Metas Smart Glasses könnten bald zu einem digitalen Gedächtnis werden Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
10. Juli 2026, 17:47 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Meta arbeitet laut einem Bericht an einer neuen KI-Funktion für seine Smart Glasses. Sie soll deutlich mehr Informationen aus dem Alltag erfassen als bisherige Modelle. Während Nutzer dadurch später auf Erlebnisse und Beobachtungen zugreifen könnten, wirft das Vorhaben zugleich neue Fragen rund um Datenschutz und Transparenz auf. Offiziell angekündigt wurde die Funktion bislang nicht.
Funktion soll Alltag dauerhaft erfassen
Nach Informationen der „Financial Times“ trägt das Projekt intern den Namen „Super Sensing“. Dem Bericht zufolge befindet sich die Funktion bereits in einem Prototyp. Anders als bisher soll die Brille nicht nur dann Bilder oder Videos aufnehmen, wenn Nutzer dies bewusst auslösen. Stattdessen soll sie dauerhaft Ton aufzeichnen und in regelmäßigen Abständen Fotos erstellen.
Die KI soll diese Informationen anschließend auswerten. Nutzer könnten später gezielt danach fragen, was sie gesehen oder gehört haben. Die Brille würde die passenden Informationen dann aus den erfassten Daten ableiten.
KI könnte als digitales Gedächtnis dienen
Für Besitzer der Smart Glasses könnte die Funktion im Alltag hilfreich sein. So soll sie beispielsweise Fragen beantworten können wie „Wo habe ich meinen Schlüssel hingelegt?“, oder „Welches Produkt lag eben im Regal?“
Die Erfassung würde sich jedoch nicht nur auf den Träger beschränken. Auch Personen in der Umgebung, Gespräche oder private Situationen könnten in den aufgezeichneten Informationen enthalten sein, wenn sie sich im Sichtfeld der Brille befinden.
Angeblich wurde intern bereits darüber gesprochen, die LED-Anzeige im neuen Modus nicht einzuschalten. Menschen in der Umgebung könnten dann kaum erkennen, ob die Brille gerade Informationen sammelt, die später wieder abrufbar oder auswertbar sind.
Eine solche dauerhafte Erfassung könnte rechtlich und politisch problematisch werden, besonders in Europa, aber auch in den USA. Laut dem Bericht prüft Meta deshalb, nicht jede Aufnahme dauerhaft als Rohdatei zu speichern.
Stattdessen soll der Konzern erwägen, aus Bild- und Tonaufnahmen lediglich Metadaten zu extrahieren. Das wäre technisch weniger weitreichend als das Speichern kompletter Aufnahmen. Dennoch könnten auch solche Daten persönliche Informationen enthalten. Dazu zählen Gesprächsinhalte, Orte, Personen oder Gewohnheiten.
Noch sensibler wäre ein weiterer intern diskutierter Punkt. „Financial Times“ zufolge soll Meta auch prüfen, die gesammelten Informationen für das Training eigener KI-Modelle zu nutzen.
Noch gibt es keine offizielle Ankündigung
Ob „Super Sensing“ tatsächlich veröffentlicht wird, ist derzeit offen. Eine neue Brille wäre dafür möglicherweise nicht erforderlich. Stattdessen könnte Meta die Funktion per Software-Update auf die aktuelle Ray-Ban-Generation oder die kürzlich vorgestellten Meta Glasses bringen.
Gerade diese Modelle setzen bisher mit ihrer Kontrollleuchte auf Transparenz bei Aufnahmen. Meta selbst wollte sich laut „Financial Times“ nicht zu den internen Entwicklungen äußern.
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