7490, 6490 oder lieber 3490?

Welche Fritzbox Sie sich kaufen sollten

Fritzbox 7590 und Fritzbox 6590 Cable
Die Fritzboxen 7590 (links) und 6590 Cable sind AVMs neue Topmodelle. Daneben gibt es noch weitere Geräte – doch welche soll ich kaufen?
Foto: AVM

17 Fritzboxen hat Hersteller AVM im Sortiment, zwei weitere kommen in Kürze. Die Preisspanne reicht dabei von 50 bis fast 300 Euro – da stellt sich schnell die Frage, welche für meinen Haushalt denn der richtige Router ist. TECHBOOK gibt einen Überblick.

Mit der Fritzbox 7590 hat Router-Hersteller AVM ein VDSL-Topmodell im Angebot. Die Box soll mit allen gängigen Standards inklusive dem neuen Supervectoring 35b klarkommen – letzterer ist wohl erst ab 2018 erhältlich. Das hat mit 270 Euro seinen Preis und die Frage bleibt: Brauche ich das alles überhaupt? Immerhin hat AVM noch viele weitere Router im Angebot. TECHBOOK klärt auf, welches Modell für Sie das richtige ist.

Für wen lohnen sich die teuren DSL-Top-Modelle?

AVM wirbt bei der Fritzbox 7590 besonders mit der Supervectoring-Funktion und Geschwindigkeiten von „bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbps)“. Zum Vergleich: Derzeit bieten die schnellsten VDSL-Tarife Geschwindigkeiten von 100 Mbps. Superverctoring soll über das übliche Kupferkabel möglichst viele Haushalte in Deutschland erreichen, allerdings wohl erst im nächsten Jahr. Bis dahin bleibt die Funktion nutzlos, wer Superverctoring dann später nutzen will, braucht entsprechend einen neuen Tarif.

Abgesehen davon will die 7590 genauso wie das derzeitige Topmodell 7580 (280 Euro) mit schnellem WLAN auftrumpfen: Beide funken sowohl mit 2,4 Gigahertz (bis zu 800 Mbps*) als auch mit 5 Gigahertz (bis zu 1733 Mbps). Das ist ziemlich viel, selbst aktuelle Smartphones, Tablets oder Laptops können diese Geschwindigkeiten noch nicht leisten. Interessant sind solche Geschwindigkeiten derzeit also nur, wenn Sie daheim viele Geräte gleichzeitig im WLAN-Netz haben – so gibt es weniger Tempoeinbrüche.

Fritzbox 7580

Die Fritzbox 7580 bekam erstmals ein neues Hochkant-Design spendiert und ist derzeit noch das Topmodell bei AVMs DSL-Routern.
Foto: AVM

Die Mulit-User-MIMO-Technik sorgt zusätzlich dafür, dass Datenkapazitäten besser ausgeschöpft werden und es zu weniger Verzögerungen kommt. Ebenfalls gut: DECT-Telefone können direkt an die Fritzboxen angedockt werden. Außerdem haben sowohl die Fritzbox 7590 sowie die 7580 eine sogenannte WAN-Buchse für Glasfaser- oder Kabel-Modems. Wer also künftig vorhat, auf Supervectoring, Kabel oder Glasfaser umzusteigen sowie Smart-TVs, Handys, Smart-Home-Geräte und Laptops gleichzeitig nutzt (etwa in einer WG oder in einer Großfamilie), kann einen Blick auf die teuren Fritzbox-Modelle werfen. Für alle anderen gibt es günstigere Alternativen.

Auch interessant: So finden Sie heraus, wie schnell Ihr WLAN ist

Wer keine Telefonfunktion braucht, spart Geld

Günstiger wird es mit der Fritzbox 7490, die bei knapp 200 Euro liegt. Sie ist der Fritzbox 7580 in vielen Bereichen ähnlich, hat aber nicht ganz so schnelles WLAN (bis zu 1300 Mbps im 5-Gigahertz-Band, bis zu 450 Mbps im 2,4-Gigahertz-Band), außerdem gibt es kein Multi-User-MIMO und auch keinen WAN-Anschluss. Dafür lässt sich mit der 7490 über das Festnetz telefonieren, ein entsprechendes Telefon vorausgesetzt.

Fritzbox 7490

Der Klassiker: Die Fritzbox 7490 kommt mit vielen Anschlüssen und Funktionen.
Foto: AVM

Generell gilt bei allen Fritzboxen: Die 7000er-Reihen kommen immer mit, die günstigeren 3000er-Reihen ohne Telefonfunktionen. Wer auf diese verzichten kann, greift etwa als Alternative zur Fritzbox 7490 zur Fritzbox 3490, die es für knapp 120 Euro gibt.

Ein gutes Gesamtpaket für den normalen Haushalt zum erschwinglichen Preis bietet die Fritzbox 7360: Für rund 150 Euro bekommen Sie einen gut ausgerüsteten Router mit WLAN-n-Standard (bis zu 300 Mbps) im Frequenzband 2,4 Gigahertz, außerdem eine DECT-Funktion und eine Anschlussmöglichkeit für analoge Telefone.

Alle vorgestellten Router haben ein DSL-Modem eingebaut und kommen mit VDSL-Anschlüssen zurecht.

Fritzboxen für Modem-Besitzer

Für Modem-Besitzer hat AVM zwei Mini-Modelle im Sortiment, um WLAN in das Wohnzimmer zu bringen: Die Fritzbox 4040 (80 Euro) und die Fritzbox 4020 (50 Euro). Ersterer hat mit einem WAN-Port für Kabel- und Glasfasermodems eine bessere Ausstattung, außerdem unterstützt er das schnellere WLAN-ac (bis zu 866 Mbps).

Blitzschnell in Ihrem Postfach: Der Techbook-Newsletter. Jetzt anmelden!

Fritzboxen für Kabelanschluss

Wer daheim nicht auf DSL, sondern auf einen schnellen Kabelanschluss setzt, muss zu anderen Fritzbox-Modellen greifen. Top-Modell ist hier derzeit noch die Fritzbox 6490 Cable (190 Euro), dessen Ausstattung und Geschwindigkeit vergleichbar mit der DSL-Fritzbox 7490 ist – also auf dem Papier schnelles WLAN und Telefonfunktionen bietet.

Wer so hohe WLAN-Geschwindigkeiten nicht braucht, greift zur günstigeren Fritzbox 6430 Cable (150 Euro). Hier gibt es nur den WLAN-n-Standard im 2,4-Gigahertz-Band mit maximal 450 Mbps. Beide Router unterstützen zudem den Standard DOCSIS 3.0, der für superschnelle Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1320 Mbps (Fritzbox 6490 Cable) bzw. 880 Mbps (Fritzbox 6430 Cable) sorgen soll.

Noch schneller soll das für Juni angekündigte Flaggschiff Fritzbox 6590 Cable werden: Bis zu 1700 Mbps soll es beim Download geben. Ansonsten ist sie mit Multi-User-MIMO, Telefonfunktionen und Gigabit LAN ähnlich gut gerüstet wie die Fritzbox 7590, kostet mit 270 Euro aber auch genauso viel.

Top-Artikel zum Thema
internet-speed

Welche Alternativen zur Fritzbox gibt es?

Natürlich sind die Router von AVM nicht die einzigen am Markt: Im Test der Fachzeitschrift „Chip“ überzeugte etwa der TP-Link Archer VR2800v (250 Euro), der teils sogar höhere Geschwindigkeiten erreichte als die Fritzbox 7580. Die Ausstattung ist mit DSL-Modem und vielen Funktionen wie Voice over IP (Internet-Telefonie) und Multi-User-MIMO ebenfalls gut.

Die Zeitschrift „Computer Bild“ weist als Preistipp den TP-Link VR200v (80 Euro) aus – für alle, die einen unkomplizierten DSL/VDSL-Router mit flottem WLAN-ac (das allerdings nicht ganz an die Werte einer Fritzbox 7490 heranreicht) und Telefonfunktion suchen.

Das Magazin „PC Welt“ gibt als Profi-Tipp noch den Sitecom AC2600 Greyhound (150 Euro): Die WLAN-Geschwindigkeit (bis zu 1700 Mbps im 5-Gigahertz-Band) ist ordentlich, auch Multi-User-MIMO kann der Router. Wer sich etwas tiefer in die Materie arbeiten möchte: Dank der Open-Source-Software OpenWrt können Nutzer die Funktionen des Routers mit Softwarepaketen erweitern.

*Alle Geschwindigkeitsangaben sind Herstellerangaben