17. Dezember 2025, 15:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die anhaltende Speicherkrise zieht immer weitere Kreise. Mehrere Hersteller haben bereits die Preise für ihre Geräte erhöht, weil die Kosten für Arbeitsspeicher (DRAM) zu stark angestiegen sind. Marktforscher erwarten nun ein Schrumpfen des Smartphone-Markts aufgrund der höheren Produktionskosten. Betroffen sind vor allem günstige Geräte, da die Gewinnmargen hier besonders klein ausfallen. Außerdem müssen Kunden sich auf höhere Preise einstellen.
Globaler Rückgang beim Smartphone-Absatz
Die Analysten von Counterpoint Research gehen für 2026 von einem Absatzminus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Demnach habe man die eigene Prognose um 2,6 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Besonders deutlich fallen die Anpassungen bei den chinesischen Herstellern wie Honor, Oppo und Vivo aus. Smartphones im unteren Preissegment sind am stärksten betroffen, weil die Preissensibilität dort besonders hoch ist.
Bereits jetzt haben steigende Preise für DRAM-Chips spürbare Effekte auf die Materialkosten (BoM). Besonders stark davon betroffen sind günstigere Geräte, aber auch im High-End-Segment sind die Folgen zu beobachten. Forschungsleiter MS Hwang sagte dazu: „Was wir jetzt sehen, ist, dass das untere Marktsegment (unter 200 US-Dollar) am stärksten betroffen ist, wobei die BoM-Kosten seit Jahresbeginn um 20 bis 30 Prozent gestiegen sind.“
Im mittleren Segment sind die BoM-Kosten um etwa 15 Prozent und bei High-End-Geräten um etwa 10 Prozent gestiegen. Weitere Kostensteigerungen zwischen 10 und 15 Prozent bis zum zweiten Quartal 2026 sind wahrscheinlich.
Höhere Smartphone-Preise und Hardware-Downgrades
Laut der Analyse könnten Speicherpreise bis Mitte 2026 um weitere 40 Prozent steigen. Viele Hersteller können diese Preiserhöhungen nicht vollständig an Kunden weitergeben. Senior Analyst Yang Wang zufolge sind vor allem im günstigen Einsteiger-Segment „starke Preissteigerungen bei Smartphones nicht nachhaltig“. Wenn Hersteller die Kosten nicht weitergeben können, beginne die Ausdünnung der Produktpalette.
Durch diese Entwicklungen dürften die durchschnittlichen Verkaufspreise spürbar steigen. Für 2026 erwartet Counterpoint ein Plus von 6,9 Prozent, nachdem die Prognose im September noch bei 3,9 Prozent lag. Hersteller mit großer Produktionsbasis, breitem Portfolio und hoher Fertigungstiefe seien jedoch besser gerüstet. „Apple und Samsung sind am besten auf die nächsten Quartale vorbereitet“, so Wang.
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Andere Anbieter reagieren mit technischen Anpassungen. Senior Analyst Shenghao Bai berichtet: „In einigen Modellen sehen wir Herabstufungen von Komponenten wie Kameramodulen und Periskoplösungen, Displays, Audiokomponenten und natürlich Speicherkonfigurationen.“ Zudem würden ältere Bauteile weiterverwendet, das Portfolio gestrafft und höherwertige Varianten stärker in den Fokus gerückt.