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Welches iPhone soll ich kaufen? Der große Vergleich der Modelle

iPhone 7
Welches iPhone soll ich mir holen? Die große Kaufberatung von TECHBOOK vergleicht alle aktuellen Modelle.
Foto: Getty Images

Die Modellvielfalt beim iPhone ist derzeit so groß wie noch nie: Gleich acht technisch unterschiedliche Varianten bietet Apple zum Verkauf an neben diversen Farboptionen. Ist das Topmodell iPhone X wirklich das empfehlenswerteste? Wir gehen auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle ein und sagen, welches iPhone das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

Noch nie hat Apple ein so umfangreiches Line-up an iPhones gehabt, denn in diesem Herbst kamen gleich zwei neue Generationen auf den Markt. Neben den iPhones 8 und 8 Plus wurde auch das sogenannte Jubiläums-iPhone namens X (steht für die Zehn) vorgestellt. Ziemlich genau zehn Jahre nach dem ersten iPhone wollte Apple die Kundschaft mit einem neuen, zukunftsweisenden Design begeistern. Das ist auch zum Großteil gelungen, doch der Preis für die neue Referenz ist hoch: In Deutschland kostet die Variante mit 64 Gigabyte Speicher 1149 Euro. Mit 256 Gigabyte Speicher werden 1319 Euro fällig. Selbst für langjährige iPhone-Kunden sind das neue Preisregionen.

Wem das zu viel ist, der hat mehr Alternativen, denn je: Neben der letzten Generation, den iPhones 7 und 7 Plus, hat Apple noch das iPhone 6s und 6s Plus im Angebot sowie das besonders handliche iPhone SE. Wir gehen auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle ein und sagen Ihnen, welches Gerät das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

iPhone SE

Klein, leicht, handlich: besonders für kleine Hände ist das iPhone SE ein Schmeichler
Foto: Apple

iPhone SE

Als das iPhone 6 auf den Markt kam, wurde bei vielen Kunden der Wunsch nach größeren Displays gestillt. Apple vollzog beim Standardmodell den Sprung von 4 Zoll auf 4,7 Zoll Diagonale und lancierte sogar das 5,5 Zoll große Plus-Modell. Obwohl Apple damit den Nerv der Zeit getroffen hat, gab es noch viele iPhone-Nutzer, die das kleine 4-Zoll-Gehäuse handlicher fanden. So wurde das iPhone SE im März 2016 geboren. Im kleinen und handlichen Gehäuse des iPhone 5s steckt die Technik des 6s-Modells und ist damit über zwei Jahre alt.

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Wir würden von einem Kauf derzeit abraten, da es Gerüchte gibt, dass im Frühjahr 2018 eine neue SE-Generation auf den Markt kommen soll. Als Einsteiger-Smartphone für Kinder ist es aber eine gute Option, vor allem wegen der handlichen Größe und des niedrigen Einstiegspreises (bei guten Angeboten um die 300 Euro).

Vorteile

+ handliches, leichtes Gehäuse

+ ab 409 Euro für 32 Gigabyte, 519 Euro für 128 Gigabyte Speicher

+ 4K-Video

Nachteile

– Veraltetes Design des iPhone 5s aus dem Jahr 2013

– Fingerabdrucksensor 1. Generation

– Selfie-Kamera löst mit nur 1,2 Megapixel auf

– Kein druckempfindliches Display verbaut (3D Touch)

– Hardware könnte schon für die nächste iOS-Software-Generation zu schwach sein

iPhone 6s

Alter Bekannter: das iPhone 6s ist schon seit über 2 Jahren auf dem Markt, deswegen sollte man nicht unbedingt hier sein Geld investieren
Foto: Apple

iPhone 6s/6s Plus

Nachdem Apple mit den iPhones 6 (heute etwa ab 350 Euro) und 6 Plus (heute etwa ab 400 Euro) 2014 ein neues Design und neue Displaygrößen etablierte, hat man sich beim 6s-Modell den inneren Werten gewidmet: ein schnellerer Prozessor, 4K-Videos, höher auflösende Kameras, ein verstärktes Gehäuse gegen Verbiegungen – es ist quasi die optimierte Version des 6er iPhones.

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Dennoch würden wir nicht zu einem Kauf raten, da die Prozessoren wie im SE-Modell nicht mehr die fittesten sind und womöglich mit der nächsten oder übernächsten iOS-Version bereits Ruckler und lange Reaktionszeiten auftreten können.

Vorteile

+ Fingerabdrucksensor 2. Generation

+ gute Kameras

+ 4K-Videos

+ druckempfindliches Display (3D Touch)

Nachteile

– 32 Gigabyte Variante ist knapp bemessen

– keine 64 Gigabyte Version

– 128 Gigabyte Version kostet 110 Euro mehr

– Hardware könnte schon für die nächste iOS-Software-Generation zu schwach sein

iPhone 7

Das kleine und das große Schwarze: iPhone 7 und 7 Plus sind die einzigen Modelle in hochglänzendem Diamantschwarz
Foto: Apple

iPhone 7/7 Plus

Erst vor gut einem Jahr kamen iPhone 7 (heute etwa ab 550 Euro) und 7 Plus (heute etwa ab 670 Euro) auf den Markt. Damit sind sie noch im besten Alter, denn wer jetzt eins kauft, der wird damit locker noch zwei Jahre genug Leistungsreserven für die meisten Apps und Anwendungen haben. Zudem ist es das erste iPhone mit Spritzwasserschutz: Zumindest können Regen, ein umgekipptes Glas Wasser oder ein versehentlicher Fall ins Schwimmbecken den 7ern nichts anhaben.

Der Prozessor ist leistungsfähiger, das Display leuchtet heller und der Akku hält länger durch als beim 6s. Die Kamera hat eine optische Bildstabilisierung für Fotos und Videos sowohl beim normalen als auch beim Plus-Modell. Und die Selfie-Kamera löst mit 7 statt 5 Megapixeln auf. Wer noch bessere Fotos schießen will, der sollte zum 7 Plus greifen, denn dort sind gleich zwei Linsen verbaut: eine Weitwinkel- und eine Teleobjektiv-Linse. Damit gelingen tolle Porträts mit unscharfem Hintergrund, ähnlich wie bei teuren Kameras mit Wechselobjektiv.

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Insgesamt bietet das iPhone 7 ein rundum gelungenes Gesamtpaket zu einem akzeptablen Preis. Wer ein großes Display und noch eine bessere Kamera haben möchte, greift zum iPhone 7 Plus. Für uns ist diese iPhone-Generation ein Geheimtipp und unser Preis-Leistungs-Sieger.

Vorteile

+ Spritzwasserschutz

+ flotter Prozessor

+ helles Display

+ sehr gute Kameras

+ bessere Akkulaufzeit als beim 6s

Nachteile

– 32 Gigabyte Version ist knapp bemessen

– 128 Gigabyte Version kostet 110 Euro mehr

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden

iPhone 8

Verglast: die iPhones 8 und 8 Plus (hier im Bild) haben eine Glasrückseite, um kabelloses Laden zu ermöglichen
Foto: Apple

iPhone 8/8 Plus

Die iPhones 8 (ab 700 Euro) und 8 Plus (ab 800 Euro) wurden zwar erst im Herbst 2017 vorgestellt und doch sind sie schon „veraltet“. Denn zeitgleich stellte Apple das zukunftsweisende iPhone X vor und ließ damit die 8er-Generation alt aussehen. Das iPhone der Zukunft hat keinen Home-Button mehr, dafür ein rahmenloses kontrastreiches OLED-Display – zwei Attribute, die dem 8er fehlen.

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Andererseits sind die Verbesserungen zum 7er iPhone marginal. Die wichtigste Neuerung ist sicherlich das kabellose Aufladen, das allerdings relativ langsam läuft und damit keinen großen Zugewinn bietet. Selbst nach dem Update mit iOS 11.2 sind nur 7,5 Watt Ladeleistung erlaubt, obwohl der verwendete Qi-Standard bereits 15 Watt ermöglicht. Die dafür benötigte Glasrückseite ist gegenüber dem Aluminium-Gehäuse des iPhone 7 empfindlicher für Schäden. Deswegen würden wir eher das 7er dem 8er iPhone vorziehen.

Vorteile

+ kabelloses Laden möglich

+ sehr schnelle Prozessoren

+ Display passt Farbtemperatur der Umgebung an

+ Spritzwasserschutz

Nachteile

– Glasrückseite empfindlich gegenüber Brüchen

– kabelloses Laden könnte schneller sein

– 170 Euro Aufpreis von 64 auf 256 GB Variante

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden

iPhone X

Eindrucksvolles Topmodell: das iPhone X weist mit vollflächigem OLED-Display den Weg in die Zukunft
Foto: Apple

iPhone X

Und dann gibt es da noch das brandneue iPhone X (ab 1150 Euro), das ziemlich genau zehn Jahre nach Erscheinen der ersten iPhone-Generation ein neues Zeitalter bei Apple einläutet. Damit gehört der Home-Button der Vergangenheit an. Stattdessen besteht das iPhone jetzt aus einem nahezu randlosen 5,8-Zoll-OLED-Display. Die Rückseite ist wie beim iPhone 8 ebenfalls aus Glas, um das kabellose Aufladen zu ermöglichen. Obwohl das Display eine größere Diagonale hat als die Plus-Varianten mit 5,5-Zoll-Durchmesser, ist das iPhone X kaum größer als die 4,7-Zoll-Modelle.

Ansonsten ist die technische Ausstattung mit dem iPhone 8 Plus identisch. Auch hier kommt eine Dual-Linsen-Kamera zum Einsatz, allerdings sind beide Linsen optisch stabilisiert anstatt nur einer. Zudem hat die Teleobjektiv-Linse eine etwas größere Brennweite, um mehr Licht einzufangen.

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Das Highlight des iPhone X ist aber neben dem eindrucksvollen Display auch die Gesichtserkennung. Da mit dem Wegfall der Home-Taste auch der Fingerabdrucksensor verschwand, musste Apple eine neue, bequeme Entsperrmethode entwickeln. Hierzu dient ein komplexes Frontkamerasystem: dabei wird das Gesicht des Besitzers anhand von 30.000 unsichtbaren Punkten analysiert und mit einer Infrarotkamera ausgelesen. Das funktioniert sogar im Dunkeln, mit den meisten Sonnenbrillen und wenn man sich einen Bart wachsen lässt. Denn dank neuronaler Struktur lernt der Prozessor dazu, wenn sich der Besitzer im Laufe der Zeit verändert.

Das iPhone X ist ein eindrucksvolles Stück Technik und weist in die iPhone-Zukunft. Die Preise sind aber heftig: 1149 Euro für 64 Gigabyte Speicher und 1319 für 256 Gigabyte sind sehr viel Geld für ein Smartphone. Wer ein iPhone 7 besitzt, der sollte ruhig noch ein paar Monate warten, bis im Herbst 2018 neue iPhones vorgestellt werden. Denn wenn die neue iPhone-X-Technik etabliert ist, werden wahrscheinlich auch die Preise etwas fallen. Zudem könnte es nächstes Jahr eine größere Plus Variante des iPhone X geben.

Vorteile

+ eindrucksvolles, randloses OLED-Display

+ gute Gesichtserkennung zur Identifizierung

+ sehr schnelle Prozessoren

+ kabelloses Laden möglich

+ Display passt sich in den Farben der Umgebung an

+ Spritzwasserschutz

Nachteile

– Aussparung für Gesichtsscanner und Kameras ragt ins Display – stört bei Videos und Fotos in Vollformatanzeige

– Glasrückseite empfindlich gegenüber Brüchen

– kabelloses Laden könnte schneller sein

– 170 Euro Aufpreis von 64 GB auf 256 GB

– keine klassische Kopfhörerbuchse mehr

– Kopfhörer können nur über Lightning-Adapter oder Bluetooth verbunden werden