Sound in jedem Raum

Was ist Multiroom – und welche Systeme gibt es?

Wohnzimmer
Mit Musik kommt Leben in die Bude. Und mit Multiroom erklingt Musik in jedem Raum von nur einer Quelle aus
Foto: Getty Images

Seitdem Musik gestreamt wird, macht eine Multiroom-Lösung zu Hause noch mehr Sinn: Man kann sich ein Lautsprechernetzwerk aufbauen und so jeden Lautsprecher in jedem Raum individuell ansteuern. TECHBOOK erklärt, wie das geht und welche Systeme es auf dem Markt gibt.

Multiroom ist eine praktische Lösung für alle, die in einzelnen Wohnräumen unterschiedliche oder dieselbe Musik streamen wollen. Ein paar Beispiele: Sie möchten Unterhaltung beim Kochen oder zum Essen in der Küche die passende Musik hören? Per Smartphone-App aktivieren Sie den entsprechenden Lautsprecher und schon erklingt Musik. Sie wollen sich ein ausgiebiges Wellness-Bad zu Hause gönnen mit entspannter Musik? Dann spielen Sie die gewünschte Musik über den Lautsprecher im Badezimmer ab.

Ein anderes Szenario: Im Wohnzimmer wollen Sie Lounge-Musik hören und Ihr Kind will in seinem Zimmer etwas Poppiges? Auch das ist mit den meisten Multiroom-Lösungen kein Problem. Jeder hört einfach das, worauf er Lust hat in seinem Raum. Oder aber man lässt die gleiche Musik in verschiedenen Räumen erklingen.

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Es gibt mittlerweile viele Hersteller, die Multiroom anbieten – also mehrere Geräte im Portfolio haben, die miteinander ein Musiknetzwerk bilden. Doch wie so oft, sind die unterschiedlichen Lösungen der Hersteller nicht miteinander kompatibel, damit Kunden an eine Marke gebunden werden. Grundvoraussetzung ist ein WLAN-Netzwerk zu Hause. TECHBOOK hat sich die einzelnen Multiroom-Systeme angeschaut und miteinander verglichen.

Yamaha Musiccast

Per Smartphone-App lässt sich die Musik bequem in jedem Raum verteilen, sofern die Lautsprecher miteinander kompatibel sind
Foto: Yamaha

Yamaha Musiccast

Die japanische Marke gehört zu den größten und populärsten Anbietern von Audio-Komponenten. Mit Musiccast hat der Hersteller eine eigene ausgereifte Multiroom-Lösung im Angebot. Da das System schon seit Jahren auf dem Markt ist, gibt es mittlerweile ein großes Sortiment: Von kleinen stylishen und kabellosen Lautsprechern über Soundbars bis hin zu ganzen Hifi-Systemen ist für jeden Preis und jedes Bedürfnis etwas dabei. Zudem gibt es ein Extra-Modul (MusicCast WXAD-10 für 129,90 Euro), mit dem sich jede (alte) Hifi-Komponente in das neue Netzwerk einbinden lässt.

Zur Steuerung und Raumaufteilung wird eine App auf dem Smartphone oder Tablet benötigt. Jedes Gerät, das Musiccast unterstützt, wird dann einfach hinzugefügt. Die Musik kann von diversen Anbietern wie Spotify, Tidal oder Apple Music gestreamt werden. Auch wird Apples Airplay-Technologie unterstützt, womit sich Musik von nahezu allen Apple-Geräten an das Musiccast-Netzwerk verschicken lässt. Selbst über Bluetooth kann Musik vom Smartphone oder Tablet an die Lautsprecher verschickt werden. Musiccast lässt sich außerdem mit Amazons Alexa verbinden und per Sprachbefehl steuern.

Insgesamt bietet Musiccast einen sehr großen Funktionsumfang. Obwohl es nur in Yamaha-Geräte integriert ist, stehen viele Produkte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis zur Verfügung. Und auch klanglich liegt Yamaha auf einem guten Niveau.

Teufel Raumfeld

Die deutsche Marke Teufel bietet ein ähnliches Multiroom-System wie Yamaha unter dem Namen Raumfeld. Raumfeld war ein Berliner Start-up, spezialisiert auf Musikstreaming und Multiroom-Funktionen, das von Teufel vor einigen Jahren übernommen wurde. Mittlerweile ist die Raumklang-Technologie in vielen kabellosen Lautsprechern und Soundbars von Teufel eingebaut.

Und auch Teufel bietet die Möglichkeit über den sogenannten Raumfeld-Connector (129,99 Euro) praktisch jede Stereoanlage in das Multiroom-Netzwerk einzubinden. Per Smartphone oder Tablet-App wird das System bedient und der Klang geregelt. Es gibt aber zwei große Unterschiede zu Yamaha.

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Zum einen ist das Multiroom-Produktportfolio von Teufel deutlich kleiner. Zum anderen unterstützten die Raumfeld-Produkte von Teufel kein Apple Airplay. Wer tief in der Apple-Welt verankert ist und auch Apple Music als Streaming-Dienst nutzt oder direkt von einem Mac-Computer Musik streamen möchte, der ist bei Yamaha besser aufgehoben. Dafür bietet beispielsweise der Raumfeld-Connector Chromecast von Google. Damit lässt sich Musik aus vielen Smartphone-Apps direkt streamen, wenn Sie Chromecast unterstützten. Das funktioniert übrigens auch auf iPhones und iPads.

Sonos

Der amerikanische Hersteller Sonos ist einer der Spezialisten, wenn es um Multiroom geht. So ist jedes Produkt dieser Lifestyle-Marke per App steuerbar und lässt sich einfach in ein Netzwerk einbinden. Sonos erinnert ein wenig an Apple, da es ebenfalls ein sehr gut funktionierendes technisches Biotop geschaffen hat. Auf einige Techniken verzichtet man bewusst, wie beispielsweise Bluetooth, weil es die Musikqualität beim Streaming mindert. So setzt Sonos konsequent auf WLAN als Verbindung zwischen den Geräten.

Wie überzeugt Sonos von seinen Geräten ist, beweist die 100-Tage-Geldzurückgarantie. Auch Sonos unterstützt alle populären Streaming-Dienste und sogar Apple Music. Zudem lassen sich die Geräte mit Amazons Alexa verbinden und per Sprachbefehl steuern. Allerdings liegt Sonos preislich etwas über den Lösungen von Yamaha und Teufel und bietet ein eher kleines aber feines Produktportfolio an, das auch den smarten Speaker Sonos One, Soundbars für Fernseher und Subwoofer beinhaltet.

Teuer wird es, wenn man seine alte Stereoanlage in das Sonos-Netzwerk samt Multiroom und Streaming einbinden möchte: Der Sonos Connect kostet 399 Euro. Da sind Teufel und Yamaha deutlich günstiger mit ihren Lösungen.

Google Chromecast ist Trumpf

Es gibt etliche andere Marken, die ihre eigenen Multiroom-Systeme entwickelt haben: Pioneer und Onkyo setzen auf FlareConnect, Denon auf Heos und Bose nennt seine Lösung SoundTouch. Sony arbeitet eng mit Google zusammen und nutzt die Chromecast-Technologie, um seine Geräte Multiroom-fähig zu machen. Bei neuen Sony-Modellen ist zudem der Google Assistant integriert, wodurch die Musikverteilung- und Steuerung per Sprache möglich ist.

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Falls Sie eine Audio-Marke bevorzugen oder ein älteres Gerät dieser Marke zu Hause haben, sollten Sie sich informieren, welche Multiroom-Lösung der Hersteller anbietet. Google-Fans, die von Marken unabhängig sein wollen, sollten auf eine eingebaute Chromecast-Funktion achten. Mit einem Chromecast Audio von Google (39 Euro) lässt sich zudem fast jede Anlage sehr günstig in das Chromecast-Multiroom-Netzwerk einbinden.

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