Leuchten steuern per Smartphone

Philips Hue: Für wen lohnen sich die smarten Lampen?

Philips Hue Lampen
Smarte Lampen lassen sich per Handy steuern – aber lohnt sich der Aufwand tatsächlich?
Foto: Philips

Smarte Glühbirnen sind nun schon seit einer geraumen Zeit auf dem Markt – und bald mischt selbst Ikea bei den fernsteuerbaren Leuchten mit. TECHBOOK erklärt, für wen sich die Anschaffung überhaupt lohnt und was man vor dem Kauf bedenken sollte.

Smarte Glühbirnen sind drauf und dran, die Wohnzimmer zu erobern. Selbst Möbelriese Ikea will beim Internet Of Things mitmischen und hat für April 2017 eine Auswahl smarter Glühbirnen angekündigt, die allerdings nur auf den ersten Blick wirklich smart sind. Hersteller wie Philips mit den Hue-Lampen oder Osrams Lightify gibt es dagegen schon seit geraumer Zeit auf dem Markt. Aber lohnt sich die Anschaffung der smarten Lichtsysteme? Schließlich kann man sich für den Preis einer mehrfarbigen Philips-Hue-Lampe mit einer E27-Fassung (53,99 Euro) über 50 handelsübliche 60 Watt Glühbirnen kaufen – ebenfalls von Philips.

TECHBOOK hat die aktuelle Smart-Lampen-Generation von Philips ausprobiert, um herauszufinden, für wen sich die Anschaffung schlauer Glühbirnen überhaupt lohnt und was man vor dem Kauf bedenken sollte.

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So weit kommt man mit einem Starter-Set

Wer in die Welt der Smartlampen einsteigen möchte, der macht dies meist mit nur einem kleinen Satz Lampen – zu Beginn steht für die meisten nicht gleich der komplette Austausch aller Birnen im Haus.

Drei schlaue Birnen befinden sich beispielsweise in einem Starter-Set von Philips. Diese lassen sich aus der Ferne via App steuern, in der Farbe ändern und dimmen. Dazu gibt es eine sogenannte Bridge – eine kleine Box, die direkt an den heimischen Router angeschlossen wird und als Steuerzentrale der Lampen fungiert.

Teurer Spaß: das Hue-System von Philips bestehend aus dem Steuerelement "Bridge" (l.) und zwei weißen LED-Leuchten kostet etwa 80 Euro im Online-Handel. Ein zusätzlicher Dimmer für die Wand (r.) kostet gut 20 Euro extra

Teurer Spaß: das Hue-System von Philips bestehend aus dem Steuerelement „Bridge“ (l.) und zwei weißen LED-Leuchten kostet etwa 80 Euro im Online-Handel. Ein zusätzlicher Dimmer für die Wand (r.) kostet gut 20 Euro extra
Foto: Philips

Wirklich weit kommt man mit diesen drei Birnen allerdings nicht. Denn um das Potenzial mehrfarbiger Smartlampen wirklich zu nutzen, sollte man mindestens zwei davon in einem Zimmer haben – besser noch alle drei. Das kreieren von Lichtstimmungen, die sich aus mehreren Farben zusammensetzen, wird so überhaupt erst möglich. Daher: Hat man zu Beginn nur eine Handvoll Birnen, dann sollte man sie nicht weiträumig in der Wohnung verteilen, sondern sich nach Möglichkeit einen Raum aussuchen, den man damit ausstatten will.

Will man eine komplette Wohnung oder gar Haus mit schlauen Lampen ausstatten, dann steht man mit einem Starterset auf verlorenem Posten und muss weitaus mehr investieren.

Klassische Lichtschalter sind zum Abgewöhnen

Lampen ein- und ausschalten über Sprachbefehle, exaktes Einstellen der Farbe und prozentgenaues Dimmen – das alles funktioniert bei Philips Hue-Lampen wunderbar über die Smartphone-App. Aber auch ausschließlich über die Smartphone-App, wenn man nicht noch extra Schalter für die Lampen kauft, die man an der Wand anbringen kann – denn die bisherigen Lichtschalter müssen dauerhaft in der „Ein“-Position bleiben, damit die Fernsteuerung funktioniert.

Ohne diese zusätzlichen Lichtschalter speziell für die Hues bleibt die Steuerung der Birnen denjenigen vorbehalten, die ihr Smartphones entsprechend eingerichtet haben. Hat man Kinder, die kein Smartphone besitzen, oder Gäste, dann kann das zum Problem werden.

Über Smartphone-Apps lassen sich bis zu 50 Hue-Leuchten von Philips steuern. Das System ist ausbaufähig und kann auch über Apps anderer Anbieter bedient werden

Über Smartphone-Apps lassen sich bis zu 50 Hue-Leuchten von Philips steuern. Das System ist ausbaufähig und kann auch über Apps anderer Anbieter bedient werden
Foto: Philips

Zwar lassen sich die Lampen weiterhin über den klassischen Lichtschalter an- und ausschalten – doch trennt man die Stromzufuhr zur smarten Birne, dann lässt sich sich nicht mehr über das Smartphone steuern. Man sollte sich also vor dem Kauf genau überlegen, wer die Lampen benutzen wird und wie man sie in den Haushalt integriert. Hat man beispielsweise einen Amazon Echo im Haus, können die Lampen auch darüber per Sprachbefehl von jedem gesteuert werden.

Nur das An- und Abschalten der Lampen über die klassischen Lichtschalter muss man sich bei smarten Lampen abgewöhnen. Darüber sollte man sich vor dem Kauf im Klaren sein.

Steuerung via iPhone ist deutlich komfortabler

Genauso wichtig wie die Frage, welche Räume und Lampen in der Wohnung smart werden sollen, ist die Frage, wie man sie dann steuert. Zwar gibt es separate Schalter für die Birnen zu kaufen, aber die meisten werden sich zunächst auf das Smartphone verlassen, denn in Starter-Sets wie dem von Philips Hue ist kein solcher Schalter dabei.

Wird also das Handy die Steuerzentrale, ist man mit einem iPhone deutlich komfortabler aufgestellt als mit einem Android-Smartphone. Denn: Die Möglichkeit smarte Geräte über die Apple-eigene App „Home“ tief ins Handy zu integrieren, ermöglicht zum Beispiel eine komfortable Sprachsteuerung über Siri, mit der man gezielt Lampen einschalten, aber auch in ihrer Farbe verändern und dimmen kann. Zudem können so Steuerelemente direkt in das Kontrollzentrum von iOS integriert werden.

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Gerade die Möglichkeit, die Lampen über Sprachbefehle zu steuern, fehlt bisher noch bei Android und macht die Benutzung deutlich unbequemer. Man sollte sich daher vorher überlegen, wie man die Lampen steuern will und ob man bereit ist, jedes Mal das Handy in die Hand zu nehmen, wenn man nur etwas Licht in der Wohnung haben will.

Für wen lohnen sich smarte Lampen?

Aber wer braucht überhaupt eine schlaue Leuchte im Wohnzimmer? Zwar bieten schlaue Lampen viele Vorteile gegenüber doofen Leuchten, aber gleichzeitig verkompliziert es die Beleuchtung auch – schließlich müssen einfache Dinge wie Lichtschalter dazu gekauft werden, präzise Steuerung erfordert zwingend die App auf dem Smartphone und die in der Wohnung vorinstallierten, klassischen Lichtschalter werden nutzlos.

Der Wechsel auf smarte Leuchten ist nicht zuletzt eine Frage des Geldbeutels und wie viel Spaß man an Technik hat. Begeistert einen die Vorstellung, die eigene Beleuchtung in bester Star-Trek-Manier und wie auf dem Raumschiff Enterprise mittels Sprache zu steuern und ist bereit, dafür ein Vielfaches des Preises einer normalen Glühbirne zu bezahlen, dann kann man durchaus einen Blick riskieren. Auch für diejenigen, die ihrem Zuhause noch das gewisse Extra verpassen wollen, können smarte Birnen ein probates Mittel sein: Räume in die Farben der Nordlichter oder eines tropischen Sonnenuntergangs zu tauchen, kann für eine komplett andere Stimmung in den eigenen vier Wänden sorgen.

Ist man dagegen jemand, für den die Begriffe Entspannung und Technik eher weniger zusammengehören und ist man froh, das Smartphone abends auch mal aus der Hand zu legen, dann ist die Chance groß, dass auch die smarten Leuchten mehr Ärger als Freude bereiten.