5. Dezember 2025, 8:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Immer mehr Unternehmen investieren in Projekte mit künstlicher Intelligenz, so auch in der Unterhaltungsbranche. Doch während sich Konzernführungen oft mehr Effizienz bei gleichzeitiger Kostenersparnis davon versprechen, reagiert das Publikum nicht selten mit vehementer Ablehnung. Das musste nun auch Amazon erfahren, weil man bei Prime Video KI-Synchronstimmen einsetzte.
Rückzieher bei Prime Video wegen KI-Synchronstimmen
Im umfangreichen Streaming-Angebot von Amazon finden sich auch die beliebten Animes „Banana Fish“, „No Game No Life Zero“ und „Vinland Saga“ sowie die weniger bekannte Serie „pet“. Für diese Titel hatte es bis vor Kurzem keine englische oder spanische Vertonung bei Amazon gegeben. Deswegen erhielten sie bei Prime Video KI-Synchronstimmen, die als „AI beta“ gekennzeichnet waren.
Dass Amazon KI-generierte Stimmen einsetzt, machte das Unternehmen bereits im März dieses Jahres in einer Pressemitteilung bekannt. Und bislang scheint das nicht besonders aufgefallen zu sein. Doch bei Filmen und Serien mit leidenschaftlichen Fans kann die Reaktion deutlich stärker ausfallen.
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Wie unter anderem „Anime Corner“ berichtet, hat Amazon bei einigen der genannten Titel die KI-Synchronisation mittlerweile wieder entfernt. Anhänger der Filme und Serien sowie Kreative haben sich zu Wort gemeldet und ihren Unmut darüber kundgetan.
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KI-Stimmen seien „respektlos“
Die künstlichen Vertonungen sollen qualitativ schlecht ausgefallen sein, bisweilen bezeichnet man sie als „KI-Matsch“. Doch auch unabhängig davon ist vielen ein Dorn im Auge, dass man zugunsten der Maschine auf menschliche Beteiligung verzichtet hat. So schreibt etwa der Branchenverband National Association of Voice Actors (NAVA), dass viele den Einsatz als „beleidigend“ und „respektlos“ empfinden würden.
Einige bekannte Synchronsprecher wie Daman Mills oder Damien Haas gingen einen Schritt weiter und kündigten sogar ihre Amazon-Prime-Abos. Haas rief sogar zum Boykott auf: „Wählt mit eurem Dollar – das ist der einzige Weg, den sie hören werden.“
Verwirrung unter Fans
Mills ergänzte: „Ihr wollt mich nicht bezahlen? Ich möchte nicht für euch bezahlen.“ Besonders ärgerlich für Fans: Wie einige in den sozialen Netzwerken herausstellten, ist die Verwendung von KI-Synchronstimmen bei Prime Video gerade deshalb so unverständlich, weil einige der betroffenen Animes bereits über eine professionelle, menschliche Vertonung verfügen würden.
Diese würden, je nachdem, entweder bei anderen Plattformen wie Crunchyroll oder Netflix zur Verfügung stehen. Warum Amazon diese nicht besitzt, ist unklar. Man vermutet etwaige lizenzrechtliche Gründe. Zudem ist nicht ganz ersichtlich, wie konsequent der Online-Versandriese wirklich auf die Kritik reagiert. Wie „Anime Corner“ anmerkte, und mit Stand vom 1. Dezember 2026, waren zwar einige englische KI-Tonspuren verschwunden, spanische jedoch nicht. Und bei „pet“ war sogar noch die englische KI-Synchro vorhanden.
Wir von TECHBOOK haben bei Amazon um ein Statement zur Problematik gebeten und gefragt, wie man in Zukunft mit künstlich generierten Vertonungen umgehen wolle. Eine Antwort blieb zum jetzigen Zeitpunkt aus.