15. Januar 2026, 14:29 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Die anhaltende Speicherknappheit fordert ihr nächstes Opfer: Als erster Smartphone-Hersteller hat Nothing offiziell angekündigt, die Preise für seine Geräte 2026 erhöhen zu müssen. Grund dafür ist der enorme Bedarf von Künstlicher Intelligenz an Arbeitsspeicher, der in praktisch allen elektronischen Geräten zum Einsatz kommt.
Nothing-CEO: Steigende Speicherpreise Hauptursache
Bereits im Oktober 2025 hatte die Führungsebene bei Xiaomi laut „The Times of India“ davor gewarnt, dass die steigenden Preise für Speicher-Chips die Kosten für Smartphones in die Höhe treiben könnten. Kurz darauf erhöhte Samsung, einer der drei großen Speicherhersteller, die Kosten für einige seiner Speicher-Chips um bis zu 60 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Nun hat Nothings CEO Carl Pei in einem Artikel auf X (ehemals Twitter) erklärt, dass sich diese Entwicklung direkt auf die Preise künftiger Geräte auswirken wird. Konkrete Zahlen nennt er zwar nicht, doch die Richtung ist klar. Hersteller müssten sich entscheiden, ob sie höhere Preise verlangen oder bei der Ausstattung sparen. Analysten hatten bereits im Dezember 2025 gewarnt, dass Smartphones 2026 im Schnitt bis zu 6,9 Prozent teurer werden könnten – ein deutliches Plus im Vergleich zu den zuvor prognostizierten 3,9 Prozent.
Besonders betroffen sind Arbeitsspeicher und interner Speicher. Frei im Handel erhältliche RAM-Kits für PCs kosten mittlerweile viermal so viel wie noch im Herbst 2025. Aber auch Smartphone-Hersteller müssen für die in ihren Geräten verbauten Chips deutlich mehr Vorlaufkosten einrechnen. Pei vermutet, dass sich bald auch die Preise für die bloßen Chips vervierfachen. Vor allem bei Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones können Hersteller die zusätzlichen Kosten nicht vollständig selbst auffangen – Kunden müssen sich deshalb auf höhere Preise einstellen.
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Krise treibt Innovation
Mehrere Nothing-Geräte, die im ersten Quartal 2026 erscheinen sollen, bekommen Pei zufolge schnelleren UFS-3.1-Speicher. Das treibe die Kosten zwar weiter in die Höhe, stelle für das Unternehmen jedoch auch eine Möglichkeit zur Innovation dar.
Man könne sich nun mehr auf das Nutzererlebnis als auf das reine Datenblatt konzentrieren. Pei untermauert diese Auffassung mit der Erklärung: „2026 ist das Jahr, in dem der ,Wettlauf um Specs‘ endet.“