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Welches iPhone soll ich kaufen? Der große Vergleich der Modelle

iPhone Xs und Xs Max
Im Fokus von Apple stehen die neuen Modelle iPhone Xs und iPhone Xs Max – doch sind sie wirklich die besten im Portfolio? TECHBOOK macht den großen Modell-Vergleich.
Foto: Getty Images

Apple hat in diesem Jahr nicht nur neue iPhones vorgestellt, sondern die Modellvielfalt reduziert. Nun stehen immer noch sieben technisch unterschiedliche Varianten in diversen Speicher- und Farboptionen zur Auswahl. Wir gehen auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle ein, sagen welches iPhone das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat und welches unser Favorit ist.

Momentan stehen die brandneuen iPhones Xs, Xs Max und Xr im Fokus der Medien. Nebenbei hat aber Apple gleich sein Produktportfolio bereinigt: Aus den ehemals acht verschiedenen Modellen, die im Apple Store erhältlich waren, sind drei Produktlinien gestrichen worden.

Das letztjährige Topmodell X wurde schon nach einem Jahr durch das Xs ersetzt. Der Verlust des iPhone 6s/6s Plus ist zu verschmerzen, da es technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit war und TECHBOOK bereits 2017 vom Kauf abgeraten hat.

Etwas anders sieht es aus mit dem nicht mehr erhältlichen iPhone SE: Obwohl es technisch genauso betagt war wie das 6s, hatte es viele Fans aufgrund des sehr handlichen Formats. Vor allem für Menschen mit kleinen Händen war das 4-Zoll-Gerät die beste Option – auch als Einstiegs-iPhone für Kinder. Momentan gibt es noch Restbestände im Handel mit Preisen ab etwa 260 Euro für die 32-GB-Variante.

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Von nun an setzt Apple komplett auf große Displays. Mindestmaß sind 4,7-Zoll wie sie im iPhone 7 und 8 verbaut werden. Die Modelle 7 Plus und 8 Plus haben ein 5,5-Zoll-Display. Die beiden Topmodelle Xs und Xs Max setzen auf rahmenlose OLED-Bildschirme mit 5,8- beziehungsweise 6,5-Zoll-Diagonale. Dazwischen ist das iPhone Xr positioniert mit einer Diagonale von 6,1 Zoll.

Wir gehen auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle ein und sagen Ihnen, welches Gerät das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Außerdem küren wir unseren iPhone-Favoriten des Jahres 2018.

 

iPhone 7

Das kleine und das große Schwarze: Leider sind das iPhone 7 und 7 Plus nicht mehr in hochglänzendem Diamantschwarz erhältlich, sondern in Mattschwarz, Silber, Gold und Roségold
Foto: Apple

iPhone 7/7 Plus

Vor zwei Jahren kamen iPhone 7 (jetzt ab 450 Euro) und 7 Plus (jetzt ab 610 Euro) auf den Markt. Damit sind sie immer noch leistungsfähig genug, um die nächsten zwei Jahre gute Dienste bei den meisten Apps und Anwendungen zu leisten. Zudem ist es das erste iPhone mit Spritzwasserschutz: So können Regen, ein umgekipptes Glas Wasser oder ein versehentlicher Fall ins Schwimmbecken den 7ern nichts anhaben.

Der Prozessor ist leistungsfähiger, das Display leuchtet heller und der Akku hält länger als beim ausgemusterten 6s. Die Kamera hat eine optische Bildstabilisierung für Fotos und Videos sowohl beim normalen als auch beim Plus-Modell. Und die Selfie-Kamera löst mit 7 statt 5 Megapixeln auf. Wer noch bessere Fotos schießen will, der sollte zum 7 Plus greifen, denn dort sind gleich zwei Linsen verbaut: eine Weitwinkel- und eine Teleobjektiv-Linse. Damit gelingen Porträts mit unscharfem Hintergrund, ähnlich wie bei teuren Kameras mit Wechselobjektiv.

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Insgesamt bietet das iPhone 7 ein rundum gelungenes Gesamtpaket zu einem akzeptablen Preis. Wer ein großes Display und eine noch bessere Kamera haben möchte, greift zum iPhone 7 Plus. Für uns ist diese iPhone-Generation der Preis-Leistungs-Sieger, da sie im Handel bereits ab 450 Euro (32 GB) beziehungsweise 500 Euro (128 GB) erhältlich ist.

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Apple iPhone 7

Das iPhone 7 macht vieles von dem, was das iPhone zum iPhone macht, noch einmal viel besser.

Vorteile

+ Spritzwasserschutz

+ immer noch guter Prozessor

+ helles Display

+ gute Kameras

+ bessere Akkulaufzeit als beim 6s

+ bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile

– 32 Gigabyte Version ist knapp bemessen

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden

– kein kabelloses Laden möglich

iPhone 8

Verglast: die iPhones 8 und 8 Plus (hier im Bild) haben eine Glasrückseite, um kabelloses Laden zu ermöglichen
Foto: Apple

iPhone 8/8 Plus

Die iPhones 8 (ab etwa 610 Euro) und 8 Plus (ab 722 Euro) wurden zwar erst im Herbst 2017 vorgestellt und doch sind sie schon „veraltet“. Denn zeitgleich stellte Apple das zukunftsweisende iPhone X vor und ließ damit die 8er-Generation alt aussehen. Das iPhone der Zukunft hat keinen Home-Button mehr, dafür ein rahmenloses Display – zwei Attribute, die dem 8er fehlen.

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Andererseits sind die Verbesserungen zum 7er iPhone marginal. Die wichtigste Neuerung ist sicherlich das kabellose Aufladen, das allerdings relativ langsam läuft und damit keinen großen Zugewinn bietet. Maximal sind nur 7,5 Watt Ladeleistung erlaubt, obwohl der verwendete Qi-Standard bereits 15 Watt ermöglicht. Die dafür benötigte Glasrückseite ist zudem gegenüber dem Aluminium-Gehäuse des iPhone 7 empfindlicher für Schäden. Deswegen würden wir eher das 7er dem 8er iPhone vorziehen: Für 500 Euro bekommt man bereits ein iPhone 7 mit 128-GB-Speicher, ein iPhone 8 mit 64-GB-Speicher kostet mindestens 610 Euro.

Vorteile

+ kabelloses Laden möglich

+ sehr schnelle Prozessoren

+ Display passt Farbtemperatur der Umgebung an

+ Spritzwasserschutz

Nachteile

– Glasrückseite empfindlich gegenüber Brüchen

– kabelloses Laden könnte schneller sein

– keine 128-GB-Variante erhältlich

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden

iPhone XS und XS Max

Mehr Display, mehr Leistung, höherer Preis: Die neuen iPhones sind da und heißen iPhone XS (rechts) und XS Max (links).
Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

iPhone Xs/Xs Max

Letztes Jahr war es noch das Topmodell, jetzt ist es raus aus dem Sortiment: Das iPhone X wurde durch das iPhone Xs ersetzt. Doch die Neuerungen halten sich in Grenzen. Gleich geblieben ist das rahmenlose OLED-Display mit 5,8 Zoll Diagonale ohne den klassischen Home-Button. Die Rückseite ist ebenfalls aus Glas, um das kabellose Aufladen zu ermöglichen. Obwohl das Display eine größere Diagonale hat als die 5,5-Zoll-Modelle 7 Plus und 8 Plus, ist das iPhone Xs kaum größer als die 4,7-Zoll-Varianten. Als neue Farboption ist neben Silber und Schwarz jetzt auch Gold erhältlich.

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Das Highlight des iPhone Xs ist aber neben dem eindrucksvollen Display nach wie vor die Gesichtserkennung. Da mit dem Wegfall der Home-Taste auch der Fingerabdrucksensor verschwand, musste Apple eine neue, bequeme Entsperrmethode entwickeln. Hierzu dient ein komplexes Frontkamerasystem: Dabei wird das Gesicht des Besitzers anhand von 30.000 unsichtbaren Punkten analysiert und mit einer Infrarotkamera ausgelesen. Das funktioniert sogar im Dunkeln, mit den meisten Sonnenbrillen und wenn man sich einen Bart wachsen lässt. Denn dank neuronaler Struktur lernt der Prozessor dazu, wenn sich der Besitzer im Laufe der Zeit verändert.

Laut Apple soll die Gesichtserkennung beim Xs noch besser und schneller funktionieren, da der dafür zuständige Prozessor (Neural Engine) wesentlich schneller arbeitet. Auch sonst soll die Leistung um 15 Prozent gestiegen sein, die grafische sogar um 50 Prozent. Dabei fällt die Energieeffizienz besser aus und so soll das Xs etwa 30 Minuten länger durchhalten als das X.

Die wohl wichtigste Neuerung gegenüber dem X ist eine verbesserte Doppel-Linsen-Kamera mit Smart HDR. Dadurch werden noch mehr Aufnahmen während eines Fotos miteinander kombiniert, um möglichst viele Details und bessere Kontraste selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen zu erhalten. Zudem lässt sich die Tiefenschärfe regulieren und soll noch natürlicher aussehen.

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Das iPhone mit dem Riesen-Display

Neben dem iPhone Xs hat Apple noch das iPhone Xs Max vorgestellt. Dieses hat nahezu die gleiche Ausstattung wie das Xs, trumpft aber mit einem riesigen 6,5-Zoll-OLED-Display auf und einem stärkeren Akku. Laut Apple soll es etwa 1,5 Stunden länger durchhalten als das X.

Nun aber die große Enttäuschung: Apple hat seine Preise bei den Topmodellen trotz Kritik nicht gesenkt. Das iPhone Xs startet wie das iPhone X letztes Jahr bei 1149 Euro für 64 Gigabyte. Für die nächsthöhere Option mit 256 Gigabyte werden 1349 Euro fällig. Das Xs Max mit dem Riesen-Display schlägt jeweils mit 100 Euro mehr zu Buche. Wer sich hier für die Option mit 512 GB entscheidet, darf 1649 an Apple überweisen. Wir finden es schlichtweg zu viel, da Hardware-Preise von Jahr zu Jahr sinken und Apple es hier nicht an die Kunden weitergibt. Deswegen gibt es von uns keine Kaufempfehlung.

Vorteile

+ eindrucksvolles, randloses OLED-Display – jetzt auch in 6,5-Zoll erhältlich

+ zuverlässige Gesichtserkennung zur Identifizierung

+ sehr schnelle Prozessoren

+ kabelloses Laden möglich

+ Display passt sich in den Farben der Umgebung an

+ Spritzwasserschutz

+ verbesserte Doppel-Linsen-Kamera mit Smart HDR

Nachteile

– Aussparung für Gesichtsscanner und Kameras ragt ins Display – stört bei Videos und Fotos in Vollformatanzeige

– Glasrückseite empfindlich gegenüber Brüchen

– kabelloses Laden könnte schneller sein

– 170 Euro Aufpreis von 64 GB auf 256 GB

– keine 128-GB-Variante

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden

– sehr teuer

Das iPhone Xr ist in verschiedenen Farben erhältlich: Neben Schwarz, Orange, Gelb, Weiß und Blau gibt es auch eine Product-Red-Option, womit die AIDS-Hilfe unterstützt wird.

iPhone Xr

Das eigentliche Highlight bei Apples iPhone-Präsentation 2018 war das Xr. Es ist zwischen den Topmodellen Xs/Xs Max und dem Vorjahresmodell 8 Plus positioniert – doch das Überraschende dabei: Technisch ist es viel näher am Xs als am 8 Plus.

Es hat keinen Home-Button mehr, sondern ein rahmenloses Display mit eingebauter Gesichtserkennung. Damit kommt es im neuesten iPhone-Look daher. Zudem ist das Display mit 6,1-Zoll sogar größer als beim Xs. Im Inneren arbeiten die aktuellsten Prozessoren und auch die Weitwinkelkamera stammt vom Topmodell. Damit sind ebenfalls Smart HDR und Tiefenschärferegelung möglich.

Die Unterschiede zur iPhone-Elite lassen sich an einer Hand aufzählen: Beim Display greift man auf die günstigere LCD-Technik mit geringerer Auflösung (wie beim iPhone 7/8) zu und verzichtet auf Drucksensoren (3D-Touch). Es ist kein Doppel-Objektiv verbaut (damit auch kein optischer, sondern nur digitaler Zoom), Wasserschutz gilt nur bis zu einem Meter Tiefe (zwei Meter beim iPhone Xs/Xs Max) und es wird kein Gigabit fähiges LTE unterstützt, was aber zu vernachlässigen ist, da in Deutschland das entsprechende LTE-Angebot noch gering ist.

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Eine Tatsache hat Apple etwas unter den Tisch fallen lassen: die herausragende Akku-Leistung des Xr-Modells. Zumindest laut den technischen Angaben ist es der Spitzenreiter im iPhone-Portfolio. Bei der Internetnutzung hält es mit 15 Stunden sogar zwei Stunden länger durch, als das schon gute iPhone Xs Max.

Und dann wäre da noch der Preis: Die 64-GB-Variante des Xr ist im Apple Store mit 849 Euro nur 60 Euro teurer als ein vergleichbares iPhone 8 Plus – aber 300 Euro günstiger als ein iPhone Xs. Zudem ist eine 128-GB-Variante (909 Euro) erhältlich, die für die meisten Nutzer völlig ausreichen dürfte. Beim iPhone Xs muss man hingegen zur 256-GB-Variante greifen, wenn 64 Gigabyte nicht genug sind. Damit werden 1349 Euro fällig – 440 Euro mehr als beim iPhone Xr mit 128 Gigabyte. Für diese Preisdifferenz gibt es die ebenfalls neue Apple Watch 4 zum Xr dazu.

Wer also ein iPhone mit aktuellster Technik, großem Display und noch vertretbarem Preis-Leistungs-Verhältnis haben will, dem empfehlen wir das Xr. Ein OLED-Bildschirm ist zwar toll, aber 300 Euro Aufpreis finden wir nicht gerechtfertigt. Damit ist das Xr unser Favorit im aktuellen iPhone-Portfolio. Ab dem 19. Oktober lässt es sich bei Apple bestellen und ist ab dem 26. Oktober im Handel erhältlich.

Vorteile

+ randloses LCD-Display mit 6,1-Zoll-Diagonale

+ zuverlässige Gesichtserkennung zur Identifizierung

+ sehr schnelle Prozessoren

+ kabelloses Laden möglich

+ Display passt sich in den Farben der Umgebung an

+ Spritzwasserschutz

+ verbesserte Weitwinkelkamera mit Smart HDR

+ 128-GB-Variante vorhanden

+ Akku hält am längsten durch

+ sechs Farben verfügbar

Nachteile

– Displayauflösung könnte höher sein, reicht aber aus

– Aussparung für Gesichtsscanner und Kameras ragt ins Display – stört bei Videos und Fotos in Vollformatanzeige

– Glasrückseite empfindlich gegenüber Brüchen

– kabelloses Laden könnte schneller sein

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden

– mit 194 Gramm relativ schwer

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