Dank Nokia-Handy

So kam der WhatsApp-Erfinder auf die 22-Milliarden-Dollar-Idee

Whatsapp-Gründer Jan Koum auf dem Mobile World Congress 2014.
Foto: Getty Images

22 Milliarden Dollar bezahlte Facebook 2014 für den Messenger WhatsApp – und machte dessen Gründer damit steinreich. Wie er auf die 22-Milliarden-Dollar-Idee kam, hat Jan Koum nun an der Stanford University erklärt.

Die Idee scheint so simpel, dass man sich fragen könnte, warum man nicht selbst darauf gekommen ist: Eine Smartphone-App als SMS-Alternative, die Nachrichten über das mobile Internet verschickt – so könnte man den Messenger-Hit WhatsApp grob herunter brechen. Doch dank dieser vermeintlich simplen Idee haben die WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton ausgesorgt: Für schwindelerregende 22 Milliarden US-Dollar verkauften sie den Messenger 2014 an Facebook. Aber wie kommt man auf so eine 22-Milliarden-Dollar-Idee?

Bei einem Vortrag vor Studenten der Stanford-Universität berichtete WhatsApp-Gründer Jan Koum, wie es zu der Idee für WhatsApp kam – und wie die erste Version der App kläglich scheiterte.

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Eine Weltreise und ein Nokia 6610 legten den Grundstein für WhatsApp

„Ende 2008 verreiste ich. Es ging nach Argentinien, Russland, Ukraine, Ungarn, Isreal“, berichtete Koum, der zur der Zeit selbst noch gar kein Smartphone in der Tasche hatte. Er setzte noch auf das alte Nokia 6610. „Was ich besonders kompliziert fand, war, mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben – besonders in Argentinien.“ Die länderspezifischen Vorwahlen hätten ihm auf der Reise das Leben schwer gemacht – und das Problem, nie zu wissen, ob die angerufene Person überhaupt Zeit hatte für ein Gespräch.

Als Koum von seiner Weltreise zurückkehrte, machte er sich ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk, kaufte sich ein iPhone und machte sich mit seinem Partner an die Arbeit. Die damalige Idee für WhatsApp: „Das erste, was wir damals bauten, basierte auf dem Konzept von Statusnachrichten“, erklärte Koum. Ähnlich wie in Instant Messengern wie ICQ sollte man damit Status-Texte schreiben können und so Anrufern die Möglichkeit geben, noch vor dem Anruf zu checken, ob man überhaupt gerade Zeit hat. Über die App mit anderen zu Chatten war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorgesehen.

Die erste WhatsApp-Version scheiterte kläglich

Das Problem: Niemand benutzte den Service. „Es war ein Desaster. Es war deprimierend. Die Menschen luden die App zwar herunter, benutzten sie aber nicht.“ Erst als Apple es 2009 möglich machte, Push-Notifkationen auf die iPhones zu schicken, ging es aufwärts.

„Wir merkten, dass die Menschen die Statusnachrichten dazu benutzen, um miteinander zu kommunizieren. Sie änderten ihren Status zum Beispiel in ‚Ich gehe in eine Bar‘ und der Status wurde an alle WhatsApp-Nutzer geschickt, die in ihrem Adressbuch waren.“ Und da machte es bei den Whatsapp-Gründern Klick – und sie rüsteten WhatsApp mit einer Chat-Funktion nach und der Grundstein für die heutige Messaging-App mit 1,2 Milliarden Nutzern wurde gelegt.

Den gesamten Vortrag des WhatsApp-Gründers an der Stanford Universität kann man sich hier anschauen – die Geschichte der Entwicklung WhatsApps schildert Koum direkt am Anfang: