etui als Extra-Schutz
Foto: TECHBOOK

Eine interessante AirPods-Alternative kommt von dem amerikanischen Kopfhörer-Hersteller Master & Dynamic. Die Marke ist aus dem Nichts im Jahr 2014 in New York gegründet worden. Der Anspruch: Premium-Design, hochwertige Materialien, Top-Klang. Wir wollten wissen, ob die ersten True Wireless In-Ears der New Yorker das auch wirklich bieten.

Design und Tragekomfort

Die Verantwortlichen von Master & Dynamic haben den Markt offenbar gründlich studiert und von der Konkurrenz gelernt, denn hier passt auf Anhieb alles. Allein schon die Verpackung ist stilvoll, wertig und durchdacht. Darin sind fünf Paar Silikon-Stöpsel, sowie zwei Paar sogenannter „Fit Wings“ für einen sicheren Sitz im Ohr.

Diese „Fit Wings“ aus angerautem Silikon sorgen zusammen mit dem geringen Gewicht für einen sensationell guten Sitz im Ohr. Die Lamellen der „Fit Wings“ krallen sich in der Ohrmuschel fest, verteilen aber die Kraft so sanft, dass man sie kaum spürt. Eine gelungene Lösung.

Die In-Ears werden in einem Case aus glänzendem Edelstahl aufgeladen. Es ist das bislang hochwertigste Objekt dieser Art, das wir in den Händen halten durften. Allerdings ist das schöne Material ein Magnet für Fingerabdrücke und nicht gerade für seine Leichtigkeit bekannt.

Nun zu den In-Ears selbst. Diese sind zum Großteil aus Azetat gefertigt. Dieses Material wird oft bei Brillengestellen verwendet, da es besonders leicht ist und sich unter Erwärmung gut formen lässt. Master & Dynamic bietet es in acht verschiedenen Designs an, wobei für jeden Geschmack das Passende dabei sein dürfte. Unser Testmodell kam im schlichten Blau daher – nicht unbedingt ein Eye-Catcher, aber dafür unauffällig.

Auch interessant: Günstige Noise-Cancelling-Kopfhörer im Test

Einrichtung und Bedienung

Das Zubehör der MW07 ist komplett, darf man aber auch bei einem Preis von über 200 Euro erwarten: Ein USB-C auf USB-C-Kabel liegt bei, inklusive eines USB-A-Adapters. Das Kabel ist nicht mit schnöden Plastik-Kabelbindern gebunden, sondern mit wiederverwendbaren Klettbändern. Zudem liegt ein anschmiegsames Baumwoll-Etui für das Edelstahl-Lade-Case bei.

Besonders gut gefiel uns die unkomplizierte Bedienung über Druckknöpfe direkt an den In-Ear-Gehäusen. Damit lassen sich Lautstärke und Wiedergabe kontrollieren sowie Anrufe annehmen. Die Verbindung zu Smartphones klappt problemlos. Eine Smartphone-App ist zwar nicht vorhanden, wir haben diese aber nicht vermisst.

Praktisch ist auch die In-Ohr-Erkennung. So pausiert die Wiedergabe automatisch, sobald man die In-Ears aus dem Ohr nimmt.

Master & Dynamic MW07 und Nokia True Wireless Earbuds

Die Nokia In-Ears sind zwar konkurrenzlos kompakt, doch die Master & Dynamic überzeugten trotz der Größe mit einem sehr bequemen Sitz im Ohr
Foto: TECHBOOK

Sound und Akku

Das Highlight der In-Ears sind aber ihre Treiber, die für den Klang verantwortlich sind. Diese bestehen wie bei High-End-Lautsprechen aus Beryllium. Speziell bei Hochtönern sorgt dieses Material für eine exzellente Auflösung. Und das zeigt sich auch in unserem Test. Bislang haben wir bei keinem anderen In-Ear-Kopfhörer so einen detaillierten und ausgewogenen Klang gehört. Die Musik erscheint räumlich gestaffelt und breit aufgefächert, wie auf einer Bühne. Instrumente, Stimmen und Soundeffekte werden klar voneinander getrennt.

Insbesondere Stimmen kommen sehr authentisch rüber und werden leicht in den Vordergrund gestellt. Der Bass ist schön differenziert und reicht tief, ohne zu übertreiben. Für Bassfetischisten könnten die MW07 einen Tick zu zurückhaltend sein. Wer aber einen ausgewogenen und audiophilen Klang sucht, der findet in diesem Preisbereich kaum etwas Besseres.

Mit einer vollen Akku-Ladung halten sie 3,5 Stunden durch. Das Lade-Case bietet drei weitere Ladungen, womit es dann insgesamt 14 Stunden sind. Nicht überragend, aber ausreichend.

Fazit zu den Master & Dynamic MW07 – Klang-Tipp

Alles in allem ist der Master & Dynamic MW07 eine Riesenüberraschung. Quasi aus dem Nichts heraus bieten die New Yorker einen der besten True-Wireless-In-Ears. Unsere Empfehlung für Sound- und Design-Liebhaber.

Vorteile:

  • klassenbester Klang: extrem detailreich, räumlich und ausgewogen
  • sieben verschiedene Farboptionen
  • sehr bequemer und sicher Sitz im Ohr
  • extrem hochwertiges Edelstahl-Ladecase
  • einfache Knopf-Bedienung

Nachteile:

  • keine Smartphone-App
  • kein Transparenz-Modus für Außengeräusche
  • Ladecase zieht Fingerabdrücke an und ist recht schwer

Nokia True Wireless Earbuds (ca. 85 Euro)

Nokia True Wireless Earbuds mit Laderöhrchen

Einfach, praktisch, gut: Im Gegensatz zur True-Wireless-Konkurrenz hebt sich Nokia mit eigenem sehr minimalistischen Design ab
Foto: Techbook

Nokia, das war die finnische Handy-Kultmarke der Nullerjahre. Doch dann kam das iPhone und zerstörte das Geschäft mit nicht-smarten Handys. Mittlerweile ist Nokia zurück und verkauft sowohl simple oldschool Handys als auch Smartphones. Doch die große Überraschung: Die Finnen haben auch True-Wireless-In-Ears im Angebot.

Design und Tragekomfort

Nokia geht beim Design eigene Wege: Das Lade-Case kommt nicht im üblichen Etui-Format, sondern als kleines Alu-Röhrchen. Auf der einen Seite des Röhrchens sind Kontrollleuchten und ein USB-C-Anschluss zum Laden. Auf der anderen Seite lässt sich das Ende drücken, wodurch die beiden In-Ears wie in einer Schublade herausgleiten.

Die zylindrische Form des Etuis hat Vor- und Nachteile: Sie ist weniger klobig in Jacken und Hosentaschen und somit ideal für unterwegs, was ein wichtiges Kriterium ist. Schließlich hat man das Lade-Case immer dabei. Allerdings kann es auf schrägen Flächen leicht wegrollen, im Gegensatz zu einem Etui.

Eine weitere Überraschung: die In-Ears selbst. Bislang sind die meisten True Wireless eine ziemlich klobige Angelegenheit. Je nach Hersteller gelingt es mehr oder weniger gut die komplexe Technik samt Akku in den Hörern unterzubringen. Doch nicht so bei Nokia. Solch ein kompaktes Design haben wir bislang nicht erlebt. Sie sehen nahezu aus wie normale kabelgebundene In-Ears, denen einfach das Kabel abgeschnitten wurde. Genial! So haben wir uns schon immer True-Wireless-In-Ears gewünscht.

Nokia True Wireless Earbuds

Kleiner geht es kaum: Die Nokia True Wireless sind sehr kompakt und sitzen dadurch vergleichsweise unauffällig im Ohr
Foto: Techbook

Einrichtung und Bedienung

Jeder der In-Ears verfügt über einen Druckknopf: Damit werden alle wichtigen Funktionen bedient, vom Ein-und-Ausschalten, bis hin zur Anruf-Annahme, Lautstärke-Regelung und zum Titelwechsel. Das ist zwar etwas fummelig, weil die In-Ears sehr klein sind. Aber wir finden Druckknöpfe immer noch besser, als Touch-Oberflächen, die aus Versehen Funktionen auslösen.
Eine Smartphone-App mit Spielereien bietet Nokia nicht an.

Uns ist beim Lade-Case leider aufgefallen, dass die In-Ears manchmal beim Transport darin den Kontakt zum Aufladen verlieren. So verbinden sie sich trotzdem mit dem Smartphone, auch wenn man das nicht möchte. So kann es passieren, dass der Akku leer ist, wenn man sie aus dem Laderöhrchen entnimmt. Zudem schaltet sich die Musik nicht von alleine aus, wenn man sie aus dem Ohr nimmt, sondern läuft einfach weiter. Man muss also manuell eingreifen.

Das kleine Format der In-Ears ist zwar genial und unauffällig im Ohr, aber man muss sehr vorsichtig beim Hantieren sein, da sie sonst leicht aus der Hand fallen – also nichts für Grobmotoriker.

Auch interessant: Ist Sony jetzt besser beim Noise Cancelling als Bose?

True Wireless In-Ears im Vergleich

Erstaunlich, wie kompakt Nokia seinen True Wireless im Vergleich zur Konkurrenz gestalten konnte: Nokia, Sennheiser und Zolo (von links nach rechts)
Foto: Techbook

Sound und Akku

Bei dieser kompakten Bauweise waren wir skeptisch, was den Klang betrifft. Dann der erste Eindruck: ganz schön klarer Sound – und sehr transparent, ohne übertrieben nervige Höhen. Tatsächlich hört man Details besser heraus, als bei einigen der Konkurrenten. Das ist schon mal prima. Und der Bass? Erstaunlich gut. Zumindest mit den mittleren Ohrpassstücken. Als wir auf die großen Silikon-Stöpsel wechselten, gewann der Bass deutlich an Volumen und konnte mit den besten In-Ears im Vergleich mithalten.

Insgesamt ist der Sound für einen Kopfhörer von deutlich unter 100 Euro und bei dieser Größe erstaunlich gut. Das Einzige, was man bemängeln kann, ist manchmal eine gewisse Kühle im Klang durch den analytischen Charakter. Wer aber klaren, detailreichen und druckvollen Sound mag, der wird die Nokia-In-Ears mögen.

Der Akku hält laut Hersteller nach einer Aufladung 3,5 Stunden durch. In Verbindung mit dem Lade-Case sind es 14 Stunden bei reinem Musikhören. Das ist nicht außergewöhnlich, reicht im Alltag aber aus. Zudem ist das Laderöhrchen sehr leicht und nervt nicht beim Transport.

Fazit zu den Nokia True Wireless Earbuds – Preis-Leistungs-Tipp

Die Nokia In-Ears haben uns sehr gut gefallen. Beeindruckend ist das kleine Format der In-Ears sowie ihr guter Klang. Leider haben sie in unserem Fall ab und zu den Lade-Kontakt im Transportröhrchen verloren. Dadurch waren sie weiterhin mit dem Smartphone verbunden und haben sich komplett entladen.

Vorteile:

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • angenehm transparenter Klang mit kräftigen Bässen
  • ultrakompaktes Design der In-Ears
  • sehr leichtes und kleines Laderöhrchen
  • einfache, zuverlässige Bedienung
  • guter Sitz im Ohr

Nachteile:

  • keine Smartphone-App
  • kein Transparenz-Modus für Außengeräusche
  • verbinden sich gelegentlich unerwünscht mit dem Smartphone
  • ab und zu Wackelkontakt im Lade-Etui

Beoplay E8 1. Generation (ca. 100 Euro)

Bang and Olufsen In-Ears Beoplay E8

Auch die dänische Edelmarke Bang & Olufsen hat kabellose In-Ears im Portfolio. Wer viel Wert auf Stil und Klang legt, der ist hier richtig. Normalerweise muss man das teuer erkaufen. Doch jetzt gibt es die Beoplay E8 der ersten Generation schon für ein Drittel des Originalpreises zu kaufen.

Design und Tragekomfort

Die beiden Stöpsel kommen in einem eleganten, leichten und kompakten Leder-Etui. Zugegeben, das Leder scheint dünn bespannt zu sein und fasst sich nicht wie Luxusleder an. Dennoch liegt es feiner in der Hand als die Kunststoff-Etuis der Konkurrenz. Der einfache magnetische Schließmechanismus wirkt gut gelöst und langlebig.

Dank diverser mitgelieferter Passstücke saßen die In-Ears zudem erstaunlich gut im Ohr. So muss man keine Angst haben, dass sie beim Joggen herausfallen.

Auch interessant: Die vielleicht leisesten Kopfhörer der Welt

Beoplay E8

Relativ bequem und schönes Design: die Beoplay E8

Einrichtung und Bedienung

Die Bedienung der Bang & Olufsen überzeugte uns nicht komplett: Mehrmaliges Tippen auf der Touch-Oberfläche der In-Ears wird nicht immer erkannt. Anstatt einen Titel zu überspringen, stoppt dann einfach die Musik.

Auch beim Aktivieren wird das Antippen nicht immer sofort erkannt. Ebenfalls ist die Lautstärkeregelung nicht optimal: Durch ein Tippen und Halten rechts (plus) und links (minus) während der Musikwiedergabe wird die Lautstärke angepasst. Das ist nicht besonders exakt und geht relativ langsam vonstatten.

Sound und Akku

In der Beoplay-Smartphone-App lassen sich die Klang-Modi „Warm“, „Excited“, „Relaxed“ und „Bright“ einstellen. Doch auch ohne diese Sound-Optionen gehört der Klang zu den Stärken der Bang & Olufsen. Die Beoplay E8 klingen sehr fein, man könnte „audiophil“ sagen. Die Höhen sind differenziert und bieten eine hohe Transparenz. Dennoch wird auch ein tiefer und sauberer Bass wiedergegeben. Letztendlich ist es Geschmackssache, ob man den druckvollen Sound von Nokia, Sony und Huawei bevorzugt, oder den feiner und eleganter abgestimmten Sound von Bang & Olufsen sowie Sennheiser.

Der Preis für das sehr leichte Etui wird mit der geringsten Akkukapazität erkauft. Diese beträgt nur zusätzliche acht Stunden. Dafür sind die In-Ears selbst relativ energieeffizient und halten mit einer Ladung bis zu vier Stunden durch.

Fazit zu den Beoplay E8 1. Generation

Die Beoplay E8 der ersten Generation sind zwar nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik aber immer noch gut genug, um einen Preis von 100 Euro zu rechtfertigen – zumal sie ursprünglich für 300 Euro angeboten wurden.

Vorteile:

  • hochaufgelöster und dennoch bassstarker Klang
  • gute Ausdauer der In-Ears
  • sitzen gut im Ohr
  • nicht übertrieben viele Funktionen
  • Transparenz-Modus zuschaltbar
  • kleines, leichtes Leder-Lade-Case

Nachteile:

  • Lade-Case bietet nur 8 Stunden extra Ausdauer
  • nicht gegen Schweiß und Regen resistent
  • Touch-Bedienung nicht immer zuverlässig

JBL Free X (ca. 69 Euro)

Wer einen preiswerten True-Wireless-In-Ear sucht, der kommt am JBL Free X nicht vorbei. Mit einem aktuellen Preis von deutlich unter 100 Euro kann keine der bekannten Audio-Marken wie Sony, Sennheiser oder Bang & Olufsen mithalten.

Design und Tragekomfort

Obwohl die JBL In-Ears keine herausragenden Ausstattungsmerkmale haben, überzeugen sie mit ihren Handling-Qualitäten: Sie sind leicht und liegen sehr gut im Ohr, obwohl sie nicht so klein sind wie die Nokia Earbuds. Dennoch gehören sie zu den In-Ears mit dem besten Tragekomfort in unserem Test.

Da Schweiß den JBL Free X nichts ausmacht, sind sie gut für sportliche Aktivitäten geeignet. Zudem machen sie einen robusten Eindruck.

Das Lade-Case scheint auch härter im Nehmen zu sein, allerdings wirkt das Gehäuse aus Plastik nicht besonders hochwertig. Und auch die Größe liegt über dem Durchschnitt, der hier versammelten Konkurrenz.

JBL Free X

Die JBL Free X bieten gute Alltagsqualitäten, nur der Klang hat uns nicht ganz überzeugt
Foto: TECHBOOK

Einrichtung und Bedienung

Gut gefallen hat uns die simple Bedienung: Mit jeweils einem großen Druckknopf rechts und links lassen sich einfache Funktionen wie das Ein- und Ausschalten, Titelüberspringen, Musikanhalten und Anrufannahme steuern. Leider kann die Lautstärke nur am Smartphone reguliert werden.

Eine Smartphone-App wird zwar nicht angeboten, schmerzlich vermisst haben wir sie nicht. Sinnvoll wäre sie nur für zukünftige Software-Updates.

Sound und Akku

Etwas enttäuscht waren wir beim Sound. Generell klingen die JBL nicht schlecht. Für unseren Geschmack sind die Höhen aber zu überpräsent. Das wird besonders bei höheren Lautstärken deutlich, indem sie spitz rüberkommen und so auch leichter zum Verzerren neigen. Schade, aber da hat es JBL mit der transparenten Abstimmung ein wenig übertrieben. Wer jedoch ein helles Klangbild ohne wuchtige Bässe mag, könnte sie durchaus mögen.

Das relativ große Lade-Case entschädigt mit guter Akkukapazität, die für 20 Stunden zusätzlicher Ausdauer bei den In-Ears sorgt. Diese halten mit einer Ladung bis zu vier Stunden durch und gehören somit zum Mittelfeld in unserem Test.

Fazit zu den JBL Free X – Preis-Leistungs-Tipp

Insgesamt sind die JBL für unter rund 69 Euro ein faires Angebot mit guter Ausdauer, robuster Anmutung und sicherem Sitz im Ohr eignen sie sich besonders gut für sportliche Aktivitäten.

Vorteile:

  • robust
  • liegen bequem und sicher im Ohr
  • sehr gute Knopf-Bedienung (bis auf die Lautstärke)
  • gegen Schweiß und Regen resistent
  • sehr gute Ausdauer

Nachteile:

  • etwas zu helle Klangabstimmung
  • keine Smartphone-App
  • klobiges Ladecase

Themen