Großer Test der Sprachassistenten

So gut schlägt sich Apples Homepod gegen Amazon Echo und Google Home

Apple Homepod, Google Home, Amazon Echo
Es kommt nicht auf die Größe an! Der Apple Homepod (links) verstand im Test gegen Google Home (rechts) und Amazon Echo am wenigsten.
Foto: TECHBOOK

Ab sofort bietet Apple seinen intelligenten Lautsprechers Homepod auch in Deutschland an. Wie gut schlägt er sich gegen die bereits etablierten und günstigeren Konkurrenten Amazon Echo und Google Home? Der große Test von TECHBOOK zeigt es.

Intelligente Lautsprecher zählen bei vielen schon zum Inventar des Wohnzimmers. Google, Amazon und jetzt auch Apple streiten sich bereits um Marktanteile. Doch welches Gerät kann eigentlich was – und welches ist das richtige für meine Bedürfnisse?

TECHBOOK hat die zwei etabliertesten Sprachassistenten gegen den Neuling von Apple antreten lassen:

  • Google Home mit Sprachassistent Google Assistant (149 Euro Herstellerpreis, im Handel ab circa 110 Euro)
  • Amazon Echo Plus mit Sprachassistentin Alexa (149,99 Euro Herstellerpreis, im Handel ab circa 140 Euro)
  • Apple Homepod mit Sprachassistentin Siri (349,99 Euro Herstellerpreis, im Handel ab circa 340 Euro)

Im Vergleich fehlt Microsoft Cortana, da es aktuell keinen intelligenten Lautsprecher mit dem Assistenten gibt.

Im Test mussten sich die Geräte jeweils vier Testkriterien stellen: die Einrichtung, die intelligente Spracherkennung bzw. Umsetzung der Befehle, der Klang bei der Musikwiedergabe und der Einbindung anderer Geräte.

Bei der Einrichtung punkten alle

Die drei Testgeräte ließen sich spielend leicht einrichten. Nutzer müssen sie einfach durch einen Tastendruck auf dem Gerät in den Kopplungsmodus versetzen und dann per kostenloser Smartphone-App mit dem hauseigenen WLAN-Netzwerk verbinden – fertig! Das klappte bei allen Modellen problemlos, ein klarer Sieger geht hier nicht hervor.

Vorsicht beim Homepod: Apples Sprachassistent lässt sich nur mit einem iPhone oder einem iPad einrichten, nicht mit einem Android-Smartphone etwa von Samsung. Wer kein iPhone hat, für den ist der Homepod höchstens teure Wohnzimmer-Deko. Die anderen beiden Geräte lassen sich auch unabhängig vom Betriebssystem des Smartphones einrichten.

Die Spracherkennung und Intelligenz

Alle Lautsprecher stellten sich im TECHBOOK-Test einem ausführlichen Fragenkatalog. Sowohl Grundfunktionen wie das aktuelle Wetter und die Navigation zu einem bestimmten Ort als auch Lexikon-Wissen wie etwa der Geburtsort von Bill Gates oder der Name von Niki Laudas Mutter wurden abgefragt. Insgesamt zehn Fragen bekamen die Sprachassistenten im Test gestellt.

Dabei kamen vor allem die Schwächen von Siri im Apple Homepod deutlich heraus. Siri kannte weder den Geburtsort von Bill Gates noch konnte sie uns zwei Pfund in Gramm umrechnen. Auch beim Abspielen von Radiosendern scheiterte der Homepod. Eine mangelhafte Leistung!

Google Home und Amazon Echo wussten hingegen auf fast jede Testfrage eine Antwort. Lediglich bei Routenführung und Fragen zu Promis lag der Google Assistant noch weiter vorn als Alexa. Insbesondere weil Google Home automatisch die angeforderte Maps-Route an das Smartphone sendet. Damit ist der Google Assistant in dieser Kategorie Sieger.

Apple dominiert beim Klang

Wenn schon nicht bei der Spracherkennung, dann sollte der Apple zumindest bei dem Klang überzeugen. Immerhin betont der Tech-Riese aus Cupertino immer wieder, was für ein „Musikexperte“ der Homepod sei. Und hier liefert Apple dann auch ab: Die große und leider auch einzige Stärke des deutlich schwersten Geräts im Test liegt in der guten Klangqualität.

Toller Bass, saubere Höhen, raumfüllenden Sound – trotz seiner überschaubaren Größe taugt der Homepod auch für größere Partys in den eigenen vier Wänden. Musik gibt es per iPhone über den Streaming-Dienst Apple Music (10 Euro im Monat), Dienste wie Spotify oder Amazon Music werden nicht direkt unterstützt. Kleiner Trick: Sie können diese aber auf dem iPhone starten und mit Apples kabellosem Übertragungsstandard Airplay auf den Homepod „beamen“.

Auf dem zweiten Platz landet der Amazon Echo Plus. Je nach Musikrichtung stellt dieser den Alltagshörer definitiv zufrieden. Bassfetischisten werden den Echo jedoch nur müde belächeln. Immerhin: Amazons Echo ist deutlich offener für andere Musik-Apps und unterstützt neben Amazon Music auch etwa Spotify. Ansonsten lässt sich auch hier jegliche Musik – auch von Apple Music – per WLAN übertragen.

Google Home schneidet als Soundbox hingegen schwach ab, dem Gerät fehlt gerade bei höheren Lautstärken einfach die Power. Als Radioersatz ist er durchaus geeignet, als echter Ersatz für einen Bluetooth-Lautsprecher nicht. Auch Google ist offener als Apple, was die Musikdienste angeht, per WLAN können Sie zudem auch hier nahezu alles abspielen.

Vernetzung mit anderen Geräten

Alle Geräte bezeichnen sich auch gerne als „Smart-Home-Zentrale“, mit der man Fensterkontakte, Rollläden, Thermostate oder Alarmanlagen steuern kann – sie werden der Bezeichnung jedoch nur bedingt gerecht. Insbesondere der Homepod spielt nur im „Homekit“-Kosmos mit, Apples hauseigener Smart-Home-Plattform. Wenn Ihre Geräte damit nicht kompatibel sind, dann leider Pech gehabt! Apple selbst listet in seinem Store aktuell nur rund 50 kompatible Produkte von wenigen Herstellern – zu wenig!

Anders bei der Konkurrenz: Allein Google Home unterstützt mit seiner Sprachsteuerung mehr als 170 Dienste und Produkte, etwa Netgear Arlo, Philips Hue und die Smart-Home-Lösungen der Telekom und Innogy. Amazon Alexa kann auf Wunsch sogar noch mehr Geräte steuern, darunter die smarten Lampen von Medion und das smarte Türschloss von Nuki.

Beim Amazon Echo hingegen müssen Sie für Änderungen und Einstellungen immer die Alexa-App nutzen.

Alle Geräte können Sie als Multiroom-Soundsystem nutzen. Das heißt, Musik kann etwa gleichzeitig auf mehreren Amazon Echos in verschiedenen Räumen abgespielt werden. Zwei Homepods fungieren auf Wunsch sogar als Stereopaar – dieses Gimmick haben die anderen Geräte nicht. Dafür protzen Echo und Home mit reichlich Zubehör: Fire TV, Chromecast, Echo Buttons und viele weitere Geräte runden den Amazon- beziehungsweise Google-Haushalt ab.

Sprachassistenten im Test – Fazit der Redaktion

Am Ende ist doch recht deutlich: Apples neuer Homepod kann einfach zu wenig, um den hohen Preis zu rechtfertigen. Auch der eigenwillige Apple-Kosmos bietet wenig Möglichkeiten für Dritthersteller, um deren Produkte kompatibel zu machen.

Amazons Echo ist puncto Klang ein wenig, der Google Home sogar deutlich schwächer, dafür beherrschen beide Geräte das grundlegende Handwerk: Sie erkennen die Sprache zuverlässig und helfen dank zahlreicher kompatibler Geräte im Alltag weiter. Das tut der Google Assistant am Ende sogar einen Tick besser als Amazons Alexa. Damit ist Google Home nicht nur der günstigste, sondern auch der beste intelligente Lautsprecher in unserem Test.