Von 120 bis 750 Euro

8 Saugroboter im Test – ist günstig besser?

Deebot R95
TECHBOOK hat für Sie verschiedene Staubsauger-Roboter von 130 bis 1300 Euro unter die Lupe genommen.
Foto: TECHBOOK

Muss ich noch saugen oder kann das ein Roboter für mich übernehmen? Und wie viel Geld sollte man investieren? TECHBOOK hat sieben Staubsauger-Roboter zwischen 120 und 750 Euro getestet und gibt eine Kaufempfehlung.

Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl, wenn man entspannt daheim auf dem Sofa sitzt und zuschaut, wie eine Maschine die Arbeit erledigt. Ein Saugroboter ist also nicht nur eine Entlastung der Haushaltskraft, sondern auch tolle Unterhaltung. Im großen Test der Staubsauger-Roboter hat TECHBOOK aus jedem Preissegment ein Modell getestet und verrät, wie sich die Geräte unterscheiden – und ob ein Kauf sich wirklich lohnt.

Ein Saugroboter unter 120 Euro? Das geht!

Amazon weitet sein Angebot an AmazonBasics-Artikeln regelmäßig aus. Gab es zu unserem großen AmazonBasics-Test noch eher kleinere Geräte, hat der Versandhändler mittlerweile auch einige Haushaltsgeräte im Angebot – darunter einen Saugroboter für weniger als 120 Euro. Der Roboter ist Amazon-typisch in schlichtem Schwarz gehalten und wirkt durch seine glänzenden Plastikelemente fast schon ein wenig edel. Auch der Lieferumfang lässt wenig zu wünschen übrig, mit dabei ist eine Ladestation und eine Fernbedienung, Wechselfilter für den Staubbehälter, zusätzliches Bürsten und ein Reinigungspinsel.

AmazonBasics Saugroboter mit Ladestation

AmazonBasics Saugroboter mit Ladestation | Foto: TECHBOOK

Auch beim Funktionsumfang hat Amazon nicht gespart. Der Roboter hat fünf Reinigungsmodi, die über die einzelne Taste auf dem Gerät selbst oder über die Fernbedienung ausgewählt werden. Beim Einschalten wird der automatische Modus aktiviert, in dem sich der fleißige Helfer an die Kanten im Raum anpasst. Spezielle Modi für Flecken und Kanten gibt es genauso wie ein zufälliges Saugmuster und eine Zickzack-Reinigung. An besonders hartnäckigen Stellen kann der Power-Modus aktiviert werden, mit dem der Saugroboter für 25 Sekunden im Kreis fährt und stärker saugt und danach im vorherigen Modus weiter macht. Durch seine sehr flache Bauweise von nur 7,9 Zentimetern bleibt der Roboter nur an sehr heiklen Stellen hängen. Seine Sensoren auf der Unterseite verhindern im Normalfall zudem, dass er ungewollt über Treppenkanten oder ähnliches fährt.

Das besondere in dieser Preisklasse ist, dass der Saugroboter mit einer Ladestation kommt, die dank Infrarotsensoren im Gerät automatisch angesteuert wird, wenn der Akku zu Neige geht. Das ist nach etwa 80 Minuten Saugen der Fall, die Aufladung dauert dann nur etwa eine Stunde. Der Roboter kann aber natürlich auch frühzeitig mit der Fernbedienung zur Station gerufen werden.

AamzonBasics Saugroboter Fernbedienung

Die Fernbedienung des AamzonBasics Saugroboters | Foto: TECHBOOK

Mit der Saugleistung auf Parkettboden waren wir durchaus zufrieden, auch wenn der AmazonBasics Saugroboter nicht so viel reine Watt-Leistung bringt wie teurere Modelle. Auf Teppichböden hat er daher Probleme, feine Staubpartikel mit einzusaugen. Trotzdem können wir den Roboter als günstiges Einsteigermodell mit praktischen Zusatzfunktionen durchaus empfehlen.

130 Euro: Dirtdevil ließ am meisten Dreck liegen

Für wenig Geld gibt es auch wenig Leistung? Das trifft auf den Dirtdevil Spider 2.0 leider zu! Neben dem Staubsauger sind noch ein Ladekabel sowie zwei Ersatzbürsten im Lieferumfang enthalten – aber keine Basisstation.

Vor jeder Nutzung muss das Gerät also manuell gestartet und dort aufgehoben werden, wo es den Saft verliert. Und das geschieht recht zügig: Im Praxis-Test gab der Spider bereits nach einer knappen Stunde den Geist auf. Eine Zeitschaltuhr? Fehlanzeige. Rund 130 Euro möchte der Hersteller für das Gerät haben – aufgrund des kleinen Liefer- und Funktionsumfangs empfehlen wir lieber etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Das 150-Euro-Modell von Medion

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Foto: TECHBOOK

Wie es günstig und auch gut geht, zeigt Medion: Das Gerät finden Sie online aktuell für weniger als 150 Euro. Für den Preis bekommen Sie ein umfangreiches Paket: Neben dem Staubsauger sind Ersatzbürsten und Filter sowie eine virtuelle Barriere enthalten. Auch Basisstation und Fernbedienung sind dabei – top! Dank der flachen Bauform (8cm Höhe) kommt der kleine Putzteufel auch unter Sofas, Stühle und andere Möbel.

(Wie jeder Staubsauger-Roboter im Testfeld verfängt sich auch das Medion Gerät an heiklen Kanten und Hochflorteppichen.)

Im Praxistest lieferte das Medion-Gerät ein grundsolides Ergebnis. Die rotierenden Bürsten schaufelten Staub und Fussel zuverlässig ins Innere des Saugers. Zwar sucht man vergeblich nach einer App, auch eine WLAN-Funktion hat der Medion nicht – doch die Fernbedienung beherrscht die wichtigsten Funktionen. Der MD16192 hat eine Zeitschaltuhr und findet von alleine an seine Basisstation zurück. Die Reinigung erfolgt nach dem Chaosprinzip, sprich: Der Roboter fährt ohne feste Route geradeaus durch den Raum und ändert seine Richtung erst, wenn er auf ein Hindernis stößt. Bei dem Preis ist das aber absolut zu verschmerzen. Der Medion MD16192 entpuppt sich dank großem Zubehörpaket und solidem Reinigungsergebnis als unser Preis-Leistungs-Sieger.

Auch interessant: Das taugt der 99-Euro-Saugroboter von Medion

500 Euro: Deebot macht den Staubsauger-Roboter richtig smart

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Foto: TECHBOOK

So stellt man sich einen smarten Staubsauger vor! Der Deebot R95 kommt mit einem umfangreichen App-Umfang: Sie können den aktuellen Status sehen und den Ort, an dem sich der Roboter im Haus aktuell befindet. Per Fingertipp können Sie verschiedene Räume zum Reinigen auswählen und Bereiche ganz ausschließen – alles auch von unterwegs. Außerdem gibt es einen Laserscanner an der Oberseite, der dafür sorgt, dass der Deebot auch Hindernisse zuverlässig umkurvt.

Das Reinigungsergebnis ist gut. Als kleines Highlight kann man dem Roboter sogar noch einen Wisch-Adapter unterspannen, der im Lieferumfang enthalten ist. Dank einer Membran und einem kleinen Tank ist das Mikrofaser-Tuch immer leicht feucht. Im Test entfernte der Mikrofaser-Wischer keine Flecken, aber die letzten Staubkörnchen saugte das Tuch zuverlässig auf. Für die beste App, ein gutes Saug-Ergebnis und eine Semi-Wisch-Funktion verlangt der Hersteller Ecovacs rund 500 Euro.

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Foto: TECHBOOK

650 Euro: Der Samsung Powerbot VR7000

Der VR 7000 gibt es als normale Version oder für Fans im schicken Darth-Vader- oder Stormtrooper-Design (um die 800 Euro). Von der Optik und den authentischen „Star Wars“-Soundeffekten sollten Sie aber natürlich nicht blenden lassen. Schließlich zählt das Saugergebnis.

Samsung Staubsaugerroboter


Foto: TECHBOOK

Zunächst lohnt sich ein genauerer Blick auf die Funktionen des VR 7000. Wie bei seinem großen Bruder, dem Powerbot VR9200, funktioniert auch hier die Orientierung im Raum über die eingebaute Kamera sehr gut. Der Sauger lässt sich mit der mitgelieferten Infrarot-Fernbedienung, der „Samsung Connect“-App oder per Sprache mit Amazons Alexa steuern. Die Einrichtung der App und die Verbindung des Roboters mit dem WLAN-Netzwerk funktionierten problemlos, eine Steuerung außerhalb des WLANs, etwa von unterwegs, ist nicht möglich.

Der VR7000 lässt sich im Automatikmodus in zwei unterschiedlichen Saugstärken starten. Alternativ bietet das Gerät die Möglichkeit, nur einen bestimmten Bereich der Wohnung saugen zu lassen. Neben automatischer und punktueller Reinigung können Sie den Saugroboter auch manuell über die Pfeiltasten auf der Fernbedienung steuern. Im Test reagierte der VR 7000 nahezu ohne Verzögerung auf die eingetippten Kommandos. Der manuelle Modus erwies sich leider als notwendig, denn der Sauger kommt nicht an alle Kanten.

Das liegt unter anderem an den Ausmaßen des VR 7000, er zählt zu den größten Geräten im Test. Umso bedauerlicher ist es, dass der Sauger nicht über ausfahrbare Bürsten verfügt. In den Testräumen blieb deshalb an einigen Kanten und Ecken Staub zurück. Auf der freien Fläche überzeugt der VR 7000 dafür aber total. Die automatische Navigation im Raum lässt keine Stelle unberührt. Dank seiner kräftigen und sogar ausfahrbaren Rollen überwindet er kleine Hindernisse wie Teppiche spielend leicht.

Für 800 Euro konnte der Samsung VR 7000 in der Darth Vader Edition leider nicht vollends überzeugen. Obwohl Bedienung, Look und Qualität kaum Wünsche offen ließen, war das Saugergebnis im Test nicht zufriedenstellend.

700 Euro: Vorwerks alter Testsieger

Als „Testsieger“ deklariert Vorwerk sein deutsches Qualitätsprodukt Kobold VR200. Diese Auszeichnung erhielt das Gerät in den Jahren 2015 und 2017 von der Stiftung Warentest. Doch ist das Modell, welches schon einige Zeit erhältlich ist, zum faulen Rentner geworden? Keinesfalls. Das Reinigungsergebnis war das beste im Vergleich und auch die Orientierung des Roboters im Haus war super. Zuverlässig zieht der Vorwerk seine Bahnen und kehrt selbstsicher zu seiner Basis zurück. Möglich macht das ein Laserscanner (wie beim Deebot R95 unten) auf dem Kopf des Roboters.

kobold

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Gesteuert wird der VR200 entweder direkt am Gerät oder per App. Durch seine Größe (9cm) kommt der Kobold im Vergleich etwa zum Medion-Gerät jedoch nicht unter jedes Möbelstück. Die Akkulaufzeit reichte für 80 Quadratmeter locker aus. Nette Spielerei: Per App können Sie den Kobold auch direkt steuern  – gezieltes Reinigen von dreckigen Stellen ist also problemlos möglich. Trotz des Alters hat der Vorwerk seinen hohen Preis behalten: Rund 700 Euro kostet der Kobold und zeigt sich in erwarteter Qualität.

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✔️ Drahtlose Softwareupdates
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750 Euro: iRobot ohne Nutzung von unterwegs

Als „echte Marke“ unter den Saug-Robotern konnte sich iRobot etablieren. Der Roomba 966 ist gut verarbeitet und kommt mit einem vollständigen Paket an Zubehör. Die kostenlose App startet und stoppt das Gerät auch von unterwegs. Der 966 ist im Vergleich zu den anderen Geräten besonders leise und reinigt mit seiner Doppelbürste zuverlässig. Längere Haare waren gar kein Problem. Eine virtuelle Barriere ist im Lieferumfang enthalten und kann Räume oder Flächen abschirmen. Das funktioniert problemlos – doch die Konkurrenz kann das Ganze auch per App. Der Roomba 966 liefert für seinen Preis ein solides Ergebnis. Für Unentschlossene bietet iRobot für 30 Tage eine Geld-zurück-Garantie.

750 Euro: Samsung baut den Staubsauger mit Rollen dran

Der Powerbot VR9200 ist der größte Sauger in diesem Vergleichstest. Die Bauform erinnert eher an einen herkömmlichen Staubsauger, dem die Ingenieure ein paar Rollen verpasst haben. Der VR9200 orientierte sich mit seiner Kamera zuverlässig im Raum, per App „Samsung Smart Home“ konnte der Reinigungsvorgang auch von unterwegs gestartet werden. Doch darüber hinaus war die Leistung der App fürs iPhone eher mau: Ab und an gab es im Test Abstürze, die Ladezeiten waren zudem ziemlich lang.

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Foto: TECHBOOK

Die Saugkraft war im Vergleichs-Test die stärkste, jedoch kommt der Staubsauger-Roboter ähnlich wie der VR7000 durch seine Größe schlecht in die Ecken – auch eine rotierende Außenbürste für Kanten fehlt. Dafür überwindet der Powerbot dank der großen Rollen Teppiche und Kanten ohne Mühe. In Anbetracht des Preises von rund 1.300 Euro (zum Testzeitpunkt, nun 750 Euro) hätten wir von diesem Gerät aber mehr erwartet.

Fazit

Bis auf den Dirt Devil lieferte jedes Gerät bei der Saugleistung ein gutes Ergebnis ab. Welcher Roboter nun also der richtige für Sie ist, kommt am Ende auch auf Ihre Wohnung an: Haben Sie daheim besonders viele Teppiche, ist das Saugkonzept von Samsung mit dem VR7000 am besten geeignet – der großer Bruder VR9200 lohnt sich nur bei wirklichen großen Flächen ab 120 Quadratmeter.

In Wohnungen mit überwiegend glatten Böden liegt der Deebot R95 klar vor der Konkurrenz um iRobot und Vorwerk. Mehr Funktionen bei gleicher Saugqualität, dazu noch ein günstiger Preis, machen den R95 zum Testsieger. Preis-Leistungs-Sieger ist das Medion-Modell. Wer auf WLAN und Schnickschnack verzichten kann und nur eine kleine Fläche sauberhalten möchte, der kann getrost zum Aldi-Gerät greifen.

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