DSL, LTE oder doch Kabel?

Wie viel Internet-Geschwindigkeit brauche ich wirklich?

LAN-Kabel
Welcher Internetanschluss ist der beste für mich? TECHBOOK zeigt, wie viel Geschwindigkeit Sie wirklich brauchen.
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DSL, LTE, Kabel – Internet-Tarife gibt es viele, doch wie viel Geschwindigkeit brauche ich tatsächlich? TECHBOOK zeigt den perfekten Anschluss für jeden Zweck.

Ein Umzug in eine neue Wohnung, ein auslaufender Vertrag oder einfach eine zu teure oder zu schlappe Leitung – Gründe für einen Wechsel des Internet-Tarifs sind zahlreich. Doch die Vielfalt an Anbietern und Tarifen ist riesig: Brauche ich DSL 100.000, reicht DSL 16.000 oder muss es gar eine Kabel-Leitung mit bis zu 400 Mbit/s  sein? Welchen Vertrag Sie für welche Einsatzzwecke wählen sollten, damit lange Wartezeiten und unnötig teure Verträge der Vergangenheit angehören, zeigt Ihnen TECHBOOK.

Die verschiedenen Anschlüsse kurz erklärt

Bevor wir zur Erklärung kommen, für welchen Nutzer sich welche Internet-Bandbreite eignet, möchten wir kurz die verschiedenen Anschlussarten erklären.

(V)DSL: Der DSL-Tarif ist der Klassiker unter den Internet-Anschlüssen. Ihm Zugrunde liegen meist die bekannten Kupferkabel, die nach und nach gegen die moderneren Glasfaser-Leitungen ausgetauscht werden. Zumeist bieten die Hersteller bei DSL Geschwindigkeiten von 16 bis zu 32 Mbit/s an. Vereinzelt werden sogar noch Anschlüsse mit maximal 6 Mbit/s vermarktet. VDSL ist die Ausbaustufe von DSL und erlaubt bereits höhere Bandbreiten von 50 oder sogar 100 Mbit/s. Nochmal schneller sind Nutzer dank VDSL Vectoring oder Super Vectoring unterwegs. So bieten die Deutsche Telekom und Vodafone beispielsweise Angebote mit bis zu 225 Mbit/s über Super Vectoring an. Theoretisch wären sogar bis zu 400 Mbit/s möglich.

Kabel: Wer es noch schneller mag, greift zu den bis zu 1 Gbit/s schnellen Kabel-Tarifen. Das Internet kommt hier quasi aus der Fernseh-Buchse. Oftmals ist an einem Ort meist nur ein bestimmter Kabel-Anbieter tätig, wodurch Nutzer keine Auswahl-Möglichkeit haben. Dafür bestechen Kabel-Tarife durch ihre hohen Bandbreiten. Ander als bei (V)DSL-Angeboten ist hier allerdings zu beachten, dass sich die verschiedenen Nutzer an einem Kabel-Zweig sich die Bandbreite teilen (Shared Medium). Sind beispielsweise umliegende Anschlüsse gleichzeitig im Netz unterwegs, kann die Geschwindigkeit deutlich sinken.

LTE: Immer mehr Internet-Anbieter wie congstar, O2 oder Vodafone bieten stationäre LTE-Router mit passenden Tarifen an. Realisiert wird der Internet-Anschluss hier über Mobilfunk. Er ist besonders in den Regionen beliebt, in denen DSL und Kabel ansonsten nicht ausgebaut ist  – beispielsweise auf dem Land. Eine SIM-Karte  sorgt für die Verbindung ins Netz, der LTE-Router stellt die Verbindung für die verschiedene Geräte im Heimnetz zur Verfügung. Anders als bei Smartphone-Tarifen ist das im Tarif inkludierte Datenvolumen entsprechend hoch. Vodafone bietet bei GigaCube beispielsweise Tarife mit 125 oder 250 GB im Monat an.

Der Alltags-Surfer

Sie schauen regelmäßig auf Facebook, lesen und verschicken Mails, shoppen auf Amazon, versenden kleinere Fotos und schauen Videos auf YouTube? Dann reicht die Mindestleistung einer DSL-16.000-Leitung absolut aus, wenn Sie als Single oder auch zu zweit die Leitung nutzen. Bei Neuabschlüssen oder Tarifwechseln ist das mittlerweile die kleinste verfügbare Option. Je nach Anbieter stellt dieser einen Upload von bis zu 2,4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung. Wer aktuell noch über einen langsameren Anschluss wie das immer noch verbreitete DSL 6.000 verfügt, muss nicht unbedingt in einen höheren Tarif wechseln – für alltägliche Aufgaben reicht dieser ebenfalls locker aus.

Der Streamer

Video-Streaming hat bei vielen Menschen das klassische Fernsehen bereits abgelöst. Speziell junge Leute schauen zunehmend Netflix und Amazon Prime Video statt ARD oder RTL. Wer Filme in scharfer HD-Auflösung oder auch Musik von Spotify  in hoher Qualität streamen will, dem reicht meist eine DSL-16.000-Leitung. Hier laufen die Videos flüssig – sofern nicht mehrere Leute gleichzeitig auf das Netz zugreifen und parallel streamen! Sonst kann es zu nervigen Unterbrechungen kommen. Auch YouTube und Online-Videotheken machen keine Probleme.

Wer einen Fernseher mit vierfacher Full-HD-Auflösung (4K) daheim hat und entsprechendes hochaufgelöstes Material aus dem Internet streamen will, braucht allerdings mehr Druck auf der Leitung – DSL-25.000 sollte es hier mindestens sein, um auch bei Empfangsproblemen noch genug Power zu haben.

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Der Gamer

Nichts ist ärgerlicher bei Online-Duellen auf dem PC, der PlayStation oder der Xbox als eine stotternde Internetverbindung, die etwa Verzögerungen bei Shooter-Spielen und somit einen Vorteil für den Gegner mit sich bringen. Viele Spiele werden zudem heute digital heruntergeladen, die Dateien sind häufig viele Gigabyte groß. Wer sich den Wartefrust ersparen will, sollte als Neukunde am besten DSL 50.000 nutzen.

Der IPTV-Fernsehgucker

Sie schauen statt Streaming doch lieber klassisches Fernsehen? Als Alternative zum Kabel- oder Satellitenempfang bieten die Telekom, Vodafone und 1&1 Fernsehen übers Internet an, sogenanntes IPTV. Was das für Vorteile hat? Die Auswahl an HD-Sendern ist groß, die Bildqualität ist super und viele Extras wie zeitversetztes Fernsehen oder ein Receiver mit Aufnahmefunktion sind häufig auch dabei. Der große Nachteil: Fällt die Internetverbindung aus oder ist sie zu langsam, bleibt die Flimmerkiste schwarz. Daher sollte es für IPTV mindestens DSL 32.000 sein, um zumindest auf einem Fernseher flüssig HD-Sender darstellen zu können. Wer zwei oder mehr Fernseher hat und parallel HD-Sender anschauen will, sollte über DSL 50.000 (VDSL) nachdenken.

Die WG oder mehrköpfige Familie

Bei einer Familie kann der Sohn so Netflix-Serien streamen, der Vater Fernsehen per IPTV schauen, die Tochter Spiele herunterladen und die Mutter per Spotify Musik hören – und das alles zeitgleich und ohne, dass es zu Verzögerungen, Rucklern und Ausfällen kommen sollte.

Der Cloud-Nutzer

Die Zahl hinter dem DSL-Tarif gibt die Maximalgeschwindigkeit beim Download von Dateien an. Beim Hochladen (Upload) von Fotos oder Dokumenten in einen Cloud-Speicher oder von Videos auf YouTube gelten diese Zahlen nicht. So laden Sie etwa beim DSL 16.000-Anschluss Daten zwar mit bis zu 16 Mbit/s herunter, aber nur mit bis zu 2,4 Mbit/s hoch. Das ist bei kleineren Dateien wie komprimierten Fotos, einem Song oder Word-Dokumenten noch verkraftbar, kann bei größeren Uploads mit mehreren Gigabyte aber Stunden dauern. Als Faustregel gilt: Bei vielen Tarifen beträgt die Upload-Geschwindigkeit etwa ein Fünftel der Download-Geschwindigkeit – so kommen Sie bei DSL 50.000 schon auf knapp 10 Mbit/s beim Upload.

Wem das nicht reicht, sollte auf Anschlüsse mit Vectoring-Technologie setzen – hier sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s möglich. Wer Glasfaser im Haus hat, kann sogar bis zu 400 Mbit/s beziehen. Wichtig: Prüfen Sie vorher auf der jeweiligen Seite des Anbieters, ob ein solcher Anschluss überhaupt in Ihre Wohnung gelegt werden kann.

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Super Vectoring, Kabel & Co.: Brauche ich einen Turbo-Tarif?

Große Anbieter wie die Telekom haben inzwischen einen Super-Vectoring-Tarif mit maximaler Download-Geschwindigkeit von 250 Mbit/s im Angebot, Vodafone bietet sogar 400 Mbit/s in der VDSL-Ausbaustufe. Nochmal höhere Bandbreiten schaffen die klassischen Kabel-Anschlüsse, wie sie beispielsweise Unitymedia anbietet. Durch den neuen Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 sind in einigen Regionen bereits Gigabit-Datenrate von bis zu 1000 Mbit/s möglich.

„Wer nicht massenhaft Daten vom Rechner ins Netz lädt, kann derzeit guten Gewissens auch mit einer vierköpfigen Familie einen kleineren Tarif nehmen – unter 50 Mbit/s sollte es hier aber auch nicht sein, wenn Kinder im Haus sind. Wenn in ein paar Jahren allerdings datenhungrige Anwendungen wie 4K-Streaming oder Video-Telefonie massentauglicher sind, werden auch Geschwindigkeiten von 200 Mbit/s gefragter“, so Netzexperte Thorsten Neuhetzki von „inside digital“ zu TECHBOOK.

Was mache ich, wenn ich auf dem Land wohne?

Wer in ländlichen Gebieten wohnt, hat zuweilen das Problem, dass es keinen schnellen Internet-Anschluss per Kabel oder DSL gibt. Was tun? Eine Alternative sind Tarife mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE, die dank der niedrigen Frequenz, auf der gesendet wird, eine hohe Reichweite haben. Allerdings sind sie verhältnismäßig teuer und haben häufig ein vorgegebenes Datenvolumen, etwa 10 Gigabyte im Monat. Ist dieses aufgebraucht, drosselt der Anbieter die Geschwindigkeit auf Schneckentempo. Filme streamen oder Daten in die Cloud laden ist so also nur sehr begrenzt möglich. Es gibt inzwischen Tarife, die ein unbegrenztes LTE-Volumen anbieten. Diese kosten zwar überdurchschnittlich viel, garantieren dafür aber flüssiges Internet auch in ländlichen Regionen. Weitere Möglichkeiten bieten Richtfunk und Internet über Satelliten.

Warum bekomme ich weniger Geschwindigkeit als angegeben?

Sie haben eine DSL-16.000-Leitung gebucht, doch statt den versprochenen 16 Mbit/s surfen Sie nur mit halber Geschwindigkeit? Das ist leider üblich: Die Angaben sind lediglich theoretische Höchstgeschwindigkeiten. Vorzeitige Vertragskündigungen wegen nicht erbrachter Leistung werden von den Anbietern meist nicht akzeptiert. Manch erboster Kunde ist aber in der Vergangenheit vor Gericht bereits erfolgreich gewesen und konnte eine Kündigung erzwingen. Wer dauerhaft weniger als 50 Prozent der versprochenen Leistung bekommt, sollte sich also schnellstens mit seinem Anbieter in Verbindung setzten – das ist definitiv nicht akzeptabel!

Auch bei den klassischen Kabel-Anschlüssen beispielsweise von Unitymedia kann es vorkommen, dass nicht die versprochene Geschwindigkeit aus der Leitung kommt. Das ist insbesondere zu Stoßzeiten der Fall, also zu Zeiten, zu denen viele Leute im Internet unterwegs sind. Der Grund: Anders als bei DSL-Anschlüssen handelt es sich bei einem Kabel-Anschluss um ein Shared Medium. Somit teilen sich mehrere Nutzer die zur Verfügung stehende Bandbreite. Je nach Tageszeit und Nutzeraufkommen kann die verfügbare Geschwindigkeit dann stark schwanken.

Wenn Sie wissen wollen, wie schnell Ihre Verbindung ist: Ermitteln Sie Ihre tatsächliche Down- und Uploadgeschwindigkeit ganz einfach mit dem TECHBOOK-Speedtest.

TECHBOOK meint

„Auch wenn die Internetanbieter inzwischen mit schwindelerregenden Geschwindigkeiten locken: Aktuell reicht eine 50.000er-Leitung völlig aus, um auch in den nächsten Jahren problemlos surfen zu können“ – Steven Plöger, Redakteur