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„Dahmer“ ist die neue beliebteste Serie auf Netflix

Rasanter Neustart

Neue beliebteste Netflix-Serie schlägt sogar „Bridgerton“ und „Squid Game“

Netflix-Nutzer haben eine neue Lieblingsserie.
Netflix-Nutzer haben eine neue Lieblingsserie.Foto: Getty Images

Netflix bietet ein buntes Sammelsurium an allen möglichen Filmen und Serien. Immer mal wieder weckt ein Titel besonders das Interesse der Nutzer. Das ist auch bei einer neuen Serie so, die auf wahren Ereignissen beruht.

Denken wir an vergangene Serien-Hits auf Netflix zurück, kommen besonders Titel wie „Bridgerton“, „Inventing Anna“ oder „Squid Game“ ins Gedächtnis, die zum Start ein Millionenpublikum angezogen haben. Nun gibt es einen neuen Bestseller, der die Zahlen der genannten Serien sogar noch übertrifft. Die Rede ist von der True-Crime-Serie „Dahmer“.

Geschichte eines Serienmörders verhilft Netflix zum Erfolg

„Dahmer“ beleuchtet in insgesamt 10 Folgen die Morde des Serienkillers Jeffrey Dahmer. Er tötete in den USA von 1978 bis 1991 insgesamt 17 junge Männer auf grausame Weise und hob einige ihrer Körperteile noch Wochen in seiner Wohnung auf. Von den Medien wurde er damals auch „Der Milwaukee Kannibale“ oder „Das Milwaukee Monster“ genannt. Nachdem eines seiner potenziellen Opfer fliehen konnte, flog Dahmer auf. Nach seiner Verhaftung 1991 kooperierte er mit den Behörden und der Polizei, wodurch die Fälle und deren Hintergründe heute sehr gut belegt sind. Er zählt auch deshalb zu den bekanntesten Serienmördern der USA. Dahmer wurde im Alter von 34 Jahren von einem Mithäftling im Gefängnis erschlagen.

Der echte Jeffrey Dahmer auf einem Polizeifoto von 1982.
Der echte Jeffrey Dahmer auf einem Polizeifoto von 1982.Foto: Getty Images

Die gruselige und makabre Story spricht offenbar viele Netflix-Nutzer an. Allein in der ersten Woche nach dem Netflix-Start am 21. September 2022 wurde die Serie 196,2 Millionen Stunden gestreamt. In der zweiten Woche stieg die Zahl der gestreamten Stunden laut Netflix sogar auf 299,84 Millionen an. Einen derart steilen Neustart legte bislang keine andere englischsprachige Serie auf Netflix hin.

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Kritik an Serie „Dahmer“

Vielleicht ist „Dahmer“ auch deshalb so erfolgreich, weil die Serie nicht ohne Kritik auskommt. Vor allem die Angehörigen der Opfer sehen die Verfilmung der damaligen Ereignisse sehr kritisch. Eric Thulhu, Angehöriger des 1991 getöteten Errol Lindsey, sagte in einem Twitter-Post beispielsweise, dass seine Familie (die Isbells) stinksauer auf diese Sendung sei. „Sie retraumatisiert immer wieder, und wofür? Wie viele Filme/Shows/Dokumentationen brauchen wir noch?“ Auch Rita Isbell, Schwester des Ermordeten, gab an, nie wegen der Serie kontaktiert worden zu sein.

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Der generelle Vorwurf der Betroffenen: Netflix würde sich an ihrem Leid finanziell bereichern. Der Streaming-Dienst hat in den vergangenen Monaten und Jahren eine Vielzahl an True-Crime-Geschichten entweder selbst produziert, oder in sein Angebot aufgenommen. So gibt es beim Anbieter auch die Storys von Ted Bundy, John Wayne Gacy und anderen Serienmördern zu sehen. Hinzu kommen zahlreiche Dokus, die die Geschichten von Verbrechen oder deren Täter beleuchten. Offenbar kommen derartige Storys bei den Streaming-Kunden sehr gut an. Mit „Dahmer“ ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende erzählt. Seit dem 7. Oktober ist auf Netflix nämlich auch die Doku „Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders“ zu sehen.

Netflix hat mittlerweile auf einige der Kritikpunkte reagiert und die Kategorie LGBTQ entfernt. Die Serie wurde ursprünglich mit dieser Kategorie versehen, weil Dahmer seine Opfer in der LGBTQ-Community von Milwaukee gesucht und gefunden hat. Die Erzählung der damaligen Ereignisse in der Netflix-Serie hat die Gemeinschaft allerdings erneut aufgerüttelt und alte Traumen geweckt. Drag-Performer B.J. Daniels sagte gegenüber „WISN“ dazu: „Ich habe das Gefühl, dass der Tag diesen ganzen schrecklichen Moment in der Geschichte von Milwaukee fetischisiert. So sollte man das nicht sehen, es fühlt sich einfach völlig falsch an. Ich weiß, dass viele meiner Freunde und viele Menschen, die diese Zeit miterlebt haben, sich die Serie nicht ansehen werden. Sie werden nicht jemandem Geld in die Tasche stecken, der buchstäblich die Gräber von Opfern stört“.

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