9. Februar 2026, 16:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Künstliche Intelligenz stellt die Server-Infrastruktur von Cloud-Anbietern auf die Probe. Der Stromverbrauch steigt dermaßen rapide, dass sich Microsofts CEO Satya Nadella bereits um die soziale Akzeptanz von KI in der Bevölkerung Sorgen macht. Doch noch viel direkter bekommen Verbraucher den Ausbau von Datenzentren für ChatGPT, Gemini und Co. zu spüren. Denn die Preise für Speicher in PCs, Smartphones und anderen elektronischen Geräten steigen dramatisch – und es ist kein Ende in Sicht.
Deutlich steigende DRAM-Preise in allen Segmenten
Eine aktuelle Erhebung des Marktforschers TrendForce zeigt, dass die Speicherhersteller nicht mit der Nachfrage Schritt halten können. Datenzentren benötigen für KI-Anwendungen deutlich mehr Speicher, als die bislang eingeplanten Produktionskapazitäten hergeben. Betroffen sind davon vor allem Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Module.
TrendForce hat seine bisherige Prognose für konventionelle DRAM-Vertragspreise im ersten Quartal 2026 mittlerweile nach oben korrigiert. Statt eines Anstiegs von 55 bis 60 Prozent rechnen die Analysten nun mit einem Plus von 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal. DRAM soll damit noch im laufenden Quartal (Q1) nahezu doppelt so viel kosten wie Ende 2025.
Preise für PC-Speicher verdoppeln sich
PC-Arbeitsspeicher ist besonders stark von der Chip-Knappheit betroffen. Trotz höherer DRAM-Preise sind die PC-Verkäufe im vierten Quartal 2025 gestiegen, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschlimmert hat. Aufgrund der Lieferengpässe verzeichnen TrendForce zufolge selbst große Hersteller mit gesicherten Lieferverträgen sinkende Lagerbestände.
In der PC-Hardware-Branche diktiert das Triopol der drei großen Speicherchiphersteller SK Hynix, Micron und Samsung die Vertragspreise. Aufgrund der hohen Nachfrage und des begrenzten Angebots prognostizieren die TrendForce-Analysten einen Preisanstieg von 100 Prozent im laufenden Quartal. Diese Verdopplung der Preise würde den bislang höchsten Anstieg innerhalb eines Quartals bedeuten.
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Mobile Speicher geraten ebenfalls unter Druck
Das wachsende Angebotsdefizit führt dazu, dass verschiedene Endgeräte-Segmente stärker um Zuteilungen konkurrieren. Für mobile Speicherchips wie LPDDR4X und LPDDR5X prognostiziert TrendForce ebenfalls Preissteigerungen von rund 90 Prozent im ersten Quartal 2026. Damit würden auch diese Produkte neue Rekordwerte erreichen. Als erster Hersteller hat Nothing bereits höhere Smartphone-Preise für 2026 angekündigt.
Verträge mit US-amerikanischen Smartphone-Herstellern wurden größtenteils bereits Ende 2025 abgeschlossen. Gespräche mit chinesischen Anbietern sollen nach Abschluss der Verträge für das vierte Quartal 2025 und nach dem chinesischen Neujahrsfest weiter voranschreiten.
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Auch bei NAND-Flash verschärft sich die Situation, da die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Trotzdem verlagern die Hersteller Teile ihrer Fertigung auf die profitableren DRAM-Chips. Das spannt die Lage zusätzlich an. Weitere Produktionskapazitäten lassen sich nicht kurzfristig, sondern nur durch kleinere Prozessverbesserungen erzielen.