IFA 2019

Nokias neue Handys und Smartphones ab 25 Euro im Check

Nokia 7.2 in Silber und Grün
Das Nokia 7.2 mit Zeiss-Kamera kommt in verschiedenen Farben
Foto: TECHBOOK

Egal ob günstig für 25 Euro, besonders robust und wasserfest oder aufklappbar – die Handy-Sparte von Nokia hat auf der IFA 2019 Nachschub bekommen. Auch für Smartphone-Nutzer hat der Hersteller neue Geräte in Form des Nokia 6.2 und Nokia 7.2 vorgestellt.

Die Marke Nokia ist bei Handy- und auch Smartphone-Nutzern gleichermaßen beliebt. In Europa belegt der aus Finnland stammende Hersteller einen schwankenden vierten bzw. fünften Platz im Smartphone-Ranking – hinter Samsung, Huawei und Apple. Die Beliebtheit der Marke ist nicht nur eine Folge der frühen Jahre, als Handys und Smartphone begannen, den Markt zu erobern, sie ist auch dem aktuellen Aktualitäts-Versprechen von Nokia zu verdanken. Denn der Hersteller HMD Global, der die Handys unter Nokia-Lizenz fertigt, bewegt sich in Sachen Update-Geschwindigkeit auf vorderster Front. Nahezu die gesamte Smartphone-Palette läuft dank Android One bereits mit Android 9 Pie. Mittlerweile hat Nokia sogar schon den Fahrplan für Android-10-Updates bekannt gegeben.

Nokia zeigt neue Handys und Feature-Phones ab 25 Euro

Die diesjährige IFA in Berlin hat der Hersteller genutzt, um das Angebot an Handys und Smartphones zu erweitern. Gleich drei neue Handys bzw. „Feature-Phones“ hat Nokia vorgestellt. Unter Feature-Phones versteht man Geräte, die sich genau zwischen einfachen Handys und den umfangreicher ausgestatteten Smartphones ansiedeln. Mit ihnen können Nutzer über WLAN oder LTE  im Internet surfen. Ein Touchscreen fehlt ihnen allerdings, stattdessen erfolgt die Steuerung über Tasten. Der Arbeitsspeicher und der interne Speicher sind deutlich reduzierter als bei Smartphones, die Erweiterung per Micro-SD-Karte ist aber möglich. Zudem läuft auf den Feature-Phones von Nokia statt Android oder iOS das sogenannte KaiOS als Betriebssystem. KaiOS basiert auf dem Firefox OS und bietet Unterstützung für HTML5-basierte Anwendungen. Dadurch ist auch der Zugriff auf Apps wie WhatsApp, Facebook und YouTube. Weitere Anwendungen können im Kai Store herunter geladen werden.

Nokia 110 für 25 Euro

Das Nokia 110 ist das günstigste der neuen Modelle. Für Deutschland hat der Hersteller einen voraussichtlichen Preis von 24,90 Euro genannt. Äußerlich erinnert das Gerät an ein klassisches Handy, inklusive 1,77 Zoll großem Farb-Display und physischen Tasten. Mobil im Netz surfen lässt sich mit dem Nokia 110 nicht – es fehlt das entsprechende Mobilfunkmodul und der Zugriff auf Apps. Denn statt KaiOS läuft auf dem Handy die Plattform Nokia Series 30+, die speziell für einfache Geräte entwickelt worden ist. Stattdessen steht beim Nokia 110 vor allem der MP3-Player im Fokus. Passend dazu lässt sich der interne Speicher auf 32 GB Kapazität erweitern. Kleine Spiele wie der Klassiker Snake und Doodle Jump sind auf dem Feature-Phone bereits vorinstalliert. Das Nokia 110 kommt in den Farben Türkis, Pink und Schwarz vermutlich ab Mitte September auf den Markt.

Klapp-Handy Nokia 2720 Flip

Ebenfalls im klassischen Look zeigt sich das Nokia 2720 Flip. Es erinnert an die frühen Klapp-Handys und bietet auch die gleichen Grundfunktionen: Anrufe können mit dem Aufklappen angenommen und mit dem Zuklappen des Handys beendet werden. Im zusammengeklappten Zustand ist das Gerät besonders kompakt, zeigt über ein schmales Monochrom-Display aber dennoch Informationen wie die Uhrzeit an. Aufgeklappt haben Nutzer Zugriff auf das 2,8 Zoll große Farb-Display, das eine Auflösung von 320 x 240 Pixel hat. Die Bedienung erfolgt über die Tasten, die vergleichsweise groß ausfallen. Nokia hat außerdem einen speziellen Button für den Google Assistant sowie einen Notfall-Button integriert. Mit letzterem können Nutzer bei Bedarf Hilfe über einen zuvor gespeicherten Kontakt anfordern.

Das Nokia 2720 Flip unterstützt neben WLAN b/g/n auch LTE mit einer maximalen Geschwindigkeit von 150 Mbit/s im Downstream. Dank KaiOS haben Nutzer Zugriff auf Apps wie WhatsApp und Facebook. Mit einer kleinen 2-Megapixel-Kamera lassen sich zudem vereinzelte Schnappschüsse aufnehmen. Die Hardware-Ausstattung aus Dual-Core-Prozessor Snapdragon 205, 512 MB RAM und 4 GB internen Speicher (erweiterbar bis 32 GB) zeigt sich vergleichsweise übersichtlich, was aber typisch für Feature-Phones ist. Es kommt laut Nokia im September für 99 Euro auf den Markt. Angeboten werden die Farben Schwarz und Grau.

Nokia 800 Tough und Nokia 2720 Flip

Outdoor-Handy Nokia 800 Tough und Klapp-Handy Nokia 2720 Flip
Foto: TECHBOOK

Outdoor-Handy Nokia 800 Tough

Mit dem Nokia 800 Tough hat der Hersteller ein neues Gerät speziell für den Outdoor-Einsatz vorgestellt. Das Feature-Phone bietet dank KaiOS ebenfalls Zugriff auf WhatsApp und erlaubt das Surfen mobil über LTE oder WLAN b/g/n. Dabei hat das Display eine Größe von 2,4 Zoll und löst 320 x 240 Pixel auf. Wie beim Klapp-Handy sorgt auch hier ein Snapdragon 205 zusammen mit 512 MB RAM und 4 GB Speicher für den Antrieb. Der Akku hat eine Kapazität von 2100 mAh, die Kamera macht Fotos mit bis zu 2 Megapixel.

Seinen robusten Outdoor-Look erhält das Nokia 800 Tough vor allem durch die gummierte Beschichtung. Es ist wasserfest nach IP68 und vor Stößen und Erschütterungen nach dem Militärstandard MIL-STD-810G geschützt. Das neue Nokia-Gerät ist wahlweise als Single- oder Dual-SIM-Version verfügbar und soll einen Preis von 119 Euro haben. Auf den Markt kommt es laut Nokia Anfang Oktober.

TECHBOOK meint

„Die drei neuen Feature-Phones von Nokia lassen etwas Retro-Stimmung aufkommen. Immerhin erinnern sie mich an meine frühen Handy-Zeiten. Das gewisse Extra bietet dabei die Klapp-Funktion des Nokia 2720 Flip, vielleicht auch deshalb, da ich schon immer ein Fan von klappbaren Geräten war. Sie lassen sich so auf eine minimale Größe reduzieren, wobei gleichzeitig die Tastatur und das Display geschützt sind. Der Klapp-Mechanismus scheint auf den ersten Blick sehr robust und die großen Tasten lassen sich bequem bedienen. Das Display erscheint im Vergleich zu den aktuellen Smartphones zwar winzig, zeigt Darstellungen aber dennoch farbenfroh und scharf an. Das gleiche gilt für den Screen des Outdoor-Handys Nokia 800 Tough. Das Gerät kommt optisch zwar weniger stylisch daher, ist dafür aber dank der Gummi-Oberfläche robuster. Da die Tasten etwas kleiner sind als beim Flip-Phone, habe ich Bedenken, ob sie sich mit Handschuhen so gut bedienen lassen, wie Nokia verspricht. Am Ende könnte aber vor allem der günstige Preis der Geräte zusammen mit Funktionen wie der langen Akkulaufzeit, dem LTE-Support und Zugriff auf Apps wie WhatsApp die Nutzer überzeugen. “ – Rita Deutschbein, Redakteurin

Nokias neue Smartphones

Wer statt eines einfachen Handys oder eines Feature-Phones ein vollwertiges Smartphone sucht, für den könnten eventuell die beiden Modelle Nokia 6.2 und Nokia 7.2 interessant sein. Wie deren Name es bereits andeutet, sind sie Nachfolger der 6er- und 7er Reihen, die die Mittelklasse von Nokia bilden. Auf ihnen läuft Android 9 Pie in der Android-One-Version. Schnelle Updates sind somit garantiert, außerdem gibt es mindestens drei Jahre lang Sicherheitsupdates.

Optisch sehen beide Geräte nahezu identisch aus. Sowohl das Nokia 6.2 als auch das Nokia 7.2 besitzen ein 6,3 Zoll großes Display mit Full-HD+-Auflösung. Nokia hat eine Funktion namens „SDR to HDR“ integriert, die dafür sorgt, dass Darstellungen leuchtstarker und kontrastreicher auf dem Screen dargestellt werden. Bei beiden Smartphones erstreckt sich der Bildschirm nahezu über die gesamte Front, lässt durch eine Waterdrop-Notch am oberen Rand aber Platz für die Frontkamera, die beim Nokia 6.2 8 Megapixel und beim Nokia 7.2 20 Megapixel auflöst. Das Display und auch die Rückseite sind mit Gorilla Glass 3 überzogen, das speziell gehärtet ist und somit Kratzer und Glasbruch vermeiden soll.

Display des Nokia 7.2

6,3 Zoll ist das Display des Nokia 7.2 und Nokia 6.2 groß
Foto: TECHBOOK

Obwohl sich das Nokia 6.2 und 7.2 sehr ähnlich sehen, lassen sie sich an einem Detail leicht unterscheiden. Denn nur das Nokia 7.2 verfügt über eine Zeiss-Kamera, deren Schriftzug mittig auf der Kamera-Einfassung prangt. Auch sonst ist das 7er Modell etwas besser ausgestattet.

So unterscheiden sich das Nokia 6.2 und das Nokia 7.2

Vergleichstabelle Nokia 6.2 und Nokia 7.2

Die Daten des Nokia 6.2 und Nokia 7.2 im Vergleich
Foto: TECHBOOK

Die Hauptunterschiede zwischen dem Nokia 6.2 und dem Nokia 7.2 liegen vor allem in der Kamera sowie im Prozessor. Während im 6er Modell der Snapdragon 636 arbeitet, kommt im 7er der Snapdragon 660 zum Einsatz. Letzterer bietet eine minimal höhere Leistung, was unter anderem an der höheren Taktrate von 2,2 statt 1,8 GHz und der etwas performanteren Grafikeinheit liegt. Im Alltag werden Nutzer diese Leistungsunterschiede aber kaum feststellen. Wichtiger könnte hingegen die Auswahl der verfügbaren Speichergrößen sein: Der Hersteller bietet das Nokia 6.2 in der Version mit 3 GB RAM und 32 GB Speicher für 199 Euro an. Die Variante mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher kostet 249 Euro. Für die gleiche Speicher-Ausstattung zahlen Käufer beim Nokia 7.2 50 Euro mehr, also insgesamt 299 Euro. Die zweite Ausführung bietet hingegen 6 GB RAM und 128 GB Speicher und kostet 349 Euro.

Die Rückseite des Nokia 7.2

Drei Sensoren von Zeiss bietet das Nokia 7.2
Foto: TECHBOOK

Am relevantesten ist hingegen die Ausstattung im Bereich Triple-Kamera. Beim Nokia 6.2 bekommen Nutzer einen 16-Megapixel-Hauptsensor, einen Tiefensensor mit 5 Megapixel und einen 8-Megapixel-Weitwinkel. Deutlich höher löst die Hauptkamera des Nokia 7.2 auf. Sie schafft mit 48 Megapixel die dreifache Auflösung wie das Nokia 6.2. Die zwei übrigen Sensoren sind identisch zum günstigeren Modell. Allerdings verfügt das Nokia 7.2 über das Zeiss-Branding. Für Nutzer bedeutet das eine feine Abstimmung von Kamera-Sensoren und Software. So bietet das 7er Modell einen speziellen Nachtmodus, der für bessere Fotos bei Dunkelheit sorgen soll.

TECHBOOK meint

„In der Hand gehalten sind beide neuen Nokia-Smartphones zwar recht groß, lassen sich aber dennoch gut bedienen. Die Kanten sind leicht abgerundet, was das Halten bequemer macht. Die Optik ist aufgrund des Fullview-Displays und der runden Kamera-Einfassung modern. Dennoch verzichtet Nokia nicht auf einen klassischen Klinkenanschluss für Kopfhörer. Beim ersten Ausprobieren konnten wir keine merkbaren Unterschiede in der Leistung ausmachen. Auch die Oberfläche und das System ist dank Android 9 Pie bei beiden identisch. Bei der Selfie-Fotografie profitiert das Nokia 7.2 allerdings von der 20-Megapixel-Kamera, die deutlich bessere Bilder macht als die 8-Megapixel-Kamera des Nokia 6.2. Die Unterschiede bei der Hauptkamera sind hingegen trotz dreifacher Megapixelzahl nicht ganz so offensichtlich. Foto-Fans sind mit dem Nokia 7.2 aufgrund der Zeiss-Optik aber dennoch besser bedient.“ – Rita Deutschbein, Redakteurin

 

 

 

 

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