TV-Lautsprecher im Praxistest

Wie gut ist die Sonos Playbase wirklich?

Sonos Playbase im Wohnzimmer
Die Sonos Playbase sieht unter dem Fernseher schick aus – aber klingt sie auch gut? TECHBOOK hat es getestet.
Foto: Sonos

Die Sonos Playbase soll nicht nur Raumklang ins Wohnzimmer bringen, sondern auch die Stereoanlage ersetzen. Klappt das? TECHBOOK hat sie einem ausführlichen Praxistest unterzogen.

Während sich das Bild bei Fernsehern mit 4K und HDR stetig verbessert, bleibt der Ton auf der Strecke: Da die aktuellen TV-Modelle immer dünner werden, bleibt wenig Platz im Gehäuse für ordentliche Lautsprecher. Wer vernünftigen Klang haben will, muss mit externen Boxen nachrüsten – wie die neue Playbase von Sonos. Der flache Lautsprecher wird unter den TV gestellt, soll Raumklang erzeugen und zugleich die Stereoanlage ersetzen. Ob sich das auch gut anhört, zeigt der Praxistest von TECHBOOK.

Nanu, wo sind die Anschlüsse hin?

Die erste Freude über das flache, schicke Design der Playbase wird mit dem Blick auf die Rückseite gleich etwas getrübt: Es gibt leider nur wenig Anschlüsse. Für die Tonübertragung ist es genau genommen nur einer: Ein optischer Digitaleingang, der per Lichtleiterkabel den Sound zum TV überträgt. Einen HDMI-Anschluss oder einen Cinch-Eingang gibt es nicht, auch Bluetooth hat sich Sonos gespart – schade!

Wer zudem einen sehr großen Fernseher ab 65 Zoll hat, könnte tatsächlich Probleme bekommen, ihn oben auf dem Deck zu platzieren: Bei der kompakten Maße von 58 x 720 x 380 Millimetern könnten die Füße über die Seite ragen. Der schöne Anblick im Regal wäre dahin!

Sonos Playbase Rückseite

Ethernet, optischer Eingang und Strom – mehr Anschlüsse hat die Playbase von Sonos nicht.
Foto: TECHBOOK

Trueplay sorgt für guten Raumklang

Genug gemeckert, jetzt wird gehört! Oder auch nicht: Die Playbase ist im Prinzip ein WLAN-Lautsprecher, wie Sonos sie inzwischen zuhauf anbietet. Das heißt: Ohne eine Internetverbindung läuft erst einmal gar nichts. Also schnell die kostenlose App herunterladen und sich durch den umfangreichen, aber recht unkomplizierten Einrichtungsprozess arbeiten.

Danach gibt es endlich Sound. Der erste Eindruck: Speziell bei Filmen mit Surround-Abmischung zeigt die Playbase ihre Muskeln. Der simulierte Raumklang macht dank insgesamt zehn verbauter Lautsprecher inklusive einem Tieftöner für den Bass einen tollen, ausgewogenen Eindruck – kein Vergleich zu den dumpfen, im TV verbauten Tröten-Lautsprechern. Tipp: Nehmen Sie sich vor der Inbetriebnahme unbedingt Zeit für die sogenannte „Trueplay“-Einrichtung: Hier fordert Sie die Sonos-App auf, mit Ihrem Handy durch das Wohnzimmer zu laufen, und es anhand des Handy-Mikros zu vermessen. Der kleine Regentanz durch die Wohnung sieht zwar dämlich aus (mehr dazu im Video), bringt aber viel: Sonos misst aus, wie der Klang von Schränken, Sofas oder Wänden reflektiert wird und stellt die Playbase entsprechend ein.

Wer lieber „echten“ Surround-Sound mit mehreren Boxen will, kann weitere Sonos-Lautsprecher wie den Play 1 (300 Euro pro Stück) anschließen und sich so ein richtiges 5.1-System zimmern. Wer mehr Bass braucht, stattet die Playbase zudem mit einem externen Subwoofer aus. Diesen lässt sich Sonos allerdings noch mal 800 Euro kosten.

Ein wichtiger Hinweis noch für alle mit großer DVD- und Blu-ray-Sammlung: Die Playbase unterstützt nicht das Mehrkanal-Soundformat DTS. Das ist nicht so wild für alle, die Filme streamen oder im TV schauen. Bei Filmen auf Scheibe kann es manchmal vorkommen, dass die deutsche Tonspur nur DTS und nicht Dolby Digital (etwa beim Film „Avatar“) unterstützt. Die Folge: Sie müssen den Film in Stereo schauen.

Spotify und Apple Music dabei

Apropos Stereo: Die Playbase ist auch als klassische Stereoanlage nutzbar, aufgrund fehlender Anschlüsse wird das Andocken von älteren AV-Receivern aber schwierig. Die Box richtet sich daher hauptsächlich an Leute, die Musik vom Rechner aus im Heimnetzwerk hören oder auf Streaming-Dienste zugreifen. Hier ist Sonos gewohnt gut aufgestellt: Von Spotify (allerdings nur für Premium-Nutzer) bis über Apple Music hin zu Google Play Music und diverser Internetradios zapft die Playbase von nahezu jeder Quelle Musik an – allerdings nur bei bestehender Internetverbindung und mit der zwingend vorausgesetzten App.

Auch im Stereo-Modus gibt es am Klang wenig zu mäkeln, er ist ausgewogen und die klaren Stimmen überzeugen. Der Bass ist sauber – allerdings auch ziemlich dezent. Wer es gern wuchtig mag, sollte über einen externen Subwoofer nachdenken.

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Fazit: Sonos Playbase

800 Euro sind natürlich kein Schnäppchen – aber guter Klang kostet nun mal Geld, und den bietet die Playbase auf jeden Fall. Mit Trueplay-Einstellung ist der simulierte Raumklang ein echter Mehrwert bei Filmen, dank zahlreicher Einbindung von Streaming-Diensten macht das Deck auch als Stereoanlage mit tollem Klang eine gute Figur. Lediglich der Bass donnert nicht wirklich, was aber auch der schlanken Bauweise geschuldet ist.

Unverständlich hingegen ist das Fehlen von Bluetooth, auch ein paar mehr Anschlüsse hätten es sein dürfen. Wer das verschmerzen kann, bekommt mit der Playbase eine schicke, kompakte Audiozentrale für das Wohnzimmer.

Sonos Playbase: Preis und Datum

Die Sonos Playbase ist ab sofort zum Preis von rund 800 Euro in Schwarz und Weiß erhältlich. Wer sich mit dem flachen Design nicht anfreunden kann, greift zum Vorgängermodell Sonos Playbar im Riegel-Design. Diese kostet auch 800 Euro, hat allerdings im Gegensatz zur Playbase keinen eingebauten Tieftöner.