5. März 2026, 8:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Smarte Brillen mit Kamera werden immer unauffälliger im Alltag. Eine neue App will mehr Transparenz verschaffen und Nutzer informieren, wenn kompatible Geräte in ihrer Nähe aktiv sind.
Smarte Brillen mit integrierter Kamera sind längst keine Science-Fiction mehr. Immer häufiger tauchen Modelle mit Aufnahmefunktion in Cafés, Fußgängerzonen oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf. Was früher wie eine technische Spielerei wirkte, wird zunehmend alltagstauglich und dadurch auch unauffälliger. Für viele Menschen entsteht dadurch ein mulmiges Gefühl. Die Frage lautet: Wirst Du gerade gefilmt, ohne es zu wissen? Genau hier setzt die neue App „Nearby Glasses“ an. Sie soll für mehr Transparenz sorgen und Nutzer warnen, wenn kompatible Smart Glasses in der Nähe aktiv sind.
So erkennt Nearby Glasses smarte Brillen
Die App arbeitet mit einem Bluetooth-Scan. Genauer gesagt sucht sie nach Bluetooth-Low-Energy-Signalen. Diese Funksignale senden viele Smart Glasses aus, wenn sie sich mit einem Smartphone verbinden. Erkennt die App eine passende Kennung, erhalten Nutzer eine Benachrichtigung. Laut Entwickler ist die Erkennung aktuell auf Brillenmodelle von Meta respektive Ray-Ban, Oakley und Snap ausgelegt.
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Open Source und ohne Datensammlung
Entwickelt wurde das Projekt von Yves Jeanrenaud. Er hat die Software auf GitHub als Open-Source-Anwendung veröffentlicht. Das bedeutet: Der Quellcode ist frei zugänglich. Interessierte können also genau nachvollziehen, wie die App funktioniert. Laut Projektbeschreibung sammelt Nearby Glasses keine personenbezogenen Daten. Die Anwendung verzichtet außerdem auf Werbung und kommt ohne Tracker aus. Die Analyse beschränkt sich ausschließlich auf öffentlich ausgesendete Bluetooth-Signaturen.
Ganz fehlerfrei arbeitet die App jedoch nicht. Der Entwickler weist ausdrücklich darauf hin, dass es zu Fehlalarmen kommen kann. Die Erkennung basiert auf Herstellerkennungen in Bluetooth-Daten. Dadurch könnten auch andere Geräte mit ähnlichen Identifikationsmerkmalen erfasst werden, etwa VR-Headsets. Deshalb mahnt der Entwickler zur Vorsicht. Selbst wenn man eine Warnmeldung erhält, sollte man nicht vorschnell reagieren. Eine Person mit Brille in der Nähe trägt möglicherweise nur eine gewöhnliche Sehhilfe.
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iOS-Version geplant
Derzeit steht Nearby Glasses kostenlos im Google Play Store für Android-Geräte bereit. Ob und wann eine Version für iOS erscheint, ist noch offen. Der Entwickler hält eine iPhone-Version grundsätzlich für machbar. Die nötigen Entwicklungswerkzeuge seien vorhanden. Für eine Veröffentlichung im Apple App Store müsse er sich jedoch intensiver mit der iOS-Programmierung beschäftigen. Es könnte also nur eine Frage der Zeit sein, bis auch iOS-Nutzer die App installieren können.