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Was sich jetzt ändert

Meta muss WhatsApp für KI-Drittanbieter öffnen

Smartphone mit WhatsApp-Logo im Vordergrund. Im Hintergrund die Europa-Flagge.
WhatsApp spielt für viele KI-Dienste eine wichtige Rolle, weil Nutzer sie direkt über den Messenger erreichen können Foto: picture alliance / NurPhoto
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Przemyslaw Szymanski

23. Juni 2026, 13:00 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

WhatsApp ist längst nicht mehr nur ein Messenger für private Nachrichten. Unternehmen nutzen den Dienst für Kundenkontakte, Bestellungen und automatisierte Antworten. Auch KI-Assistenten sind inzwischen über WhatsApp erreichbar und gelten für viele Anbieter als wichtiger Weg, um Nutzer direkt im Alltag zu erreichen. Genau deshalb sieht die Europäische Kommission die Gefahr, dass einzelne Unternehmen den Zugang zu diesem Markt kontrollieren könnten.

Streit um die WhatsApp-Business-Schnittstelle

Im Mittelpunkt der Entscheidung steht die sogenannte WhatsApp for Business API. Dabei handelt es sich um eine Programmierschnittstelle, über die Unternehmen WhatsApp in ihre eigenen Dienste einbinden können. Sie wird unter anderem für Kundenservice-Angebote, automatische Antworten und digitale Assistenten genutzt.

Nach Angaben der Europäischen Kommission konnten bis zum 15. Oktober 2025 auch allgemeine KI-Assistenten von Drittanbietern diese Schnittstelle verwenden. Anschließend änderte Meta die Bedingungen. Während Meta AI weiterhin zugelassen blieb, verloren konkurrierende KI-Angebote den Zugang. Aus Sicht der Kommission könnte Meta damit seine starke Marktposition im Messenger-Bereich genutzt haben, um den Wettbewerb bei KI-Assistenten einzuschränken.

Kostenpflichtiger Zugang sorgt für Kritik

Später lockerte Meta die Regelung teilweise wieder. Seit dem 4. März 2026 können Drittanbieter die Schnittstelle grundsätzlich erneut nutzen. Allerdings ist dafür eine Gebühr fällig.

Nach Einschätzung der Europäischen Kommission kann auch diese Kostenpflicht Auswirkungen auf den Wettbewerb haben. Konkurrenten könnten dadurch vom Zugang zu WhatsApp abgehalten werden. Deshalb soll Meta vorläufig wieder die Bedingungen anwenden, die vor der Änderung galten. Nach Darstellung der Kommission gehört dazu auch ein kostenloser Zugang.

Für Nutzer bleibt vorerst alles gleich

Für die meisten WhatsApp-Nutzer hat die Anordnung zunächst keine direkten Folgen. Die Entscheidung betrifft vor allem die Frage, welche KI-Dienste künftig über die Plattform erreichbar sein dürfen.

Auch interessant: WhatsApp-Kettenbrief sorgt für Angst! Liest Meta-KI wirklich private Chats?

Die Kommission begründet ihr Vorgehen damit, dass der Markt für KI-Assistenten derzeit sehr schnell wächst. Würde die Behörde das Ende der laufenden Untersuchung abwarten, könnten mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb später nur noch schwer rückgängig gemacht werden.

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Meta muss die Vorgaben nun innerhalb von fünf Arbeitstagen umsetzen. Anschließend soll der Zugang bis zum Abschluss der Untersuchung offen bleiben.

Der Konzern lehnt die Entscheidung jedoch ab. Laut dem Nachrichtenportal „BBC“ spricht Meta von einem regulatorischen Übergriff und kündigte an, rechtlich dagegen vorgehen zu wollen. Besonders kritisch sieht das Unternehmen, dass OpenAI und andere große KI-Firmen einen Dienst kostenlos nutzen könnten, für den normalerweise Gebühren anfallen. Nach Ansicht von Meta würden die Kosten dadurch auf europäische Unternehmen verlagert, die für den Dienst bezahlen.

Hohe Strafen bei Verstößen möglich

Sollte Meta die Anordnung nicht befolgen, kann die Europäische Kommission tägliche Zwangsgelder verhängen. Diese können bis zu 5 Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes aus dem vorherigen Geschäftsjahr betragen.

Darüber hinaus drohen weitere finanzielle Folgen. Kommt die Kommission im Rahmen ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass tatsächlich ein Wettbewerbsverstoß vorliegt, kann eine Geldbuße von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden.

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