Erste Releases schon im Frühjahr

Diese Neuheiten plant Apple 2020

Apple iPhone und iPad in der Auslage
Apple plant für 2020 wieder einige neue Geräte
Foto: Getty Image

Die neueste iPhone-Generation sorgte in den USA im Dezember 2019 für 69 Prozent der iPhone-Verkäufe. Läuft bei Apple! Und trotzdem hat das Unternehmen natürlich schon seine Roadmap für 2020 in der Schublade.

Apples Aktie kennt derzeit nur einen Weg – steil nach oben. Fast täglich markiert das Börsenpapier ein neues Rekordhoch in der Firmengeschichte. Analysten haben die Kursziele der Aktie, die derzeit um die 320 US-Dollar kostet, auf bis zu 400 Dollar bis Jahresende angehoben. Kein Wunder: Die drei neuen iPhone-Modelle vom Herbst 2019 haben überraschend gut eingeschlagen. Das Service-Geschäft (Apple TV+, Apple Music, Apple Arcade, AppleCare) boomt. Auch das Jahr 2020 dürfte bombastisch verlaufen. Und auf dieser Erfolgswelle möchte Apple weiter reiten und plant in diesem Jahr einige Neuheiten. TECHBOOK verrät, welche das sind

iPhone 2020: ein Modell im Frühjahr, eines im Herbst erwartet

Noch in diesem Jahr wird Apple laut Berechnungen von Bloomberg einen Meilenstein erreichen und sein zweimilliardstes iPhone verkaufen. 13 Jahre nach dem Launch bleibt das Smartphone ein Kult-Objekt und Verkaufsrenner. Das bestverkaufte iPhone aller Zeiten ist Stand heute das iPhone 6 (Plus) mit 222 Millionen Exemplaren. Die iPhone-Modelle aus dem Herbst 2019 (iPhone 11/Pro/Pro Max) haben eine viel bessere Performance als von Kritikern erwartet hingelegt. Apple selbst hat das Interesse derart unterschätzt, dass die Produktion der neuen Pro-Reihe rasch um 10 Prozent erhöht werden musste. Auch 2020 wird das iPhone der größte Erlösbringer im Apple-Kosmos sein.

Eigentlich stellt Apple seine neue Generation traditionell im Herbst vor. Doch schon im Frühjahr könnte es die erste Überraschung geben: den von vielen Apple-Jüngern seit Monaten geforderten Nachfolger vom iPhone SE mit kleinem und handlichem 4-Zoll-Display. Im Vergleich zu den Pro-Modellen ist das iPhone SE 2 (wenn es denn so heißt) wohl eher günstig – und kommt vermutlich schon im März.

Die günstige Version: Alle Infos zum Budget-Modell iPhone SE 2

Die wahren neuen Modelle werden dann wieder Mitte September präsentiert. Wohl wichtigstes Asset: 5G. Diverse andere Smartphone-Hersteller unterstützen den neuen Mobilfunk-Standard bereits seit 2019, darunter Samsung. Apple wird im Herbst nachziehen. Unklar ist derzeit noch, ob es wieder drei, vier oder gar fünf neue Modelle des iPhones geben wird. Die Branchenbeobachter widersprechen sich hier von Woche zu Woche.

Klar ist: Die Pro-Modelle, also 12 Pro und 12 Pro Max, benötigen als Verkaufsargument wieder neue Pro-Funktionen. Sehr wahrscheinlich ist, dass die die teureren Modelle 3D-Kamerasensoren mit Time-of-Flight-Technologie erhalten. Das würde hochwertige 3D-Fotoaufnahmen ermöglichen. Auch für Einsätze im Augmented-Reality-Bereich würden sich solche Sensoren anbieten.

Beim Design wird es kaum Überraschungen geben. Eine Zeitlang gingen Brancheninsider von einer größeren Design-Änderung bei den 2020er-iPhones aus, basierend auf dem ikonischen Design des iPhone 4 mit seinen eckigeren Kanten. Die aktuellsten Informationen aus der Zuliefererkette sprechen dagegen. Am wahrscheinlichsten ist, dass Apple ein neues 5,4-Zoll-Modell, zwei 6,1-Zoll-Modelle und ein 6,7-Zoll-Modell auf den Markt wirft – im Design des iPhone 11, aber beim Formfaktor um fast 10 Prozent dünner.  Während das 2011er Modell 8,1 Millimeter dick ist, soll das neue iPhone 12 nur 7,4 Millimeter dick sein. Die Version mit 5,4 Zoll wird offensichtlich zwischen dem iPhone SE 2 und dem iPhone 8 liegen.

Wer auch nach außen hin demonstrieren will, dass er sich ein neues iPhone zugelegt hat, wird öfter mal die Gehäusefarbe wechseln. Apple kommt dieser Zielgruppe 2020 wohl mit einer neuen Farbe entgegen. Das aktuelle Nachtgrün weicht dem Vernehmen nach einem neuen Navy-Blau.

Ob FaceID unter dem Display verbaut ist: noch fraglich, ob es bereits 2020 klappt. Das Wichtigste aber für die meisten Käufer: Wie entwickelt sich der Preis? Nach dem Ende des Handelsstreits zwischen China und den USA spricht 2020 alles für gleichbleibende Preise. Ob die Notch (die Kerbe am oberen Displayrand) schon 2020 wegfällt, darf bezweifelt werden. TECHBOOK rechnet eher mit einem Notch-losen Bildschirm in 2021.

Zusammengefasst: Hier noch einmal alle aktuellen Infos zum iPhone 12 im Überblick

iPad Pro: Dünneres Display und leichteres Gehäuse

Am Formfaktor dürfte sich bei den 2020er-iPads kaum etwas ändern. Ein Video von OnLeaks bietet einen ersten Vorgeschmack auf die neuen Modelle:

Cupertino könnte auf neue Mini-LED-Displays setzen. Diese sorgen für ein dünneres Display, also weniger Gesamtgewicht des Gehäuses. Mini-LEDs bestehen aus rund 10.000 LEDs. Zum Vergleich: Das Pro-XDR-Display des neuen Hightech-Rechners Mac Pro kommt „nur“ auf 576 LEDs. Bis zu sechs Mini-LED-Displays sind laut Zuliefererkreisen bis 2022 geplant. Die neuen Displays sollen von LG Display, GIS, Osram, TSMT, Sharp, Nichia und Sanan kommen. Keine Veränderungen wird Apple an der Größe der Pro-Modelle vornehmen: 11 Zoll und 12,9 Zoll haben sich als perfekt erwiesen. Eine Triple-Cam, wie in den neuen iPhones, gilt künftig als wahrscheinlich. Eher unwahrscheinlich ist hingegen ein neues iPad mini 6. Erst im März 2019 hatte Apple das iPad mini in der 5. Generation wiederbelebt, nachdem es jahrelang links liegen gelassen und nicht aktualisiert wurde.  Ein iPad mini 6 mit Face ID und Support für den Apple Pencil 2 würde aber einigen Usern einen Kaufanreiz bieten. Generell gilt: Während viele Nutzer jedes Jahr ein neues iPhone kaufen, werden iPads tendenziell länger genutzt, im Schnitt drei bis vier Jahre. Eine richtige Innovation wäre ein komplett randloses Display. Doch das wird Apple auf 2021 oder 2022 verschieben.

Apple Watch Series 6: Schneller und bessere Wassertauglichkeit

Die Apple Watch Series 6 soll 2020 ebenfalls mit der neuartigen Mini-LED-Display-Technik aufwarten. An der Gehäuseform wird sich wohl aber nichts ändern. Der in Apple-Kreisen sehr gut verdrahtete Analyst Ming-Chi Kuo prophezeit einen Marktstart „in der 2. Jahreshälfte“. Die Series 6 werde eine schnellere Performance und Verbesserungen bei der Wassertauglichkeit bieten. Auch neue Watchfaces sind in Arbeit, neue Armbänder werden wie gewohnt in einer Sommer- und einer Winterkollektion präsentiert.

Mac: Neue Tastaturen und schnelle Prozessoren

Die Mini-LED-Displays, die fürs iPad geplant sind, könnten in diesem Jahr dann auch im MacBook Pro verbaut werden – obwohl die Geräte jetzt schon sehr dünn sind. Für 2020 auf jeden Fall auf dem Zettel von Apple: ein MacBook auf ARM-Basis. Derzeit laufen die Geräte noch mit x86-Prozessoren.

Apropos MacBook: Das 13 Zoll große MacBook Pro wird einen Refresh erhalten und mit dem neuen Keyboard ausgestattet werden, welches bereits im 16-Zoll-Modell zu finden ist. Die von Apple seit 2015 verwendete Butterfly-Mechanik mit flachen Anschlägen und Buchstaben, die schnell „durchgeschrieben“ sind, gehört dann wieder der Vergangenheit an. Sie war zu reparaturanfällig. Apple hat dazu inzwischen ein Serviceprogramm für Betroffene aufgelegt. Die neuen Modelle werden auf die Scherenmechanik setzen. In den ersten Wochen nach dem Release hat sich diese Technik bereits beim Einsatz im neuen 16 Zoll großen MacBook Pro bewährt. Es gibt keine Problemmeldungen mehr zum Thema Tastatur.

Für wen eignet sich das neue MacBook Pro?

Neue AirPods Pro 2?

Die neuen AirPods Pro mit Noise Cancelling haben sich zum Verkaufsrenner entwickelt. Apple wurde von einem derartigen Erfolg überrascht: Der Konzern plant, dieses Jahr diverse neue Zulieferer ins Boot zu holen. Die chinesische Firma Goertek soll so noch in der ersten Jahreshälfte mit der Produktion der AirPods Pro starten. Gemeinsam mit dem bestehenden Partner Luxshare Precision soll die hohe Nachfrage so gedeckt werden können. Bis zu den AirPods Pro 2. Generation dürften noch Monate ins Land gehen. Frühestens zum Weihnachtsgeschäft wird das neue Modell erscheinen, Details zu Änderungen oder neuen Funktionen sind noch rar.

HomePod in der Mini-Version?

Apple ist spät ins Geschäft mit den smarten Speakern eingestiegen. Auch die TECHBOOK-Tester sind sich einig: Die 1. Generation des HomePods klingt erst als Stereopaar richtig gut. Der aktuelle HomePod ist nicht für den Outdoor-Einsatz geeignet und wenig portabel. Ein HomePod Mini würde helfen. Er könnte wie der Sonos Move von Zimmer zu Zimmer getragen werden und auch die Gartenparty beschallen. Gerüchte zu einer Mini-Variante gibt es schon länger, jedoch hat noch niemand je einen Prototypen zu Gesicht bekommen. Da Amazon im Smart-Speaker-Bereich das preisgünstige Segment aggressiv besetzt hat, ist ein solcher HomePod Mini zum günstigen Preis Pflicht für Apple. Leaker Max Weinbach hat kürzlich erste Infos zum Verkaufsstart veröffentlicht. Demnach aktualisiert Apple die 1. Generation und bringt „im Sommer“ auch den HomePod Mini an den Start. Ein passender Launch-Zeitpunkt wäre Apples alljährliche Entwicklerkonferenz WWDC, die immer im Juni in San Francisco stattfindet.

Apple TV: Alle Konzentration auf die ATV+App

Pünktlich zum Deutschland-Start des neuen Streaming-Dienstes Apple TV+ am 1. November vergangenen Jahres hätte sich eine neue kleine TV-Box gut gemacht. Doch Apple setzt inzwischen auf eine andere Strategie: Statt neuer Hardware pusht der Konzern die Einbindung seiner AppleTV-App auf smarte Fernseher. Dazu hat Apple mit immer mehr Herstellern Kooperationen geschlossen, in diesem Jahr werden neben weiteren Samsung-Geräten auch ältere LG-TVs von 2018 via Update die ATV+App erhalten. So kommt Apples TV-Angebot auf immer mehr Geräte und die Entwicklung einer neuen ATV-Box ist nicht mehr zwingend erforderlich, da sich der Content auch so rasend verbreitet.

Und das „one more thing“?

Bleibt in 2020 nach jetzigem Stand eher aus. Ein One-more-thing könnte die schon länger spekulierte AR-Brille von Apple sein. Doch der Produktionsaufwand ist hoch, genauso wie die Fallhöhe, wenn das Produkt beim Konsumenten nicht ankommt. Dass die AR-Brille kommt, daran hegt aber eigentlich niemand mehr Zweifel. In den Code-Tiefen von iOS 13 und Xcode 11 fanden sich schon 2019 klare Hinweise auf ein solches Gadget. Der Marktstart dürfte sich aber bis 2021 oder gar 2022 verzögern.

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