21. Februar 2026, 12:30 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Meta hat sich ein Patent gesichert, das viele Menschen verstören dürfte. Der Konzern denkt darüber nach, Facebook- und Instagram-Konten verstorbener User von einer KI weiterführen zu lassen. Das geht aus einem 2023 eingereichten und laut „Business Insider“ Ende 2025 erteilten US-Patent hervor. Demnach erwägt das Unternehmen, Social-Media-Accounts nach dem Tod nicht ruhen zu lassen, sondern technisch weiterzunutzen.
Die Idee dahinter: Eine KI soll mit den bisherigen Daten eines Users trainiert werden. Dazu zählen frühere Posts und Direktnachrichten. Auf dieser Grundlage könnte ein Bot später im Namen der verstorbenen Person weiter aktiv sein. Er könnte Likes vergeben und Kommentare schreiben. Darüber hinaus soll die Technologie mithilfe von Deepfakes sogar Audio- und Videoanrufe ermöglichen. Deepfakes sind täuschend echt wirkende Audio- oder Videoaufnahmen, die mit künstlicher Intelligenz erzeugt werden. Dabei erscheinen Gesicht und Stimme einer Person so realistisch, dass sie kaum von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind.
KI soll Schreibstil exakt nachahmen
Laut den Angaben von Meta wäre die KI in der Lage, den Kommunikationsstil eines Users sehr genau zu imitieren. Sie würde frühere Beiträge analysieren und daraus typische Formulierungen, grammatikalische Besonderheiten und persönliche Eigenheiten ableiten. So könnte der Eindruck entstehen, die verstorbene Person schreibe weiterhin selbst Beiträge oder antworte auf Nachrichten.
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Neben möglichen Anwendungen zur Trauerbewältigung für Hinterbliebene sieht der Bericht auch wirtschaftliche Aspekte. Eine solche Funktion könnte helfen, Nutzerzahlen und Interaktionen auf den Plattformen stabil zu halten, selbst wenn die Zahl aktiver User sinkt. Gleichzeitig gilt die Wirkung vergleichbarer Ansätze als umstritten. Laut Bericht warnte Meta-Chef Mark Zuckerberg bereits 2023 vor potenziell schädlichen Folgen von Interaktionen mit virtuellen Erinnerungen.
Aktuell keine Umsetzung geplant
Wer nun Zombie-Chatbots in sozialen Netzwerken befürchtet, kann vorerst aufatmen. Auf Anfrage von „Business Insider“ erklärte Meta, dass es derzeit keine Pläne gebe, das Patent in ein Produkt umzusetzen. Dennoch weist das Patent auf ein mögliches kommerzielles Potenzial hin.
Sollte es zu einer Umsetzung kommen, wären zahlreiche rechtliche und ethische Fragen zu klären. Die britische Professorin Edina Harbinja erklärte gegenüber Business Insider, dass etwa geregelt werden müsste, wem die im Namen Verstorbener erzeugten Daten gehören. Auch der Datenschutz spiele eine Rolle, selbst nach dem Tod. Zudem lasse sich derzeit kaum einschätzen, wie authentisch KI-generierte Beiträge tatsächlich wären.
Meta betont außerdem, dass die Technologie nicht nur für verstorbene User gedacht sein könnte. Denkbar sei auch ein Einsatz für Personen, die ihren Account längere Zeit nicht nutzen können oder wollen. Gerade Influencer und Content-Creator verlieren bei längeren Pausen oft an Reichweite. In solchen Fällen könnte eine KI Inhalte produzieren, um die Präsenz aufrechtzuerhalten.