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Zum Schutz der Privatsphäre

Diese Brillen sorgen jetzt sogar für neue Freibad-Regeln

Mann steht im Pool, lehnt sich mit beiden Armen auf den Pool-Rand. Er trägt eine Sonnenbrille mit grünem Rahmen und hält ein Smartphone in der Hand. Neben ihm steht ein Glas mit einem orangem Getränk.
Smart Glasses sehen gewöhnlichen Brillen ähnlich, können aber Fotos und Videos heimlich aufnehmen und sorgen deshalb für Diskussionen Foto: Getty Images/Westend61
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Przemyslaw Szymanski

30. Juni 2026, 12:36 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Erste Freibäder in Deutschland reagieren auf Smart Glasses mit neuen Regeln. Die Brillen wirken auf den ersten Blick wie gewöhnliche Sonnenbrillen. Von außen ist jedoch kaum zu erkennen, ob sie gerade genutzt werden, um Nachrichten anzuzeigen, oder ob sie Fotos und Videos aufnehmen. Für andere Badegäste und das Personal ist das im laufenden Betrieb nur schwer zu unterscheiden. Deshalb nehmen erste Freibäder Smart Glasses ausdrücklich in ihre Badeordnungen auf.

Potsdam und Baden-Württemberg verschärfen ihre Regeln

Was das in der Praxis bedeutet, zeigen mehrere übereinstimmende Berichte, die auf Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa) zurückgehen. In Potsdam sollen Smart Glasses künftig ausdrücklich in der Haus- und Badeordnung aufgeführt werden. Geräte, mit denen sich unbemerkt Fotos oder Videos aufnehmen lassen, sollen dort nicht wie gewöhnliche Brillen behandelt werden.

Auch öffentliche Schwimmbäder in Baden-Württemberg bereiten sich auf den Einsatz solcher Kamerabrillen vor. Die Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder Baden-Württemberg will das Thema in den Badeordnungen berücksichtigen. Dabei steht vor allem der Schutz von Kindern im Vordergrund. Das zeigt, dass sich nicht nur einzelne Freibäder mit der Technik beschäftigen, sondern auch öffentliche Betreiber ihre Regelwerke anpassen wollen.

In Berlin planen die Bäderbetriebe derzeit keine speziellen Regeln für Smart Glasses. Sie verweisen darauf, dass Foto- und Filmaufnahmen anderer Personen bereits verboten sind. Aus ihrer Sicht ist daher nicht entscheidend, welches Gerät verwendet wird, sondern ob unerlaubte Aufnahmen entstehen.

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Warum Smart Glasses zum Problem werden

Freibäder gelten als besonders sensibler Ort. Erwachsene, Jugendliche und Kinder halten sich dort leicht bekleidet auf, sitzen auf der Liegewiese oder am Beckenrand. Fotos und Videos können deshalb schnell die Privatsphäre anderer verletzen. Bei einem Smartphone lässt sich meist erkennen, wenn jemand fotografiert oder filmt. Bei Smart Glasses ist das deutlich schwieriger.

Auch interessant: Was hinter Silent Calls steckt und welche Gefahren drohen

Einige Smart Glasses besitzen eine kleine LED, die während einer Aufnahme leuchtet. Diese Anzeige kann bei Sonnenschein, Gegenlicht oder in einer Menschenmenge jedoch leicht übersehen werden. Außerdem kursieren im Internet Anleitungen, mit denen sich solche Leuchten manipulieren lassen. Bei Sprachaufnahmen gibt es häufig gar keinen sichtbaren Hinweis.

Umfrage zeigt große Sorgen

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des SWR sehen 85 Prozent der Befragten heimliches Filmen in privaten oder intimen Momenten als großes oder sehr großes gesellschaftliches Problem. Unter den Frauen liegt dieser Wert bei 89 Prozent.

Wie real diese Sorge ist, zeigt ein Fall aus London. Dort wurde eine Frau während eines Gesprächs auf offener Straße heimlich mit Smart Glasses gefilmt. Das Video wurde später in sozialen Medien veröffentlicht und erzielte Zehntausende Aufrufe. Als die Betroffene die Löschung verlangte, soll der Uploader dafür Geld gefordert haben.

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