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„Sollte da gestorben haben“

Amazon blamiert sich mit KI-Übersetzung bis auf die Knochen

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Ein Film bei Amazon Prime Video sorgte für reichlich Kritik Foto: Getty Images
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Woon-Mo Sung
Redakteur

7. Juli 2026, 14:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Nicht jeder ist ein Sprachentalent und für die gibt es für gewöhnlich Übersetzungen in allen Bereichen, sei es in Kunst, Literatur oder bei Filmen und Serien. Hierzulande hat sich vor Jahrzehnten bereits eine starke Synchronschauspielerszene etabliert und für viele sind es ihre Stimmen, die Fans mit internationalen Stars in Verbindung bringen. Umso kontroverser wird deshalb der Einsatz von KI-Stimmen bewertet. Nun fuhr etwa Amazon für den Film „Deadly Patient – Tödlicher Patient“ viel Spott ein, da die Vertonung reichlich missglückt war.

Amazons „Deadly Patient“-Synchro ist peinlich

Wie etwa „Filmstarts“ berichtet, erschien der bereits 2018 produzierte Thriller „Deadly Patient – Tödlicher Patient“ vor einigen Wochen bei Amazon Prime Video. Und offenbar haben genügend Leute in die deutsche Sprachfassung geschaut, denn Spott und Hohn ließen aufgrund ihrer miserablen Qualität nicht lange auf sich warten.

Dass hier in Anbetracht der vollkommen emotionslosen Darbietung wie auch der zum Teil sprachlich inkohärenten Dialoge echte Profis am Werk gewesen sein sollen, ist höchst unwahrscheinlich. Zwar sind bislang weder eine offizielle Bestätigung noch ein Dementi bekannt, aber für Fans liegt es auf der Hand: Diese Synchronisation für „Deadly Patient“ bei Amazon wurde vollständig mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

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Es wäre auch keine Überraschung, wenn man sich etwa einen Satz wie „Ich sollte da gestorben haben“ zu Gemüte führt. Und bei dem romantischen Austausch „Liebe dich“, „Ich weiß, „Geh weg“ möchte man gleich eine Armee an Paartherapeuten auf die Figuren ansetzen.

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Fans reagieren mit Review Bombing

Nicht nur bei Social Media teilen Nutzer zum Teil belustigte Videoclips mit der grottigen Übersetzung. Beim Filmeintrag bei Amazon reagieren Kunden ganz erbost mit sogenanntem Review Bombing. Die Folge: Aktuell (Stand: 7. Juli 2026) sind satte 95 Prozent aller eingegangenen Urteile nur 1-Stern-Bewertungen. Damit kommt „Deadly Patient“ bei Amazon auf ein durchschnittliches Ergebnis von 1,1 von 5 Sternen – sagenhaft.

Natürlich sind laut Amazon die anderen schuld

Mittlerweile hat Amazon reagiert und „Deadly Patient“ eigenen Angaben zufolge „vorerst“ von Prime Video entfernt. Die offizielle Begründung laut einem Statement an TECHBOOK: „Die deutsche Synchronisation des Films ‚Deadly Patient – Tödlicher Patient‘ entsprach nicht den Qualitätsstandards von Prime Video.“

Doch wie konnte es so weit kommen? Wie Amazon mitteilt, habe ein Drittanbieter das Self-Publishingangebot „Prime Video Direct“ genutzt, um den Film hochzuladen. Demzufolge war auch dieser Anbieter für die verunglückte Synchronisation verantwortlich – wer dieser Anbieter ist, verriet Amazon nicht. Laut „Filmstarts“ soll es sich um ein Unternehmen namens Reel One International handeln. Prime Video hatte damit also nichts zu tun und ist auch nicht Lizenznehmer des Films. Ferner betont man, Inhalte für „Prime Video Direct“ vorher und gegebenenfalls nachträglich zu prüfen. Unklar ist, wie die schlechte Übersetzung durchgewunken werden konnte.

Auch interessant: Nach heftigem Shitstorm – Amazon zieht Feature von Prime Video zurück

Voraussichtlich wird es nicht der letzte Fall dieser Art gewesen sein. Denn wenngleich Amazon bei „Deadly Patient“ auf einen anderen Akteur verweist, hatte das Unternehmen erst 2025 selbst mit einem Programm für KI-Synchronisationen begonnen. Ferner sollen bereits weitere Filme von Reel One International entdeckt und entfernt worden sein.

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