WhatsApp-Kettenbrief sorgt für Angst! Liest Meta-KI wirklich private Chats?
Ein WhatsApp-Kettenbrief sorgt derzeit für Verunsicherung, doch die darin verbreiteten Behauptungen halten einem Faktencheck nicht stand Foto: AFP via Getty Images
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Sandra Bültermann
10. Juni 2026, 14:57 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
In WhatsApp-Gruppen verbreitet sich derzeit eine Nachricht, die viele Nutzer verunsichert. Darin wird behauptet, eine künstliche Intelligenz von Meta könne ohne Zustimmung auf private Chats zugreifen, Telefonnummern auslesen und sogar andere Unterhaltungen öffnen. Zahlreiche Menschen leiten die Warnung weiter, weil sie einen Eingriff in ihre Privatsphäre befürchten. Was steht da wirklich dahinter?
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt bestehen
Die im Kettenbrief genannten Vorwürfe treffen laut dem Portal „Mimikama“ nicht zu. WhatsApp schützt Nachrichten weiterhin durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dadurch können Inhalte nur von den Personen gelesen werden, die an einer Unterhaltung beteiligt sind. Die Einführung neuer KI-Funktionen durch Meta ändert an diesem Schutzmechanismus nichts.
Nach Angaben der Faktenchecker greifen die KI-Systeme ausschließlich dann auf Daten zu, wenn Nutzer die entsprechenden Funktionen selbst verwenden. Ein automatisches Mitlesen privater Chats findet demnach nicht statt.
Was hinter dem erweiterten Chat-Datenschutz steckt
Im Kettenbrief wird außerdem auf den „erweiterten Chat-Datenschutz“ verwiesen. Diese Funktion gibt es tatsächlich. Ihre Aufgabe ist jedoch eine andere als in der Warnung dargestellt.
Der erweiterte Chat-Datenschutz soll Nutzern mehr Kontrolle über Inhalte innerhalb von Chats geben. Das betrifft unter anderem den Export von Nachrichten oder den Umgang mit Medieninhalten. Die Funktion wurde nicht geschaffen, um eine angebliche KI-Überwachung zu verhindern.
Ob Nutzer diese Einstellung aktivieren möchten, bleibt eine persönliche Entscheidung. An der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und dem Schutz privater Nachrichten verändert sie nichts. Meta weist laut den Angaben im Artikel weiterhin darauf hin, dass persönliche Unterhaltungen geschützt bleiben und weder das Unternehmen noch eine KI diese ohne Weiteres mitlesen.
Typische Merkmale von Kettenbriefen
Der aktuelle Fall zeigt ein Muster, das bei vielen Kettenbriefen zu beobachten ist. Solche Nachrichten arbeiten häufig mit alarmierenden Aussagen und starken Übertreibungen. Gleichzeitig fehlen oft nachvollziehbare Quellen für die aufgestellten Behauptungen.
Ziel der Verfasser ist es häufig, Unsicherheit auszulösen und Menschen dazu zu bringen, die Nachricht möglichst schnell weiterzuleiten. Genau deshalb lohnt es sich, entsprechende Warnungen genauer zu prüfen.
Wer auf dramatische Behauptungen ohne Quellenangabe stößt, sollte die Inhalte hinterfragen und gegebenenfalls weitere Informationen einholen. So lässt sich vermeiden, dass unbegründete Warnungen weiter verbreitet werden.
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