Ausprobiert!

Der Apple Homepod im TECHBOOK-Test

Apple Home Pod Philippe Fischer
Wie gut ist der HomePod von Apple wirklich? TECHBOOK-Reporter Philippe Fischer hat den Sprachassistenten in Kalifornien ausprobiert.
Foto: TECHBOOK

Nach langer Entwicklungszeit veröffentlicht nun auch Apple mit dem Homepod seinen eigenen smarten Lautsprecher-Assistenten. Kann er den von Amazon und Google dominierten Markt aufrütteln oder kommt das Gerät zu spät? TECHBOOK konnte ihn in den USA bereits ausprobieren.

Apples smarter Sprachassistent Homepod hat in den USA endlich das Licht der Welt erblickt, fast drei Jahre nach dem Start von Amazons Echo. Den deutlich höheren Preis von 349 US-Dollar (etwa 280 Euro) rechtfertigt der Technik-Riese aus Cupertino mit einem besseren Lautsprecher und der Sprachassistentin Siri. Aber reicht das, um den großen Vorsprung aufzuholen? TECHBOOK hat sich den Homepod in den USA einmal genauer angeschaut. Den ersten Eindruck finden Sie hier in folgendem Video:

Schlicht, klein – aber dreckanfällig!

Optisch dominiert beim Homepod der Minimalismus: Das zylinderförmige Gerät ist relativ schwer (2,5 Kilogramm) und so hoch wie eine ausgespreizte Hand. Um den Homepod ist ein Stoffnetz gespannt, das auf dem ersten Blick zwar nett aussieht, aber im Test leider auch anfällig für Dreck und Staub war.

Auf der Oberseite prangt eine Touch-Fläche, die man unterschiedlich nutzen kann: Tippt man etwa einmal mit dem Finger darauf, startet oder pausiert der Song. Tippt man zweimal schnell hintereinander, kommt das nächste Lied, beim dreimaligen Tippen das vorherige. Hält man den Finger länger auf die Fläche gedrückt, startet Sprachassistentin Siri. Mit Plus- und Minus-Zeichen wird die Lautstärke reguliert. Ansonsten sieht man auf der Fläche einen wabernden, bunten Lichtschein als optische Rückmeldung.


Foto: TECHBOOK

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Einrichtung jetzt schon auf Deutsch

Der Homepod wird über das iPhone – ohne das geht nämlich gar nichts – eingerichtet und gesteuert. Wer ein Android-Handy hat, holt sich mit dem Homepod allenfalls einen optischen Deko-Klotz ins Wohnzimmer. Interessant: Obwohl der Homepod derzeit nur in den USA verfügbar ist und entsprechend auch nur englische Befehle entgegennimmt, ist die Einrichtung per App bereits komplett auf Deutsch möglich.

Musik gibt es per iTunes oder Apple Music, andere Streaming-Dienste werden nativ nicht unterstützt. Ist aber auch nicht schlimm, denn Apple hat seinen Übertragungsstandard Airplay integriert. Nutzer von Spotify etwa bekommen ihre Musik so trotzdem auf den Homepod, im Test klappte das reibungslos.

Toller, satter Klang

Doch was taugt nun der Sound, der so angepriesen wird? Immerhin verbaut Apple acht Lautsprecher, darunter einen Tieftöner (Subwoofer) für den Bass. Wenn der Homepod zum ersten Mal in einem Raum steht, vermisst er diesen soundtechnisch  – und erkennt etwa, wo der Klang an den Wänden reflektiert. Der Sound soll daraufhin so angepasst werden, dass unerwünschte Nebeneffekte wie Hall komplett verschwinden. Unser erster Eindruck: Tatsächlich bietet der Homepod für seine überschaubare Größe einen satten Klang mit starkem Bass. Beeindruckend!

Apple brüstet sich zudem mit einer neuen Technologie namens „Beamforming“. Diese soll dafür sorgen, dass der Klang immer „strahlförmig“ in die Ecke des Raumes gelangt, wo er hingehört. Gesteuert wird das Ganze durch Apples A8-Chip, der bereits im iPhone 6 verbaut war. Im Praxis-Test konnten wir hier keinen großen Vorteil feststellen, der den Homepod von anderen Boxen, etwa von Sonos, gravierend unterscheidet. Vielleicht kommt dieser Effekt erst zutage, wenn man mehrere Homepods miteinander verbindet – eine Funktion, die Apple noch im Laufe des Jahres nachliefern will.

Siri mit präzisen Antworten und natürlicher Stimme

Die sechs verbauten Mikrofone sollen dafür sorgen, dass Sprachassistentin Siri auch bei lauter Musik jederzeit zuhört. Das klappt in der Praxis aber nicht immer überzeugend, besonders wenn der Nutzer ein paar Meter weit weg vom Gerät entfernt ist, erkennt Siri nicht jeden Befehl auf Anhieb. Man braucht zudem sehr eindeutige Befehle, um den Prozess zu starten – Alexa und der Google Assistant reagieren da schneller.

Die Befehle lassen sich mit dem vom iPhone bekannten Befehl „Hey Siri“ starten und lauten etwa:

  • „Wie wird das Wetter heute?“
  • „Setze einen 5-Minuten-Timer“
  • „Spiele meinen Lieblingssong“
  • „Erhöhe die Lautstärke“
  • „Lese mir neue Nachrichten vor“
  • „Schalte das Licht im Wohnzimmer an“ (smarte Lampen vorausgesetzt)

Die Antworten kommen dann aber präzise, außerdem wirkt die Stimme der englischen Siri sehr natürlich und nicht so roboterartig wie bei Alexa und Google Assistant. Alle Siri-Befehle finden Sie hier in diesem Artikel.


Foto: TECHBOOK

Fazit: Apple Homepod

Apple vermarktet den Homepod in erster Linie als Lautsprecher und nicht als smarten Assistenten wie Amazons Echo – gut so, denn Alexa und der Google Assistant haben einen größeren Funktionsumfang als Siri. Die Klangqualität ist super und deutlich besser als etwa beim Echo, doch ist das den hohen Aufpreis wert? Immerhin bekommt man derzeit fast drei Echos oder zwei Echo Plus für einen Homepod. Wir sagen: Nein, der Preis ist deutlich zu hoch! Zumal man für knapp 200 Euro den ebenfalls guten Sonos One mit eingebauter Alexa bekommt.

Infografik: Apples HomePod ist weniger smart als die Konkurrenz | Statista

Wann kommt der Homepod nach Deutschland?

Derzeit hält sich Apple noch mit einem offiziellen Verkaufsstart für Deutschland bedeckt – lediglich „Frühjahr 2018“ ist bekannt. Auch einen Euro-Preis hat der Konzern noch nicht bekannt gegeben. Wir rechnen mit rund 400 Euro.

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